M. A. Sumanthiran


Der LLRC-Bericht versagt auf ganzer Linie! – M.A. Sumanthiran

Von Jatila Karawita aus Lakbima News vom 25. Dezember 2011

Der TNA-Abgeordnete M.A. Sumanthiran sagt, dass der Bericht der LLRC (Gelernte Lektionen- und Versöhnungskommission) „dramatisch gescheitert daran ist, die Verantwortlichkeits-Frage der letzten Phase der ethnischen Konflikts im Norden und Osten zwischen den Sicherheitskräften der Regierung und der LTTE“ zu adressieren.

In einem Interview mit Jatila Karawita von Lakbima News, sagte M.P. Sumanthiran, während er alle Vorwürfe von sich wies, dass er nur negativ oder pessimistisch sei bezüglich dieses Themas, dass, während die Regierung die Welt hingehalten habe damit, dass die LLRC der heimische Mechanismus zu Fragen der Verantwortlichkeit sei, die (LLRC) gescheitert sei, bei dem Versuch,die Rechenschaftspflicht anzusprechen.

Der TNA-Abgeordnete sagte, dass seine Partei eine detaillierte Antwort auf den LLRC-Bericht abgeben werde; dass jedoch nur  eine unabhängige Untersuchung, die nicht entweder die Regierung oder die LTTE bevorzuge, die Wahrheit über angebliche Kriegsverbrechen während der letzten Phase des Krieges klären werde.

Auszüge des Interviews:

Frage: Die TNA hat öffentlich den Abschluß-Bericht der LLRC verworfen, weil er widersprüchlich sei. Die TNA besteht weiterhin darauf, dass er (LLRC Bericht) einseitig ist. Ist nicht die TNA selbst zu diesem Thema parteiisch, was das tamilische Volk betrifft?

Sumanthiran: Die TNA ist weder pessimistisch noch negativ. Wäre dies der Fall, würden wir nicht an Gesprächen mit der Regierung teilenehmen – seit einem ganzes Jahr. Es gab keine Antwort von Seiten der Regierung, 11 Monate lang nicht. Erst jetzt hat die Regierungsdelegation angedeutet, dass sie „einige  Probleme“ mit drei Diskussionspunkten habe. Wir haben bei den Gespärchen stets in gutem Glauben und mit immenser Toleranz gehandelt, weil wir absolut aufrichtig wollen, dass eine Lösung gefunden wird. Ich muss an dieser Stelle noch hinzufügen, dass es keine Frage des parteiisch seins ist. Unsere Bedenken gelten ausschließlich für die Menschen im der Nord-Ost-Region, und wir werden auch weiterhin nach ihren Interessen handeln.

Frage: Können Sie erklären, gerne ausführlich, warum Sie den LLRC Bericht als widersprüchlich und voreingenommen wahrnehmen. Aus welchen Gründen äußern Sie diese Vorwürfe?

Sumanthiran: Ich sagte ja, er sei widersprüchlich. Wir sind dabei, eine vollständige Aufstellung zu machen, in der die zahlreichen Widersprüche aufgelistet werden. Aber ich kann jetzt schon sagen, was der größte Widerspruch ist – auf der einen Seite zu sagen, dass man nicht vollständig spezifische Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht habe und auf der anderen Seite die Regierung von jedem Falsch zu entlasten und dann daraus zu schließen, dass nur einige wenige Soldaten einige dieser Taten schuldig seien. Das ist sicherlich eine einseitige Schlussfolgerung, die absolut entgegen den Beweisen und Aussagen von mehreren hundert Menschen läuft, die vor dem LLRC kamen, um auszusagen.

Frage: Die Regierung hat sehr stark und negativ auf die TNA-Anregungen reagiert, dass es entweder eine internationale Untersuchung oder Intervention geben solle wegen Fragen, die im LLRC-Bericht erhoben werden. Die Regierung, insbesondere der Minister für Auswärtige Angelegenheiten, G.L. Peiris hat gesagt, dass Sri Lanka in der Lage sei, die eigenen Probleme ohne jede Intervention oder Einmischung von außen zu schaffen. Was sind Ihr Kommentar dazu?

Sumanthiran: Die srilankische Regierung zeigt nicht den notwendigen politischen Willen dazu, diese Themen in einer gerechten und fairen Art und Weise auch nur darzustellen. Der LLRC-Bericht selbst kommentiert Wertentwicklung der srilankischen Regierung in sachen Umsetzung der Empfehlungen früherer Kommissionen negativ! Was geschah denn zum Beispiel mit dem Bericht der Udalagama Kommission?
Warum sind damals die alle Kommissare der International Independent Group of Eminent Persons (IIGEP) von ihren Funktionen zurücktreten?
Was mit dem Bericht dieser Kommission und ihren Empfehlungen wegen der Tötung der fünf Studenten in Trincomalee  sowie der 17 Mitarbeiter einer Hilfsorganisationen in Muttur?

Kannst man es ernsthaft den Eltern dieser Ermordeten verdenken, dass sie diese Fälle auf fremdem Boden und vor ausländische Gerichte tragen nach jahrelanger Warterei auf Gerechtigkeit und Erkenntnis, wenn diese Gerechtigkeit nicht in Sri Lanka zum Zuge kommt?

Frage: Die Regierung hat gesagt, sie würde eine Kommission in Kürze oder nächster Zeit einrichten, um das Verschwindenlassen von Personen während der letzten Phasen der Nord-Ost-Konflikts, als der Krieg gegen die LTTE am schlimmsten wütete, zu untersuchen. Angesichts eines solchen Unternehmens oder dieser Zusicherung, ist die TNA nicht von der Ernsthaftigkeit der Regierung diese und ähnliche Probleme anzugehen? Welche weiteren Maßnahmen könnte die Regierung in dieser Hinsicht denn ergreifen?

Sumanthiran: Die Regierung von Sri Lanka hat sich in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen am 26. Mai 2009 dazu verpflichtet, einen Mechanismus einzurichten, um Verantwortung in diesen Fragen zu übernhmen. Ein Jahr später ernannte sie die LLRC – aber nicht, mit der Frage der Rechenschaftspflicht im Blick, sondern um herauszufinden, warum das Waffenstillstandsabkommen von 2002 gescheitert ist!

Dennoch ging Professor Peiris auf der ganzen Welt umher und behauptete, dass die LLRC das notwendige Mandat habe, um  Fragen der Verantwortlichkeit zu untersuchen. Als der Generalsekretär der Vereinten Nationen ein Expertengremium einberief, um ihn in Fragen der Rechenschaftspflichts-Probleme in Sri Lanka zu beraten, protestierte Peiris wild und behauptete dreist, die LLRC werde das tun.

Immer wenn die Frage der Verantwortlichkeit von jemandem erhoben wurde, sagte die Regierung, man solle auf den LLRC-Bericht warten. Sie protestierten gegen das Expertengremium und deren Schlussfolgerung, dass es glaubwürdige Vorwürfe von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von beiden Seiten in der letzten Phase des Krieges gegeben habe und erklärten öffentlich, dass die Regierung oder ihre Soldaten nicht schuldig sein könnten für so etwas – gänzlich ohne Untersuchung oder eigene Nachforschung. Nun gesteht die LLRC ein, dass sie keine gründliche Untersuchung gestartet habe; trotzdem kommt sie zu dem Schluß, dass die Regierung nicht verantwortlich gemacht werden könne. Kann man dieses Verhalten als „echte Initiative“ bezeichnen. Wir glauben: Nein?

Frage: Ist es nicht wahr, dass die TNA sich gegen jede Bewegung oder alle Züge, die von der Regierung unternommen werden stellt, um eine Lösung des ethnischen Problems finden – nur der Sache selbst wegen oder manchmal sogar absichtlich in der Art und Weise, wie es die LTTE seinerzeit tat? Auch der Präsident hat gesagt, dass die TNA dieselbe harten Linie, Taktik und Haltung der LTTE angenommen habe. Was ist die wirkliche Haltung der TNA? Ist es, sich dieser  Regierung in allem und jedem zu widersetzen? 

Sumanthiran: Der Präsident ernannte im Januar 2011 eine Regierungsdelegation, die mit der TNA  sprechen sollte, um eine politische Lösung zu finden. Schon bei der ersten Begegnung mit der Regierungsdelegation gaben wir zu Protokoll, dass die Lösung, die wir im Auge haben, genau die gleiche ist, wie das, was der Präsident selbst im Juli 2006 artikulierte, als er die konstituierende Sitzung der APRC und deren Expertenrunde einrichtete. Bei der zweiten Sitzung gaben wir einen Überblick über die Lösungen, die wir im Sinn hatten. Die Regierungsdelegation wollte eine umfassendere Reihe von Vorschlägen und wir haben sehr klar unsere Position festgelegt  – das war bereits im März nach der dritten Sitzung.

Diese Position ist nichts anderes als das, was die aufeinander folgenden Regierungen seit 1987 bereit waren, zuzugestehen. Wie kann da jemand sagen, dass wir die  harte Linie  und die Taktiken der LTTE angenommen haben?

Es war die Regierung, die danach nicht reagierte und wieder haben wir uns in viel Geduld geübt. Vom Präsident ist wohl dokumentiert, dass er in vollem Umfang den 13. Verfassungszusatz durchsetzen will, ebenso eine sinnvolle Dezentralisierung, die über den 13. Zusatzartikel hinaus geht, also 13 + +, etc..  Polizeigewalt und Landes-Kräfte sind auch im Rahmen der 13. Änderung vorgesehen,  auch der Zusammenschluss des Nordens und der Ost-Provinzen. Wie kann da jemand aus der Regierung jetzt plötzlich sagen, dass Landes und polizeiliche Befugnisse nicht übertragen werden können und dass es keine Fusion der Provinzen geben könne?

Wer hat hier die ständig wechselnden Positionen – die Regierung oder die TNA?

Wir bitten lediglich den Präsident und die Regierung bei  dieser Übung aufrichtig zu sein, und nicht, ihr gegebenes Wort nicht einzuhalten, um dann die Schuld der TNA zu geben! Wir werden nun beschuldigt, keine Namen für den parlamentarischen Ausschusses (PSC) nominieren zu haben. Nach neun Monaten der Gespräche mit uns, und nachdem man sechs Monate lang nciht auf unser Positionspapier vom März 2011 reagiert hat, kündigte der Präsident plötzlich an, dass er eine PSC ernennen will. Warum hat er im Januar dann eigentlich eine eigene Delegation ernannt, um mit uns zu sprechen – um seinen Delegierten dann nicht zu erlauben, auf unser Positionspapier mit sehr vernünftige Vorschlägen zu reagieren, nachdem wir es auf den Tisch gelegt hatten?

Schon damals haben wir einen PSC nicht ablehnen, sondern vielmehr mit dem Präsidenten vereinbart, dass substantielle Einigung zwischen der Regierungsdelegation und uns zu erreichen sind, die dann in die Gespräche der PSC als SLFP-TNA-Position eingenommen werden. Wir fühlen uns immer noch dieser Vereinbarung verpflichtet.

Und wenn zumindest ein paar inhaltliche Vereinbarungen in den bilateralen Gesprächen erreicht sind, werden wir uns an den Beratungen des PSC gerne beteiligen. Deshalb ist es also völlig falsch zu sagen, dass die TNA gegen alle Züge der Regierung diesbezüglich ist. Wir waren bislang äußerst kooperativ und bitten nur, dass der Präsident und die Regierung sich auch von ihrer Seite her an Abmachung hält.

Frage: Was veranlasste die TNA, diesen LLRC-Bericht so umfassend abzulehnen?

Sumanthiran: Wir haben nur unsere erste Reaktion veröffentlicht, in denen wir darauf hinwiesen, dass der Bericht dramatisch gescheitert ist, wenn es darum geht, die Verantwortlichkeits-Problemematik anzugehen. Bei dieser Verantwortlichkeit lag der Schwerpunkt eigentlich beim LLRC-Bericht, obwohl deren Mandat nichts darüber besagte. Die Regierung hielt die Welt hin, imdem sie überall erzählte, dass die LLRC der heimischen Mechanismus sei, um mit Verantwortlichkeits-Themen umzugehen. In der Tat wurden viele Kritiker allein deshalb gerügt, weil sie nicht den Bericht abwarten wollten. Wir haben nicht im Voraus verurteilt, obwohl wir schon immer ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Zusammensetzung und des Mandats der LLRC hatten. Aber nochmal: bei der entscheidende Frage, d.h., die Verantwortlichkeit, hat die LLRC auf ganzer Linie versagt.

Das ist alles, was wir gegenwärtig zu diesem Thema sagen wollen. Wir werden uns mit dem Bericht umfassend später beschäftigen – und eine Antwort darauf erstellen.

Frage: Mit dieser Entlassung über den LLRC Bericht, scheint es offensichtlich, dass die TNA den Bericht noch nicht einmal lesen oder sich  nicht vollständig darin vertiefte hat. Was sind Ihre Komentare dazu?

Sumanthiran: Wir haben den Bericht vollständig gelesen und Sie haben eine erste Antwort dazu. Wir analysieren die Inhalte und machen einen umfassenden Bericht dazu  – wie schon gesagt: später. Spätestens dann wird es jedem klar werden, wie eingehende wir den Bericht gelesen und studiert haben.

Frage: Die TNA und verschiedene andere Anti-Regierungs-Parteien und Organisationen, darunter Human Rights Watch, haben sowohl lokal als auch international eine vorgefasste Vorstellungen, dass die Sicherheitskräfte der Regierung schuldig sind, viele Gräueltaten während der entscheidenden Endphase des Krieges begangen zu haben. Daher wird auch jeder Bericht der Regierung im Zusammenhang mit diesem Problem weiterhin auch von der TNA bekämpft werden. Was sagen Sie dazu?

Sumanthiran: Wir werden nicht gegen einen unabhängigen Bericht zu diesem Thema opponieren. Die LLRC wäre niemals zu dem Schluss gekommen, dass die Verletzungen der Menschenrechte „systematisch“ waren und dass die Regierung verantwortlich ist; selbst bei all den Beweisen und Nachweisen, die sie vor sich hatten. Wir werden das in unseren ausführlichen Bericht zu demonstrieren wissen.

Sowohl der Regierung wie auch der LTTE werden schwere Verstöße vorgeworfen. Nur eine Untersuchung, die von beiden Seiten unabhängig ist, wird die Wahrheit enthüllen. Wenn die Regierung so zuversichtlich muss sie sich ja keine Sorgen wegen einer unabhängige Untersuchung machen, oder?.

Frage: Ist die TNA nicht bereit, den LLRC Bericht als das hinzunehmen, was es ist , nämlich als authetische Augenzeigenberichte?

Sumanthiran: Es tut mir leid, diese Frage ist absurd. Aber meine bisherigen Antworten dürften all das beantworten, was sie versuchten, als Frage zu formulieren.

Frage: Es gibt Vorwürfe, dass die TNA eine Hinhaltetaktik in Bezug auf aktuelle Gespräche mit der Regierungsdelegation bei der Suche nach eine Lösung des Nord-Ost-Problem eingenommen habe. Könnten Sie die Linie Ihrer Partei erklären?

Sumanthiran: Ich denke, edie meisten der detaillierte Antworten dieses gesprächs zeigen deutlich die Haltung der Partei. Die TNA ist wirklich daran interessiert, eine gerechte, vernünftige und dauerhafte politische Lösung innerhalb eines vereinten Landes zu finden. Diese Lösung muss nicht mehr sein als das, was aufeinanderfolgenden Regierungen bereit waren, als Machtteiungs–Vereinbarungen zu gewähren. Präsident Mahinda Rajapakse selbst hat sich genau zu dieser Position im Jahr 2006 artikuliert.

Es gibt einige Leute, die sagen, jetzt hätten sich die Umstände geändert. Wenn sie damit die Absenz der LTTE meinen, dann ist das ein sehr gefährliches Argument. Eine solche Position sagt dem tamilische Volk nämlich nur, dass, wenn sie mit Gewehren kämen, mehr politische Macht übertragen werden würde!

Wir haben ganz klar keine Maximalforderungen gestellt, sondern lediglich eine sinnvolle Anordnung innerhalb eines vereinten Landes artikuliert, und auf eine gerechte und vernünftige Antwort gewartet, seit März dieses Jahres. Wir sind nicht diejenigen, die die Gespräche ins Stocken gebracht haben. Die Protokolle – und damit Geschichte – werden dies bestätigen.

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M. A. Sumanthiran: „Gesprächen machen keinen Sinn, wenn die Regierung nicht endlich auf offene Fragen antwortet.“

Von Arthur Wamanan

Die Tamil National Alliance (TNA) richtete in der letzten Woche ein Ultimatum an die Regierung – samt einer Reihe von Vorschlägen für die Suche nach einer Lösung der ethnischen Frage.

Der TNA-Abgeordnete, Mathiaparanan Abraham Sumanthiran spricht mit The Nation über die Gründe für das Ultimatums und über die Fragen, die nach seiner Rede in London entstanden.

Im Folgenden Auszüge des Interviews:

Frage: Die TNA hat ein Ultimatum bis 18. August für die Regierung gestellt, zu den von Ihnen eingereichten Vorschlägen zu reagieren. Warum haben Sie sich zu einem solchen Schritt an dieser Stelle entschieden?

M. A. Sumanthiran: Wir haben ein Papier an die Regierung eingereicht in der zweiten Runde der Verhandlungen am 3. Februar. Sie hatten von uns einen ausführlichen Bericht gefordert, den wir auch an die Regierung übergeben haben. Wir haben diesen Bericht ncohmals ergänzt und diesen detaillierten Bericht während der nächsten Gesprächsrunde am 18. März übergeben. Uns wurde gesagt, dass der Bericht sehr umfassend sei, weshalb die Regierungs-Delegation uns um mehr Zeit ersuchte, um durch die Vorschläge zu gehen.

Obwohl die nächste Runde der Gespräche erst für den 7. April angesetzt war, wurde die Diskussion um unseren Bericht speziell für 29. April eingeplant. Es wurde dann jedoch nicht darüber diskutiert, weil sie angeblich immer noch nicht bereit waren. Das war die Geschichte, die sie auch beim nächsten Treffen erzählten. Am vergangenen Donnerstag hatten wir unsere 10. Sitzung. Also hatten wir jetzt sieben Gesprächs-Runden, ohne eine Reaktion der Regierung auf unsere Vorschlägen zu hören, geschweige über sie zu diskutieren. Während einer dieser fruchtlosen Sitzungen sagte man uns, dass sie, die Regierung, schriftlich reagieren werde. Und dann sagten sie plötzlich, dass es nichts Schriftliches geben werde.

Der Punkt ist, dass wir ihnen genügend Zeit und eine ausreichende Anzahl von Sitzungen gab, für sie die Position der Regierung darzustellen in Bezug auf die Punkte, die wir haben angesprochen haben. Wie können wir fortfahren mit der Diskussion, wenn sie nicht in der Lage sind, die Position der Regierung darzustellen? Deshalb sagen wir, dass es keinen Sinn mehr macht, ohne die Reaktion der Regierung. Also sagte ich ihnen, , wenn sie bereit sind mit ihrer Resonanz, können wir die Diskussion fortzusetzen.

Frage: Die Gespräche zwischen der Regierung und der TNA gilt als eine wichtige Plattform, um eine Lösung der langjährigen, ethnischen Frage zu finden. Glauben Sie nicht, dass dieser Schritt der TNA diesen Prozess behindern und er Unsicherheit unter den Menschen hervor ruft, vor allem bei Tamilen?

M. A. Sumanthiran: Das ist der Grund, warum wir gesagt haben, dass die Gespräche aussagekräftig sein müssen. Dieser Prozess muss zielgerichtet und sinnvoll sein. Man kann nicht ein Prozess einleiten um des Prozesses willen. Das macht keinen Sinn. Dieser Prozess muss etwas erreichen. Es schien uns von Anfang an ziemlich klar zu sein, dass dieser Prozess durch die Regierung nur für den Zweck eines Prozesses an sich eingeleitet wurde, um Zeit zu schinden und nicht, um etwas durch ihn zu erreichen.

Die Regierung hat vor allem der internationale Gemeinschaft immer wieder erzählt, dass sie zusammen mit der TNA dabei sei, eine politische Lösung zu finden. Sich Monat für Monat zu treffen, das ist nicht wirklich eine Beteiligung an Gesprächen. Wir haben keine wirklich bedeutungsvollen Gespräche, weil sie einfach nicht mit ihrer Position rüber  kommen. Deshalb also sind wir auch darauf aus, diesen Prozess zu einem Erfolg zu machen. Es muss aussagekräftig sein. Sie sollten alles, was sie wirklich wollen, auf den Tisch legen, damit dieser Prozess wirklich sinnvoll werden kann. Sie haben ständig versprochen, endlich Antwort zu geben. Sie haben sich nie ausdrücklich geweigert, es zu tun. Aber nichts ist geschehen, keine Antworten liegen vor.

Frage: Haben Sie diese Poistion an die Regierung vermittelt?

M. A. Sumanthiran: Wir haben die öffentliche Erklärung erst herausgegeben, nachdem wir unsere Position eindeutig der Regierung vermittelt haben. Wir haben einen Zeitrahmen von zwei Wochen festgelegt, einfach, damit klar ist, das wir nicht ewig warten, dass wir nicht warten, bis die Regierung sich entscheidet, zu reagieren.

Die Regierung scheint eine Erklärung abgegeben zu haben, dass dies eine sehr kurze Zeit sei, die wir ihr gegeben haben. Und dass wir Bedingungen gestellt hätten. Das stimmt so nicht. Wir haben sie lediglich gebeten, ihren eigenen Versprechen nachzukommen. Es bedeutet nicht, dass sie innerhalb dieser zwei Wochen mit einer Lösung kommen müssen. Wir wollen lediglich wissen, wie die Position der Regierung ist; in schriftlicher Form, so wie wir es vorgelegt haben. Sie haben seit März Zeit gehabt, das auch zu tun.

Frage: Was wird der nächste Schritt sein, wenn die Regierung nicht innerhalb der Frist, die Sie gegeben haben, reagiert?

M. A. Sumanthiran: Wir gehen davon aus, dass die Regierung nicht bereit dazu ist, trotz der Tatsache, dass sie uns seit März versprochen haben, zu reagieren. Sie können das tun, wenn es das ist, was sie tun wollen. Es ist eine andere Sache, wenn sie sich mehr Zeit wünschen. Die können sie von mir aus gerne habe – aber sie müssen reagieren. Es macht für beide Seiten keinen Sinn, sich wieder wieder an den Verhandlunsgtisch zu setzen, wenn sie nicht reagieren und es deshalb nichts zu verhandeln gibt.

Frage: Aber glauben Sie nicht, dass Ihre aktuelle Schritt vergeblich sein würde, wenn die Regierungsseite mehr Zeit forderte und wenn Sie damit einverstanden wären.

M.A. Sumanthiran: Deshalb haben wir ihnen ja zwei Wochen gegeben und wir haben es dabei belassen. Es liegt an der Regierung, in welcher Weise auch immer, zu reagieren. Die zwei Wochen Zeit sind keine Forderung noch eine Ultimatum, oder so etwas. Sie müssen doch selbst diese Fragen, die wir stellen, diskutiert haben.

Frage: Die Regierung sucht nun in einem parlamentarischen All-Parteien-Ausschuss (PSC), eine Lösung der ethnischen Frage zu finden. Was ist der TNA-Stand zu dieser Massnahme?

M. A. Sumanthiran: Wir hatten gebeten, uns die genauen Bedingungen dieses PSC vorzulegen, um darauf zu reagieren. Was ursprünglich vorgeschlagen wurde, war für uns nicht akzeptabel, weil noch nicht einmal das Mandat erwähnt wurde, also für welchen Zweck genau die PSC eigentlich gebildet werden soll. Wir haben einige Vorschläge gemacht, und sie waren akzeptabel für die Regierungsdelegation. Wieder wollten sie mehr Zeit haben, um über den Zweck des PSC nachzudenken. Und sie kamen auch tatsächlich zurück auf der letzten Sitzung mit einem neuen Vorschlag, in dem sie den genannten Zweck des PSC dargestellt hatten. Aber, sie haben alles, was wir bei der letzten Sitzung vereinbart hatten, wieder geändert. Deshalb gab es keine Einigung in Bezug auf den PSC.

Wir hatten dann wieder an dem Entwurf gearbeitet, den sie mitgebracht haben. Jetzt wollen sie nochmal zurück und die Dinge beraten, auf die wir uns ursprünglich schon geeinigt hatten. Der Ball liegt also nun in ihrem Feld. Sie können zu uns zurück kommen, wenn sie endlich bereit sind, auf die wesentlichen Frage der Dezentralisierung der Macht zu reagieren, und wenn sie bereit sind, den Entwurf der Aufgabenstellung des PSC fest zu vereinbaren. Aber dies kann nicht eine unbestimmte Zeit lang dauern.

Frage: Sie sagen also, dass Sie auf die Regierung warten, um auf Ihre Vorschläge zu reagieren und auf die Einigung über das Mandat im Hinblick auf den PSC. Was würde mit dem PSC geschehen, wenn die Regierung auf die ursprünglichen Vorschläge nicht anspricht?

M. A. Sumanthiran: Nun, dann ist der PSC nutz- und sinnlos, wenn es keinen Mechanismus gibt, um die Vereinbarung im Hinblick auf den inhaltlichen Aspekt der Dezentralisierung zu implementieren. Also müssen wir in eine ernsthafte, richtige Diskussion gehen, um das zu erreichen.

Frage: Was würde mit den Gesprächen zwischen der TNA und der Regierung, wenn der PSC implementiert wird?

M. A. Sumanthiran: Nun, die ursprüngliche Idee war die, dass die Gespräche weitergehen, auch wenn der PSC konstituiert werden sollte – in Absprache mit uns. Aber ohne den Fortgang der Gespräche zwischen der Regierung und der TNA gibt es wie gesagt keinen Sinn ein PSC einzuberufen.

Frage: Es gab einige Verwirrung innerhalb der tamilischen politischen Kreise in Bezug auf bestimmte Aussagen, die Sie während Ihrer letzten Reise nach England gemacht hatten. Können Sie erklären, was die Probleme waren?

M. A. Sumanthiran: Es gab drei Dinge, die aus meiner Rede bei einem Treffen in London herausgepickt wurden. Es wurde berichtet, ich hätte gesagt, dass wir eine akzeptable Lösung suchen müssen, die für das singhalesische Volk akzeptabel ist.

Was ich wirklich gesagt auf der Tagung, wie es durch das Video, das von einigen Leuten hochgeladen wurde verifiziert werden kann, ist, dass unsere Position eine angemessene Position sein muss und die Forderungen gerechte sein müssen. Wir müssen jeden im Lande davon überzeugen, dass unsere Position eine angemessene und gerechte Position ist. Die internationale Gemeinschaft muss wissen, dass wir keine extremen Linie verfolgen. Gleichzeitig, muss auch eine gewisser Mindestanteil der singhalesischen Gemeinschaft in diesem Land unsere Lösung als vernünftig akzeptieren können.

Ich sehr ausdrücklich gesagt „zumindest ein Teil der singhalesischen Menschen müssen akzeptieren, dass unsere Forderungen vernünftig sind. Aber das wurde verdreht und eine andere Version widergegeben.

Zweitens; das ist die Frage der ermittlungen in Sachen Kriegsverbrechen. In Bezug auf dieses Thema habe ich bei diesem Treffen nie gesagt, dass die Behauptungen von Kriegsverbrechen nicht untersucht werden sollten. Es gab keinerlei Aussage von mir in Bezug auf dieses Thema. Dazu gibt es auch keinen Videobeleg. Das war etwas, von jemandem anders eingeführt wurde. Also: Meine Position ist, dass die Behauptungen von Kriegsverbrechen untersucht werden müssen. Diese Behauptungen sind nicht von verantwortungslosen Menschen gemacht worden. Ein Expertengremium, das der Generalsekretär der Vereinten Nationen selbst ernannte, hat gesagt, dass es glaubwürdige Vorwürfe von Kriegsverbrechen gibt, begangen auf beiden Seiten. Wenn das keine verantwortungsvolle Behörde ist, was dann?

Nicht nur das; vieler Länder Regierungen sagen, dass dies untersucht werden müssen, einschließlich Indien. In einer Erklärung des indischen Außenministers am Donnerstag, hat man sehr deutlich präzisiert, dass diese Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen untersucht werden müssen.

Drittens. Es ging um meine Ausführungen zur Rolle, die die tamilische Diaspora spielt. Immer wieder gab es Fragen über die Rolle der Diaspora. Ich habe gesagt, dass die Diaspora manchmal als einseitig dasteht und dass die internationale Gemeinschaft und der Berichte des Experten Panels des UN-Generalsekretärs sowie der International Crisis Group die Rolle der Diaspora sehr negativ wahrgenommen haben.

So sehr wir auf den Rat der internationalen Gemeinschaft zu hören, so sehr nehmen wir aber auch Hinweise aus der Diaspora auf. Also dränge ich darauf, dass es vielleicht gut wäre, wenn die Diaspora auch die Ratschläge beherzigte, die von der internationalen Gemeinschaft gegeben werden. Was ich gesagt hatte, wurde leider verdreht und was ich nicht gesagt wurde berichtet, als ob ich gesagt hatte. Dies konnte nicht aus Versehen geschehen sein. Denn das, was ich sagte, war sehr klar, deutlich und unmissverständlich. Dies scheint das Werk einiges Unruhestifter gewesen zu sein.

Frage: Aber wenn das, was Sie jetzt sagen wahr ist, könnte man da nicht auf die Idee kommen, dass die Tamilen geteilter Meinung sind?

M. A. Sumanthiran: Nein. Ich würde das nicht sagen. Da ist die große Mehrheit der Diaspora, die sehr verantwortlungsvoll ist. Und die Leute, die mit mir in der Sitzung interagierten, sagten mir danach, dass ich diese verdrehten Variationen nicht ernst  nehmen solle. Es gibt eine breite Unterstützung für die verantwortungsvolle Rolle, die die TNA in Sri Lanka spielt. Und das betrifft die meisten Menschen, die die Diaspora darstellen.

Frage: Gab es Missverständnisse innerhalb der TNA in Bezug auf diese Fragen im Zusammenhang mit Ihren Aussagen in Großbritannien?

M. A. Sumanthiran: Nein. Es gab und gibt keine Missverständnisse innerhalb der TNA. Es gab nur ein Mitglied des Parlaments, der einen Kommentar abgab, und meinte, was ich gesagt hatte, sei nicht die Position der Partei. Er hat dies gesagt, weil er voraussetzte, dass das, was berichtet wurde, das war, was ich gesagt hatte. Aber auch er hat am Ende seiner Erklärung gesagt, dass er mich gut genug kennt, und dass er sich nicht vorstellen kann kann, dass ich das gesagt habe. Alle anderen lehnten einen Kommentar ab, weil sie warten wollten, bis ich zurück war, um zu erfahren, was stimmt und was nicht.

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