Rajapaksa wollte Norden Prabhakaran überlassen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 20. November 2015

London – Das selbstgebastelte Denkmal des Mahinda Rajapaksa als genialer Kriegsheld und großer Staatsmann bröckelt nach seiner wiederholten Abwahl mehr und mehr. Nicht nur, weil buchstäblich jeden Tag neue Enthüllungen über die unglaubliche Korruption und den schamlosen Nepotismus des Ex-Präsidenten und seines raffgierigen, weitverzweigten Clans in der Öffentlichkeit auftauchen.

Nun bröckelt auch das Bild des Kriegsherren. In dem neuen Buch des Journalisten Mark Salter („To End a Civil War – Norway’s Peace Engagement with Sri Lanka“), kommt auch der ehemalige Friedensunterhändlers zwischen srilankischer Regierung und der terroristischen LTTE, der norwegischen Minister für Entwicklung Erik Solheim, zu Wort. Und auch das Bild des pro-singhalesichen Hardliners Rajapaksa  bekommt plötzlich einen dicken Sprung.

Solheim, der bei der Buchvorstellung anwesend war, wird in dem Buch mit den Worten zitiert, dass ihm Ex-Präsident Rajapaksa gleich zu beginn seiner Amtszeit gesagt habe, er sei bereit, die Insel aufzuteilen. Den Norden könne LTTE-Gründer Parbahakaran „übernehmen“ – wenn es vorher nur schnell genug Frieden gebe. Er, Rajapaksa, wolle sich um die Entwicklung des Südens der Insel kümmern und dabei würde ein Krieg nur störend sein. Er fürchtete um seine knappe Mehrheit. Rajapaksa wollte diese Aufteilung des Staates ohne das mindestens dazu nötige Referendum durchzuführen, quasi „seine“ Insel teilen, ohne sich damit aufzuhalten, die Srilanker dazu zu befragen.

Den Misserfolg seiner Friedensmission erklärte der Norweger mit den ständigen Streitigkeiten zwischen Rajapaksas SLFP und der UNP, die sich grundsätzlich nicht über Vorschläge einigen konnte. Die starre Haltung der LTTE isolierte die Rebellen  international immer mehr.

Solheim sagte im Interview bei der Buchvorstellung in der University of London, dass beide kriegsparteien, sowohl srilankische Regieurng, aber auch die Rebellen der LTTE große Chancen verstreichen ließen, den Konflikt früher und weit weniger blutig zu beenden.

Eine größere Schuld jedoch trage der LTTE-Chef V. Prabhakaran, der laut Solheim, zu keinerlei Vision fähig gewesen sei. Für ihn habe es auf alles und jedes immer nur eine Antwort gegeben: Gewalt.

Von dem vorgeschlagenen LTTE-Gründer Parbahakaran hielt er bis zu seinem Ende nichts. Als Norwegens Vertreter ihm in den letzten Tagen des Krieges vorschlugen, sich dem gegenüber dem Internationalen Roten Kreuz zu ergeben, lehnte er ab, obwohl Unterhändler wie Balasingham dies befürwortet hätten.

Solheim betonte nochmals, dass es Kriegsverbrechen gegeben haben, begangen von beiden Seiten und plädierte bei deren Aufklärung für einen internationalen Mechanismus, sollte sich herausstellen, dass Sri Lanka  mit seiner unter dem Rajapaksa Regime völlig korrumpierten Justizsystem dazu nicht in der Lage ist.

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