Satarupa Bhattacharjya


China, Russland, Sri Lanka: Eine neue Achse formt sich

Von Satarupa Bhattacharjya vom 26. Juni 2011 in „Outlook

„Na, hast du noch immer Angst, einen Terrorist zu töten?,“ fragt ein Mann, wahrscheinlich ein Soldat auf Singhalesisch, einen neben ihm, der mit seiner Waffe auf drei Menschen zielt, dern Augen verbunden und deren Hände gefesselt sind und die nackt und auf dem Boden knien. Dann sind Schüsse zu hören, und die drei Gefangenen fallen auf den Boden, ihre Köpfe in Blut getränkt. 
 
Grausamen Bildern in schneller Abfolge – nackte und möglicherweise sexuell missbrauchte, toten Frauen die auf einen Laster geworfen werden, Haufen von Leichen von Kindern-Soldaten der LTTE, Bäche von Blut, die aus Krankenhäusern in No-Fire Zonen fließt; Krankenhäuser, die von srilankischen Regierungstruppen angeblich vorsätzlich und wiederholt beschossen wurden, wobei unzählige Zivilisten starben.

Auch die LTTE hat zu diesem Gemetzel beigetragen, ihre Selbstmordattentäter detonierten inmitten ziviler Menschenmengen, ihre manischen Kader schießen auf Menschen, die versuchen, ihrer Kontrolle zu entkommen.

Dies sind einige der schrecklichen Bilder aus der Channel 4 Dokumentation, „Sri Lanka’s Killing Fields“, die das unerbittlichen Blutbad in den letzten Monaten des Krieges zwischen der LTTE und der Regierung im Jahr 2009, das rund 40.000 Leben gekostet haben soll. Channel 4 brauchte zwei Jahre, um diese grotesken Bildern aufzuspüren, offenbar eingefangen auf Mobiltelefonen und kleinen Kameras von Opfer und Täter (als Kriegsbeute). Nicht nur, dass der Film ein Echo der Vorfälle ist, die ein UN-Gremium vor zwei Monaten in einemBericht veröffentlichte, der Film scheint auch die Nachkriegs-und Verlustrechnung des srilankischen Präsidenten Mahinda Rajapakse als Täuschung zu entlarven, dass „unsere Soldaten die Waffen in der einen Hand und die Charta der Menschenrechte in den anderen trugen. “

In Sri Lanka hat allerdings den Wahrheitsgehalt des Dokumentarfilms in Frage gestellt. Gefragt, ob er die Visuals schockierend fand, sagte Sri Lankas Armee-Sprecher General-Major Ubhaya Medawala: „Was schockierend ist, dass Channel 4 eine solche Geschichte herstellt. Das wurde entwickelt, um das Image des Landes und seiner Streitkräfte zu trüben. “

Auf einer Pressekonferenz letzte Woche sagte Außenminister GL Pieris: „Das Channel-4-Videomaterial auf Sri Lanka ist ein Teil einer bösartigen, politisch motivierten Kampagne gegen das Land.“ Diese Ansichten haben die Billigung des durchschnittlichen Singhalesen von der Straße, vom Rikscha Fahrer bis zum Arbeitnehmer im Kaufhaus, bi zu den jungen Professionals. Sie glauben zu spüren, dass die westlichen Regierungen Colombo „schikanieren“ und, noch wichtiger, dass Wiedereröffnung alte Wunden nur dem Prozess der Versöhnung schaden würde.

Aber für viele Tamilen, muss der Marsch auf dem Weg zur Versöhnung Gerechtigkeit für diejenigen beinhalten, die angeblich staatliche Brutalität erlittenen haben.

Rajan Hoole, ein Gründungsmitglied der University Teachers for Human Rights (Jaffna), sagt, der Channel 4-Film ist „teilweise die Folge davon, dass die Regierung internationale Beobachter weghalten wollte…, um einen Krieg ohne Zeugen zu kämpfen, und dann keine Antworten auf die weltweit reagierenden Sorgen um die Zivilisten während und nach dem Krieg zu haben und die Annahme der totalen Leugnung. “

Colombos konzertierte Versuche, unabhängige Beobachter auf Distanz zu halten, wurde durch die Kommentare des ehemaligen UN-Sprechers in Sri Lanka, Gordon Weiss in den Film verdeutlicht. Er beschuldigt Colombo der „Absicht, unabhängige Zeugen aus dem Norden zu entfernen“ als die Kämpfe zwischen 2008-Ende und Anfang ’09 ihren Höhepunkt nahmen. Die UN wurde von der Rajapaksa Regierung gebeten, raus aus dem Kriegsgebiet zu gehen, man könne keine Garantie für die Sicherheit ihrer Mitarbeitern mehr geben. In seinem jetzt erhältlichen Buch, „The Cage“, schreibt Weiss: „… ich glaube, dass die taktischen Entscheidungen der srilankischen Armee, die angewiesen wurde, und zum Tode so vieler Zivilisten beigetragen hat, eine glaubwürdige gerichtliche Untersuchung der Art gerechtfertigt, wie sie der srilankische Staates, in seiner gegenwärtigen Gestalt selbst nicht mehr führen kann.“

Über den Film schrieben kürzlich die ehemaligen Außenminister Großbritanniens und Frankreichs, David Miliband und Bernard Kouchner:“ Wenn es in der Außenpolitik um etwas geht, dann ist es, diese Art von Unmenschlichkeit zu stoppen.“

Sri Lankas Minister und Kommentatoren in den Medien hier sind schnell bei Hand, um zu solchen Meinungen zu kontern: was ist mit Libyen, wo die NATO-Luftangriffe sogar Kinder töten? Haben Sie den Irak und Afghanistan vergessen? Junge srilankische Facebook-Nutzer reden über die „Heuchelei“ des Westens in Statusmeldungen. Dies soll nicht heißen, dass es keine abweichenden Stimmen aus der politischen Klasse Sri Lankas gibt. Ex-Außenminister und Opposition-Parlamentarier Mangala Samaraweera sagte Outlook: „Die Leugnung der Regierung von Menschenrechtsverletzungen kann zu seiner weiteren Isolierung in der internationalen Gemeinschaft führen… selbst in der Verteidigung seiner Souveränität, hat niemand hat das Recht, seine eigenen Bürger zu misshandeln.“

Der Dokumentarfilm, auf YouTube erhältlich, hat der stetig wachsenden Kreis der empörten Kritiker im Ausland anschwellen lassen. Als er beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf in der ersten Juni-Woche gezeigt wurde, duckte sich einige Zuschauer weg, einer weinte offen.

Selbst das britische House of Commons diskutiert, ob die Videos als Beweise für Kriegsverbrechen angesehen werden können. Im vergangenen Jahr hatte die Europäischen Unionauf angesichts der Menschenrechtsverletzungen ihre Zugeständnisse an Sri Lanka suspendiert.

Aber die Regierung bleibt scheinbar gelassen. Vor vierzehn Tagen hatte die srilankische Armee ein internationales Anti-Terror Seminar in Colombo organisiert, man warb mit seinem Modell der Aufstandsbekämpfung und versuchte, Lobreden von Teilnehmern zu gewinnen. Und am Rande des 15. Sankt Petersburg International Economic Forums vergangenen Woche bekam Rajapaksa Unterstützung von Dmitri Medwedew und Hu Jintao, seinem russischen und chinesischen Kollegen zugesichert.

Mit wachsenden chinesischen Investitionen in große Infrastrukturprojekte hier und jetzt mit der russischen GAZPROM, die bereit steht, Öl und Gas an der Mannar-Küste zu erkunden, ist eine neue Achse in Bewegung.

Der wachsende Einfluss Chinas hat den indischen Ansatz weiter geschwächt, von dem viele hier behaupten, dieser Multilateralismus gegenüber Sri Lanka sei ohnehin schwach. Dr. Hoole: „Wenn Indien die Beweislast über die bilateralen Beziehungen ausmacht, dann werden Menschenrechte und politischen Rechte der Tamilen in die Geiselhaft der chinesisch-indischen Konkurrenz genommen werden, wie das jetzt der Fall ist.“

Tamil National Alliance (TNA) Parlamentarier Suresh Premachandran ist der Ansicht, dass die indische Außenpolitik in Sri Lanka gescheitert ist, indem er darauf hingewiest, wie Neu-Delhi ist es nicht gelungen ist, eine Dezentralisierung-Paket für den Norden und Osten zu bekommen. Er fügt hinzu: „Indien hatte Satellitenbilder des Krieges … die Regierung wusste also, wie viele Menschen getötet wurden. Indien muss entscheiden, ob es sich von der srilankischen Tamilen isolieren will.“

Trotz des Regierungswechsels im indischen Tamil Nadu – wegen des vernachlässigbaren Einfluss von AIADMK-Führerin J. Jayalalithaauf auf die UPA-Zentralregierung, bewirkt die vom Landtag vor kurzem verabschiedete Resolution, in der New Delhi aufgefordert wird, wirtschaftliche Sanktionen gegen Colombo zu verhängen, kaum etwas.

Doch selbst der tamilische pro-Regierungs-Abgeordnete Dharmalingam Siddarthan sagt, dass Menschenrechtsfragen, wenn sie nicht angegangen würden, eine weitere die Kluft zwischen Singhalesen und Tamilen entstünde.

Trotz des Ende des Bürgerkriegs 2009, bleibt die Insel eine Nation im Krieg mit sich selbst.

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