Nilantha Ilangamuwa


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Sri Lanka: Eine schlechte, traurige, verrückte Welt

Von Nilantha Ilangamuwa

„Wenn ein Hund den Mond anheult, nennen wir es Religion. Wenn er Fremde anbellt, nennen wir es Patriotismus.“
– Edward Abbey

Colombo – Ein weiterer Heuler wurde in Sri Lanka gesichtet. Und weder Lachen noch Weinen machen einen Unterschied. In Antwort auf den jüngsten Angriff auf buddhistische Mönche in Tamil Nadu durch politisch motivierte Extremisten, hat wieder einmal die ganze Bandbreite von Heulen hervorgerufen von jenen, die unbestreitbare Macht und alle Privilegien in Sri Lanka haben. Secretary of Defence, Mr. Gotabhaya Rajapaksa wird von einer Pro-Rajapaksa-Zeitung aus Colombo heute Morgen zitiert mit der Aussage, dass jeder Dravidier (Tamile), der aus Tamil Nadu nach Sri Lanka kommt, in Gewahrsam genommen und bestraft werden würde.

Die Zeitung, Divaina, ist ein Blatt, das dem Bruder des Ministers gehört. Das Blatt publizierte eine Erklärung von Herrn Gotabhaya Rajapaksa, dass nämlich Sri Lanka ab sofort keine Geschäfte mehr mit Tamil Nadu betreiben werde und Höchststrafen würden für Tamilen aus Tamil Nadu aufgerufen, als Vergeltung für in Tamil Nadu attackierte Srilanker. Gotabhaya Rajapaksa ist ein ehemaliger srilankischen Oberstleutnant der Armee und er hat alle Regeln gebrochen, die von jedem Verteidigungsminister befolgt werden sollten. Der Schaden, den er damit diesem Land angetan hat, ist größer als alles, was er zu erreichen hoffen könnte. Das heißt, als jemand, der, nach eigenen Worten, in der Lage ist, „alles“ zu kontrollieren, kann er später immer die Schuld jenem dummen Reporter geben, der ihn und seinen Kommentar „falsch dargestellt“ habe.

Alles schon mal so geschehen und so gesehen.

Es war erst vor kurzem, als Inder von den Australiern in Australien angegriffen wurden. Aber keiner der indischen Politikern heulte auf, wie unser Verteidigungsminister wegen des letzten Angriffs auf zwei buddhistischen Mönche in Indien. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Angriff falsch und zu verdammen ist. Die indische Regierung hat nicht nur die Täter möglichst schnell zu verhaften und strafrechtlich zu verfolgen, sondern sie muss auch verhindern, dass solche Vorfälle in Zukunft passieren. Die Aufrechterhaltung eines umfassenden diplomatischen Kommuniqués zwischen den beiden Ländern wäre wesentlich wichtiger als dieser hochrangige Ausdruck destruktiver emotionaler Gefühle in kindlicher Torheit.

Doch während dieser Kommentar Gotabhaya Rajapaksas darauf abzielt, die Menschen in Sri Lanka zu betrügen und ein „patriotisches“ Bild lebendig zu erhalten, wird dieser dumme Kommentar Sri Lanka noch weiter beschädigen in dieser entscheidenden Zeit. Diese Schmierenposse, wie man soie sonst nur von Politikern aus Tamil Nadu kennt, ist nichts anderes als diass der Herr Staatssekretärin wieder einmal sein wahres Gesicht zeigt, während er rücksichtslos sein Landes in Gefahr bringt. Doch diese Art von dummen Patriotismus wird nicht in der Lage sein, dem Rajapaksa-Autoritarismus Lebensluft zu geben, denn der steht bereits an der Schwelle zum Tod.

Präsident Mahinda Rajapaksa ist auf dem besten Weg sein berüchtigtes politischen Spiel in dem Land abzuschließen; das kann zwar noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, vor allem, wenn die Opposition in nicht in der Lage ist, die Torheiten loszuwerden, die wir während der letzten Jahre gesehen haben. Trotzdem – nichts kann den Sturz des Rajapaksa-Regimes stoppen. Und vielleicht bewegt sich Rajapaksa bereits außerhalb der Kontrolle des eigenen Gewissens.

In der Tat kann es durchaus sein, dass er später einmal, genau wie die ehemalige Präsidentin Chandrika Bandaranaike, die eigenen ungeschickten Schritte versteht, die sich er in den letzten paar Jahren gezwungen sah zu gehen, und die zum Abtöten der primären Institutionen des Staates führten. Er hat sich in einen Hexenkessel gestürzt, und dort tanzt er wie eine Krabbe mit seiner ganzen Familie, ohne sich darüber im Klaren zu sein, wie sehr das Land zu einem Vulkan kurz vor dem Ausbruch geworden ist.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat seine zweite Resolution gegen Sri Lanka angenommen, mit 25 Mitgliedsstaaten dafür, einschließlich Indien. Acht Mitglieder enthielten sich der Stimme, während 13 gegen die Resolution stimmten. Wie vorhergesagt, stimmte die Regierung von Indien für die Resolution. Es scheint, dass Indien nun mit einem großen Knüppel gegen das derzeitige Regime vorgeht, das schon fast gewohnheitsmäßig persönliche Freiheiten und Rechte in diesem Land hinrichtet. Es ist dies ein weiteres historisches Ereignis in der arroganten, pseudo-diplomatischen Mission, das bislang gute internationale Image des Landes zu vernichten.

Die Diplomatie des Landes zu terrorisieren ist eine gängige Praxis, an der die Regierung Rajapaksa in vielerlei Hinsicht in den letzten Jahren hart gearbeitet hat, um es zu perfektionieren. Beihilfen bekam der Präsident dabei von militärischen Führern, die er zu obersten Diplomaten nach dem Ende des blutigen Bürgerkriegs im Mai 2009 ernannt hatte. Gleichzeitig vertrieben er die meisten der erfahrenen, rationalen Diplomaten, die das Land bis dato vor diplomatischen Katastrophe geschützt hatten.

Es ist, als ob schlichte Ignoranz die zentralen Idee der Regierung bei jeder Entscheidungsfindung ist. Es ist ihre Strategie und ihre Devise. Eine solche Strategie kann im Feuchtgebiet einer lokalen Politik vielleicht sogar funktionieren – aber sie wird nie und nimmer in der internationalen Politik funktionieren. Es ist klar, dass keiner der Rajapaksa Brüder auch nur den Hauch einer Ahnung hat, was Diplomatie überhaupt ist. Die Rajapaksas ignorieren bewusst, was dieses Land braucht, und sind nur interessiert an ihren persönlichen Vorteil.

Ein schlauer Fuchs könnte leicht die Tamilen in Tamil Nadu angreifen, in der gleichen Weise, so, wie die Rajapaksa-Marionetten es mit der Chief Justice machten, nach der Einreichung dea Klage-Antrags im Parlament, und sie persönlich aufs Billigste beleidigten.

Das Land und seine Menschen haben zu leiden, wegen der unverantwortlichen Handlungen dieser einzelnen Extremisten.

„Ich kann immer in die Vereinigten Staaten flüchten, wenn es hier nicht mehr sicher ist für mich“, sagte Staatssekretär Gotabhaya Rajapaksa zu Beginn des Krieges. Erinnern Sie sich noch?

Lassen Sie uns also dem Heulen der unwissenden Extremisten applaudieren, wir, die wir auf des Messers Schneide stehen, nicht froh, sondern in Erkenntnis der schlechten,traurigen, und verrückten Geschenke, die die Rajapaksas uns bis zu ihrem Ende weiterhin anbieten.

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Sri Lankas hirnloser Kopf

Von Nilantha Ilangamuwa

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus The Counter Punch vom 17. Januar 2013

„Nichts ist je zu weit gegangen. Alles kann rückgängig gemacht werden, weil das alles Entscheidungen von Menschen sind.“
– Noam Chomsky (In einem Interview mit dem Al Jazeera am 12. Januar 2012)

Colombo – Präsident Rajapaksa tut, was er will. Daran ist nichts Verwunderliches – das ist, wer er ist. Er enthob die Chief Justice des Amtes, und behauptete gleichzeitig, dass das Gesetz ihm lieb und teuer sei und dass er ein bescheidener Befolger des Rechts in diesem respektvollen Land sei. Dementsprechend behauptete er auch, dass er das Amtsenthebungs-Verfahren strikt laut der Verfassung befolgt wurde.

Jetzt hat er ein anderes Subjekt auf diese zwangsweise geräumt Posten gesetzt, den wir den Sitz des „Chief Justice“ nennen. Einer seiner Brüder, der auch ein wichtiger Akteur dieser Palette der Vetternwirtschaft des barbarischen Rajapaksa-Regimes ist, behauptete glatt, dies sei ein Aspekt der „Kontrolle und Balance“ des Staates. Aber wie in vielen anderen Fällen schon geschehen, missbraucht Rajapaksa die Macht, die er über die Verfassung erhalten hat – einmal mehr.

Es ist merh als wahrscheinlich, dass dies von ihm noch öfter wiederholt werden wird, um politischen Hindernisse loszuwerden, die sich ihm in der Zukunft in den Weg stellen. Wie kann man die Stärke eines Gebäudes beurteilen, das schön und stark erscheint, aber strukturell verrottet ist, wenn man das Innere nicht sehen kann? Über die Vogelperspektive wird man nie verstehen können, wie die herrschende Familie die Macht missbraucht und den Weg freimacht für die Chinesen, um Straßen und Parks im ganzen Land zu bauen.

Für das Land und seine Menschen ist die Situation heißt es jetzt – mitgegangen, mitgefangen. Mit anderen Worten hat der Inselstaat den Toten Punkt als eine rechtschaffene Nation erreicht, aufgrund von Rajapaksas egozentrischer Politik und seiner ständigen Schikanierung der Wahrheit. Wie die meisten Politiker in der Welt, versuchen die Rajapaksas, nie die Wahrheit herauskommen zu lassen.

Was ist los mit diesem Land? Wie kommt es, dass Rajapaksa noch immer zynisch die Nation und ihre Würde so manipulieren kann? Warum stehen die Menschen noch immer nicht gegen diesen schockierenden Mord an der Würde unserer Nation auf?

Wenn Herr Rajapaksa, wie er behaupt, die so genannte „echte“ Prozedur befolgte, um die CJ aus dem Amt zu klagen, warum benutzt er dann hirnlose politischen Marionetten, um Anwälten zu beschimpfen, was schließlich dazu führte, dass einige dieser unschuldigen Menschen in aller Öffentlichkeit auch tätlich angegriffen wurden? Von „seiner“ Polizei wird berichtet, dass sie sich weigerte, Beschwerden von diesen Opfern anzunehmen. Wäre Herr Rajapakse wirklich an einem „echten Verfahren“ gelegen, um die CJ zu entfernen, warum hat er es dann nötig, die staatlichen Medien als sein Sprachrohr zu missbrauchen, die Chief Justice persönlich zu beleidigen?

Es sieht so aus, als ob diejenigen, die persönlich die Lady CJ beleidigten, vergessen haben, dass auch sie von Frauen geboren wurden, die natürlich den höchsten Respekt verdienen als unsere erstes bekanntes menschliches Wesen – Mütter. Es ist unglaublich, wie diese Leute, ihre politischen und emotional motivierten Meinungen durch pro-staatlichen Medien in den letzten paar Wochen ausdrücken konnten, ohne Zögern und ohne irgendwelche Verantwortung für die Nation zu zeigen. Ab einem gewissen Punkt ist es schlicht beschämend für einen Mann, wenn man so hört, was diese kopflose Hühner von sich geben. Könnten wir es eine konstitutionelles Problem nennen? Es bestätigt mir die Situation, die unter dem Maoismus in China herrschte, wo die allgemeine Redensart war – Frauen lieben Gefühle, Männer lieben Fleisch. Der Präsident selbst hat gezeigt, wie bereit er ist, Fleisch zu essen und dabei mit seinen politischen Sklave zu teilen.

Es war im Jahr 2011, als die Regierung von Sri Lanka mehrere Webseiten schließen ließ, einschließlich des Sri Lanka Guardian, den ich editiere, mit der Behauptung, dass wir die politische Führung und einige ausgewählte Personen in der Regierung beleidigten. Wir aber hatten lediglich berichtet, wie es unsere Pflicht als Mitglieder der freie Medien ist, um die Öffentlichkeit zu informieren. Wenn man jedoch sieht, wie der Führer dieser Nation die Medien manipuliert, erkennt man schnell den realen Aspekt der Krise und den seiner Psyche, die die Krise manipuliert.

Gleichzeitig zeigen wir mit der Wahl eines Führer wie Rajapaksa, wo wir als Land stehen. Obwohl viele Menschen in dieser Krise eine tödliche Verfassungs- oder Rechtsstaatlichkeits-Krise sehen, mit der wir konfrontiert sind, ist es sehr klar, dass dies eine verheerende wie beschämende sozio-politische Entwicklung ist, die wir uns nach der Unabhängigkeit von den Briten verdient haben.

Es besteht kein Zweifel, dass die Krise der Verfassung viel älter ist, als andere politische Entwicklungen, und es ist ein ewig Gestriges, das uns auch heute noch stört. Vielleicht ist es wahr, dass es keinerlei Verpflichtung gibt, wenn jemand behauptet, dass dies die Ursachen des ganzen Problems sind.

Allerdings, vor und nach dem Erstellen der aktuellen autoritären Verfassung und deren Verkleiden in demokratische Klamotten, ging das Land durch viele Albträume hindurch und tötete Hunderttausende von Menschen – ohne Rechenschaftspflicht. Das Regime ließ es zu, dass das Militärs und seine unterstützenden Paramilitärs alle Normen von Freiheit nehmen konnten um unschuldige Menschen widerlich zu missbrauchen. Verbrechen um Verbrechen, Krise um Krise sind im ganzen Land entstanden.

Die gleichen Aspekte dieses Missbrauchs traten während des letzten Krieges gegen die Liberation Tigers of Tamil Eelam auf, die von einem separaten Staat träumten und dafür mehr als 30 Jahre kämpften; sie wurden dafür als Terroristen-Organisation von vielen Ländern kategorisiert.

Allerdings hat der letzte Krieg kulturell die Struktur des Landes verändert und der Präsident und seine verbündeten Kräfte haben für sich selbst enorme Chancen eröffnet, um alles, was sie zu wünschen gedenken, auch ungestört zu tun. Gleichzeitig muss hervorgehoben werden, dass an einem gewissen Punkt auch der politischen Dissens sprachlos war über die Verstöße und das Fehlverhalten der Liberation Tigers. Der politische Rahmen, geschaffen und manipuliert durch die Politik der Tigers in drei Jahrzehnten, verschwand auf einmal im Jahr 2009 verschwunden, und Rajapaksa wurde der Mann in absoluter Kontrolle. Herr Rajapakasa ist keineswegs ein Staatsmann, sondern er ist ein Opportunist.

Rajapaksa, lange Zeit ein Hinterbänkler in der SLFP (The Sri Lanka Freedom Party), hat sein gesamte Image verändert und er ist fähig, nun aufzutreten als gebürtiger Srilanker mit dem typisch asiatischen, lächelndem Gesicht. Der Schnurrbart hat ihm an Statur gegeben, was er in seinem Inneren nicht hat, während sein von Bluthochdruck roter Teint ihm eine natives Erscheinungsbild gibt, das ihm ermöglicht, in die Öffentlichkeit zu gehen und diese mit seine politischen Verderbheit zu vergiften.

In der gleichen Weise hat er das Glück gehabt, eine schläfrig gelähmte Opposition vorzufinden, deren Mitglieder er stehlen konnte, um die legitime Macht im Parlament aufzubauen, dem Präsidenten stets zu Willen. In der gleichen Weise hat er es geschafft, alle wichtigen Leute an seine Leine zu binden, die die Fähigkeit hätten, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, und auch die Medien sind stets zu seinen Gunsten – alles dies im Namen der „Souveränität der Nation“. Damit schuf Rajapaksa eine Kultur, die zwei Kern-Vorstellungen hat, nämlich aufrichtige Ignoranz und gewissenhafte Dummheit. Unter diesen Umständen konnte er seine einerseits seine Schwächen verbergen und andererseits seinem Missbrauch von Macht die Opfer zutreiben.

In gleicher Weise zeigt er, dass er sein Mandat von den Menschen durch die Durchführung von Dutzenden von (getürkten) Wahlen erhalten hat, während er durch staatliche Mittel für die politische Kampagnen dazu sorgte.

Rajapaksas Theorie ist einfach zu verstehen. Er glaubt schlicht nie jemand anderem als seinem Bruder, der die doppelte Staatsbürgerschaft hat und der den größten Anteil des jährlichen Budgets kontrolliert, während er nach außen nur als Sekretär des Ministeriums für Verteidigung arbeitet.

Rajapasas beständige Vorgehensweise ist es, Menschen für seinen politischen Vorteil zu nutzen und dann, wenn er sie nciht mehr braucht, sich ihrer zu entledigen. Die Leute um ihn, scheinen keine Menschen zu sein, sondern lediglich Objekte. Er schätzt nicht, was andere getan haben, er zügert nie, Rache zu nehmen wegen Dissent, und er zögerte nicht, andere zu verraten, um sie oder politische Hindernisse loszuwerden. Er nimmt selbst engsten Mitarbeiter dazu her, um einen Job zu erledigen, wenn es darum geht, Gegner zu vernichten. Nachdem die Mission erfüllt ist, bestellt er Schein-Ermittlungen gegen seine eigenen Ja-Sager und behauptet vor dem Publikum, dass er ein lieber Mann sei, der rechtswidrige Handlungen nicht dulde.

Auffällig ist, dass jeder wichtigen politischen Schritt stets von anderen und nicht durch die Rajapaksas eingeleitet wird, obwohl Mr. Rajapaksa dann höchstselbst ratifiziert, was andere genehmigten, darunter das Amtsenthebung-Verfahren gegen die Oberrichterin, die von denen, die in der Regierung waren, unterzeichnet wurde, nicht aber durch einen der Rajapaksa-Brüder. Ihre Hände sind immer „mehr sauber“ als die der anderen, die das Regime unterstützen mit ihrer Drecksarbeit. Dies ist nichts anderes als eine Form von politischer Sklaverei dieser Nation, um die korrupteste Familie in der Geschichte Sri Lankas zu schützen.

Unter diesen Umständen hat Rajapaksa sowohl Möglichkeit wie Personal, um primäre Institutionen des Staates zu ermorden. Er scheint gut verstanden zu haben, dass das Gesetz nichts gegen ihn tun kann, auch nicht nach der Verfassung. Und doch ist die Krise in Sri Lanka ein Konflikten zwischen Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, zwischen Freiheit und Unterdrückung, Egoismus und Recht. Das Gesetz wurde geändert, um diese, seine Macht zu unterstützen. Das war der Punkt, an dem das ganze Land den falschen Weg einschlug.

Während die meisten anderen entwickelten Ländern die höheren Ebenen der Achtung vor dem Gesetz erreicht zu haben scheinen, glauben die meisten Srilanker an den Menschen, die an dievon Zeit zu Zeit an die Macht kommen. Das Gesetz wurde in dieser Nation lange als Tabu-Thema angesehen. Dies hat zu der unbedingte Macht geführt, Tausende von unbewaffneten Zivilisten vernichten zu können.

Es gab zwei wichtigsten politischen Ideologien, die für die Manipulation der Gesellschaft sorgen. Die eine ist der Mythos vom eigenen Staat innerhalb des Landes, die uns von militanten Organisationen und der tamilischen Diaspora gegeben wurde. Die Zweite ist der singhalesische Herrschaftsanspruch und das politischen Ego, das dem Anspruch unterstreicht, einen einheitlichen Staates zu führen. Das aber ist lächerlich, weil die meisten der Befürworter weder den Unterschied zwischen dem Staat und der Regierung kennen, geschweige denn zwischen Glauben und Rechtsstaatlichkeit.

Diese beiden Ideologien stellen die politische Rahmenbedingungen innerhalb des Landes und teilen es in zwei Gemeinden – mit Ausnahme von ein paar Leuten aus beiden Gemeinden, die die Tatsache, dass das Dilemma, mit dem wir konfrontiert sind, viel tiefer ist, als diese verteufelten Mythen.

Die Amtsenthebungsklage gegen die Oberrichterin und Rajapaksas Fähigkeit, die erste Oberrichterin des Landes auszubooten, bedeuten nichts anderes, als dass das Land unter einer Diktatur ist.

Heute erreicht Rejapaksa, dass seine barbarische Mission gegen die Oberrichterin Erfolg hat, und er installiert einen seiner Ja-Sager, ganz nach belieben. Dies ist es, was er unter „Recht“ versteht.

Müssen wir uns nicht schämen diese Art von Mensch als Führer zu halten? Sri Lanka ist unter Kontrolle der Mörder, die die letzte Meilenstein der Nation hingemetzelt haben.

Doch wir brauchen offenbar noch Zeit, um zu verstehen, was wirklich geschieht, und wie diese Psychopathen wirklich alles von wirklichem Wert, was uns lieb und teuer war, gnadenlos eliminiert haben.

Nun ist die Nation ist wie ein Kopf ohne Gehirn. Und leider wir ignorieren die Tatsache, dass andere uns mit ihrem Wissen zwar nähren können, aber keiner kann kann und Hirn geben.

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Sri Lanka: Eine neue Welle der Gehirnwäsche


Von Nilantha Ilangamuwa von ARHC vom 9. Oktober 2012

„Eine unwissende Geist glaubt sich allwissend und allmächtig; diese Impulse in sich selbst, die wirklich die Trägheit und unverbrauchte Dynamik in seiner letzten Traum ihrer Ansicht nach die schöpferischen Kräfte der Natur.“ – Life of Reason: Reason in Common Sense-George Santayana

Trotz aller Proteste der Öffentlichkeit, hat der Sekretär des Verteidigungsministeriums, Oberstleutnant i.R. der Armee Sri Lankas, Inhaber einer Green Card der Vereinigten Staaten von Amerika, und einer der Brüder des Präsidenten, Gotabhaya Rajapaksa örtliche Schulleiter als „Brevet Oberste“ bestellte. In der gestrigen Zeremonie, welche die Gelegenheit markieren sollte, verstieg sich der Staatssekretär zu diversen Behauptungen, als er über die jüngsten Misserfolge der Nation ansprach. Er behauptete schlankweg, dass der jüngste Verlust des srilankischen Teams beim Cricket World Cup-Finale durch einen Mangel an Selbstvertrauen der Spieler zustande gekommen war.

Jedes Lachen über solch‘ lächerliche Aussagen birgt auch die Realisation der Größe der Tragödie von Nachkriegs-Sri Lanka. Es ist das direkte Ergebnis eines echten Fluches – dass die Übergabe der Macht an gefährliche Kriminelle diesen gleichzeitig auch Scheuklappen für die Realität aufsetzt und ihre Respektlosigkeit vor dem Gesetz oder der Menschheit verstärkt.

Diese merkwürdige Militarisierung der staatlichen Schulen, welche die Auswahl von Schulleitern nach 10 Tagen von bewaffneten Ausbildung und deren Ernennung als „Brevet Obristen“ beinhaltet, kann durchaus eine andere Agenda jenseits des Offensichtlichen haben. Die Kontrolle der Streitkräfte nach dem Krieg, sowie die Verhaftung des ehemaligen Armeechefs, der das Land zum Sieg geführt hatte, war schlicht ein Debakel.

Viele Veteranen wurden in den Ruhestand gezwungen während die Möglichkeit eines internen Konfliktes in der Luft hing. Das Regime fühlte sich genötigt daran zu denken, nicht ein paar neu Jasager zu ernennen, sondern auch die Zerstörung der Würde und der Macht des Sicherheitsapparats voranzutrieben.

Als Ergebnis wurde Leiter der Geheimdienste des Landes beauftragt, eine politische Aussage zu liefern, das die herrschende Familie rechtfertigt. Genau wie in der Politik heute, hat das Militär im Land seine Unabhängigkeit verloren, zu entscheiden, was es tun soll und was nicht. Gotabhaya Rajapaksa hielt es nicht für notwendig, „Brevet Oberste“ an die Parlamentarier zu vergeben, weil er weiß, dass es keine Revolte gegen die herrschende Familie seitens der gelähmten und leblosen Mitglieder der Legislative geben wird, die unter der strengen Kontrolle der Exekutive stehen.

In dieser überkandidelten Zeremonie erhielten diejenigen, die als „Brevet Oberst“ ernannt wurden ihre Zertifikate in Uniform gekleidet. Diese ungewöhnliche, seltene Gelegenheit hat vielleicht eine Angst ausgelöst, die schlimmer als alles, was Stalinismus oder der Nationalsozialismus zu bieten hatten über die Zukunft des Landes und die Freiheit der Menschen. Der Mann, der alles durch den Lauf einer Pistole sieht kann nie den Wert der Freiheit verstehen. In anderen Worten, die politische Geschichte hat uns gelehrt, dass der Mann, der an bewaffnete Macht glaubt, anstatt Macht durch Wissen zu erlangen, erreicht Zerstörung mehr denn Konstruktion.

Die Universitäten streikten landesweit für mehr als drei Monate, und alle Bildungseinrichtungen waren leblos, während Tausende von Studenten sich selbst im Dunkeln wieder finden, ohne eine Zukunft mit einer klaren Richtung. Die Regierung schafft derweilen eine „unser Mann ganz oben“ Kultur, der zynisch die Menschen des Landes manipuliert.

Dennoch, was das Regime glaubt, dass es braucht, zu erreichen, ist die Schaffung einer Kultur des Schweigens um die genannten Aufgaben der Schulen zu verspotten. Auf diese Weise kann das Regime die gesamten studentischen Gremien der Insel in einem Käfig zu platzieren, wo sich niemand verweigern kann, Anweisungen, die aus dem Verteidigungsministerium kommen, wo ein Viertel des Staatshaushalts gesteuert wird.

Wie die jüngsten Nachrichten-Berichte erwähnen, wird die größte Zuteilung des 2013er Budgets an des Ministerium für Verteidigung und Stadtentwicklung gehen, wie schon im Vorjahr mit fast Rs. 290 Milliarden. Dieser Betrag ist einen Anstieg von fast Rs. 60 Milliarden für das Verteidigungs- und Stadtentwicklung Ministerium gegenüber dem Jahr 2012. Inzwischen wurde dem Ministerium für Bildung Rs. 37,9 Milliarden zugeordnet, ein Plus von rund Rs. 3,43 Mrd. gegenüber 2012, während das Ministerium für Höhere Bildung Rs. 27,9 Milliarden zugesprochen bekam, ein Plus von rund Rs. 4,1 Milliarden gegenüber 2012. Es ist dies eine Zahlenspiel – linke Tasche, rechte Tasche – in einem Land, in dem mehr als 20 Millionen Menschen leben, aber 70 % des Staatshaushalts von einer Familie kontrolliert wird. Die Erfahrungen im täglichen Leben haben den Menschen in Sri Lanka gelehrt zu akzeptieren, dass die herrschende Familie unfähig Verständnis ist – oder es ist ihr egal – den wahren Sinn des Lebens in der gemeinsamen Gesellschaft zu finden.

In den Worten von John Locke, „Wissen ist die Wahrnehmung der Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung zweier Ideen.“ Aber, was das gegenwärtige Regime Schüler und Studenten zwingt, ihr zu folgen, das ist etwas ganz anderes. In anderen Worten, das Regime benutzt Methoden, die während des Nationalsozialismus und des Stalinismus üblich waren, wo Bildung nichts anderes war als ein Instrument der totalen sozialen Kontrolle.

Die ganze Idee von „sozialen Realismus“ wurde von Stalin eingeführt, der als „Uncle Joe“ in der UdSSR bekannt und gefürchtet war, und es lehrte die Menschen, die Führung zu verherrlichen. Stalin verbot alle anderen Ressourcen der Geschichte und schuf eine neue Geschichte, bekannt als „kurze Geschichte der UdSSR“, die fürderhin an den Schulen gelehrt werden sollte. Bildung wurde vom Staat streng kontrolliert. Im Jahr 1932 wurde ein starres Programm der Disziplin und Ausbildung eingeführt.

Das amüsante an der Sache im srilankischen Zusammenhang ist, dass das Verteidigungsministerium sich in lokalen Bildungsbehörden einmischt, während die Kinder der herrschenden Partei-Mitglieder allesamt zur Schaffung ihres persönlichen Lebens in Schulen und Universitäten im Westen studieren. Für sie ist Sri Lanka wie ein Kartenspiel im Casino, und die Menschen in Sri Lanka sind diejenigen, die bei diesem Spiel betrogen werden. Wie zu Zeiten des Nazi-Bildungssystems, ist in Sri Lanka der Zweck der Bildung nicht mehr die persönliche Entwicklung, sondern der, den einzelnen für den Dienst an der herrschenden Familie vorzubereiten.

Bildung muss für alle kostenlos sein, das Recht zu wählen ist ein Grundrecht. Aber die herrschende Familie, die seine „enorme“ Macht über das herrschende „demokratischen Wahlen“-System geschaffen hat, ist dabei, die persönlichen Freiheit zu zerstören, um die Möglichkeit der Revolte gegen sie zu untergraben. Unterdessen zeigt uns die Militarisierung der staatlichen Schulen, wie persönliche Freiheiten unter einer Welle der Gehirnwäsche begraben wird.

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Über AHRC: The Asian Human Rights Commission ist eine regionale Nichtregierungsorganisation, die Menschenrechte in Asien, Verstöße dokumentiert und sich für Gerechtigkeit und institutionelle Reform einsetzt, um den Schutz und die Förderung dieser Rechte zu gewährleisten. Die in Hongkong ansässige Gruppe wurde im Jahr 1984 gegründet.

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Sri Lanka: Auf Messers Schneide

Von Nilantha Ilangamuwa vom 16. Februar 2012

Es gibt immer die eine trügerische Überzeugung: „Es wäre nicht das gleiche hier, solche Dinge sind hier unmöglich“ – Der Archipel Gulag, von Alexander Solschenizyn.

Colombo – Der Morgen des Valentinstages (14. Februar) startet mit dem ungesund süßlichen Geruch des verbrannten Kadavers eines Menschen; der Vorfall ereignete sich im zentralen Teil von Colombo, mit Sicherheit einer der sichersten Orte im ganzen Land. Der verbrannte Körper war an einem Pfahl festgebunden. Die Menschen stehen herum und weinen und schreien, aber hat niemand eine Lösung oder eine Antwort, und alle sind sind in einem Dilemma. Viele fürchten, dass das Opfer die Person ist, die gestern, direkt vor den Toren des Gerichts von einer bewaffneten Bande entführt worden war, vor den Augen auch seiner Angehörigen. Wenn das wahr ist, dann zeigt uns der gesunde Menschenverstand sehr, sehr deutlich, wohin wir steuern.

Ist es das, was wir nach dem langen blutigen Konflikt mit der LTTE erreicht haben? Der Vorfall erinnert die Menschen an die südlichen Unruhen in den 70er und 80er Jahren, wo Tausende von Menschen lebendig auf den Straße verbrannt wurden und außergerichtliche Hinrichtungen durch staatliche Behörden zum ersten Mal erlebt werden konnten. Und nun töten die Mächtigen wieder die Hühner, um die Affen zu erschrecken.

Es ist nun sehr klar, dass wir uns wieder einmal auf eine katastrophale Situation zubewegen.

Der Frieden ist ein Mythos, in Sri Lanka, während gleichzeitig jede Schicht der Gesellschaft an irgendeiner Ecke brennt und kokelt, angezündet durch den Durst ihrer Vertreter nach Macht. Das schwarze Rauchzeichen eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs steigt in den Himmel von Serendib auf. Das ist der Alptraum unserer Gesellschaft.

Unsere Geschichte ist voll von solchen Tragödien, aber wir überwinden die Umstände, die dazu führen, nie, obwohl wir jede Gelegenheit dazu hatten, um genau dies zu tun. Vielleicht stimmt ja doch, was Karl Marx einst erläuterte, dass sich die Geschichte immer und immer wiederhole.

Der Präsident und seine Regime zeigen den Menschen im Lande eindeutig und umissverständlich, dass ihre Art des Umgangs mit den wesentlichen Probleme des Landes nicht mehr wirksam genug ist, um den vorrangigen Ziele dieser Krise zu begegnen und dass sie über keinerlei angemessene Lösungen verfügen – mit Ausnahme der gegenseitigen Schuldzuweisungen und dem Blockierung von Informationen vor der Öffentlichkeit.

Inzwischen hat die Regierung ein Video mit dem Titel „Ruthless“ (Rücksichtslos) veröffentlicht, das auf LTTE-Aktivitäten basiert. Die Regierung hat diese „Anti-Produktion“ herstellen lassen, um bei den bevorstehenden Sitzungen des Menschenrechtsrates im März in Genf bestehen zu können.

Doch welche Fakten und Tatsachen auch immer in dem Video dargestellen werden, sie alle können nicht die Rechenschaftspflicht der Regierung für ihre eigenen Aktionen negieren!

Mit anderen Worten: diese Art von drastischem Video zu veröffentlichen, während die Regierung dem noch lebenden LTTE-Führer namens Shanmugam Kumaran Tharmalingam, alias Selvarasa Pathmanathan, alias Kumaran Pathmanathan, oder einfach „KP“ eine VIP-Behandlung zukommen lässt – das ist schlicht und einfach lächerlich.

Wenn der Staat behauptet, eine Person nach dem Gesetz verhaftet zu haben, dann muss sie auch gegen diese Person einen ordentlichen Prozess wegen seiner Taten  führen.

Als „K.P.“ behauptete, er habe sich in der Führung der LTTE unter den Nagel gerissen, nach Angaben der Regierung die skrupelloseste Terror-Organisation überhaupt, dann muss es ein gerichtliches Verfahren gegen „K.P.“ geben.

Alles andere ist unglaubwürdig.

Was wir verstehen, ist, dass heute Strafverfahren zu einer „Ja-Vielleicht-Mal-sehn-Politik“ verkommen sind, etwas, was wir als „Ja-Sager-Politik“ auch in anderen Bereichen zivilen Lebens beobachten können. Doch diese sind eben auch Paradebeispiele für den Zusammenbruch der Rechtsstaatlichkeit in diesem Land.

Die wirkliche Bedrohung ist jetzt nicht mehr die LTTE, die es nicht mehr gibt auf diesem Boden, es ist der Zusammenbruch der gesellschaftlichen Institutionen in diesem Land.

Eine Person, die eine Grundrechte-Petition beim Obersten Gerichtshof eingereicht hatte, wurde vor den Augen seiner seine Frau und seiner Tochter am helllichten Tag in Colombo entführt. Dann tauchten Nachrichten auf, dass er entführt worden sei, von einer unbekannten Gruppe, um Lösegeldzu erpressen.

Weiter hieß es in den Nachrichten, „Ramasamy (Ramasamy Prabaharan) hatte zuvor eine Petition wegen Verletzung seiner Grundrechte beim Obersten Gerichtshof eingereicht u.a. gegen hochrangige Offiziere der Colombo Crimes Division (Kripo der Hauptstadt) gerichtet, und der Fall sollte heute angenommen werden. Ramasamy klagt auf Rs 90 Millionen Schadensersatz, so The Island in ihrem Bericht, die Klage wurde, dies an sich schon eine überraschung – zugelassen.

Laut den unvollendeten polizeilichen Ermittlungen soll die unbekannte Entführer-Gruppe 100 Millionen Lösegeld fordern… Ramasamy wurde entführt, als er aus der Polizeistation von Athurugiriya zurück kam, wo ein häuslicher Streit mit einem seiner Mieter begleichen werden konnte.

In einem vorher von ihm abgeschickten Brief an das UN-Sekretariat des Ausschusses gegen Folter – Petitions-Abteilung, erklärt Ramasamy sehr dramatisch das Ausmaß seiner eigenen Erfahrungen. „Meine Grundrechte sind von der srilankischen Polizei und den Geheimdiensten verletzt worden und ich bitte demütigst Ihrer Exzellenzen humane und gerechte Regierungen darum, mir aus dieser tödliche Zwickmühle zu helfen, in die ich zwangsweise durch den Staat gedrängt wurde. Eure Exzellenzen, ich bitte Sie, meine Beschwerden zu untersuchen und ich bitte Sie, mir zu helfen bei der Sicherung meiner Entlassung aus dieser grob ungerechten Situation.“

Weiter erklärte er: „Ich habe während meiner Karriere als Geschäftsmann, immer wieder Briefe an den Verteidigungsminister Sri Lankas gesendet in Bezug auf die Entwicklung des Landes und auch dazu beigetragen, dass viele Offiziere der Armee Terroristen fassen konnten, die bereit waren, das Leben Unschuldiger zu nehmen.“

„Aufgrund der brutalen, unmenschlichen und barbarischen Angriffe auf mich und der Folter in der Haft – ich wurde mit dem Kopf nach unten fast einen ganzen Tag lang aufgehängt und schwer mit einem Holzprügel geschlagen, etwa achtzehn mal, meine Fingernägel wurden mir ausgerissen, mein Kopf mit Nägeln gespickt; nach all dieser Folter musste ich den Boden mit meiner Zunge von meinem Blut reinigen. Dies geschah fast vier Monate lang, und jetzt noch leide ich unter quälenden Schmerzen am ganzen Körper und ich musste mich behandeln lassen, aber als sie mich ins Krankenhaus brachten, war der Arzt schockiert zu sehen, dass ich noch am Leben war, nachdem ich das durchgemacht hatte und er versuchte, sie zu zwingen, mich da zu lassen, aber das durfte ich nicht…

En Detail hat er den UN-Berichterstattern gesagt, was mit ihm geschah.

Jetzt wird hektisch versucht, seine Geschichte unter den Teppich zu kehren, zum Beispiel mit dem Nonsens von der Lösegeld-Forderung.

Das hat uns daran erinnert, dass zumindest in diesem Punkt, nämlich den Rechtfertigungen der srilankische Polizei, was sie mit denen gemacht haben, mit denen sie fertig sind, verbessert hat… Ein ehemaliger leitender Polizeibeamter sagt diesem Autor in einem Interview vor drei Jahren: „ape polisiyata goraka mas karannath… mas goraka karannath puluwan.“

Mit anderen Worten, fast so viele Leute, die überlebten und behaupten können, dass die Polizei sie aus politischen Gründen verhaftet habe, sind in polizeilicher Obhut gestorben. Die Polizei wird sagen, dass sie jemand erschießen mussten – „in Notwehr“ natürlich, weil das Opfer versucht habe, eine Handgranate zu werfen. Oder ähnliches.

Darauf weist schon ein großer Schriftsteller, Alexander Solschenizyn, in seinem Buch mit dem Titel: „Der Archipel Gulag“ hin: „Die Wahrheit, so scheint es, ist immer schüchtern, sie ist leicht zu reduzieren auf eine Schweigen gar, durch allzu offensichtliche Lügen.“

Niemand weiß, was mit Ramasamy geschehen wird. Aber es gibt keine Garantie über die Sicherheit des menschlichen Lebens auf dieser Insel unter dieser Regierung. Das ist nichts anderes, als ein ernstes, komplettes Versagen der Polizei und der Justiz in diesem Land. Heute wird das Land von einer unbekannten bewaffneten Bande geführt, die die Freiheit von der Öffentlichen gestohlen hat. Der weiße Lieferwagen („White Van“) ist zu einem Symbol dieses Alptraums geworden.

In seiner ersten offiziellen Erklärung des Sieges im Krieg wider die LTTE, erklärte Präsident Mahinda Rajapaksa vor dem Parlament:

„Dieser Sieg wird Ihnen noch viel Grund zur Zufriedenheit geben… Die gesamte Bevölkerung des Landes wird diese Zufriedenheit genießen können. Alle Abschnitte des Volkes, und alle politischen Parteien, die zu meinem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2005 beigetragen haben, können diese Zufriedenheit teilen“.

Und er zitierte aus seinem eigenen politischen Buch, genannt „Mahinda Chinthanaya“:“Die Freiheit in unserem Land ist das Höchste. Ich werde keinerlei Separatismus zulassen. Ich werde auch nicht zulassen, dass jemand die Demokratie in unserem Land zerstört… Ich werde alle ethnischen und religiösen Identitäten respektieren, und es unterlassen, Gewalt gegen Einzelne zu verüben und ich werde eine neue Gesellschaft aufbauen, die Individuen und die sozialen Freiheiten gleichermassen schützt.“

Drei Jahre nach dieser Erklärung der „Befreiung“ in der Öffentlichkeit – kann, darf man da beurteilen, wohin uns die Worte des Präsidenten und seine Aktionen gebracht haben?

In der gleichen Rede bemerkte Rajapaksa: „Unser Volk fing an, sich mit einer defätistischen Mentalität konfrontiert zu sehen, ob wir mit einem derart bedrohlichen Problem fertig werden könnten, wozu viele andere Länder in der Welt sich nicht in der Lage sahen… Terrorismus ist wie eine giftige Schlange, die die gefährlichsten Eigenschaften herauszieht aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und allem Anderen in der Welt.“

Jetzt, heute, im Angesicht all dieser Tatsachen, wenn Wir uns jetzt die gegenwärtige Situation des Landes ansehen, dann steigt doch die grundlegende Frage in jedem von uns auf: kann sich das Land selbst befreien von der Angst? Wenn die Entführer selbst es sind, die die Nation beherrschen und die White Vans, die weißen Transporter, zu einem Symbol der alllmächtigen Regierungskontrolle geworden sind?

Dieser Nazi- oder auch stalinistische Kultur hat eine lange unrühmliche Geschichte in der Welt – und auch in Sri Lanka. Diese Kultur wird uns nie in die Freiheit leiten, aber sie wird immer neue Alpträume gebären. Mit anderen Worten, dieser Kannibalismus macht uns niemals zum „Wunder von Asien“ , sondern es wird die eigentliche Ursache unserer Selbstzerstörung sein.

Dieses Szenario erinnert uns heute an die eindringlichen Worte von Martin Niemöller, einem prominenten evangelischen Pfarrer, der sich dem Naziregime in Deutschland widersetzte – und letztlich dafür starb. Niemöller schrieb aus dem KZ:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

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