Sudath Pasqual


Was ist, wenn es stimmte?

Von Sudath Pasqual aus The Nation vom 18. März 2012

Bis zum Ende dieses Monats (März) werden die Menschen in Sri Lanka wissen, ob die von den USA unterstützte Resolution, welche die Regierung von Sri Lanka dazu auffordert, die Empfehlungen der Gelernte Lektionen- und Versöhnungskommission (LLRC) umzusetzen und dabei das UN-Know-how zu akzeptieren, von der Mehrheit der Mitglieder des Menschenrechtsrates angenommen wurde oder nicht.

Wie auch immer das Ergebnis sein wird, sollten die Menschen in Sri Lanka einen langen und prüfenden Blick auf die Probleme werfen, die das Land überhaupt zu diesem Kreuzweg gebracht haben.

Die einfache wie irreführende Erklärung wäre, dass anti-Regierungs-Gruppen nach der vernichtenden Niederlage der Tigers (Liberation Tigers of Tamil Ealam / LTTE) sich nun gegen Sri Lanka zusammentun, um eine Änderung des Regimes durch andere Mittel herbei zu führen.

Würden einige der die tamilischen Gruppen und ein Großteil der westlichen Welt gerne einen Regimewechsel in Sri Lanka sehen? Natürlich würden sie das, weil sich das gegenwärtige Regime als wenig zugänglich erwiesen hat, ihrem Wünschen und Wollen gegenüber. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

Es ist an der Zeit, wie gesagt, dass Sri Lanker aller Schattierungen die Übertreibungen und Schuldzuweisungen von beiden Seiten einmal ignorieren um an den Kern der Sache kommen. Der Kern der Sache ist, wie Srilanker einander behandeln in Sri Lanka. Das neuste Video, das von Channel 4 veröffentlicht wurde, ist vielleicht übertrieben, aber können wir wirklich absolut sicher sein, dass alles, was in dem Video dargestellt wird „fabriziert“, nicht echt und wahr ist? Sind wir ganz sicher, die Dinge so zu sehen, wie die Regierung von Sri Lanka die Version der Dinge darstellt? Vor allem seit die Regierung von Sri Lanka eine eigene Rechnung aufgemacht hat über zivile Opfern – und diese schwankten, zwischen Null und 8.000?

8.000 ist deutlich niedriger als die vorgeworfenen 40.000 oder gar 100.000, aber es ist immer noch eine unzulässig hohe Zahl ziviler Opfer in einer relativ kurzen Zeitspanne. Irgend etwas stimmt doch da nicht, wenn wir uns als Land mehr Sorgen über die Anzahl der überfahrenen Hunde entlang des neuen Southern Expressway  machen, als über die Leben unschuldiger Menschen in den letzten Phasen des Krieges.

Würden wir so in der Klemme auf internationaler Eben stecken, wenn unabhängige Medien damals Zutritt zur Front erlaubt worden wäre? Können wir einer Regierung von Sri Lanka glauben, dessen hohe Beamte Vorwürfe von Vergewaltigung verspotten, weil diese von einer „Pretty Woman“ gemacht wurden?

Mitglieder der srilankischen Delegation können noch so lange von den Dächern von Genf heulen, dass die westliche Wölfe wieder einmal vor der Haustüre stehen und vielleicht sogar sind sie erfolgreich dabei, noch einmal Zeit zu schinden – aber sie sollten auch wissen, dass irgendwann die Zeit der Regierung von Sri Lanka um ist, die notwendigen Schritte unternehmen, um Tamilen im Land zu respektieren und sie sich sicher fühlen zu lassen.

Wenn die Regierung von Sri Lanka nicht schnell eine bedeutungsvolle Veränderung implementiert, wird das Thema wieder und wieder uns beschäftigen. Doch wenn das passiert, könnte es auch sein, dass Sri Lanka feststellen muss, dass seine beiden Zwillings-Retter, China und Russland, beim nächsten Mal nicht so schnell zur Hilfe eilen, weil sie sich um größere Fische im globalen Topf zu kümmern haben, als Sri Lanka.

Die beste und einfachste Weg, um äußere Einmischung zu in die inneren Angelegenheiten Sri Lankas zu vermeiden, wäre es, die Empfehlungen der Gelernte Lektionen- und Versöhnungskommission (LLRC) umzusetzen und einen Prozess einzusetzen, in dem die Tamilen fühlen, dass sie ein integraler Bestandteil dieses Prozesses sind.

Leider hat die Regierung von Sri Lanka es bis jetzt versäumt, die Tamilen als gleichberechtigte Partner in dem Prozess der Versöhnung zu akzeptieren. Es ist an der Zeit, dass die Regierung von Sri Lanka aufhört, zu diktieren und versöhnlicher und flexibler die Bedürfnisse der Tamilen angeht. Demokratie, das ist nicht etwa die Verhängung des Willens der Mehrheit über die Minderheiten.

In einer Demokratie – auch einer wie der unseren, die derzeit künstlich beatmet werden muss -, hat die Mehrheit die Obligation und die Pflicht, die Bedürfnisse und Wünsche von Minderheiten zu berücksichtigen.

Die Quintessenz ist, ist die Regierung von Sri Lanka sich sehr wohl bewusst darüber ist, was getan werden muss und sie ist auch im Besitz von den benötigten Werkzeugen, um dies geschehen zu lassen. Kurz gesagt, hat die Regierung von Sri Lanka die Fähigkeit, die UN und westliche Schreckgespenster raus aus ihren Angelegenheiten zu halten.

Was fehlt, ist der politische Wille und der Mut, um diese Veränderungen, die dringend nötig sind, zu implementieren.

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