Mangala Samaraweera


Die Rajapaksa-Regierung macht Sri Lanka lächerlich vor der Welt

Von Mangala Samaraweera vom 18. Juni 2011

Die Unfähigkeit des gegenwärtigen Regierungs-Regimes angesichts des intensiven wie unerbittlichen internationalen Drucks treibt Sri Lanka weiter und weiter in die Isolation und wird verheerende Auswirkungen für das Land selbst sowie für die Aussichten auf Wiederaufbau und Versöhnung in der Nachkriegs-Ära haben.

Die Ausstrahlung der Channel 4-Dokumentation über Sri Lanka, wonach es zu außergerichtlichen Hinrichtungen kam während der letzten Phase des Konflikts im Jahr 2009, hat zweifellos das Bild des srilankischen Staates in fast irreparabel Weise beschädigt. Einst hat die Welt Sri Lanka als Elysium angesehen mit brutalen Narben geschlagener Schlachten.

Heute hat die hartnäckige Weigerung der derzeitigen Regierung den ausstehenden Forderungen der Welt für eine Rechenschaftslegung und zumindest den Anschein eines Verfahrens nachzukommen, bei dem die Richtigkeit der abscheulichen Anschuldigungen verifiziert werden würde, die gegen diesen Staat und unser Militär gemacht werden, dafür gesorgt, dass die meisten unserer Freunde sich abgewendet und dem Höllen-Chor derer angeschloßen haben, der sich immer schneller weltweit gegen Sri Lanka aufbaut.

Wir stehen allein da, zunehmend isoliert von internationalen Mächten und wichtigen Organisationen, oder solchen, die irgendwann für uns wichtig sein werden, was die kurzsichtigen, sogenannten Außenpolitik-Experten dieser Regeirung nicht zu kümmern scheint; um diese Entwicklung herumzureißen, müßten unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, um den Einfluß der negative Publizität abzuschwächen der über uns wegen des angeblichen Verhaltens der srilankischen Armee hereinbricht.

Wie ich es sehe, hätte die Regierung dazu zwei Möglichkeiten. Wenn dieses Material manipuliert ist und wenn diese Dokumentation, die auf Channel 4 ausgestrahlt wurde, in der Tat von Vorurteilen oder einer separatistische Agenda geprägt ist, dann sollte umgehend Strafanzeige gegen den Fernsehsender gestellt werden. Channel 4 ist lediglich ein Medienunternehmen im Vereinigten Königreich; ein Sender, der sich nach bestimmten ethischen Standards richten muss, was seine Berichterstattung anbelangt. Dies ist eine faktische Tatsache – es besteht kein Zweifel, dass ein britisches Gericht entsprechend urteilen wird, wenn nachgewiesen würde, dass die Berichterstattung von Channel 4 völlig falsch und abwegig war.

Wenn das also so ist, wie es die Regierung ja behauptet, dann ist es die Pflicht des srilankische Staates, auf diese Tat mit rechtliche Schritten gegen diesen Kanal zu reagieren wegen der unglaublichen Beschädigen des Images unseres Landes, und die Art und Weise, in der diese Dokumentationen und Videoaufnahmen unsere Stellung auf dem Weltbühne herabgesetzt hat. Aus irgendeinem Grund aber, trotz der laufenden Veröffentlichungen von diesem Material durch Channel 4 in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Regierung jedoch dazu entschlossen, nicht zu handeln.

Nun gut, die Regierung von Sri Lanka hat noch eine andere Wahl.

Sie legt die Forderungen und Anschuldigungen und Behauptungen beiseite, die die Regierung ja ohnehin alle als falsch und durch LTTE-Agenden motiviert anprangert – durch die Schaffung eines glaubwürdigen und transparenten Prozesses, bei dem es gilt festzustellen, ob es doch ein andere Wahrheit gibt, und sollte sich herausstellen, dass da doch etwas war, dann sollen jene bestraft werden, die dafür verantwortlich sind.

Es kränkt mich sehr, zu sehen, dass das gesamte srilankische Militär, das sich nach meiner Meinung zum größten Teil in der Ausführung der militärischne Niederlage der LTTE absolut tadellos verhalten hat, einen tragischen Preis dafür zahlt, was auf die Unfähigkeit weniger politischer Führer zurückzuführen ist.

Wir haben die Pflicht gegenüber unserem Militär, zu handeln. Wir haben eine Verpflichtung, gegenüber den Soldaten, die so viel zu unser aller Nutzen opferten, wir müssen sicherzustellen, dass ihre Namen rein und unbefleckt bleiben.

Diese Regierung spricht so grandios über ihren angeblichen Respekt für die Soldaten, obwohl sie den Mann, der die srilankische Armee in die Schlacht führte und sie gewann in den Kerker warfen. Sie bauen Denkmäler und halten Siegesparaden ab, scheinbar um das Opfer dieser tapferen jungen Männer und Frauen zu ehren.

Und doch, wenn es darauf ankommt, die hässliche und abscheulichen Anschuldigungen, die gegen unsere Männer und Frauen in Uniform gemacht werden, auszulöschen, dann handelt die Regierung einfach nicht.

Die Regierung macht einfach weiter mit ihrem Verhalten, das sich gegen das srilankische Militär richtet vor einer Welt, die sich mehr und mehr stark macht für eine Untersuchung, indem sie als agiert, als hätten wir etwas zu verbergen, die Regierung stellt bombastische, unhaltbare Behauptungen auf und sieht überall internationale Verschwörungen – das alles ist jedoch nur für den Gebrauch für die lokale Wählerschaft.

Es ist klar, dass die internationale Gemeinschaft nicht abseits stehen wird und es der Regierung weiterhin und für immer erlauben wird, die Welt zu täuschen und ihre Verbündeten weiterhin zu belügen, wie sie dies die vergangenen zwei Jahre getan hat. Der Tag der Abrechnung ist nah und es ist im besten Interesse des Regimes – denn das ist die primäre Motivation dieser Regierung, verdammt sei das Land – dass ein gewisser Aufwand betrieben wird, diese Flut von Beschuldigungen entweder durch glaubwürdige Beweise und Belege zu unterdrücken oder die Anschuldigungen zu widerlegen durch die Durchführung unserer eigenen Untersuchungen, über das, was sich in den Nebeln des Krieges tatsächlich ereignete.

Wenn diese Behauptungen nur Schall und Rauch sind, hat die Regierung den bestmöglichen Fall der Welt zu präsentieren – sie könnte unwiderruflich die Glaubwürdigkeit von Channel 4 beschädigen und verhindern, dass der Sender nochmals gegen Sri Lankas Interessen handelt und gleichzeitig Sri Lankas Namen und das positive Image dieses Landes wiederherstellung das dieses Land seit jeher in der Welt hatte.

Ich fordere die Regierung auf, mit dem Herumspielen in der Weltpolitik mit diesem nationalistischen Jargon aufzuhören, mit dem sie in der srilankischen Öffentlichkeit prahlt, und damit all jene als Verräter anprangert, die ihren Handlungen widersprechen.

Unter der Ägide dieses Regimes hat die Definition von „Nationalismus“ eine neue Bedeutung bekommen. „Nationalimus“ heute bedeuten, dass ein „Nationalist“ in erster Linie im Interesse des derzeitigen Regimes arbeitet, es impliziert, dass nur diejenigen, die Loyalität gegenüber der Rajapaksa-Administration zeigen wahre und gute Nationalisten; „Patriotismus“ wird dabei zum Deckmäntelchen, um hässliche, rassistische Untertöne nur dürftig zu verhüllen. Das Gespenst der LTTE wird ständig herauf beschworen, um diese Wahrnehmung zu verewigen.

Ich bin ein srilankischer Nationalist, obwohl und trotzdem dieses Regime hart daran gearbeitet hat, um mich zu denunzieren, und ich stehe für eine Nation, eine Nation, in der tamilisches, muslimisches und andere Leben genauso viel bedeuten wie singhalesisches Leben, und ich glaube, dass Sri Lanka uns allen gehört, und nicht die ausschließliche Domäne der einen ethnischen Gruppe ist. Ich fordere die Menschen dieses großen Landes auf, die Fesseln zubrechen, die diese Regierung uns verpasst hat, mit seiner chauvinistischen Rhetorik und seiner wenig dezenten, hegemonialen, dynastischen Agenda.

Wir Srilanker sind mitfühlende Menschen, wir sind von den Lehren des Gautama Buddha inspiriert. Heute wird der Name des Buddha von diesem Regime dazu missbraucht, um Spaltung und Hass zu erzeugen. Es ist in uns allen, dass wir Durst nach Wahrheit und Erkenntnis haben. Und in dieser Zeit der großen Krise unserer Nation, bitte ich meine Landsleute, die Scheuklappen abzunehmen, und das zu sehen, was direkt vor Ihren Augen ist.

Verlangen Sie, dass Ihre Regierung Ihren Namen bereinigt, weil diese latenten Vorwürfe ein Schandfleck für Sie und alle unsere Völker sind. Nehmen Sie die Worte des Buddha als Ihr Führer, und öffnen Sie Ihre Augen, um aus dem Nebel der Desinformation auszubrechen und fordern Sie Ihre Herrscher auf, das Sprechen mit gespaltener Zunge sofort einzustellen.

„Glaubt nichts, nur weil Du es gehört hast.

Glaubt nichts, nur weil davon gesprochen wird und das Gerücht von vielen verbreitet wird.…

Glaubt nichts, was lediglich auf die Autorität der Lehrer und der Älteren zurückgeht…

Sondern glaubt nur, was nach gebührender Prüfung und Analyse vor euch selbst besteht, was ihr gütig findet und förderlich ist für das Gute, was nützlich ist für das Wohl aller Wesen – diese Lehre glaubt und daran klammert euch, und nehmt es dann als eure Leitline. „

Kalama Suttra

***

Über den Autor: Mangala Pinsiri Samaraweera  (geboren am 21. April 1956) ist Politiker aus Sri Lanka und derzeitiges Mitglied des Parlaments, der als Minister für Auswärtige Angelegenheiten von 2005-2007 dem Land diente.

Er erregte Aufsehen in  der Politik Sri Lankas,  als er als Minister von Präsident Mahinda Rajapakse im Jahr 2007 entlassen wurde, nachdem er eine neue politische Partei namens Sri Lanka Freedom Party (Mahajana) Wing gründete, die mit der  United National Party (UNP) im Jahr 2010 fusionierte.

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