Hintergrund | Lesestücke


Fast 30 Jahren führten die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ kurz LTTE, einen blutigen Krieg gegen den srilankischen Staat und seine Bürger. Vordergründiges Ziel: Die Loslösung des Nordens von Sri Lanka und die Gründung eines eigenen Staates („Eelam“) auf etwa 40% der Inselfläche. Tatsächlich aber richteten die Tamil Tigers ein autokratisches System ein, das in vielen Zügen Merkmale eines Nazistaates trug. 

Wikipedia über die LTTE

Der Krieg kostete etwa 100 000 Menschen das Leben. In den von der LTTE besetzten Gebiete im Nordern herrscht ein unvorstellbar grausames Terrorregime unter Velupillai Prabhakaram und seiner Clique, die auch verhinderte, dass internationale Hilfsangebote nach dem Tsunami bei der Bevölkerung ankamen.

Die LTTE hatte beim Tsunami vom Dezember 2004 große Verluste erlitten – die sie in der Folge mit einer neuen Welle von Zwangsrekrutierungen zumeist jugendlicher Tamilen aus den von ihnen besetzten Gebieten im Norden des Landes wettzumachen sucht.

Der 2002 unterzeichnete Waffenstillstand wurde von der srilankischen Regierung Anfang Januar 2008 aufgekündigt. Seither nehmen auch die berüchtigten Selbstmord-Bombenanschläge der LTTE im Süden Sri Lanka wieder zu, denn die LTTE fühlt sich von den srilankischen Streitkräften bedrängt. Bei jüngsten Anschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel im Süden der Insel kamen fast 100 Zivilisten ums Leben.

Das amerikanische FBI schätzt die LTTE als eine der gefährlichsten und tödlichsten Extremistengruppen ein, die viele andere, darunter auch Al Quida, „inspiriert“ hätten.

Amnesty International hat wiederholt die Untaten der LTTE, einschließlich der Morde an Zivilisten, Geiselnahmen, Folter und anderer Verbrechen, verurteilt und gefordert, dass solche Verbrechen ein Ende finden und die Verantwortlichen in Übereinstimmung mit internationalen Gesetzen vor Gericht gestellt werden.

Die LTTE ist wohl die einzige Terrororganisation weltweit, die über eine eigenen Luftwaffe sowie Marine verfügt, außerdem über modernste Waffenarsenale. Möglich wird dies durch scheinbar humanitär ausgerichtete Hilfsorganisationen in über 50 Ländern, die von der tamilischen Diaspora weltweit Gelder eintreiben.

„Etwa jeder vierte Tamile lebt im Ausland, demnach beträgt die Zahl der potentiellen Spender an die 800 000. Die größte Diaspora befindet sich in Kanada (etwa 250 000 Personen), gefolgt von Indien (150 000), Großbritannien (110 000), Deutschland (50 000), der Schweiz, Frankreich sowie Australien (jeweils 30 000). Die LTTE verlange normalerweise 20 Prozent der Einkünfte, heißt es. Tamilische Kulturvereine würden Geldeintreiber umherschicken und die Einnahmen auf Umwegen ins Tiger-Reich „Eelam“ transferieren. (Quelle: Der SPIEGEL)

Bis zu 300 Millionen Dollar sammeln die Tiger demnach pro Jahr im Ausland ein, zwischen 80 und 90 Prozent ihres Gesamtetats. Zahlen müssen die Exil-Tamilen; Privathaushalte wie Geschäftsleute sind die Geldquelle Nummer eins. Selbst Mittellose werden, etwa in London, noch um 40 Pfund im Monat angegangen, während von den tamilischen Hütern eines kanadischen Hindu-Tempels sogar erwartet wurde, dass sie umgerechnet 700 000 Euro aufbringen – als ‚Spende für den letzten Krieg‘.

„Nach dem verheerenden Sprengstoffanschlag tamilischer Terroristen auf das Luxushotel „Galadari“ in Sri Lankas Hauptstadt Colombo am Mittwoch morgen vergangener Woche scheint sicher: Die tonnenschwere Autobombe, deren Detonation 18 Tote und mehr als hundert Verletzte forderte, wurde auch mit Mitteln der deutschen Sozialhilfe finanziert.

40 000 tamilische Asylbewerber und Asylanten leben in Deutschland. Viele von ihnen spenden freiwillig oder unter Druck einen Teil ihrer Einkünfte der Auslandsorganisation „Welt Tamilen Verein“, die die Mittel für den Bürgerkrieg der „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) beschafft. „Ich muß jeden Monat einen Tageslohn als Befreiungssteuer spenden“, klagt Nadarajan X., 35, ein anerkannter Flüchtling, der in Berlin als Küchenhelfer arbeitet.“ (Quelle: Focus)

Die LTTE wird noch immer von 31 Staaten u.a. wegen massiven Menschenrechtsverletzungen und den zahlreichen Terroranschlägen als terroristische Organisation eingestuft, darunter von Indien, den USA und seit einigen Jahren von der EU.

Die LTTE führt mit rund 240 ihr zugeschriebenen Anschlägen die Statistik der weltweit verübten Selbstmordattentate an. Die LTTE rekrutierte unzählige Kindersoldaten und trieb sie an die innerstaatliche Front.

Das Waffenstillstandsabkommen zwischen der LTTE und der Regierung wurde am 2. Januar 2008 von der Regierung aufgekündigt; danach konnten mehrere Gebiete durch Regierungstruppen zurückerobert werden; die Offensive kam jedoch zunächst vor Kilinochchi ins stocken. Doch am 1. Januar 2009 wurde auch diese Stadt, die „Hauptstadt“ der LTTE unter großen Verlusten auf beiden Seiten eingenommen. Der Befehlshabende General Sarath Fonseka sprach von einem „historischen Sieg“ im Bürgerkrieg gegen die LTTE-Rebellen.

Am 25. Januar 2009 wurde auch das weiter östlich liegende Mullaitivu von der srilankischen Armee eingenommen. Die LTTE verlor damit die letzte von ihr kontrollierte Stadt. Im Kampfgebiet waren nach Angaben der Vereinten Nationen rund 250.000 Zivilisten eingeschlossen – andere Hilsorganisationen sprechen von mehr als 300.000.

Die Kämpfe zwischen der LTTE und der srilankischen Armee forderten im Frühjahr 2009 tausende von Todesopfern unter der Zivilbevölkerung, bis zu 300.000 Menschen mussten die von den Rebellen gehaltene Region verlassen und konnten nur unzureichend versorgt werden. Auch benutzte die LTTE die Flüchtlinge, allesamt TAmilen, als menschliche Schutzschilde, um aus ihrern Reihen heraus auf die Regierungstruppen zu feuern.

Angesichts der humanitären Situation formulierte der UN-Sicherheitsrat am 13. Mai 2009 erstmals eine offizielle Stellungnahme zum Bürgerkrieg in Sri Lanka und forderte die Konfliktparteien auf, sich für die Sicherheit der noch eingeschlossenen Bevölkerung einzusetzen und die Flüchtlinge zu versorgen.

Doch wie man mittlerweile weiß, hielt sich weder die Regierungsseite, die dies vollmundig versprach, noch die verbleibenden, in die Enge getriebenen LTTE-Kader an diese Aufforderung.

Mitte Mai konnte das Militär nach Regierungsangaben auch den letzten von der LTTE kontrollierten Küstenstreifen einnehmen. Ausländische Beobachter waren nicht erwünscht, es gibt keine unabhängige Berichterstattung von der letzten Phase des Krieges.

Der Machtbereich der LTTE konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt nur noch auf eine wenige Quadratkilometer großen Strandstreifen neben iener Lagune im Nordosten der Insel.

Am 19. Mai 2009, nachdem am Tag zuvor der Körper des getöteten Rebellen-Führers Velupillai Prabhakaran in den Medien zur Schau gestellt wurde, erklärte Präsident Mahinda Rajapaksa den Krieg gegen die LTTE offiziell für beendet.

Über ihre Website Tamilnet erklärte die LTTE anschließend, die Waffen ruhen zu lassen, um die Zivilbevölkerung nicht weiter zu gefährden.

Seither gibt es immer mehr Vorwürfe, dass nicht nur die LTTE, sondern auch die Regierung nicht gerade zimperlich mit ihren Mitbürgern umgegangenist. Ein von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eingerichtetes Panel von Experten kam zu dem Schluß, dass es „glaubwürdige Hinweise darauf gibt, dass es in der letzten Phase des Krieges zu Vergehen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gekommen ist, die Kriegsverbrechen gleichen“ – und zwar von beiden Kriegsparteien – und fordern eine internationale, unabhängige Untersuchung der letzten Phase des Krieges.

Dagegen stemmt sich die Regierung Rajapaksa bislang erfolgreich – und verstrickt sich dabei in immer mehr Widersprüche.

LTTEWatch Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Machenchaften der LTTE, im Westen weitgehend unbekannt, obwohl der Westen, durch die Tamilen in der Dispora durchaus auch betroffen ist, offenzulegen.

Mittlerweile gehören aber auch die Machenschaften der Regierung dazu, nicht nur, weil das Land unter dem Rajapaksa-Regime mehr und mehr diktatorisch-kleptokratische Züge annimmt; die Bevölkerung bekommt zu wenig mit von der Friedensdividende. Der Frieden ist Sri Lanka ist ein brüchiger, denn auch die Ursachen des Krieges sind bei weitem nicht gelöst. Die LTTE existiert zwar im Lande selbst nicht mehr, dafür gibt es Anzeichen, dass sie ihren Schwerpunkt nun im westliche Ausland hat – und sich dort neu formiert hat, dieses mal unter einem demokratischen Deckmäntelchen, dessen Fadenscheinigkeit nur all zu oft aufgedeckt wird. U.a. durch LTTEwatch.

LTTEwatch hat keine politische Ausrichtung; wir verstehen uns aber als Verfechter der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit. Und letztlich ist LTTEwatch Deutschland für ein geeintes, friedliches und freies Sri Lanka!

LTTE watch-Redaktion

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