Dr. Noel Nadesan


 Danke, Herr Präsident!

„Ich bin dankbar, dass Präsident Mahinda Rajapakse Prabhakarans Leben beendete.“ – Dr. Noel Nadesan

Von Dr.Noel Nadesan in Transcurrents vom 17. August 2011

Wieder einmal fällt die tamilischen Führung auf die alte Droh-Taktik zurück, die Regierung mit Forderungen und Fristen anzugreifen. Die neueste Variante ist, dass die TNA der Regierung Bedingungen für Gespräche diktieren möchte.

Die TNA hat nicht nur drei Bedingungspunkte vorgetragen, sondern auch sie besteht auch darauf, dass die Regierung innerhalb einer Frist von 10 Tagen auf die Punkte reagiere.

Die TNA besteht darauf, dass die Regierungs-Delegation, mit denen man sich zu Gesprächen zehnmal traf, der TNA schriftlich ihre Position zu folgenden Punkten bekannt gibt: 1). die Struktur des Regierens; 2). die Themen und Funktionen, die der Zentralregierung und den Provinzräte zugeordnet werden und 3). zu Fragen im Zusammenhang mit steuerlicher und finanzieller Dezentralisierung.

Dies ist genau die gescheiterte und arrogante Taktik der LTTE, die sie bei verschiedenen Verhandlungen in verschiedenen internationalen Hauptstädten zum Besten gab. Wohin hat es sie am Ende gebracht? Ich möchte auch zu gerne fragen, was die TNA tut, wenn die Regierung sich weigert, auf ihre Forderungen und Fristen einzugehen? Haben sie einen Plan B? Werden sie nach Indien laufen? Wollen sie wieder auf dem Rücken der tamilischen Jugend reiten, wie sie es anläßlich der Vadukoddai-Resolution im Jahr 1976 getan haben? Oder planen sie bühenreife Satyagrahas (= Hungerstreiks) wie S.J.V. Chelvanayakam in den 60ern und 70ern?

Jede verantwortliche politische Führung, die vorrangig die allgemeinen Interessen seiner Gemeinschaft vertritt, hat die Pflicht, zurückzuschauen und prüfen, welche Lehren man aus der Vergangenheit ziehen kann, bevor man sich an Orte begibt, wo Engel fürchten aufzutreten.

Seit der Unabhängigkeit haben sich tamilischen Politiker kopfüber in eine Krise nach der anderen gestürzt – mit gro√üen Verlusten für die tamilischen Gemeinschaft. Sie sind die schlechtesten Pokerspieler, denen ich je begegnet bin. In dem hinduistischen Epos Mahabharata, verspielt Dharmar nur seine Frau Draupathy, aber beim Glücksspiel unserer Politiker geht es um die Leben jedes Tamilen. Ihre fehlgeleiteten politischen Programme haben die Zeit im Norden und Osten auf 1920 gesetzt.

Hat nicht das tamilische Volk genug gelitten, bei den Versuchen, unsere Politiker glücklich zu machen? Sie ziehen fette Schecks als Abgeordnete, Minister und Mitglieder der verschiedenen kleineren Verwaltungen ein, ohne dass sie gleichen Chancen unserm Volk zugestehen, die Vorteile der Regierung geniessen; eine Regierung, die sie Tag für Tag kritisieren, während sie vorgeben, die Befreier ihres Volkes zu sein. Sie tun genau das, was Prabhakaran getan hat: Sie zerstörung die tamilischen Gemeinschaft durch die Verkündigung, deren Befreier zu sein.

Ab davon, wohin hat uns die am besten organisierte Front der Tamilen, von Velupillai Prabhakaran geführt, denn letztlich gebracht? Wenn Prabhakaran mit seiner tödlichen Militärmaschinerie nichts erreichte, was kann die TNA dann der tamilische Bevölkerung bringen? Die TNA-Führung sollte es besser wissen als jeder andere, weil sie ein wesentlicher Bestandteil der LTTE-Tötungsmaschine waren, sie folgenten gehorsam den Weisungen, die ihnen der „alleinige Vertreter der Tamilen“ zukommen ließ.

Ihre Taten zeigen, dass sie nicht die Intelligenz besitzen, um die gescheiterten Vergangenheit zu verstehen und richtig zu interpretieren; oder sie sind nur so herzlos und grausam wie einst Prabhakaran?

Als Tamile weiß ich, dass der Stier unser heiligstes Symbol ist. Aber das bedeutet nicht, dass wir wie ein Bulle im Porzellanladen wild alles zerstören müssen. Die Zeit ist gekommen für uns, uns hinzusetzen und unsere Vergangenheit zu prüfen, bevor wir uns in eine ungewisse Zukunft ohne Garantien auf erfolg stürzen durch eine Anti-Regierungs-Politik oder durch Gewalt.

Es ist wahr, in den letzten zwei Jahren hat Präsident Mahinda Rajapakse keine konkreten politischen Vorschlag abgeliefert. Aber an der wirtschaftlichen Front – die Front, die jetzt wirklich wichtig ist für unsere hilflosen Mitmenschen – haben er und seine Regierung massive Sanierungsarbeiten von historischen Ausmaßen bewältigt, um unsere Menschen wieder auf die Beine zu stellen. Jeder Besucher, der nach Sri Lanka kommt, kann für sich selbst das Ausmass der infrastruklturellen Arbeit sehen, die durchgeführt wird.

Ich wage zu sagen, dass dies in einem beispiellosen Ausmaßgeschieht und unsere erste Pflicht ist es, zusammen zu arbeiten um durch Entwicklung und Rehabilitation unser Volk aus den Tiefen zu holen, zu denen sie als Folge der Torheit unserer vergangenen und genewärtigen politischen Führer gefallen sind. Unser Fehler war stets, dass wir Politik vor Reis und Curry setzten.

Mahinda Rajapakse hat ein 60-jähriges Problem geerbt von Rassenpolitik und 30 Jahre Terrorismus, der beide Seiten verwüstet hat und noch lange in uns allen spuken wird.

Au√üerdem hat er keine respektablen tamilische Führung gegenüber, mit der man arbeiten kann. Velupillai Prabhakaran dezimiert die gesamte tamilische Führung der gewaltlosen politischen Abteilung. Neue Führer kommen natürlich nicht über Nacht daher. Wenn sie durch den Willen des Volkes hervor kommen, dann müssen sie vorher von den Menschen getestet werden, über einen Zeitraum hinweg.

Die letzten Gemeinderatswahlen zeigten deutlich das völlige Versagen der tamilischen Politik, einschließlich der von TNA und EPDP. Was kann das tamilische Volkes durch den Rückgriff auf tamilischen Nationalismus in Kommunalwahlen bitte gewinnen? Die Wahl zwischen EPDP und TNA ist wie die Wahl zwischen der Frau mit Husten und der Frau mit Schnupfen.

Die Würde des Menschen und seine Selbstachtung kommen von der Arbeit und viele Tamilen sind ohne Arbeit. Die TNA hat eine gro√üe Chance, durch aktive Zusammenarbeit mit der Regierung, dem tamilische Volk zu helfen, Erwerbstätigkeit zu schaffen. Jobs, Häuser, Nahrung, Gesundheit, Bildung sind einige der wichtigsten Dinge, um der Tamilen Würde wiederherzustellen. Politikspielchen aber haben ihnen zu ihrem jetzigen Siechtum verholfen.

Die TNA müsste auch klug und reif genug sein, zu wissen, was heraus kommt bei Konfrontation und Rassenpolitik. Wir haben alle Chancen bislang vermasselt, die die singhalesischen Führung uns gegeben hat. Wer tötete den CFA, was für die Tamilen ihrem Eelam am nächsten kam? Anstatt Fehler zuzugeben, unsere Fehler – unsere dummen Fehler – setzen wir immer weiter auf Konfrontation und suchen die Schuld bei der singhalesischen Führung. Wohin soll uns das eigentlich führen?

Diejenigen, die die Alternative Zusammenleben mit den anderen Gemeinden propagieren und die Zusammenarbeit mit der Regierung über eine breite Front der wirtschaftlichen Entwicklung befürworten, laufen Gefahr, als Handlanger der Regierung denunziert zu werden. Ich bin einer von denen, die in die Erzielung von Ergebnissen für unser Volk der Regierung die Hand reicht. Was wäre die derzeitg verfügbare Alternative? Wer ist sonst noch da, der unserem Volk hilft? Wie viel von dieser Politik können sie täglich ernten, um ihre Mägen zu füllen? Janes Weekly berichtet, dass die tamilische Diaspora 300.000.000 $ gesammelt hat – jedes Jahr! Mit diesem Geld könnten unsere Leute ein Paradies auf Erden in den tamilischen Gebieten erbauen. Wo ist denn all das Geld geblieben? Warum ist das Geld jetzt nicht unterwegs?

Die australische Tamil Congress berichtete in seinem Jahresbericht für 2010, dass man 86.000 australische Dollar für die √ñffentlichkeitsarbeit ausgegeben hat. Ach ja? Was also sind die Gewinne aus diesen Ausgaben? Haben sie die Ernennung eines Navy Commanders als Hohen Kommissar verhindert? Haben sie das australische Cricket-Team vom Spielen in Sri Lanka abgehalten?

Ich finde, dass der konstruktive Weg unserem Volk zu helfen durch die Einrichtungen ist, die von der Regierung dazu vorgesehen sind. Ich schäme mich nicht, auf jede beliebige Schwierigkeit in Kauf zu nehmen, um die Unterstützung von absolut jeder Quelle zu gewinnen, um unseren kriegsmüden, enteigneten Menschen helfen zu können. Ich bin nicht so dumm oder hartherzig damit abzuwarten, bis Eelam kommt zu den Menschen, die es Leid sind mit unerreichbaren politischen Versprechungen gefüttert zu werden. All das Gerede von der Rückkehr von Prabhakaran mag zwar Pater S.J. Emmanuel in seinem Job halten, doch greifbare Ergebnisse wird auch das nicht bringen.

Auch wahr: die versponnen Transnationale Regierung von Tamil Eelam hat eine Menge Arbeitsplätze und auch das Geld, um wohlhabende Tamilen in den westlichen Basen zu beschäftigen. Aber wie hat diese Traumregierung den armen Leute von Jaffna geholfen? Wie viel von der Lobbyarbeit der pro-Tiger-Agenten im Westen hat dazu beigetragen, Nahrung in den Mund unseres Volkes zu legen?

Meine singhalesischen Freunde sagen mir, dass es falsch gewesen sei, Prabhakaran und seine Tiger Kader so früh zu erledigen. Sie sagen, dass die Regierung den Krieg nicht so schnell hätte beenden sollen. Sie sagen,er hätte die Möglichkeit haben sollen, weiterzumachen um weitere zehn Jahre oder so, immer mehr Tamilen tötend, so lange, bis keiner da sei, ihm zu folgen. Sie sagen, wenn er länger leben dürfen, dann hätte sich das Problem automatisch und von allein gelöst mit seiner rücksichtslose Taktik und in der Art, wie er die Tamilen als sein menschliches Schutzschild sah – nur um selbst zu überleben.

Ich kann nicht dagegen argumentieren, weil es wahr ist. Außerdem sind mehr als eine Million Tamilen ausgewandert – auf die grüneren Weiden des Westen. Dies, laut eigenen Angaben. Es wird geschätzt, dass zwei Drittel der tamilischen Bourgeoisie aus Sri Lanka verschwunden ist. Wenn LTTE und Velupillai Prabhakaran weitere 10 Jahre überlebt hätten, was wäre wohl mit dem kläglichen Rest der tamilischen Mittelschicht geschehen? Sie waren das Rückgrat von Gesellschaft und Kultur in Jaffna. Wenn sie gehen, dann vergeht die Basis der Gesellschaft auch mit ihnen.

Es gibt auch einen andere bekannte historischen Trend – nämlich den von der Offenheit des singhalesischen Volkes Minderheiten aufzunehmen. Ich will nicht zu weit in die Geschichte eintauchen. Etwa vor 500 Jahren rekrutiert der Kotte König viele Bogenschützen aus Süd-Indiens Thanjavur Bezirk und sie liessen sich an der Südküste von Sri Lanka nieder. Sie heirateten Sinhala-Bräute und bekam Landrechte.

Parava-Leutedem aus Tuticorin-Bereich kamen nach Negombo vor nur 100 Jahren, zusammen mit den Chetties. Sie alle wurde Teil der singhalesischen Gemeinschaft. Anders verhält es sich mit den Muslimen in Sri Lanka, weil ihre Religion sie daran hinderte, die Integration mit der Mehrheit der singhalesisch-Buddhisten zu suchen. Das singhalesische Volk ist rein numerisch durch Absorption anderer Minderheiten stetig gewachsen.

Ich mag die Idee eines multi-ethnischen, multi-lingualen, multi-religiösen Sri Lanka. Hätte Prabhakaran überlebten, wären die Chancen der Tamilen als Gemeinschaft zu überleben auf Null reduziert worden. Er hätte entweder die tamilische Jugend in einen Krieg, den er nicht gewinnen konnte oder er hätte sie selber getötet.

So muss ich zum Schluß sagen, dass ich Präsident Mahinda Rajapase dankbar bin für das Beenden von Velupillai Prabhakarans Leben. Und dafür, dass er meine Leute gerettet hat, die allein dafür, dass sie überlebt haben, den Frieden verdienen. Um jeden Preis.

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Ein offener Brief an Channel 4

Von Noel Nadesan vom 14. Juli, 2011

Als Tamile mit Wohnsitz in Australien diene ich der tamilischen Gemeinschaft, indem ich die einzige Zeitung der tamilischen Gemeinschaft herausgebe, die UTHAYAM. Seit 14 Jahren mache ich das. Meine Erfahrungen im Umgang mit der tamilischen Gemeinschaft, sowohl in Australien als auch in Sri Lanka, machen mich traurig, über die gefühllose Weise nämlich, in der die Medien das Leiden unseres tamilischen Volkes für eigennützige Zwecke nutzen. Ich glaube, ich kann hier als unabhängige Stimme sprechen, ohne besondere Loyalität zur Politik der tamilischen Gemeinde noch der der politischen Parteien.

Mein Hauptanliegen war und ist es, unsere Tamilen in Sri Lanka, die die Hauptlast der Angriffe von den indischen Soldaten, dann den srilankischen Streitkräfte und vor allem von den sogenannten Tamil-Eelam-Befreiern, der LTTE zu ertragen hatten. Ich selbst habe gerade den Aufbau eines kleinen Krankenhauses auf der Insel Eluvaitivu überwacht, auf der ich aufgewachsen bin, und früher oder später, so plane ich, werde ich zurück zu unseren tamilischen Menschen gehen, die so verzweifelt sind, und die so dringend Hilfe brauchen.

Es ist vor diesem Hintergrund, dass ich meine Kommentare äußern möchte – nach der Ansicht der Sendung von Channel 4 „The Killing Fields of Sri Lanka“. Ich muss gestehen, ich fühlte mich danach depressiv und ich konnte nicht schlafen in dieser Nacht. Ich habe mich seitdem erholt, und ich glaube, ich muss Ihnen meine Kommentare zu Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit vorstellen, weil ich das Gefühl habe, dass Sie das Leiden unseres Volkes ausbeuten; doch das Gebot der Stunde ist nicht die blutige Vergangenheit aufzuwirbeln, sondern einen Weg aus der Vergangenheit heraus.

Ich sehe nicht, wie Ihr Programm den Opfern des Krieges helfen könnte – sollte das Ihre Absicht gewesen sein – wenn deren sofortige wie langfristige Bedürfnisse es sind, eine Zukunft frei von Opfern zu erlangen. Diese Sensationsgier wird sicherlich den Einschaltquoten von Channel 4 und ABC helfen, aber wie wird es unserem Volk helfen?

Unsere Leute, die die Schrecken des sinnlosen Krieg durchleben mussten – dies ist nur die eine Seite der Geschichte. Unsere tamilischen Führer haben die Welt hinreichend darüber informiert, dass die LTTE mehr Tamilen umgebracht haben, als alle anderen, Inder, Sri Lankas Armee und rivalisierende Parteien zusammen genommen.

Dem Moralinsauer der Medien mangelt es an Glaubwürdigkeit, denn unsere Leute, die die Schrecken des Krieges erlebten, wissen ganz genau, wer wen in welcher Weise getötet hat. Außer ein paar unverbesserlichen Partisanen, wissen unsere Leute, dass die LTTE eine grausame und bestialische Bande war, eine wie sie ihnen noch nie in lebendiger Erinnerung begegnet war – und unsere Leute  wollen ihr in ihrem ganzen Leben nicht noch einmal begegnen.

Zweifellos gibt es Tamilen, die sich über diese Sendung freuen, weil sie politisch auf die eine Seite ausgerichtet ist (d.h. pro LTTE), die die schlimmsten Verbrechen begangen haben gegen die Tamilen. Würde Channel 4 einen Film produzieren über die Gräueltaten der LTTE, begangen gegen das eigene Volk sowie die anderen ethnischen Gemeinden in einem 33-jährigen Krieg – der am längsten laufende Krieg in Asien – es würde die Welt jenseits allen guten Glaubens schockieren.

Dann gibt es die dokumentierte Geschichte von LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran, der fast 300.000 tamilische Zivilisten als menschliche Schutzschilde zur Geisel nahm, als er sich zurück ziehen musste.

In der letzten Phase ließ er auf Tamilen schießen, die auf der Flucht vor ihm in die Arme der srilankischen Streitkräfte waren – so wurde diese auch gelobt wegen ihre humanitären Dienste durch Ban Ki Moons Expertengremium und sogar von Gordon Weiss . Jeder Tamil, der Teil des menschlichen Schutzschilds Prabhakarans war, wird Ihnen bestätigen, dass die srilankische Armee sie menschlicher behandelt hat, als die LTTE-Kader.

Die Gräueltaten der LTTE sind zahlreich. Warum hat Channel 4 nur so einseitig berichtet? Ja, da waren einige wenige Verweise auf LTTE Gräueltaten, aber Sie werden mir zustimmen, dass Sie die Schuld ganz und gar auf die srilankische Regierung sehen. Ist das etwa fairer Journalismus?

Es ist ein umstrittene Dokumention, die besten Experten streiten wegen seiner Authentizität und Richtigkeit der Inhalte. So zeigte Channel 4 Bilder eines jungen Mannes, der an einen Baum gebunden ist, mit einem Messer bedroht und anschließend getötet wird. Mein Quellen im Vanni sagten, dass dies ein LTTE-Massnahme war und dass diese Bilder zu Propagandazwecken von LTTE aufgenommen worden war. Werfen Sie einen genauen Blick auf die Szene und Sie werden unter den so genannten srilankischen Soldaten einen Mann in Sandalen sehen. Srilankische Soldaten tragen keine Sandalen, wenn sie im Dienst sind.

Diejenigen, die beide Seiten der Geschichte kennen, sind von Ihrer Entscheidung, ein Partisanen-Propaganda-Video zu senden, entsetzt. Trotz gelegentlicher Hinweise auf die LTTE, ist die Hauptstoßrichtung des Films, die Schuld der srilankische Regierung und seiner Armee zuzuweisen. Sie waren sich dessen sehr wohl bewusst – trotzdem veröffentlichten Sie die se grobe Verzerrung und Sie ging damit voran, weil Ihnen das in Ihre voreingenomme politische Agenda passte. Wie auch die Londoner Sunday Times schon erklärte: das war schlampiger Journalismus unwürdig einer renommierten Medien-Institution wie der ABC.

Nehmen wir den Fall des Dorfes Suthanthirapuram, das als erste „No-Fire Zone“ für die Zivilisten deklariert wurde. Die LTTE zog ihren Radiosender und Artillerie-Einheit hierher, um die srilankische Armee von der NFZ aus unter Feuer zu nehmen. Die LTTE feuerte auch auf die vorrückenden Armee aus der Nähe des Krankenhauses und der ad hoc errichteten, provisorischen Krankenlager. Regierungsagent Parthipan sowie Dr. Shanmugaraja können das bestätigen. Ich zitiere einen anderen Vorfall. Als der ehemalige Leiter von EROS (= Eelam Revolutionary Organisation), Balakumar und seine Familie, die seit vielen Jahren für die LTTE tätig waren, in einem Boot von Mullaitivu aus am 29. April 2009 fliehen wollten, schoß die LTTE auf sie, wohl wissend, wer in dem Boot saß. Balakumars kleine Tochter wurde schwer verletzt und die Kugeln zerrissen ihren Unterarm. Ihre Hand ist noch nicht verheilt.

Das sind Tatsachen

Wie kann ich das alles wissen? Ich bereiste Sri Lanka siebenmal in letzten zwei Jahren – hauptsächlich fuhr ich ins ehemalige Kriegsgebieten ins Vanni und sprach mit den Opfern, die in den Kriegsgebieten gefangen gehalten wurden. Sie wussten, dass sie von beide Seiten gezielt befeuert worden waren und sie konnten zuerst nicht begreifen, warum die LTTE sie dem Vergeltungs-Feuer in der NFZ aussetzen. Sie konnten nicht verstehen, warum die LTTE die NFZ in ein Kriegsgebiet verwandelte.

Die Agenten und Fürsprecher der LTTE in der tamilischen Diaspora vergossen viele Krokodilstränen über die 300.000 Binnenvertriebene. Sie beschrieben die Flüchtlingslager als Konzentrationslager. In Kenntnis der allgemeinen Lebensbedingungen, unter denen Srilanker leben, kann ich Ihnen jedoch versichern, dass die Bedingungen der Tamilen, insbesondere in den Flüchtlingslagern, weit überlegen denen waren und sind in den Slums von Colombo oder sogar die Bedingungen der singhalesischen Dorfbewohnern oder die der Hill Country Tamilen in abgelegeneren Bereichen.

Selbst die tamilischen Abgeordneten aus Tamil Nadu sowie indische Journalisten, die die Lager besuchten, waren davon überzeugt, dass die srilankischen Behörden einen sehr guten Job geleistet hatten unter schwierigsten Bedingungen. Nebenbei: einem Vergleich mit der Art und Weise, in der die Regierung die singhalesische JVP-Rebellen behandelte, die im Jahr 1971 zu den Waffen griffen, zeigt, dass die LTTE-Kader weit besser behandelt wurden, als die JVP-Leute. Die meisten von denen wurden für mehr als vier Jahren inhaftiert.

Dennoch möchte ich betonen, dass in diesem Stadium die Regierung die Verantwortung für ihren Anteil an den zivilen Opfer zu akzeptieren hat und sich dafür entschuldigen muss, und dass sie sich für die Kompensation an die nächsten Angehörigen zu kümmern hat.

Bezüglich der Forderung nach Gerechtigkeit, es ist nur fair und gerecht, dass die Führer in der tamilischen Diaspora, die die Lobbyarbeit der LTTE finanzierten, und moralische wie materielle Unterstützung für die LTTE gaben, ihren sinnlosen Krieg zu verlängern, dass diese Leute vor gericht gesteltl werden. Sie sind verantwortlich der Unterstützung einer verbotenen terroristischen Vereinigung. Gerechtigkeit verlangt, dass diese selbsternannten Führer, die sich als Menschenrechtsaktivisten westlicher Coleur ausgeben, für die Verbrechen, die die LTTE gegen ihr eigenes Volk begangen hat, zur Rechenschaft gezogen werden.

Unter dem Strich muss man zugeben, daß die Beseitigung der rücksichtslosen LTTE ingesamt lobenswert war – und ist. Was Prabhakaran in Sri Lanka angerichtet hat, ist 100 Mal schlimmer, dass das, was Al-Qaida und Osama bin Laden in Amerika verursachte. Wie Amerika auch, hat jedes demokratischen Land das Recht, die Bedrohung seiner Souveränität, des Frieden und der Stabilität abzuwenden, und dafür, wenn nötig, auch das humanitäre Völkerrecht sowie internationales Recht zu übertreten.

Indien hat das im Punjab getan nd tut dies auch weiterhin in Kaschmir. Die Russen haben es in Tschetschenien getan. NATO-Verbündeten tun dasselbe in Libyen. Amerika hat es in ihrem Krieg gegen Al Qaida getan, seit dem berüchtigtem 9/11.

Am Ende von all dem haben Sri Lankas Tamilen nun endlich erkannt, dass ihr Schicksal untrennbar mit Sri Lanka und dem singhalesische Volk verbunden ist. Gewalt ist kein Ausweg. Es war die LTTE, die die militärische Lösung gesucht hat und mit dem Krieg begann – sie hat Blut gesät und Blut geerntet.

Jetzt müssen wir uns wirklich verpflichten, den Weg des Friedens zu gehen, uns für den Wiederaufbau und die Rehabilitation einsetzen, denn Gewalt führt nirgend wohin -außer zu einer völligen Vernichting der verbliebenen Tamilen im Norden und Osten Sri Lankas.

Ihr

Dr. Noel Nadesan

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