Malinda Seneviratne


Miliband, Kouchner und das Schweigen Sri Lankas

Von Malinda Seneviratne am 26. Juni 2011 in Lakbima News

Im April 2011 schrieb ich an The Nation (“Der Bann Ki Moon Kommissions-Bericht und die Plünderer, die er hervorgebracht hat“) und drückte meine Überraschung darüber aus, dass sich David Mliband noch nicht der anti-srilankischen Sache, die blind gegenüber ihren eigenen Verbrechen ist, angeschlossen hat: „Ich bin aber verwirrt, weil sich bis jetzt David Miliband dieser närrischen Sache noch nicht angeschlossen hat. Er hat doch alle Referenzen, um über Saravanamuttu, Ganguly und Weiss hinauszugehen.“ Er brauchte nur zwei Monate. Er ist gerade als Mitautor eines Briefes an die New York Times mit (Überraschung! Überraschung!) seinem früheren Gegenstück in Frankreich, Bernard Kouchner, aufgetreten.

Beide waren in ihren jeweiligen Ländern Außenminister von 2007 bis 2010. In dieser Zeit haben sich beide alle Mühe gegeben, LTTE-Chef Velupillai Prabhakaran zu retten. Dies kann man nur als eine entschiedene Anstrengung lesen, Sri Lanka und die Srilanker auf ewig unter den Schrecken des Terrorismus leiden zu lassen.

Sie haben ihren Brief “Das Schweigen von Sri Lanka” genannt. Sie haben gestanden, dass sie wollten, dass die Kämpfe aufhören. Das hätte in Anbetracht der langen Geschichte des Aufhörens der Kämpfe und des Wiederaufnehmens der Kämpfe durch die LTTE bedeutet, dass wir in Sri Lanka nicht den Frieden und die Freiheit von Angst hätten genießen können, wie wir es jetzt können.

Weder Miliband noch Kouchner haben jemals die Notwendigkeit ausgedrückt, die Aufmerksamkeit auf das menschliche Leiden im Irak zu ziehen, auf die Notwendigkeit, dass humanitäre Hilfe und Helfer in den Irak gelassen werden und dass dort die Kämpfe aufhören. Das trifft auch auf Afghanistan oder Libyen zu, wo die NATO-Kräfte Zivilisten zu Dutzenden töten, um das Töten von Zivilisten zu beenden – man ziehe sich mal DIESE Logik zu Gemüte!

Interessanterweise haben Miliband und Kouchner sogar einigerseits behauptet, dass die Leute in den Flüchtlingslagern brutale und schockierende Geschichten erzählt haben, aber Miliband und Kouchner haben in dieser Erklärung nicht ein Wort darüber verloren, wer für die Brutalität und den Schock verantwortlich gewesen war, oder dass die tamilischen Leben, die von der LTTE als Geiseln gehalten wurden, nicht als “vierte oder fünfte klassige Menschen” behandelt wurden, sondern sogar noch schlimmer! Sie haben nichts über Großbritanniens Beitrag beim Hervorbringen dieser Art von „Menschlichkeit“ und über ihre eigenen beträchtlichen Anstrengungen gesagt, das gleiche hervorzubringen, indem sie der gnadenlosesten terroristischen Organisation der Welt eine neue Lebensspanne zuteilen wollten. Das ist typisch.

Es war nie ein “Krieg ohne Zeugen”, wie es Miliband und Kouchner behaupten, denn das Internationale Rote Kreuz war bis zum Ende anwesend. Sie haben Ban Ki Moon applaudiert, dass er „Präsident Rajapaksa ein Engagement für eine unabhängige Untersuchen der angeblichen Menschenrechtsverstöße entrissen hat“. Kein solches „Engagement“ konnte erlangt werden, mit oder ohne „Entreißen“.

Dies ist der relevante Abschnitt in der gemeinsamen Erklärung, die zu der Zeit herausgegeben worden war: “Ziele (der gemeinsamen Erklärung” schließen die weitere Hervorbringung von Versöhnung und damit verbundenen Punkten ein, und ebenso das Nachdenken über Sri Lankas Engagement bei der Förderung und dem Schutz der Menschenrechte und der Bedeutung des Zur-Rechenschaft-Ziehens, um den Frieden und die Entwicklung in diesem Land zu verstärken.”

Eine nicht bewiesene Behauptung

Miliband und Kouchner haben dann über einen Bericht gesprochen, welchen eine vom Generalsekretär der UNO ernannte Kommission zusammengestellt hat. Sie nannten ihn „vernichtend“. Alles, was der Bericht „vernichtet“, ist die Wahrheit, die akademische Ehrlichkeit und die intellektuelle Stärke. Er zeichnet sich aus durch Schlampigkeit, offene Lügen, unzuverlässige Quellen, inakzeptable Ebenen der Kurzsichtigkeit und Böswilligkeit, durch das Beiseitelassen der Zusammenstellung der Kommission selbst, die entschieden gegen die Neutralität ist.

Miliband und Kouchner sind extrem unverantwortlich, wenn sie auf geschickte Weise Mutmaßungen als Tatsachen behandeln. Der Kommissionsbericht ist zwar kompromittiert, aber man muss bedenken, dass er nur Behauptungen aufstellt. Miliband und Kouchner zitieren den Bericht nicht – sie nehmen eine unbewiesene Annahme, behandeln sie als Tatsache und schreiben so, als hätten sie wirklich gesehen, was passiert ist.

Natürlich gibt es das jetzt zu erwartende „So-Tun-als-Ob“, indem man auf die (vergleichsweise“ „milden“ Übertretungen der LTTE anspielt. Sie lassen das Wort „systematisch“ einfließen, um „Strategie“ zu implizieren, und das ist eine nette, dicke Schicht von Lügen, um – hallo Freunde! – eine Zuckerschicht auf den Kuchen zu streichen.

Wenn irgendjemand auf einem Haufen Müll, wie es der oben genannte “Kommissionsbericht” ist, steht, dann werden seine Füße mit schleimigem Zeug bedeckt. Miliband und Kouchner sind da keine Ausnahme. Wenn sie erkennen, wie sie behaupten, dass es einen Irrtum gibt, wenn man „Missetaten unter den Teppich kehrt“, dann sollten sie auch an alle Zeitungen in der Welt schreiben und fragen, warum man Großbritannien und die USA nicht gedrängt hat, eine „unabhängige“ Untersuchung der im Irak und in Afghanistan begangenen Kriegsverbrechen zu erlauben, und auch, warum man auf Israel hinsichtlich des Gazastreifens keinen Druck ausgeübt hat. Man bedenke doch, dass der britische Vize-Premierminister zugegeben hat, dass die Invasion des Iraks illegal gewesen ist und dass man sich nicht um die Tatsache gekümmert hat, dass sich die Behauptung, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen, als lächerlich herausgestellt hat und eine Behauptung war, welche nicht als Erklärung dafür geholfen hat, dass es fast ein Jahrzehnt der Ausplünderung des Landes gegeben hat.

Sie sprechen von R 2 P, der sogenannten „Verantwortung zu beschützen“. Das ist ein hübscher Ausdruck und einer, auf den sich viele Länder gern beziehen würden, wenn sie sich darauf beziehen, dass sie von der Ekel erregenden und abscheulichen Moral in die Isolation gedrängt werden – einer Moral, welche solche Müllmänner wie Miliband und Kouchner und deren jeweilige Regierungen repräsentieren. Man braucht erst gar nicht deren schreckliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sie begangen haben und weiterhin auf der ganzen Welt begehen, erwähnen!

Nicht ein Fetzen glaubwürdiger Beweise

Sie sprechen von Navi Pillai und rufen nach einer UNO- Einmischung in Sri Lanka, aber sie erwähnen nicht, dass die Dame auf ihren eigenen anmaßenden Hintern gefallen ist, als sie das gleiche 2010 versucht hat. Sie sprechen von „krimineller Verpflichtung“, aber haben nicht einen Fetzen glaubwürdiger Beweise von irgendwelchen Übeltaten, welche irgendeine multilaterale Aktion legitimieren würden, denn die „Verpflichtung“, die aus solchen Übergriffen erfolgt, ist das Herz der britischen, französischen und amerikanischen Außenpolitik. ICH WUNDERE MICH, OB SIE NOCH NICHT VON LIBYEN GEHÖRT HABEN. (Nebenbei, das soll ein Flüstern sein).

Miliband und Kouchner haben Recht, wenn sie sagen: “Die Integrität des internationalen Systems des Herangehens an die Menschenrechtsverstöße wird wie nie zuvor unter die Lupe genommen.” Solche Integrität wurde von den doppelten Standards, der selektiven Anwendung, der groben Übertreibung, den Einschüchterungen, Lügen, der Korruption, des Zertrümmerns der Prozessnormen und einer offenbaren Feigheit, wenn es darum geht, etwas beim richtigen Namen zu nennen, kompromittiert. Miliband und Kouchner sind, es ist traurig zu sagen, bei all dem Komplizen.

Sie haben Recht, wenn sie warnen, dass “die Argumente jener, welche das Gesetz in ihre eigenen Hände nehmen wollen”, nicht befeuert werden sollten. Aber Miliband und Kouchner haben offenbar genug zum Anfeuern, selbst, nachdem sie ihre Jobs verloren haben.

Die Gesellschaft kann nicht selektiv sein – Kofi Annan

Dies ist das dollste Stück ihres Schreibens: “Kofi Annan hat gesagt, dass die internationale Gemeinschaft bei ihrer Herangehensweise zum Aufrechterhalten der Gesetzesherrschaft nicht selektiv sein kann.” Ganz richtig! Sollen wir annehmen, dass die zwei eifrig Briefe über die USA, Großbritannien, Frankreich, Israel und Indien (unter anderen Ländern, die von arbeitslosen Politikern und anderen nicht zum regulären Beschimpfen ausgewählt sind) schreiben und verlangen, dass die internationale Gemeinschaft damit aufhören soll, ihnen grünes Licht für das Abschlachten von Leuten zu gewähren?

Sie haben völlig Recht, wenn sie sagen: Berichte wie dieser, der für den Generalsekretär zusammengestellt wurde, dürfen nicht auf dem Regal verstauben.” Dieser Bericht sollte gelesen von allen Politikern, Diplomaten und Akademikern und jedem, der mit den Vereinten Nationen verbunden ist, gelesen werden müssen, weil er einen riesigen didaktischen Wert hat. Er enthält genug Material für die Diskussionen eines ganzen Semesters zu dem Thema „Wie man einen Bericht nicht schreibt“ oder „Die Fallgruben der Böswilligkeit beim Zusammenstellen von Berichten.“

Ein Volkssport

Sie haben aber überhaupt nicht Recht, wenn sie sagen “Sie (solche Berichte) müssen die Grundlage für Aktionen” sein, und dies aus den oben und anderswo festgestellten Gründen. Sie warnen, dass, wenn dies (die geforderte Aktion) nicht geschieht, „das Gesetz zum Esel wird“. Das „ Zu-einem-Esel-Werden“ oder „Vereselung“ des Gesetzes hat schon vor langer Zeit stattgefunden. Es ist der Volkssport von Großbritannien und den USA.

Diesen Ländern steht ein langer Weg bevor, bevor sie keine Esel mehr sind.

Als ich den Artikel, auf den ich mich am Anfang bezogen habe, geschrieben habe, hat mir mein Freund Fazli geschrieben und gesagt, dass er an Al Dschasira als Antwort auf ein von dieser Presseorganisation ausgestrahltes Programm geschrieben habe. Dies hat er gesagt: „Ich glaube, dass es sehr wichtig für die internationalen Medien ist, zu versuchen, sich mehr auf die in die Irre geleiteten westlichen demokratischen Nationen zu konzentrieren, welche die LTTE bei deren Terrorkampagne in den letzten 30 Jahren in Sri Lanka unterstützt haben. Hätte es nicht den 11. September gegeben, dann wären diese westlichen Nationen nie aus ihrem Schlummer erwacht und es hätte kein Ende dieses Wahnsinns gegeben.“

Man kann nicht einfach die Regierung des bewussten Menschen-Massakers beschuldigen, wenn es bei jedem Krieg als Ergebnis bestimmte Opferzahlen gibt. Man muss verstehen, dass die LTTE-Bombardierungen und -Selbstmordattentate geplant und ausgeführt hat, bei denen es bewusst um zivile Opfer ging. Die Regierung hat solche Scheußlichkeiten nie bewusst und geplant ausgeführt. Sie war nur hinter den Terroristen her, um die Krise zu beenden. Die Presse kann behaupten, dass die internationale Gemeinschaft denkt und glaubt, dass die LTTE den Medienkrieg gewonnen hat. Aber jeder Srilanker und jede Srilankerin kennen die Wahrheit dieses Schreckens und wissen, wer die wirklichen Schuldigen sind.“

Natürlich geht es nicht nur darum, gegenüber der LTTE blind zu sein. Fazli antwortete auf einen besonderen Videoclip. Er hat mit über die vielen Aspekte der Arten von politischer Blindheit geschrieben, welche Leute wie Miliband und Kouchner über die Jahre kultiviert haben und welche viele westlichen Länder als eine Tugend und keinen Fehler betrachten. Es gibt eine Menge von „Eseln“, die hier unterwegs sind und, meine Lieben, die es schon lange waren. Es würde helfen, wenn Leute wie David Miliband und Bernard Kouchner herumgehen würden und ein Minimum an Integrität gewinnen würden, das notwendig ist, um zu sehen, was für Esel sie selbst sind. Sie müssen aufhören, Esel zu sein, und das schnell.

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Jeder Tag ein Tag des Kindes

Von Malinda Seneviratne am 4. Juni 2011

Jemand hat einmal vorgeschlagen, dass, als das erste Kind zum ersten Mal lächelte, dieses Lächeln in tausend Stücke zerbrach, in tausend Richtungen davon hüpfte, und dass dies das Entstehen der Feen war. Ich denke heute an ein anderes „erstes Kind“, ein Kind, dessen erstes Lächeln Tränen in die Augen der liebenden Eltern brachte; glückliche und auch erschreckte Tränen. Dies war ein Lächeln, welches in ihren Augen bald in tausend Stücke zerbrechen würde, die man niemals wieder zusammensetzen könnte, ein Lächeln, dessen Besitzer gezwungen sein würde, ein Gewehr und Granaten zu tragen, dem man befehlen würde, zu verstümmeln und zu töten und der – oder auch die – der hohen Wahrscheinlichkeit eines gewaltsamen Todes ausgesetzt wäre.

Es gibt viele Arten von Kindern. Ich kenne 22 glückliche Kinder und zwei glückliche Lehrer. Am 18. Dezember 2006 stürmten LTTE-Kader in eine Klasse in Thirukkovil, in der gerade Unterricht stattfand, und entführten diese glücklichen Leute. Sie waren glücklich, weil sie – anders als das 23. Kind – alle freigelassen wurden, denn die Kindesentführer hatten einen Fehler begangen.

Einer der Lehrer beschrieb den Zwischenfall so: “Ich bereitete diese Kinder für das O / L Examen vor, das sie am folgenden Tag machen sollten. Drei LTTE-Kader drängten in die Klasse und sagten, dass sie wegen der Kinder gekommen seien. Als ich mich dagegen ausprach, schlugen sie mich ins Gesicht, schoben mir eine Granate in den Mund und schlugen mich mit einer Keule wie ein Tier. Mein Mitlehrer wurde ebenfalls angegriffen. Wir wurden alle in ein Fahrzeug geschubst, die LTTE-Kader schlugen die Kinder, Jungen wie Mädchen.“

Alle wurden in Paaren gefesselt und gezwungen, in den Kanjikaidichi-Aru-Dschungel zu marschieren. Sie waren glücklich, weil man sie dann freiließ. Außer diesem unglücklichen Schüler Nr. 23 – bis heute nur eine Zahl ohne einen Namen -, der wie Tausende anderer Kinder von der LTTE zwangsweise rekrutiert wurde.

An diesem gleichen Tag war die LTTE an ungefähr 300 Schüler in Kawanchikudi und Kaludewala herangetreten, die nach dem Examen nach Hause zurückkehrten. Es war eine Forderung nach „Geht mit uns!“ Man warnte sie, dass eine Weigerung zu Repressalien führen würde. Viele der Schüler flohen aus Angst aus ihrem Zuhause. Das waren die glücklichen.

Viele Tausende aber waren die Unglücklichen. Sie wurden von ihren liebenden Eltern weggerissen und ausgebildet, um zu töten. Man erwartete von ihnen, dass sie töteten. Einige lebten lange genug, um 18 und damit offiziell erwachsen zu werden, viele starben ohne Kindheit. Sogar in den letzten Phasen der Schlacht band die LTTE Sprengkörper an die Körper von Kindern und forderte sie auf, sich unter die zu mischen, die aus den von der LTTE kontrollierten Gebieten fliehen wolten. Das Kind hatte die Aufgabe, sich selbst in die Luft zu jagen, wenn es die srilankischen Truppen erreichte, die den fliehenden Zivilisten helfen wollten.

Examen stoppten die LTTE nicht. Weihnachten war auch gut für Rekrutierungen nach ihrer Art. Ebenso Pongal. Kinder wurden jedes Jahr am 1. Juni gekidnappt und es war egal, ob die Kidnapper wussten, dass es der “Internationale Tag des Kindes” war oder nicht. Sie wurden am 20. November jeden Jahres entführt. Ja, es ist egal, ob die Entführer wussten, dass es der „Internationale Tag des Kindes“ war, den die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1954 erklärt hatte, oder nicht.

Jeder Tag war ein “Kindertag”, so weit es die Einheiten der LTTE, die Kinder entführten, betraf. Jeder Tag war die Hölle sowohl für die Kinder als auch für die Eltern. Am 31. Januar 2006 hatte die UNICEF eine Gesamtsumme von 5368 bekannten Fällen von rekrutieren Minderjähriger der LTTE registriert. Allein in den ersten fünf Jahren, in den das Waffenstillstandsabkommen „gültig“ war, gab es über 5000 solcher Fälle, von denen berichtet wurde. In einigen waren die Kinder sogar erst 7 Jahre alt!

Es ist bekannt, dass die LTTE-Büros aber auch die Büros der berüchtigten TRO (Tamilische Rehabilitierungs-Organisation) als Rekrutierungszentren benutzt wurden. Die TRO empfing stattliche 6.850.000 US Dollar, um „Kindersoldaten zu rekrutieren“… Es ist bekannt, dass nur ein Bruchteil der Fälle von Kinder-Zwangs-Rekrutierung wirklich registriert ist.

Es ist bekannt, dass die Flüchtlingslager für jene, die wegen des Tsunami fliehen mussten, von den Kindesentführern als gutes Jagdrevier angesehen wurden. Als man 300 LTTE-Kämpfer tot aufgefunden hatte, nachdem die Sicherheitstruppen die LTTE in Weli Oya überrannt hatten, fand man heraus, dass die große Mehrheit davon Kinder waren, meistens Mädchen.

Heute können die Kinder im Norden und Osten dieses Landes in die Schule gehen. Sie wissen, dass sie nach der Schule nach Hause gehen können und dass ihre Eltern da sein werden und sie willkommen heißen werden. Ihre Eltern wissen, dass ihre Söhne und Töchter zum Mittagessen zu Hause sein werden. In den früher von der LTTE kontrollierten Gebieten ist nun „Der Tag des Kindes“ – und das jeden Tag.

Zwei Jahre sind vergangen, seitdem die LTTE militärisch besiegt wurde. Wäre das Ergebnis ein anderes gewesen, welchen Ausdrück hätten wir dann auf den Gesichtern der Kinder und Eltern in diesen Gebieten gefunden? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? Welche Art von Tränen oder Lächeln wären auf dem Gesicht einer Mutter gewesen, die gerade geboren hatte, und auf dem eines Mannes, der gerade Vater geworden ist? Wären das Lächeln und die Tränen in tausend Stücke zerbrochen, und hätten sie es getan, hätten sie sich in Feen oder aber in Dämonenfratzen verwandelt, wären sie von Engeln oder Halsabschneidern weggetragen worden? Und was wäre dann geschehen?

Zu der damaligen Zeit war ein Kind ein potentieller Killer mit einem Gewehr, ein Rädchen im größeren militärischen Getriebe, Kanonenfutter, ein Faktor in den geistlosen Gleichungen, mit dem die “Befreier” nach Gutdünken verfahren konnte.

Am 22. Februar 2007, dem 5. Geburtstag des CFA (= Indisch-sirlankisches Friednsabkommen), schrieb ich: “(Diese) Horrorgeschichte verlangt, dass sie zu einem Ende kommt; das Monster, das unschuldigen Kindern Alpträume macht, muss vernichtet werden”.

Es gibt Tausende von Kinder, die nicht zur Schule gegangen und statt dessen woanders hin gegangen wären, wenn es ein anderes Ergebnis gegeben hätte. Am wahrscheinlichsten ist aber, dass sie tot wären. Tausende weitere sässenin einer virtuellen Todeszelle und dies dank der LTTE.

Einige hatten kein Glück.

Viele aber sind gesegnet und das ist ein Grund für Erleichterung, wenn nicht für eine Feier.

Damals verwandelte sich Lächeln in Alpträume. Heute kann das Lächeln sich zu Tausenden und Tausenden von Blumen verwandeln. Damals verband man Lächeln nicht mit Hoffnung. Heute kann das Lächeln ein Widerschein der Zukunft sein.

Ich weiß, dass Tausende von Eltern im Norden und Osten in diesen Tagen besser schlafen – ich auch.

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