Ratnajeevan Hoole


Ratnajeevan Hoole flieht, um sich vor Douglas Devananda zu retten

Von Namini Wijedasa für Lakbima News vom 13. August 2011

Ratnajeevan Hoole, Professor für Eletrotechnik, Universitäts- Kommissions Koordinator für Maschinenbau an der Universität Jaffna, ist aus dem Land Ende der letzten Woche geflohen, nachdem der EPDP Führer Douglas Devananda ein Gerichtsverfahren gegen ihn initiierte. Professor Hoole gewährte Lakbima News ein Interview von seiner temporären Basis in London aus.

Auszüge aus dem Interview:

Frage: Was waren die Umstände Ihrer verlassen? Gab es einen unmittelbaren Auslöser, der dazu geführt hat, gab es eine Bedrohung, gab es Einschüchterungen oder hatten Sie Angst um Ihr Leben? 
 
Hoole: Ja, es gab eine Strafanzeige, die von der Polizei aufgenommen wurde wegen eines gewissen Artikels, den ich geschrieben hatte, basierend auf Informationen aus erster Hand über die Manipulationen bei den Wahlen in Kayts durch die EPDP.

Die Strafanzeige bedeutete, dass ich verhaftet werden würde und nur auf Kaution freigelassen werden könnte. Der kriminalisierende Charakter der Ladung sowie andere Faktoren, sagten mir, dass das ganze Rechtssystem in der Gegend in Devanandas Taschen ist. Die Anhänger der EPDP haben nach glaubwürdigen Berichten viele Menschen ermordet und mir wurde geraten, nicht wiede nach Kayts zu gehen. So bin ich geflohen.

Frage: Wie haben Sie den Haftbefehl bekommen, der auf Sie ausgestellt worden war?

Hoole: Ich weiß von keinem Haftbefehl. Mein Verständnis ist, dass, wenn ich beim nächsten Termin, den 15. August nicht erscheinen würde, wäre ein offener Haftbefehl erlassen worden.

Frage: Warum sind Sie am 5. August nicht, wie vorgeladen, vor Gericht erscheinen?

Hoole: Estens wurde ich darauf hingewiesen, dass das, was ich erhielt keine offizielle Vorladung sei, sondern lediglich eine Mitteilung – mit Fehlern – in ich gebeten wurde, zu erscheinen. Zweitens vertraue ich dem System oder der Polizei nicht, ich glaube nicht, dass sie fair sind. Also schickte ich einen Anwalt, um herauszufinden, was los ist.

Frage: Haben Sie das Land verlassen wegen des Haftbefehls?

Hoole: Wie ich schon sagte, weiß ich nichts von einem Haftbefehls – aber wenn ich am 15. aufgetaucht wäre – so warnten mich Freunde – hätte dies zu einer Festnahme geführt und einer anschließenden, möglichen Freilassung auf Kaution.

Die Universität hat meiner Ernennung zum Koordinator für Elektrotechnik nie anerkannt, es hieß immer nur „bis auf weiteres“; ich wurde zu keiner einzigen Fakultätsratssitzung eingeladen. In Diskussionen im Rat, wie mir berichtet wurde, schlug der neue Vizekanzler (VC) vor, meine Kündigung zu empfehlen und ich fühlte mich verletzlich. Mein Gehalt hatte auch nie pünktlich ausbezahlt bekommen. Ich musste mich jedesmal beschweren deswegen. Wenn sie von der UGC befragt darüber wurden, sagte die Vizekanzlerin stets sagen, sie habe meine Bezahlung unterzeichnet – als ob der VC danach nicht mehr verantwortlich dafür sei, was danach geschieht.

So kündigte ich im Juni mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten und suchte nach einem neuen Arbeitsplatz in Sri Lanka, aber auch im Ausland. Wenn ich nur auf Kaution auf freiem Fuss wäre, hätte das eine starke Einschränkung meiner Job-Suche in Sri Lanka bedeutet, wo eine professionelle Position nur sehr langsam bearbeitet wird.

Außerdem: Mit vier Kindern, muss ich in der Lage sein, auch ins Ausland gehen zu können. Und so verließ ich das Land.

Frage: Sie wurde eine erneute gerichtlichen Vorladung ausgesprochen, die Ihre Anwesenheit vor Gericht am 8. August erfordert. Warum haben Sie das Land verlassen, anstatt die Vorladung zu beantworten?

Hoole: Die Vorladung war für den 15. August. Diese Woche also, zum Glück ist diese Woche Gerichtsfeiertag, nichts geht. Das gab mir das Zeitfenster, um vor der eigentlichen Ladung zu entkommen.

Frage: Es wird berichtet, dass in der Vorladung angegeben wurde, dass eine Strafanzeige gestellt wurde. Wie lautet die strafrechtliche Anklage?

Hoole: Es wird keine Anklage spezifiziert. Aber die B-Anlage, Referenznummer B/157/2011 deutet auf eine Strafanzeige hin, so wurde mir gesagt. Ich kann nicht einmal meine Verteidigung zu organisieren, ohne konkrete Anklage. Deshalb habe ich kein Vertrauen in das System. Ich weiß nicht, warum der Präsident diesem „Douglas“ Devananda über den Weg traut, der Mann ist eine Schande für das tamilische Volk, aber der Präsident glaubt, Devananda hat örtlich eine Menge Unterstützung. Nach der letzten Kommunalwahl hoffe ich, dass der Präsident es nun besser weiss, dass nämlich das tamilische Volk Devananda regelrecht hasst.

Frage: Waren Sie nicht davon überzeugt, dass Sie Untersuchungshaft vermeiden könnten? Hatten Sie das Gefühl, sie würden ins Gefängnis geworfen worden, ohne Kaution?

Hoole: Mit einer solchen Abgabe, wie dieser B-Verweis in dem Brief , den ich erhielt, wird man, wie ich höre, normalerweise verhaftet und dann gegen Kaution freigelassen – und dann würde der Fall sich über Jahre hinweg ziehen. Aber mit dem System, so, wie es ist, konnte ich kein Risiko eingehen; im Gefängnis zu sitzen, ohne Kaution unter der Obhut der Polizei, die widerum unter Devananda steht.

Frage: Das Strafverfahren wurden eingeleitet aufgrund eines Artikels, den Sie geschriebenhaben. Wie, würden Sie sagen, reflektiert dies den Zustand der Demokratie in diesem Lande, in Jaffna im Besonderen?

Hoole: Es gibt keine Demokratie, wenn die Regierung die Wahlen in Kayts so manipuliert, wie ich es gesehen und in dem Artikel beschrieben habe. Es gibt keine Demokratie, wenn unsere Provinzratswahlen noch nicht stattfanden, obwohl sie angeblich für uns Tamilen angesetzt wurden.

Es gibt keine Demokratie, wenn unsere gewählten Vertreter umgangen werden und ein bestimmter Jemand medizinische Direktoren, Vize-Kanzler, Agenten der Regierung, oder jeden anderen in einer Behörde zu ‚geschäftlichen‘ Treffen zitiert kann, als sei er unser Präsident und jeder von ihnen läuft und buckelt, wenn sie vorgeladen wurden, als ob sie Angst um ihr Leben haben müssen. Die Justiz hat versagt aus Gründen, die ich hier lieber nicht ansprechen werde; die Polizei überschlägt sich dabei, fehlerhafte Vorladungen auszuhändigen – wie sie es bei mir tat.

Deshalb bekam die Regierung überall dort, wo die Abstimmung einigermassen fair waren, nur etwa 20% der Stimmen. Selbst die meisten von denen, die Devananda selbst gegenüber unterwürfig und gehorsam sind und vor dieser Person kriechen, von der die meisten glauben, dass er ein Mörder ist, haben gegen die Regierung gestimmt.

Ich bin froh, dass der Präsident jetzt eine echte Chance hat, seine Allianzen mit diesem Tamilen zu überdenken und zu entscheiden, wer wirklich für uns spricht.

 

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