Sharmini Serasinghe


AgressivMonkÜbersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Colombo Telegraph vom 23. Februar 2013

Von Sharmini Serasinghe

„Ein Tyrann muss bei seinem Auftreten stets eine ungewöhnlichen Hingabe an die Religion zeigen. Untertanen sind weniger besorgt, illegale Behandlung von einem Herrscher hinzunehmen, den sie ihn als gottesfürchtige und fromm wahrnehmen. Auf der anderen Seite werden sie sich weniger wahrscheinlich gegen ihn erheben, wenn sie glauben, dass er die Götter auf seiner Seite hat.“ Aristoteles

Colombo„Wenn der Buddha selbst jetzt hier wäe, gäbe es eine Sache, die er sofot tun würde – er würde den Sinhalabuddhism in Sri Lanka verbieten!“ – Mit Entschuldigungen an Mark Twain.

Als Srilankerin mit buddhistischem Glauben nehme ich es auf mich, wie andere nicht das Recht dazu haben, die signifikanten Unterschiede zwischen der Philosophie des Buddhismus nach den Lehren des Buddha zu definieren und dem, was von der Mehrheit in diesem Land unter dem Schirm des Buddhismus betrieben wird. Das tue ich nicht, um meine Religion am Revers zu tragen, sondern, um meinen Landsleuten im multireligiösen Sri Lanka und anderen etwas zu erklären über den Zustand der Verwirrung über das aktuelle Geschehen in diesem Land unter dem Namen des Buddhismus.

Um mit der Mehrheit der Buddhisten in diesem Land anzufangen – es sind diejenigen, die sich selbst als „Buddhisten“ bezeichnen, und die in buddhistische Familien hinein geboren wurden. Diese Leute sind keine Buddhisten geworden durch das Verständnis oder durch ihre Überzeugung von der buddhistischen Lehre, sondern sie wurden einfach als Buddhisten geboren.

Buddhismus in seiner reinen Form aber ist viel zu tief und komplex als Philosophie, als dass er von durchschnittlichen und undisziplinierten Geistern verstanden werden würde. Daher verwundert es nicht, dass Seine Lehren oft missverstanden und fehlinterpretiert werden von den „geborenen Buddhisten“. Daher legt die Mehrheit der Sri Lanker, die sich „Buddhisten“ nennen und ihn als Religion praktizieren, die Lehre mit ihrer eigenen Wahrnehmung aus.

Kurz geagt: Das, was von den meisten Srilankern unter dem Schirm des Buddhismus praktiziert wird, ist eine heraufbeschworen Mischung aus Ritualismus und Symbolik, die keinerlei Ähnlichkeit und überhaupt nichts von der Philosophie des Buddha in sich trägt.

Ein Beispiel? Buddha bat seine Anhänger nie, den Tempel an Full Moon (Poya) Tagen zu besuchen – oder an irgend einem anderen Tag – um Blumen, aus Nachbars Garten gestohlen, darzureichen vor einer Ton- oder Stein-Statue, die ihn selbst darstellen soll. Buddha hat seinen Anhängern gegenüber nie behauptet, dass damit ehrenhafte Verdienste anzusammeln wären.

Buddha hat seine Anhänger nie ermutigt, Töpfe mit Wasser am „Bo-Baum“ (Bodhi Puja) zu entleeren, um ihn zu gießen – nur um so zu erreichen, dass der Baum vor lauter Wasser schneller verrottet und stirbt. Buddha hat seinen Anhänger nie gesagt, dass man damit große Verdienst um den Glauben bekäme, noch, dass man sich damit vom Elend einer „schlechten Zeit“, oder von Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes, befreien könne – oder sich Reichtum wünschen könne.

Auch hat Buddha seiner Anhänger nie dazu aufgefordert, buddhistische Mönche zum Mittagessen nach Hause einzuladen (offering Alms), um Wohlwollen an tote Menschen zu übertragen, so dass sie geradewegs in den Himmel dafür kämen. Buddha seinen Anhängern gegenüber nie gesagt, dass damit selbst Vergewaltiger, Mörder, Kinderschänder et al als Engel im Himmel geboren werden oder Nirvana erreichen könnten – Dank eines Lunchpakets für einen Mönch.

Deshalb, wie oben dargestellt, ist „Buddhismus“, wie er von den meisten Sri Lanker praktiziert wird, eine Theorie, welche die simple, ungebildete und unaufgeklärte Mehrheit mittel „Notwendigkeiten“ befriedigt – was auch immer damit zu erreichen sei.

Die Ursache für dieses Phänomen liegt darin, dass der Buddhismus keinen Gott kennt, um den in Zeiten der Krise ansprechen, wie dies in anderen Religionen der Fall ist. Doch der durchschnittliche Mensch braucht scheinabr eine übernatürliche Macht, wenn er mit einer Krise konfrontiert wird, so dass es der erste Instinkt eines „buddhistischen“ Srilankers ist, in den Tempel zu laufen, Haufen von Blüten und Blumen vor Statuen aufzustapeln und literweise Wasser auf den Bodhi-Baum zu gießen. Sie besuchen „sicherheitshalber“ auch einen Hindu Kovil und zerbrechen rituell Kokosnüsse und manche laufen sogar zu einer christlichen Kirche und beten zu Jesus, Maria und allen anderen Heiligen, etc.,

All diese oben erwähnten und weitere Rituale werden in der glühenden Hoffnung durchgeführt, dass man dadurch vom Leiden freigesetzt werde oder Verdienste gewinnte, um letztlich damit auch mehr und mehr Besitz zu erwerben.

Deshalb hat auch die buddhistische Theorie des „Karma“ (Ursache und Wirkung), eine, wenn nicht die fundamentale Lehre im Buddhismus, keinen Platz in Sri Lankas „Buddhismus“ – einfach, weil sie kein göttliches Heil in Zeiten der Not bietet.

Dies soll nicht etwa heißen, dass es keine Srilanker gibt, sowohl im buddhistischen Klerus wie auch unter den  Laien, die dem echten Buddhismus folgen, wie es sein sollte. Tatsache aber ist, dass die Mehrheit – leider Politiker eingeschlossen – diesem Anders-Buddhismus frönt.

Laut Sri Lankas politischen Geschichte, war es der verstorbene S.W.R.D. Bandaranaike, der die Bedenken in den Wind schlug und  das Konzept des „Sinhalabuddhism“ propagierte – sehr zum Nachteil von Sri Lanka, wie wir mittlerweile wissen. Die Zerbrechlichkeit und Schwächen der Singhalesen erkennend, die vor allem nur „Buddhisten“ waren und die seine Wählerschaft darstellten, schuf er eine Massenhysterie unter dem Banner „Sinhalabuddhismus“ “ – ein Fluch, der heute die Wurzel aller Übel ist, die die Nation plagen. Er selbst war übrigens  anglikanischer Christ und als solcher wurde er auch beerdigt.

S.W.R.D. Bandaranaikes „Karma“ (Ursache und Wirkung) war eher schlecht. Er wurde auf offener Straße erschossen – von einem pistolenschwingenden Extrem-Sinhalabuddhisten in gelber Robe.

Dieses dämonischen Konzept eines „Sinhalabuddhismus“,  von und durch Bandaranaike  eingeführt, ist zur sine qua non geworden für die nachfolgenden Politiker Sri Lankas – vor allem die in der SLFP – um mehr Stimmen bei den Wahlen zu sammeln. Die UNP, schon immer mehr als Bourgeoisie-Partei betrachtet, praktiziert diesen „Sinhalabuddhismus“ etwas subtiler. Der verstorbene J.R. Jayewardene porträtiert sich selbst als prima facie Buddhist nach der Lehre der Dhamma und hat daher nie offen dazu ermutigt, dem  „Sinhalabuddhismus“ nachzugehen.

Unter seinem Nachfolger Ranasinghe Premadasa aber wurde der Sinhalabuddhismus zu einer Form von abstruser Kunst verwandelt. Unzufrieden mit dem, was Sinhalabuddhismus allein ihm geben konnte, machte sich Premadasa daran, auch den Hinduismus einzuvernehmen. Damit setzte er den Trend auch für spätere Politiker-Generationen, die Hindu-Götter in verschiedenen Hindu-Tempel in Sri Lanka und Indien anbeteten – um mehr und mehr von dem zu erhalten, was sie wollten.

Und so sitzen wir hier und heute mitten im Sumpf des absurden „Sinhalabuddhismus“ Sri Lankas – dank der kurzsichtigen und egoistischen Politik einer vergangenen Ära. Wir sind nun nichts anderes als eine dekadente Nation von Mördern, Vergewaltigern, Kinderschändern, Schurken etc., mit einem Idiokratie von einer Regierung, die zum größten Teil aus „Sinhalabuddhisten“ besteht und mit einem „Sinhalabuddhisten“ Herrscher, der gerne und imer weider versichert, dass „die Regierung gleichzeitig die religiöse Freiheit für alle Gemeinden sichert durch die Stärkung der interreligiösen Harmonie und der Toleranz, und trotzdem immer der Pflicht zum Schutz und zur Förderung des Buddhismus nachkommt.“

Ich glaube, was der Herrscher damit meint ist „Sinhalabuddhismus zu schützen und zu fördern“.

Heute werden, im Namen des „Sinhalabuddhismus“, die einst hochverehrte Safran-Robe der Jünger des Buddha zur Uniform der Fanatiker der „Sinhalabuddhismus“, der Intoleranz, Grausamkeit und Verachtung der anderen Religionen verbreitet; das Gegenteil des Buddhismus nach den Lehren der Dhamma.

Als Laien-Schülerin des weltbekannten ehrwürdigsten Piyadassi Maha Thera halte ich mich für privilegiert, einen so herausragenden Guru des buddhistischen Ordens als Lehrr zu haben. Rev. Piyadassi, wie ich ihn nannte, war ein enger Freund meiner Familie über Generationen hinweg mit häufigen Interaktionen. Hier war ein buddhistischer Mönch, der darauf bestand, dass wir mit ihm am Tisch und zusammen mit ihm zu Mittag essen, während ich als neugieriger Teenager ihn mit Fragen über den Buddhismus bombardierte, die er allesamt geduldig und klar beantwortete. Diese Art der Interaktion mit solchen Lehrern ist, was heute so dringend nötig wäre.

Mit Rev. Piyadassis Ableben im Jahr 1998, verließ er uns mit Schuhen die jedem Nachfolger zu groß waren. So dachte ich. Aber jetzt weiß ich es besser. Denn es gibt viele buddhistische Prälate und Mönche seines Kalibers, und die würdig sind, verehrt und angebeten zu werden als die wahren Boten von Buddhas Philosophie und sie sind diejenigen, die Sri Lankas buddhistische Generationen in Zukunft auf den richtigen Weg leiten werden.

Wenn sich Sri Lankas amtierender Präsident aufrichtig wünschen würde, den Buddhismus in seiner ursprünglichen Form zu sichern und zu fördern, dann wäre es seine Pflicht, all jene „Sinhalabuddhismus- Fanatiker“ in gelben Roben entweder zu rehabilitieren oder sie wegzustecken, am besten hinter Gittern, um so sicherzustellen, dass sie unserer Nation nicht besudeln  – noch die Dhamma.

Darüber hinaus müßte der Präsident es auch auf sich nehmen, ein System zu etablieren, in dem unsere jüngeren und künftigen Generationen von Buddhisten die Dhamma gelehrt wird durch intelligente und gebildete buddhistische Prälaten – und nicht von diese verbrecherischen, pseudo-buddhistischen Mönchen, die in keines Menschen Phantasie als perfekte Modelle des Buddhismus gelten können. Des weiteren wäre es ein gutes Omen, wenn der amtierende Präsident aufrichtig wäre, wenn er die angeblich „Religionsfreiheit für alle Gemeinden durch die Verbesserung der interreligiösen Harmonie und Toleranz“ versichert, und die Einführung das Themas „Vergleichende Religionswissenschaften“ an alle Schulen einführte.

Der primäre Vorteil davon wäre, dass unsere Kinder in einem sehr frühen Alter ein tieferes Verständnis der grundlegenden Philosophie der verschiedenen Religionen, die in Sri Lanka praktiziert werden erwerben könnten.

Ein Kind, das einen solchen Studiengang durchlebt hat, wird zweifellos ein viel tieferes Verständnis der menschlichen Überzeugungen und Praktiken bekommen und daher toleranter sein und sich nicht bedroht fühlen durch die Religion des anderen. Dies würde schließlich und im Idealfall zu einem wirklich friedlichen Sri Lanka führen, wo alle Ethnien und Religionen in Harmonie zusammen leben könnten als Srilanker unter dem ungeteilten Dach Sri Lankas!

Die Frage ist: sind unsere Politiker selbstlos genug, diese Herausforderung anzunehmen?

***

Sharmini Serasinghe war Directorin Communications des ehemaligen Sekretariats für die Koordination des Friedensprozesses (SCOPP) unter Generalsekretär Jayantha Dhanapala und Dr. John Gooneratne. Sie zählt mehr als 30 Jahre im Journalismus, sowohl in den Print-wie in den elektronischen Medien.

Ein Gedanke zu “Sharmini Serasinghe

  1. Sharmini there are lots of things I agree with you, but you have to understand the realities of recent history. The so called British Empire is in fact a British-Indian Empire and was dismantled by the German and Japanese onslaught. But the Indian colonial parasites never left their colonies and they have prospered under the British and continue to do so. The problems of the subjects of Indian colonies be they are Fiji, Kenya, Uganda, Guyana, Mauritius, Ceylon etc etc are the same.

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