Deborah Philip


 

Chogm-Special-AttemptCHOGM 2013: (K)eine gut erzählte Lüge

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Groundviews vom 19. November 2013

Colombo – Ich kann mir vorstellen, dass hinter dem herzlichen Lächeln und dem Austausch von Höflichkeiten viel Heulen und Zähneknirschen dieser Tage in Temple Trees stattfindet. Die Fassade, die CHOGM 2013 war, scheint zumindest in den Augen der Welt zusammengebrochen zu sein, wenn auch sicherlich nicht in den meisten Mainstream-Medien Sri Lankas.

Bilder von Frauen und Angehörigen der Verschwundenen die sich auf David Camerons Konvoi in Jaffna förmlich werfen  – diese Bilder dominieren weltweit Artikel und Schlagzeilen ließen den Bildern und Fotografien der Commonwealth- Staats-und Regierungschefs bei CHOGM keine Chance.

Ich glaube nicht, dass auch nur ein früheres Commonwealth- Treffen die Dramatik und das Drama erlebte, das die Ausrichtung des Treffens der Commonwealth-Regierungen in Sri Lanka mit sich brachte. Das Rajapaksa-Regime konnte sich offenbar nicht in seinen kühnsten Träumen vorstellen, dass sich ein PR-Debakel in dieser Größenordnung entfalten würde (Was Bände über die „Berater“ des Regimes spricht…). Plumpe Taktik und allgemeine Rücksichtslosigkeit (beides Markenzeichen der derzeitigen Regierung) sind nur Öl ins Feuer der schwelenden Vorwürfe – anstatt auch nur ansatzweise abschreckend für ausländische Journalisten und Diplomaten zu wirken.

Zum Glück für die Regierung, sie immer noch einen großen Teil der lokalen Medien (sowohl der staatlichen wie der nicht-staatlichen) gut zu steuern, was überdeutlich bei der Berichtersattung der Print- und elektronischen Medien im Lande in den letzten Tagen bewiesen wurde. Während also die Welt sich über Sri Lankas Verhalten während der CHOGM-Woche fasziniert angeekelt wiederfand, ignorierten die lokalen Medien fast vollständig kritische Fragen rund um das Thema Behinderung der Tamilen, die gefühllose Missachtung des Rechts auf Freizügigkeit von Bürgern und ausländischen Medien gleichermaßen, und andere, damit zusammenhängende Fragen.

Die Regierung entschied sich, auf ihre altbekannte Strategie der Beschimpfung zurück zu fallen, in dem sie jeden Kritiker als „Terroristen“, wahlweise als „LTTE -Sympathisanten“ oder „LTTE-finanziert“ und/oder „Diaspora finanziert“ abstempeln.

Absurd nicht wahr? Obwohl also der Sieg über die LTTE im Jahr 2009 als der größte Einzelsieg in der Geschichte Sri Lankas endlos gefeiert wird, ist das Regime jederzeit bereit, sie von den Toten wieder auferstehen zu lassen, um zu gewährleisten, dass sie einen Sündenbock haben, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen können.

Was also kann man von den Ereignissen, die sich während CHOGM-Woche im Jahr 2013 in Sri Lanka entfalteten entnehmen?

Die srilankische Regierung kann nicht mit kritischen Medien umgehen

Vom Abfangen des Präsidenten vor der Tür eines Hotels, um ihn mit Fragen zu bombardieren (durch Channel 4) bis hin zur  Stornierung einer Pressekonferenz gleich am ersten Tag des CHOGM ist klar und deutlich, dass der Präsident die Hitze von Medienvertretern spürte, die brutale Fragen ohne Scheu stellen und keinerlei Angst vor möglichen anschließenden Repressalien haben. Anders auch als im Parlament gab es keine Liniengetreuen, welche nötigenfalls Krawall veranstalten, mit dem solche „unverschämte Fragen“ der Opposition regelmässig übertönen werden. Rajapaksas wütende Reaktionen bei der Pressekonferenz am Donnerstag markierte seine Frustration – obwohl es inhaltlich eher wirklich lustig war, dass ausgerechnet er davon sprach, dass das Rechtssystem in Sri Lanka die Lösung sei, um Missstände des Landes anzusprechen.

Man fragte sich, was wohl die illegaler Weise des Amtes enthobene, derzeit angeklagte Chief Justice Shirani Bandaranayake wohl dazu gesagt hätte.

Der Medienzirkus begann wie ein schlecht geschriebenes Detektivroman als Journalisten von Channel 4 offen von Geheimdienstlern verfolgt wurden – vom Flughafen zum Hotel und danach an jeden anderen Ort, an den sie reisten. Die Idee war wohl, die missliebigen Journalisten einzuschüchtern, aber der Nachrichtensender genoss es wahrscheinlich umso mehr, als sie ihr „geheimes“ Begleitpersonen filmten und sogar Polizisten in Zivil auf der Straße befragten, die zu perplex waren, um sich abzuwenden. Der Präsident erklärte indes: „Wir haben nichts zu verbergen“. „Irgend jemand“ scheinbar schon – in dem Maße, dass der Zug gestoppt wurde, um die Channel 4 Crew daran zu hindern, nach Kilinochchi zu reisen. Was „irgend jemand“ wohl nicht erwartet hatte, war, dass Callum Macrae den Spieß kurzerhand umdrehte, und eine Fragestunde mit den so genannten „Demonstranten“ in Anuradhapura durchführte, nur um beispielsweise herauszufinden, dass keiner von ihnen (und ich wiederhole: kein einziger von ihnen – sehen Sie sich den Nachrichtenbeitrag darüber an, wenn Sie es nicht glauben wollen) die „No Fire Zone“-Videos, gegen die sie so vehement demonstrierten, je gesehen hatte [ i ].

Was die Regierung – oder „irgend jemand“ – getan hat, ist Channel 4 genug originäres Material für wahrscheinlich zwei weitere Dokumentationen über Sri Lanka damit zugespielt zu haben.

Ein filmender BBC-Kameramann wurde physisch daran gehindert, die Ankunft des Präsidenten zur Eröffnungsfeier aufzunehmen und nur drei britische Journalisten waren unter den 200 Journalisten zugelassen, dem Präsidenten bei seiner Pressekonferenz am Freitag Fragen zu stellen, die dann zunächst auf mysteriöse abgesagt wurde und dann vom Regierungs-Abgeordneten A.H.M. Azwer regelrecht geentert wurde. Der Abgeornete gab sich als Journalist aus, um die anwesenden ausländischen Medien zu attackieren, bis er von Richard Uku, einem der Commonwealth-Sprecher scharf zur Ordnung gerufen wurde. Dieser Autor vermutet, dass Herr Azwer die Pressekonferenz mit einer Sitzung des srilankischen Parlament verwechselte haben muss.

Noch war allerdings nicht alles verloren. Die Regierung schickte Chris Nonis in den Ring, den srilankischen Hochkommissar in Großbritannien, um die Befragung durch einen nicht so gut informiert CNN-Journalisten auszukämpfen. Er sprach eloquent und gewann auf Anhieb massive Lobhudelei auf den Social-Media-Kanälen der Rajapaksa-Adepten. Zum Glück für Mr. Nonis fragte der CNN-Journalist ihn nicht, wie genau denn seine Regierung die LLRC-Empfehlungen, von denen er schwadronierte, umgesetzt hat (richtige Antwort wäre: gar nicht). Es herrschte große Freude im Regierungslager, weil sich endlich jemand gegen die „Werkzeuge des westlichen Imperialismus“ erhoben hatte. Die Reaktion ist typisch und so auch zu erwarten, selbst von denen in Sri Lanka mit Zugang zu alternativen Medien und Journalismus, weil sie sich persönlich beleidigt fühlen, wenn unsere Menschenrechts-sitaution offen in Frage gestellt wird. Egal, auch wenn die tamilischen Mitbürger weiterhin in Flüchtlingslagern schmachten, wir lieben  die Rs. 24 Millionen, die das Regime für das offizielle CHOGM-Feuerwerk verpulverten. Wir scheinen nicht in der Lage zu sein, zwischen Propaganda und Tatsache zu unterscheiden. Dass wir in einem Staat leben müssen, der sich zunehmend autoritär benimmt, ist für uns kein Grund zur Sorge. Die Menschen, die für ihren Protest für sauberes Wasser erschossen wurden – sie sind schon vergessen!?

Die Anwesenheit von ausländischen Medien in Sri Lanka hat das abgrundtiefe Versagen der lokalen Medien hervorgehoben, wichtige Probleme zu vermelden.

In Sri Lanka leben die lokale Medien unter ständiger Bedrohung, und es wäre nicht fair, sie darüber zu verurteilen, was sie gezwungen sind zu berichten oder wo sie von Berichterstattung absehen (müssen) aufgrund der vorherrschenden Kultur der Straflosigkeit im Lande, seit die Rajapaksas an der Macht sind.

Doch am Donnerstag, den 14. November bekamen die Zuschauer von MTV News 1 ein echtes, negatives Highlight vorgesetzt, von enem TV-Sender, der einst angesehen war und als „sehenswert“ wegen seiner ausgewogenen Berichtersattung galt, mit dem Bericht über den Angriff auf das UNP-Hauptqurtier Sirikotha durch die extremistische buddhistische Gruppe „Bodu Bala Sena“ [ ii ].

Der scheinheilige BBS-Generalsekretär Ven. Gnanasara Thera, führte die Mönche und den Pöbel an, die anwesend waren, um gegen das Menschenrechtsfestival zu protestieren, das in der UNP-Zentrale stattfand, um Themen und Menschenrechte zu diskutieren, die offiziell nicht beim CHOGM diskutiert wurden. Es ist zwar klar, dass wohl beide Seiten sich in Handgreiflichkeiten und Schimpfworttiraden engagierten, aber was MTV daraus machte, konnte man durchaus als „faszinierend“ bezeichnen. MTV entschied sich, den Angriff durch die BBS und ihre Schläger zu ignorieren. Der Ruf der BBS gewalttätig zu sein und sich ungebührlich zu Verhalten eilt ihnen voraus, so dass es nahezu unvorstellbar ist, dass der BBS sich mit Anstand und Würde benahm, während sie außerhalb Sirikothas protestieren. In der Tat beweist das vorhandene Videomaterial (alles Fälschungen, versteht sich…), dass der Vorfall genau das Gegenteil war. Die MTV-Version des Vorfalls ist gleichbedeutend mit einer Billigung der abscheulichen Aktions des BBS und deren Angriff auf Sirikotha, und es zeigt deutlich, auf welchen Tiefpunkt die srilankischen Medien gesunken sind, nur um bei den Mächtigen zu punkten.

David Cameron und die britische Presse übernehmen die Lufthoheit beim CHOGM

Nach meiner Meinung wurde der CHOGM, so wie ihn Rajapakse zu präsentieren gedachte, vom britischen Premierminister David Cameron und dem britischen Pressekorps ausmanövriert. Keine noch so große Menge von Gegen-Foto-Shootings mit Prinz Charles beim Anschneiden seines Geburtstagskuchens in Colombo konnte die Rajapaksa-Version noch retten. Mit der diplomatischen Invasion von Sri Lanka aus Großbritannien wurde die srilankische Regierung hilflos wütend ausgebremst während David Cameron und sein Gefolge nur Stunden nach der Eröffnung des CHOGM am Freitag in Jaffna einflogen, um dort nach dem rechten zu sehen.

Am Anfang schien es noch, als ob CHOGM Präsident Rajapaksa die Stunde der Erlösung bescheren würde. Nicht länger ein sozialer Außenseiter in der internationalen Gemeinschaft zu sein, das war sein Traum. Pech für ihn und seine Regierung, dass die Schlagzeilen rund um die Welt die Verschönerung und Entwicklung in Colombo einfach links liegen ließen und sich auf weinenden Frauen, vernarbte Journalisten und Flüchtlinge, seit Jahrzehnten auf der Suche nach ihrem Zuhause zoomten. In einer deutlichen Zeichen ihrer Verzweiflung in einem Land, das sich offiziell im Nachkriegszustan befindet – glaubte viele Flüchtlingen im Lager von Sabapathy Pillai dass der erste fremde Premierminister/Präsident, der sie seit der Unabhängigkeit besuchen kommt, eine Art Gott sei, geschickt, um ihnen zu helfen.

Doch der Besuch des britische Premierminister im Norden bleib nicht ohne Kritik. Cameron wurde beschuldigt,  seiner eigenen Agenda zu folgen und im Eigeninteresse zu handeln, während er in Sri Lanka auch die Gelegenheit wahrnahm, auf seine politischen Gegner, die Labour Party, einzuschlagen wegen deren Kritik an seiner Entscheidung, an dem umstrittene Gipfel teilzunehmen. Ein Artikel, der in Groundviews veröffentlicht wurde, portraitiert viele der Familien der Verschwundenen auf, die außerhalb der Jaffna Public Library wartend standen und enttäuscht wurden, weil der Ministerpräsident keine Zeit hatte, zu ihnen zu kommen und mit ihnen zu sprechen und sich ihre Geschichten anzuhören. Der Ministerpräsident des nördlichen Provinz und der Führer der TNA wurden der gleichen Ignoranz beschuldigt, und der Artikel fährt fort zu beschrieben, dass alle Familien für ihre fruchtlosen Bemühungen auch noch von der Polizei beleidigt und geschlagen wurden [ iii ] .

Während also David Cameron mediale Wellen in der ganzen Welt erzeugte, und die britischen Medien berichtet, waren sie selbst Teil der Nachrichten. Channel 4 beherrschte die Schlagzeilen in Sri Lanka in einem Maße, dass Callum Macrae angeblichen sagte, er sei der „am meisten gehasste Mann in Sri Lanka“ [ iv ].

Zum Glück für ihn haben die meisten Sri Lanker eine sehr kurze Gedächtnisspanne (Rückblende auf das Helping Hambantota/Rajapaksa-Fiasko…), so dass Macrae in den kommenden Jahren wieder in der Lage, ruhig nach Sri Lanka zu kommen, mit nur einem streunenden Hund, der ihm gelegentlichen hinterher läuft.

Die Unterscheidung zwischen realen und inszenierten Protesten

CHOGM 2013 bot einige Lektionen, wie man zwischen verschiedenen Protesten zu unterscheiden vermag. Geordnete Demonstranten, die nur ungern ihre Gesichter zeigten, waren die ersten, die David Cameron und sein Gefolge in Jaffna trafen. Die Demonstranten zogen es vor, sich hinter gut bedruckten Kartons zu verstecken, auf denen auf Englisch zu lesen stand, man möge doch eine „Untersuchung der Britischen Kolonial Gräueltaten“ einleiten.

Ein paar Meter die Straße hinunter konnte man dann rohe Emotionen, kombiniert mit  hysterischer Verzweiflung auf der Suche nach Antworten sehen – und Frauen, die sich und die Bilder von ihren vermissten Angehörigen verzweifelt gegen den Konvoi warfen.

Wahrscheinlich waren dies nicht die Bilder, die der Rajapaksa-Klan während des CHOGM geplant hatte.

In Jaffna erlebten wir einen Einblick in das reale Sri Lanka – anstatt der fast perfekten Autobahnen, der gepflegten Gärten und den zahlreichen Orten, die zu Ehren des Präsidenten benannt wurden. Weder die Polizei noch die Gefahr der Einschüchterung könnte das reale Sri Lanka zurückhalten. Die Menschen, die an den Protesten teilnahmen und ihre Gesichter zeigten, sind verdammt dazu, belästigt und bedroht zu werden, sobald die mediale Aufmerksamkeit nicht mehr auf die Ereignisse des 15. November erstrahlen.

Laut dem Online-Redakteur der Uthayan Zeitung, Anuraj Sivarajah, gibt es nur zwei mögliche Ergebnisse zum Besuch der britischen Premierministers im Norden. Die Regierung wird entweder alle in Ruhe lassen oder sie wird ihre Angriffe auf die Zeitung noch weiter verstärken [ v ] . Um an einem so stark dokumentiert Protest dieser Art teilzunehmen brauchte man Mut und Entschlossenheit, sich zu beteiligen und wir können nur unsere Bewunderung ausdrücken dafür, dass sie der Polizei ihre Sperren widerstanden haben, um ihre Botschaft zu vermitteln.

Die tamilische Diaspora, die Tamilen in Tamil Nadu und die Tamilen in Jaffna

Ich zögere, über die tamilischen Diaspora und den Tamilen in Tamil Nadu in Bezug auf die Tamilen von Sri Lanka vor allem in den nördlichen und östlichen Provinz zu sprechen. Als ich aber sah, wie Camerons Reise sich entfaltete und welch’ überwältigende Resonanz von den Leuten kam, die er besuchte im Norden, da konnte ich nicht umhin, zu denken, dass vielleicht der Rest der tamilischen Gemeinschaft nicht versteht, wie sein Besuch die Unregelmäßigkeiten zwischen dem, was die Regierung Sri Lanka behauptet zu tun und was sie tatsächlich tut, aufblitzen läßt.

Die Diaspora-Tamilen in Großbritannien und in Kanada forderten einen Boykott des CHOGM – ebenso wie die Tamilen in Südindien. Allerdings scheint es, dass der Cameron-Besuch in Sri Lanka – inmitten heftiger Kritik auch aus dem Vereinigten Königreich selbst – wirklich ein, wenn auch kurzes – Schlaglicht auf die Not der Menschen im Norden richtet; in einer Weise, wie es weder Manmohan Singh noch Stephen Harper durch ihren Boykott geschafft haben.

Obwohl zu bemerken ist, dass der indische Premier seinen Boykott unausgesprochen und undeutlich ließ.

Alan Johnson, ein britischer Labour- Abgeordnete, sagte, dass „wenn Leute wie Cameron nicht in dem Land wären, wären auch Journalisten nicht da, um zu berichten. Und so, in einer seltsamen Art und Weise, lenkt die Teilnahme von hochkarätigen Politikern auf dem Gipfel auf die Fragen der Menschenrechte in Sri Lanka“ [ vi ].

David Cameron, abgesehen von Prinz Charles, war der hochkarätigste Delegierte und Teilnehmer am Commonwealth-Gipfel und damit, wohin er auch ging, waren die internationalen Medien dabei. Im Norden schien es, als ob die Leute dankbar waren für den Besuch des Premierministers statt ihm nachzutragen, dass er den Gipfel nicht boykottierte.

Während Manmohan Singh und Stephen Harper beschlossen, ihre Erklärung zur Menschenrechts-Sitaution in Sri Lanka durch den Boykott des CHOGM wirken zu lassen, scheint es im Nachhinein, als habe David Cameron die stärkeren Aussage über Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka gemacht. Während also einige Teile der tamilischen Diaspora fühlte, dass ein Boykott des CHOGM besser wäre, es scheint, dass diejenigen, die wirklich betroffen sind eine gänzlich andere Ansicht hatten.

Postskriptum

Aber die Frage stellt sich, was geschieht mit uns in Sri Lanka geschehen, sobald der CHOGM-Zirkus die Stadt verlässt? Interessanterweise und wahrscheinlich in völligem Widerspruch der vielzitierten  „Commonwealth-Werte“ wird Präsident Rajapaksa den Vorsitzende des Commonwealth für die nächsten zwei Jahre übernehmen. Durch das Abhalten dieses Gipfels in Sri Lanka wurde die Glaubwürdigkeit des Commonwealth in Frage gestellt – und damit die Notwendigkeit, die Rolle der Organisation im 21. Jahrhundert zu überdenken.

Ist David Cameron wirklich interessiert an Sri Lankas eklatanten Menschenrechtsverletzungen oder hat er nur versucht, ein paar Stimmen für Zuhause zu gewinnen? Wenn ich an David Camerons Versprechen /Drohung denke, um sicherzustellen, dass Sri Lanka die Vorwürfe von Kriegsverbrechen proper untersucht, dann denke ich an David Milibands Besuch während der letzten Phase des Krieges in Sri Lanka. Milibands Besuch in Sri Lanka führte dazu, dass der Mob Bilder von ihm in den Straßen von Colombo und vor der British High Commission verbrannte.

Wird die Regierung eine neuen „Proxy-Propaganda-Krieg“ (vorsätzlich falsch zitiert von Herrn Nonis auf CNN, siehe oben), um die Herzen und Köpfe der Welt zu gewinnen? Werden die Menschen im Norden, die sich mit David Cameron trafen, im nationalen Fernsehen ausgestrahlt, während sie öffentlich leugnen müssen, was sie taten, wie jene tamilischen Ärzte, die in der „No Fire Zone“ tätig waren, und die man nach dem Krieg zwang, ihre eigene Aussagenzu widerrufen?

Letztlich muss man nicht der offizielle  Commonwealth-Astrologe sein, um vorherzusagen, dass das Regime die nächsten Tage nutzen wird, um den Gipfel als einen großen Triumph (der Rajapaksas) und alle Kritiker und Gegner als Handlanger der LTTE zu präsentieren. Die Regierung würde nie zugeben, dass aus der Sicht der internationalen Beziehungen der Gipfel sich als erstklassiges PR-Debakel von beispiellosem Ausmaß erwies.

In den Worten von Michael Ondaatje: „In Sri Lanka eine Lüge gut zu erzählen, ist mehr wert als tausend Fakten.“

Das einzige Problem ist, dass in Sri Lanka heute die Lügen selten gut erzählt werden.

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[i] http://blogs.channel4.com/miller-on-foreign-affairs/channel-4-news-blocked-mob-sri-lanka/454

[ ii ] https://www.youtube.com/watch?v=C7RZ88S5czI

[ iii ] http://groundviews.org/2013/11/16/british-prime-minister-and-tna-leaders-shun-families-of-disappeared-in-jaffna/

[ iv ] http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/nov/16/channel4-television

[v] http://www.theguardian.com/world/2013/nov/15/david-cameron-visits-tamils-sri-lanka

[vi] http://www.digitaljournal.com/article/362153

 

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