Emil van der Poorten


Regime-Wechsel und Mentalitäts-Änderung

Von Emil van der Poorten vom 12. August 2012 aus The Sunday Leader

Die latente „Gefahr eines Regimewechsels“ scheint die ständige Klage derjenigen, die das „Wunder von Asien“ schaffen wollen. Sie ziehen Sie den Begriff hervor, wann immer es so etwas wie eine kritische Masse sich gegen das korrupteste Regierung in der Geschichte des modernen Sri Lankas bildet. Sie äußern diesen Begriff stets in den abwertenstem Ton, den man sich vorstellen kann.

Die Korruption und die Gewalt hat den srilankischen politischen Körper bis auf den Knochen aufgeweicht.

Auf der anderen Seite des jeweiligen Zauns sind diejenigen, die behaupten, dass ein „Regimewechsel“ Sri Lanka zu einem humanen, demokratischen Modellstaat werden ließe durch die Achtung solcher Begriffe wie Rechtsstaatlichkeit, Engagement der Regierung für Menschenrechte und Gerechtigkeit in der Gesellschaft, unabhängig von Rasse, Glaube oder Geschlecht. Jedes Mal beschwören sie den Begriff, und bemühen sich, ihm eine magischen Qualität anzudichten, die eine Art „Srilankischen Frühling“ einleiten würde.

Allerdings, zumal was den „arabischen Frühling“ in der Frage der reaktionären und islamistischen fundamentalistischen Tendenzen in Libyen und Ägypten anbelangt – trotzdem diesen beiden Länder jahrzehntelange repressive und korrupte Regime abwerfen konnte – hat es einiges Umdenken gegeben, was denn für ähnliche Veränderung in Sri Lanka die Folge wären, wenn die derzeitige Familien-Hegemonie, die so tut, als wäre sie eine verfassungsmäßige Regierung, durch irgendein Wunder, durch eine Art der repräsentativen Demokratie ersetzt würde; etwas, das mehr den etablierten Demokratien des Westens gleichen würde und was zu einem großen Teil die Norm war in Sri Lanka in seinen ersten 30 Jahren der Unabhängigkeit.

Die Frage ist also ob das, was friedlich den gegenwärtigen Strudel aus Korruption und Gewalt könnte, in seiner Struktur und Praxis mit denen von Westeuropa und Nordamerika gleichzusetzen wäre. Im Gegensatz zu den Geblubber der Wimal Weerawansas, Patali Champika Ranawakas und anderer ihrer Sorte, die als Blickfang, die derzeit die politische und philosophische Richtung in diesem Land vorgeben, sind weder China, Russland noch Kuba oder der Rest dieser angeblichen sozialistischen oder kommunistischen Länder nicht wirklich kommunistisch, oder sozialistisch oder auch nur annähernd etwas Egalitäres und deshalb schon gar nicht Modelle, denen man folgen sollte.

Um jetzt keinen Engel auf der Spitze einer Nadel tanzen zu lassen, sind wir in dieser Hinsicht mit keiner echten Wahl konfrontiert, dass nämlich „der Westen“ das einzige Modell ist, das zur Verfügung steht, wenn wir nicht wollen, dass die Art von Despotismus, von denen die Rajapaksas uns bereits einen ersten Vorgeschmack gegeben haben, zum andauernden Zustand wird.

So unangenehm diese Realität auch sein mag, so ist sie doch auf der Ebene reiner Wahrheit. Und für diejenigen, die ständig „verp… Dich“ zu mir sagen (und ich verwende einen gekürzten Euphemismus, um den Zorn der Zensur hier zu vermeiden!), kann ich vorschlagen, dass, wenn sie wirklich glauben sollten, dass Putins Russland oder China oder Simbabwe die „in“ Orte sind, um den Rest seines Lebens dort zu verbringen, dann sollten sie mit legalen oder illegalen Mitteln die Migration in diese Bestimmungsländer für sich selbst und / oder deren Familien organisieren. Lasst uns damit beginnen, unser Geld dahin zu tun, wo unser Mund ist, Freunde!

Auf einer realistischeren Ebene stehend: können wir uns selbst aus dem Sumpf ziehen, der auf jeder Ebene der nationalen Bemühungen, sowohl in der Regierung wie auf dem privaten Sektor, entstanden ist, um ein Mindestmaß an finanzieller Ehrlichkeit und eine gewaltfreie Verwaltung zu bekommen nach den verwerflichen Elementen einer Diktatur, die die srilankischen, politischen Körper aufgenommen haben?

Es gibt vereinzelte Beispiele der Entwicklungen von demokratischen Wundern in einigen Teilen von Afrika sowie Süd-und Zentralamerika, die implizieren, das solche irrsinnig großen Veränderung tatsächlich möglich sind. Man wäre jedoch äußerst optimistisch, würde man erwarten, dass solche Veränderungen rasch aufträten, jetzt wo Plünderung der öffentlichen Kassen und die Käuflichkeit der Politik, als „die Realität“ begriffen werden und auch eine ist, die wahrscheinlich für die absehbarere Zeit andauert. Wenn so etwas passiert, wäre es nichts anderes, als ein Wunder.

Es wird jedoch, realistisch betrachtet, extrem langsam vorangehen und es wird Hiobs Geduld seitens der Bürgerschaft benötigt, damit sich dieser Prozess entfalten kann, den diese Veränderungen erfordert. Die Änderung wird mit diesem schwierigsten der Teil beginnen: Der Änderung der nationalen Mentalität, die ohne weitere Frage dieses kaputte, verdrehte und alptraumhaften Szenario akzeptiert hat, das über dem Land herrscht.

Die erforderliche Änderung muss durch die Schaffung einer Struktur kommen, die demokratische Prozesse und Praktiken zurück ins Reich der nationalen Regierung führt. Die Errichtung dieses Rahmens ist eine conditio sine qua non für die Hoffnung auf eine demokratische Zukunft für uns und unsere Nachkommen und deren Nachkommen.

Die Korruption und Gewalt hat den srilankischen politischen Körper bis auf den Knochen aufgeweicht und was macht seine Entfernung so schwierig macht ist die Tatsache, dass diejenigen am meisten die zerstörerische Macht nutzen und den größten Einfluss im Moment haben, die größte Rolle spielen in jener monumentalen Veränderung. Während sie nicht unbedingt diejenigen sind, die diese Korruption eingeleitet haben und sie antreiben, so sie sind mehr als oft die Begünstigten der Käuflichkeit von der dieses Land gereinigt werden muss. Die Huhn/Ei-Problemetik drängt sich hier auf!

Ein komplexes Rätsel also? Darauf können Sie wetten! Eines ohne Lösung? Vielleicht nicht, wenn genügend Menschen guten Willens ihren Schultern gegen den feststeckenden Wagen drücken, und lassen Sie mich in diesem Zusammenhang ein am besten geeignetes Zitat von Margaret Mead aufrufen: „Bezweifelt nie, dass eine kleine Gruppe aufmerksamer, engagierter Bürger die Welt ändern können. Tatsächlich ist dies das einzige, was überhaupt je funktioniert hat. “

Wenn das so unrealistisch klingt wie „Schlaraffenland“ wenden Sie bitte Ihren Geist der Tatsache zu, dass die Bolscheviken (Mehrheit), denen der Sturz der zaristischen Regierung gelungen ist, in der Tat Mensheviki (die Minderheit) waren und es war sicher eine Minderheit – nämlich die Mittelschicht – die die revolutionäre Veränderung in Frankreich im späten 18. Jahrhundert einführten. Tatsache ist, dass jedes Ereignis, das tiefgreifenden Wandel in der modernen Geschichte des Menschen verursachte, jeweils durch ein paar Wenige initiiert wurde, eine kleine Minderheit der Bevölkerung.

Was in Sri Lanka im Moment fehlt in der Frage des Umgangs mit massiver Korruption und Diktatur, sind ein paar gute Leute mit der Entschlossenheit, die Änderung, nach denen die ganze Nation schreit, zu bewirken. Sie müssen bereit sein, sich einigen Unannehmlichkeiten zu unterziehen und, vielleicht, noch Schlimmerem, um über diese Änderung zu informieren, nach denen eine ganze Nation schreit.

Ich kaufe einfach niemandem diese Theorie ab, dass die Zustimmungsrate für eine Gruppe von Menschen, die eine im Grunde genommen bunt zusammengewürfelte Schar von faschistischen Räubern besiegte, für immer und ewig bestehen bleiben wird und so weiterhin Vergewaltiger, Mörder und Diebe schützt und, was am tragischsten ist, die Seele einer alten Zivilisation zerstört, auf die seine Menschen zu Recht stolz sind.

Ich wiederhole, was ich gesagt habe, immer und immer wieder und werde auch weiterhin bis zum Überdruss wiederholen: diejenigen von Ihnen, die einen signifikanten Schutz aufgrund ihrer Klasse oder wirtschaftliche Gruppe genießen, der sie angehören, die „Verbindungen“ mit diejenigen haben, die die Plünderung unserer Nation betreiben, all Sie haben die PFLICHT, den Schritt zu machen, vor die schützenden Barrikaden zu treten und über Macht & Wahrheit zu sprechen oder was auch immer für eine Begriff es ist, der den nationalen Reinigungsprozess anstößt.

Die Wellen des Wandels müssen irgendwo beginnen und ich spreche das Offensichtliche aus in Bezug auf wo das sein kann und soll. Dieses ewige Brust-Schlagen von allen und jedem, das Bejammern in den „Weh mir“-Refrains und ähnlichem Kauderwelsch, das keinem Zweck dient, muss enden. „Die Oppositionsparteien sind wirkungslos, Ranil Wickremesinghe ist Mahinda Rajapakse bester Freund, und Sarath Fonseka hat Sachen gesagt, die für faschistische Tendenzen stehen“, dies alles sind Ausreden, dumme Entschuldigungen für Untätigkeit.

Das muss ein Ende haben.

In jedem Fall, wenn Sie für einen Wandel im aktuellen srilankischen Kontext suchen, ist das letzte, was Sie brauchen, ein Spiegelbild von denen, die das Problem, das Sie loswerden wollen, darstellt. Sie benötigen eine echte Alternative. Menschen guten Willens und Entschlossenheit müssen auf die Barrikaden gehen

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und auch die Demokratie in Sri Lanka kann nicht in einer ähnlichen Zeitspanne wieder aufgebaut werden. Aber es ist machbar, weil es getan werden muss.

Damit wir alle überleben können, in dem, was wieder die Perle des Orients werden kann.

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