Sarath Fonseka


Von Malinda Seneviratnea

Politiker entschließen sich zu einer Schlacht, die Soldaten kämpfen darin. Man braucht Geschicklichkeit, Mut, Entschlossenheit und absolute Überzeugung, dass ein Sieg möglich ist, um einen Feind zu bekämpfen. In diesem Fall wurde von dem Feind, der LTTE, behauptet, er wäre kampferprobt, äußerst einfallsreich und sogar unbesiegbar. Ein Mann, der in den Schützengräben gekämpft hatte, führte seine Truppen von der Front und wurde selbst von einem Selbstmordattentäter ins Visier genommen. Aber er dachte anders. Generalleutnant Sarath Fonseka ist ganz und gar auf eine Sache konzentriert. Er kennt die Herausforderungen, die vor ihm liegen, und ist entschlossen, das, was er begonnen hat, zu beenden.

F: Es wird in großen Kreisen zugegeben, dass der Entschluss, sich mit der LTTE einzulassen, eine entschiedene Wende genommen hatte, nachdem Mahinda Rajapaksa Präsident geworden ist. Können Sie die Hauptunterschiede im Denken und Handeln umreißen, welche zu dem gegenwärtigen Erfolg der Sicherheitskräfte geführt haben?

A: Ja, es gab einen deutlichen Unterschied in der Einschätzung des Feindes, bei den notwendigen Vorbereitungen und auch beim Herausarbeiten einer Strategie, nachdem Präsident Rajapaksa an die Macht kam. Er ernannte sofort Gotabaya Rajapaksa als Sekretär des Vereidigungsministeriums. Ich wurde zwei Wochen später zum Armeekommandanten ernannt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir bei früheren Anstrengungen elendlich versagt hätten.

Wir hatten jedoch nur begrenzte Erfolge und erlitten gleichfalls üble Rückschläge. Es ist natürlich, dass dafür den Politikern die Schuld gegeben wird. Sie müssen schließlich entscheiden, ob ein Krieg begonnen werden soll, und deswegen fällt ihnen das Lob oder der Tadel zu, je nachdem, wie die Sache ausgeht. Aber wir, welche kämpfen, sind auch nicht ohne Schuld.

Vor allem haben wir das Problem nicht richtig angepackt. Darum dachten die Leute, die LTTE wäre unbesiegbar und Prabhakaran wäre eine taktisches Genie. Beides sind falsche Wahrnehmungen. Prabhakaran ist nur ein weiterer Terrorist. Seine Art des Operierens war „Zuschlagen und Wegrenn“. Er hatte nichts zu beschützen. Unser Fehler war, dass wir ihm Raum zum Operieren gaben und erlaubten, dass eine solche Wahrnehmung Wurzeln schlug und wirklich das allgemeine politische Denken dominiert.

Unsere Politiker hatten keine Entschlossenheit. Meistens waren sie halbherzig, geneigt, nachzugeben oder defätistisch. Es gab zu viele Schriftsätze, zu viele Experten und zu viele Berater. Es war schwierig für Politiker, zu festen Entscheidungen zu kommen. Andererseits haben wir, als Entscheidungen getroffen wurden, Fehler begangen – und zwar alle drei Dienste.

F: Was sind Ihre Erfahrungen auf dem Schlachtfeld?

A: Ich verbrachte drei Jahre als ein Battalionskommandant, weitere drei als Brigadekommandant, drei Jahre als Divisionskommandant und drei als Kommandant der Sicherheitskräfte. Ich hatte beträchtliche Erfahrungen auf dem Schlachtfeld. Wo immer ich auch diente, in welcher Eigenschaft auch immer, habe ich meinen Job getan. Ich habe nie versagt.

Es ist unglücklich, dass bei den Gelegenheiten, da wir Erfolg hatten, andere versagten und so die Gewinne zunichte machten. Wir nahmen 1998 Mankulam ein, nachdem wir zwei Jahre gekämpft hatten, aber später wurde unter einem anderen Kommandanten Mankulam in weniger als zwei Stunden aufgegeben.

F: Was war Ihrer Meinung nach der fundamentale Fehler in der Kommandostruktur der Sicherheitskräfte und besonders in der Armee?

A: Nun, das Hauptproblem war nicht, den richtigen Mann an die richtige Stelle zu stellen und die richtige Zeit. Es ging alles um Fragen des Dienstranges und nicht um die Durchführung. Wir hatten hochrangige Offizieren, aber nicht alle von ihnen hatten das nötige Engagement oder die in der Praxis erprobten Geschicklichkeiten.

Es gab auch eine Andeutung davon, dass die Leute nur probten. Niemand schien diese Angelegenheit beenden zu wollen. In der Tat erwarteten viele von mir, dass ich es genauso machen würde, das heißt, diesen Posten halten, mich dann davon zurückziehen und irgendeinen diplomatischen Posten übernehmen.

F: Was haben Sie anders gemacht?

A: Ich wusste, dass es den Krieg geben würde, trotz der CFA,(Friedensabkommen) trotz der sporadischen Verhandlungsrunden. So begann ich als Jaffna Kommandant ein Trainingsprogramm für die Infanterie. So war ich, als ich den Posten des Armeekommandanten übernahm, mit den Truppen, dem Training und der Taktik bereit.

Am Boden entfaltete ich kleine in das feindliche Gebiet eindringende Teams, besonders Teams der Spezialkräfte. In der Tat handelte ich gegen das traditionelle Denken. Ich ernannte Junioroffiziere, welche Erfahrung auf dem Schlachtfeld hatten, für Kommandopositionen in Schlüsselstellung.

Zum Beispiel wird der nach dem Rang der Seniorität der 5. Offizier ins Hauptquartier der Jaffna Sicherheitskräfte verlegt. In diesem Fall war die ernannte Person die Nummer 15 nach dem Rang der Seniorität. Naturlich gab es einen großen Aufschrei am Anfang, aber als diese Offiziere Resultate hervorbrachten, erstarben die Klagen.

In all dem war die Unterstützung und Weisheit des Verteidigungssekretärs Gotabaya Rajapaksa von entscheidender Bedeutung. Zusammen schauten wir uns alle wichtigen Gebiete der Waffen und Munition an, der Beschaffung von Waffensystemen, der Strategie, dem Rekrutieren und Training.

Der Verteidigungssekretär wusste auch, dass wir kämpfen müssten. Zu der Zeit hatten 40.000 Soldaten keine Helme. Viele hatten nur eine Uniform und ein Paar Stiefel. Es gab einen Mangel an 40.000 Flakfeuer-Jacken. Wie mussten die Vorräte wiederauffüllen und uns für eine verlängerte Konfrontation mit dem Feind bereit machen – und genau das haben wir getan.

Wir hatten auch nicht genügende Soldaten. Die Battalione waren entleert. Ich gegründete  fünf weitere Divisionen. Und als die Leute erkannten, dass dieses Mal etwas Konkretes passiert, war die Engagement, Fähigkeit und Entschlossenheit da. So als ich Armeekommandant wurde, die Truppen, dem Training und der Taktik schon fertig. Auf dem Feind Gebiet entfaltete ich kleine Gruppen, die in das Gebiet des Feindes vordrangen, besonders Gruppen der Spezialkräfte.

Früher rekrutierten wir annähernd 3.000 pro Jahr, aber nun erreichen wir Ziele von 3.000 pro Monat. Sofort nachdem wir im August 2006 den Ort Mavil Aru eingenommen hatten, gelang es uns, in einem einzigen Monat 6.000 zu rekrutieren. 2007 war die Gesamtzahl der Rekrutierten 32.000 und dieses Jahr haben wir schon 34.000 rekrutiert. Als ich übernahm war die Stärke der Armee 116.000. Heute steht sie bei 170.000. So haben wir jetzt genügend Reserven. Ich habe 50 neue Batailione geschaffen.

In der Tat war es dieses Mal die LTTE, welche nicht bereit war. Sie wurden überrascht, als sie erkannten, dass wir bereit waren. Ihre Stärke hat wirklich beträchtlich abgenommen. Sie begannen mit 10.000 Soldaten und mit neuen Rekruten stieg die Zahl auf 15.000. Sie haben ungefähr 12.000 Kämpfer verloren. Heute haben sie nur 2.500. Das große Problem der Kader Ressource, welchem sich die LTTE gegenüber sieht, ist auf dem Schlachtfeld offensichtlich. Wir stoßen häufig auf Teenager, Mädchen unter 15 Jahren, und sogar See-Tiger und Spionage-Mitarbeiter in den Bunkern.

F: Was ist mit der allgemeinen Strategie in Hinblick auf Schlachtfeld-Operationen?

A: Wir hatten nicht geplant und waren auch nicht daran interessiert, einen Ort einzunehmen und eine Flagge zu hissen. Das ist, was uns betrifft, das unwichtigste Ding. Manchmal war der Fortschritt langsam, manchmal nicht. Fünf oder sechs Monate lang im letzten Jahr kamen wir nur 7 Kilometer voran. Vom April bis November diesen Jahres marschierten wir 60 Kilometer. Als wir angriffen und 1998 Mankulam einnahmen, war ich JOC. Wir brauchten vier Monate, um den Ort zu sichern. Dieses Mal fiel Mankulam innerhalb von vier Tagen.

F: Wir sind weit fortgeschritten seit Mavil Aru. Die Karte, welche die von den Regierungskräften und von der LTTE kontrollierten Gebiete zeigt, ändert sich. Wie ist die gegenwärtige Situation?

A: Wie Sie wissen, haben wir den Feind von der Westküste vertrieben und dringen nun östlich nach Mullaitivu vor. Zur gleichen Zeit haben wir Truppen, welche sich nördlich an den Vavuniya und Welioya Fronten bewegen. Wir hatten eine Division und eine Spezialeinheit, welche westlich von der A-9 operierten. Jetzt haben wir drei Spezialeinheiten, die operieren. Früher riefen wir eine neue Division ein, welche von Welioya aus operiert. An dieser Front sind sie jetzt ungefähr 12 Kilometer von Mullaitivu entfernt. In der Tat ist Mullaitivu jetzt innerhalb der Reichweite der Artillerie.

F: Es wurde uns glauben gemacht, dass die LTTE ein schrecklicher Feind wäre. Es wurde gesagt, dass sie eine konventionelle Kampfarmee besäßen und einige sagten sogar, dass Colombo in Schutt und Asche gelegt würde, wenn die Sicherheitskräfte es wagen würden, die LTTE anzugreifen. Gab es irgendeinen Widerstand?

A: Natürlich widerstanden sie und widerstehen immer noch. Wie ist es sonst möglich, dass 12.000 ihrer Soldaten starben, wenn die LTTE nicht widerstehen würde? Es brauchte zwei Monate, um Malavi und Thunukkai einzunehmen. Wir wurden zweieinhalb Monate in Nachchikudah aufgehalten. Wie Sie vielleicht gehört haben, hat die LTTE eine 17 Kilometer lange Uferstraße südlich von Pooneryn gebaut und eine ähnliche westlich von Kilinochchi und Paranthan. Es gibt Minenfallen, Landminen und natürlich LTTE Soldaten, mit denen wir kämpfen müssen.

Wir hielten weiterhin Ausschau nach Widerstand. Wir suchten keine leichten Lücken, um in die feindlichen Linien einzudringen. Wir griffen weiterhin an und zermürbten die Ziele. Wir wissen, dass sie uns nichts auf einer Platte servieren werden. Auch sind die Operationen der Luftwaffe dabei sehr wichtig. Sie haben wichtige tiefliegende Ziele ins Visier genommen. Die Marine hat auch über 300 See-Tiger getötet.

F: Es gibt in gewissen Kreisen die Wahrnehmung, dass die LTTE eine Strategie des taktischen Rückzugs übernommen hat. Was halten Sie davon?

A: Dies ist Unsinn. „Taktischer Rückzug“ war nie eine Strategie der LTTE. „Taktischer Rückzug“ hätte in diesem Fall geschehen müssen, bevor sie 12.000 Menschen verloren. Hätten sie sich drei Monate früher aus Pooneryn zurückgezogen, hätten sie 1.000 Leben gerettet. Nein, sie sind schwach.

Die ideale Zeit zum Angriff war, als wir uns nördlich an der westlichen Front bewegten. Sie hätten unsere Flanke angreifen können. Sie hatten auch die Möglichkeit, einen Angriff auf Jaffna durchzuführen. Hätten sie dies gewählt und Erfolg gehabt, wäre es eine ernste Situation gewesen. Jetzt ist es zu spät

Die Politik der LTTE war das Wiedereinnehmen. Dies haben sie immer getan. Dies taten sie in Sampoor, als der CFA (Friedenabkommen) in Kraft war. Die LTTE hatte nie zu ihren Soldaten von einem „taktischen Rückzug“ gesprochen. Natürlich glauben einige Leute, dass die LTTE zurückschlagen wird, wie sie es in Mankulam getan hatte. Andererseits wissen wir, wie die Geschichte war und wir werden keine Wiederholung erlauben.

F: War es jedoch eine Einbahnstraße? Wie steht es mit Verlusten auf der Seite der Sicherheitskräfte?

A: Die LTTE hat erfahrene und geschickte Kampfsoldaten und darum haben wir wirklich ebenfalls Verluste erlitten. Ungefähr 500 unserer Männer haben ihre Beine wegen gegen das Personal gerichteter Minen verloren. Es war sicher kein leichter Spaziergang gewesen. Wem sollen wir deswegen die Schuld geben, wenn nicht jenen, die der LTTE die Ausstattung gaben, jenen, die es für die LTTE möglich machten, dass die Ausstattung hereingebracht werden konnte?

F: Jetzt würden wenige dagegen sprechen, dass es notwendig ist, die LTTE militärisch auszulöschen. Andererseits gibt es die Frage von Zivilisten, die im Wanni gefangen sind und von der LTTE als menschliche Schutzschilde benutzt werden. Wie umgehen Sie dieses Problem?

A: Nun, bei keiner militärischen Aktion kann man Kollateralschäden vollkommen vermeiden. Wir können z.B. nicht die Zerstörung von Eigentum vermeiden. Aber alles, was beschädigt wurde, wird wieder aufgebaut. Dies ist die im Osten angewandte Strategie und sie war erfolgreich. Andererseits gibt es entgegen der Behauptungen jener, welche eine Menge Geld ins Wanni pumpten, absolut keine „Entwicklung“, die man in jenen Gebieten, welche wir in den vergangenen paar Monaten befreit haben, sehen kann. Die NGOs und INGOs haben nichts im Osten getan. Sie haben nichts westlich der A-9 Straße im Norden getan.

Was die Zivilisten betrifft, so waren wir exemplarisch in der Hinsicht, dass wir uns an die Politik des Null-Schadens bei Zivilisten gehalten haben. Es gab 17 Zivilisten, die im Osten starben, als eine Rakete ein Flüchtlingslager traf, welches die LTTE wieder verschoben hatte, so dass es sich neben einer Anlage der LTTE befand.

Im Norden hatte es nur zwei Zwischenfälle gegeben. In Mullaitivu wurde eine Kokosnussplantage, die von dem LTTE Führer Swarnam kontrolliert wurde, angegriffen. Bei diesem Angriff starben ein Mann und ein Kind. Es wurde auch berichtet, dass westlich der A-9 und südlich von Kilinochchi 4-5 Kinder getötet worden waren. Bei den zweiten Zwischenfall wurde herausgefunden, dass sie Arbeitsdienst für die LTTE abgeleistet hatten.

So wurde bestätigt, dass 24 Zivilisten nach zweieinhalb Jahren getötet worden waren. In Anbetracht all dessen zeigt dies selbst, dass die Sicherheitskräfte ihr Äußerstes getan haben, um den Schaden für die im Wanni gefangenen Zivilisten so gering wie möglich zu halten.

Nachdem die LTTE ihren Eingangs- und Ausgangspunkt in Omanthai aufgegeben hatte, gelang es ungefähr 400 Zivilisten, in die von der Regierung kontrollierten Gebiete zu gelangen. Diese Zahlen werden in den kommenden Wochen und Monaten noch zunehmen. Dies bedeutet nicht, dass alles leicht sein wird; das möchte ich hinzufügen. Die LTTE hatte 4 Jahre Zeit, um während des CFA (Friedensabkommen) Waffen und Munition anzusammeln. Sie haben immer noch eine Menge Geld. Sie werden kämpfen. Aber wir sind bereit.

F: Der Osten wurde gesäubert, aber dort gibt es eine beunruhigende Anwesenheit der LTTE, mit einer Anzahl von Morden, die in den vergangenen paar Wochen geschehen sind. Wie ist die Situation?

A: Dies ist wahr. Es gibt eine operierende Gruppe. Aber das kann nicht lange andauern. Wir überreagieren nicht und das werden wir auch in Zukunft nicht. Kleine Gruppen versuchen, durch unsere Verteidigung zu kommen, viele werden getötet, einige verletzt und ein paar entkommen uns. Aber sie haben nicht die notwendige Unterstützung, um lange Zeit weiterzumachen. Sie müssen um Nahrung und Medizin betteln. Einige ergeben sich. Wenn erst einmal der Landweg versiegelt sein wird, könnten wir erwarten, dass dies endet.

Die LTTE hat im Wesentlichen die Unterstützung der gewöhnlichen tamilischen Zivilisten verloren. An dem gleichen Tag, an dem Balaraj starb, gab es in Jaffna einen Markt mit Handelswaren. Balaraj war ein Top-LTTE-Führer und auch eine populäre Persönlichkeit. Wir erwarteten, dass nicht viele zum Markt kommen würden, aber 50.000 Leute kamen. Als wir Pooneryn einnahmen, gab es in Jaffna Feiern.

Es gab 1.000 Tuk Tuk fahrer bei dieser Prozession. Und es ist bedeutsam, dass ihr Slogan war: „Prabhakaran, lasse die unschuldigen Zivilisten im Wanni frei.“ Natürlich waren wir überrascht. Die Wahrheit ist, dass Unterwanderer nicht länger sichere Häuser in Jaffna haben. Die Zivilisten geben uns Information. Sie haben im Wesentlichen das Vertrauen in die LTTE verloren. Die LTTE hat alle Glaubwürdigkeit als eine Gruppe, die beansprucht, das tamilische Volk zu repräsentieren, verloren.

F: Sie sagten, dass einer der wichtigsten Gründe für diesen Erfolg die politische Führung und ihre Entschlossenheit ist. Würden Sie sagen, dass wenn es morgen eine andere Verwaltung mit einer anderen Herangehensweise gäbe, all dies umgekehrt werden könnte?

A: Wie jedes Land, Sri Lanka muss einen nationalen Sicherheitsplan haben. Wenn die Leute einen schwachen Führer wählen, einen, der unsere Fähigkeit unterschätzt und die Stärke und Fähigkeiten des Feindes überschätzt, werden wir Gebiete verlieren und das Problem wird schlimmer werden. Solch eine Person kann ein Führer sein, ist aber bestimmt kein Patriot.

Also ja, die Dinge können sich ändern. Die nationale Sicherheit verlangt einen völligen Sieg.

Wer auch immer sagt: “Stoppt die Offensive und bemüht euch um ein Waffenstillstandsabkommen” sollte besser zurückschauen, was während des letzten Waffenstillstandsabkommens passierte. Zu der Zeit hatte die LTTE zwei 120er Granatwerfer und zwei 122m Gewehre. Vier Jahre innerhalb des Waffenstillstandsabkommens hatte sie 80 120mm Granatwerfer und 22 122m Gewehre, drei 130mm Gewehre und ein 152m Gewehr und natürlich eine entsprechende große Anzahl an Munition.

2002 hatten sie 4.000 Soldaten. 2006 hatten sie 12.000. In dieser gleichen Zeit gab es keine Toten, das stimmt, aber in vier Jahren ist eine andere Armee entstanden. Es gab zwischen 2002 und 2004 verschiedene Gesprächsrunden, aber bei diesen Diskussionen kam nichts heraus. 2006 gab es einen weiteren Versuch zu Verhandlungen. Wieder ohne Resultate. Wir hatten nichts erreicht, aber die Tiger waren stärker geworden. Sie entwickelten eine Polizeikraft, bauten Rollfelder, sicherten ihre Luftwaffe und entwickelten die Organisation der See-Tiger.

Es ist traurig zu sagen, aber solche Leute kümmern sich nicht darum, dass die Sicherheitskräfte Rückschläge erleiden, solange das auch bedeutet, dass der Präsident geschwächt ist und ihre politischen Ziele gesichert sind. Sie feiern Rückschläge und sind ärgerlich, wenn die Sicherheitskräfte einen bedeutsamen Sieg über die LTTE verbuchen. In der Tat scheint es, dass es ihnen nichts ausmachen würden, wenn Prabhakaran der Präsident dieses Landes werdenwürde. Ich denke, dass wie in anderen Ländern die nationale Sicherheit sich nicht ändern sollte, selbst wenn sich Regierungen ändern.

Der Präsident muss ein Patriot sein. Wir müssen mit Stolz und Ehre leben und dies muss von jeder, der gerade an der Macht ist, anerkannt werden. Präsidenten und Politiker kommen und gehen. Aber die Bürger bleiben. Sie brauchen Sicherheit. Sie möchten ein Land, sie möchten eine Zukunft für sich und ihre Kinder.

F: Es wurde die Meinung vertreten, dass die Einnahme von Pooneryn mit der Wahl zur Zweiten Lesung des Etats abgestimmt worden war. Beruht diese Mutmaßung irgendwie auf Wahrheit?

A: Nein. Unsere Strategie ist darauf gerichtet, Terroristen zu vernichten und nicht, eine Flagge zu hissen oder ein Teil politischer Spiele zu werden. Es sind die Realitäten der Situation am Boden, welche die militärische Strategie bestimmten. Ich kann das Vertrauen meiner kämpfenden Soldaten nicht gewinnen, wenn ich zulasse, dass politische Gebote Schlachtfeld-Entscheidungen diktieren. Täte ich dies, würde ich meine Soldaten verlieren. Niemand sagte mir, ich solle Pooneryn an dem und dem Tag einnnehmen, und niemand erwartet auch von mir, dass ich das mache. Dies ist eine ernste Angelegenheit und wir können nicht Spielchen mit unseren Soldaten und den Angelegenheiten der nationalen Sicherheit spielen.

Ob das, was wir auf dem Boden machen, eine Bedeutung für politische Angelegenheiten hat, ist etwas anderes. Wir kümmern uns nicht darum.

F: Wie hat die Geschäftsgemeinschaft Ihre Anstrengungen aufgenommen?

A: Wunderbar. Sie haben die Opfer der Sicherheitskräfte geschätzt und haben großzügig zu dem Wohlergehen unserer kämpfenden Männer und Frauen beigetragen, spezielle, was ihre Wohnungsprojekte betraf. Sie wollen natürlich, all dies eine ende sehen. Für lange Zeit wurde von ihnen verlangt, dass sie glauben, dass die LTTE nicht besiegt werden kann und dass man sich mit ihr arrangieren müsse. Jedoch hat jetzt die Geschäftsgemeinschaft wie die meisten anderen Leute erkannt, dass es nicht möglich ist, mit der LTTE zu verhandeln, und darum müssen wir dies zu einem Ende abringen und darum müssen wir in diesem kritischen Moment zusammenstehen.

F: Schließlich noch ein Wort zu den NGOs und INGOs und “humanitären Sorgen”, denen sie oft Ausdruck verleihen…?

A: Es ist leicht, ein Getue zu machen, wenn man die Realität am Boden nicht kennt. Zum Beispiel wurde der Selbstmordattentäter, welcher den Bus in Fort in die Luft jagte, von seiner Mutter bei der ICRC als „vermisst“ gemeldet. Die Leute müssen einen Sinn für Proportionen haben. Ich sage nicht, dass alle NGOs und INGOs mit der LTTE unter einer Decke stecken. Dies stimmt nicht notwendigerweise. Die Wahrheit ist, dass im Norden sehr wenig, wenn überhaupt etwas von den NGOs und INGOs gemacht wurde, eine Situation, die natürlich Misstrauen darüber hervorrufen würde, was sie wirklich in diesen Gebieten mit ihrem Geld, ihrem Personal, ihrer Ausrüstung, ihren Fahrzeugen und ihrem Maschinenpark gemacht haben.

Die ICRC übt eine sehr wichtige Rolle aus. Die Ärzte Ohne Grenzen leisten einige gute Arbeit und ich weiß das. Aber die Mehrheit der INGOs und NGOs haben nichts Konstruktives geleistet. Sie haben die LTTE verweichlicht, aber sie haben nicht im nationalen Interesse gehandelt und die Behörden sollten dies sehr ernsthaft wahrnehmen. Wir wissen, dass einige von ihnen sogar die Ausrüstung bei der LTTE gelassen haben. Das, worauf dies hinausläuft, ist: „Wenn du nichts austragen kannst, dann geh weg!“

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