Ruvan Jayamanne


 

CHOGM_ProtestCHOGM: Das PR-Waterloo der Rajapaksas

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Colombo Telegraph vom 10. November 23013

Von Ruvan Jayamanne

Colombo – Es gibt ein singhalesische Sprichwort, das besagt: „Der Specht pickt gerne von Stamm zu Stamm, aber an dem Tag, an dem er am Banane-Stauden-Stamm pickt, bleibt er mit seinem Schnabel hängen“. Diese Binse bezieht sich auf die faserige, klebrige Konsistenz des Bananenstaudenstammes, der jedes Objekt, das in ihn eindringt, so verstricken kann, dass potenziell Erstickungsgefahr für den Eindringling besteht, in diesem Fall der Specht.

Es scheint, als habe das Rajapaksa-Regime mit der zunehmend chaotischen Austragung des Treffens der Commonwealth-Länder (CHOGM) in den sprichwörtlichen Bananestauden-Stamm gepickt.

Das Regime konnte bislang unwiderlegt und lautstark seine Selbstgerechtigkeit verkünden, und „anti-Sri Lanka“ Elemente für seine internationalen Leiden verantwortlich machen. Durch das CHOGM hatte das Regimes gehofft, sich selbst eine dicke Schicht Tünche zulegen zu können und dabei noch die  Aufmerksamkeit der Welt bekommen; um den Ruhm der Rajapaksas mit seinen Straßen, Häfen, Flughäfen und anderen Konstruktionen der Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Und gleichzeitig seine Untaten vertuschen zu können, die aus einer sehr langen Liste von Korruption und Vetternwirtschaft bis hin zur fast legendär schlechten Regierungsführung und der Leugnung der Rechtsstaatlichkeit reicht. Mit dem Abhalten des CHOGM hoffte das Regime politische Anerkennung – auch im Inland, für die nächsten Wahlen – zu bekommen, sowie ausländische Investitionen im Wert von schätzungsweise US $ 2.000.000.000 zu gewinnen.

Statt jedoch typischer Inhalte von Commonwealth-Konferenzen,  wird die Aufmerksamkeit der Welt zusehends auf die Un- und Missetaten des Regimes gelenkt, am deutlichsten auf mutmassliche Kriegsverbrechen, massive Menschenrechtsverletzungen und das krankende Regierungssystem. Beginnend mit dem Boykott durch den kanadischen Premierminister und dem Außenminister schwinden die Erwartungen des Regimes von Tag zu Tag. Der schwerste Schlag ist, dass auch der indische Premierminister Dr. Manmohan Singh, der Führer der für Sri Lanka wichtigsten Nation, nicht an dem Commonwealth-Treffen teilnehmen wird und stattdessen nur seinen Außenminister Kurshid schickt.

Darüber hinaus haben sich fünf Länder aus der Karibik dem kanadischen Boykott angeschloßen, und vom britischen Premierminister David Cameron wird erwartet, dass er die Forderung nach einer internationalen Untersuchung der angeblichen Kriegsverbrechen beim Präsidenten persönlich vorbringt – was der nicht gerne hören wird.

Im Gegensatz zu den Träumen der Rajapaksa-Regimes, werden die Medien der Welt eher auf die Verfehlungen und Verbrechen der Gastgeber fokussieren als auf die angeblichen Fortschritte.

Die lokalen Medien, fest im Griff des Regimes, werden ihre Loblieder singen und die Rajapaksas als politische Wweltführer portraitieren. Und für die negative Publicity, die das Regime trotzdem zu Hauf erhalten wird, dafür wird das Regime und seine Agenten wie gehabt dem Westen, der tamilische Diaspora und den NGOs die Schuld geben.

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