Rajapaksas Herde Weißer Elefanten


02HAMBANTOTA3_1255410gÜbersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus DBS Jeyaraj vom 2. April 2013

Von Chrishanthi Christopher

Colombo – Der Hafen von Hambantota, nachPräsident Mahinda Rajapaksa benannt, erweist sich als wirtschaftliche Katastrophe. Der offiziell Magampura Mahinda Rajapaksa Port (MMRP) benannte Hafen, eröffnete vor zwei Jahren mit dem Ziel der Erhöhung der Anzahl von Frachtschiffen und Liegeplätze im Hafen, der Modernisierung von Bunkern, erweist sich zu diesem Zeitpunkt als totaler Fehlschlag.
Der Hafen, die ursprünglich als Service-und Industriehafen entworfen und gebaut mit dem Erwerb massiver Darlehen zu exorbitanten Zinsen aus China, bleibt leer, Schiffe nehmen den nigelnagelneuen Hafen nicht wie vorgesehen in Anspruch.

Der MMRP, auf 1750 Hektar Land im Rajapaksa Wahlkreis gebaut zu massiven Kosten von etwa US $ 1.300 Mio., liegt meist brach, nur gelegentlichen sieht man Schiffe, die an den Docks liegen. Zuverlässige Quellen sagen, dass auch diese Schiffe nur deshalb im menschenleeren MMRP anlegen, weil die Reeder durch die Regierung gezwungen werden, dies zu tun, in ihren fruchtlosen Bemühungen, Verkehr auf den neuen Seehafen zu generieren.

Ähnlich wie Singapores Hafen

Darüber hinaus bleibt die Bunker-Anlage, die nach dem Vorbild des Mega-Hafens von Singapur gebaut wurden, desolate aus Mangel an Schiffen, die mehr als im Hafen. Der MMRP ist ausgerichtet 220.000 MT Kraftstoffzufuhr pro Jahr geben zu können. Der Singapur-Hub-Port setzt 30 Millionen Tonnen jährlich um und ist der begehrtesten Hafen in Asien. Rund 130.000 Schiffe, besuchen diesen Hafen jährlich, und über eine Million Besucher von Kreuzfahrern besuchen Singapur jedes Jahr.

Die Opposition hatte schon vor der Gründung das Projekt als sinn- und nutzlos kritisiert. Sie stellten die Notwendigkeit für einen zweiten internationalen Hafen für einen so kleinen Land wie Sri Lanka in Frage. Die Argumente der Opposition zentrierten über die Angemessenheit des Hafens von Colombo, der effizient mit allen Schiffen umgehen kann, die die Insel anfahren. Es wird geschätzt, dass jährlich rund 4.000 Schiffe den Colombo-Port in Anspruch nehmen.

Der Abgeordnete der United National Party (UNP), Ravi Karunanayake, kommentierte die Zustände im Hambantota Hafen und sagte, dies sei eine kolossale Verschwendung von öffentlichen Geldern. „Dies ist eine völlige Verschwendung und eine Verdoppelung der Investitionskosten“, sagte er und behauptet, dass es kaum Schiffe gebe, die den Hafen besuchten, und dass in den vergangenen 25 Monaten seit der MMRP eröffnet wurde, lediglich 25 Schiffe angelegt haben. „Ein Schiff pro Monat“, witzelte er.

Karunanayake sagte, die Regierung habe keinerlei logischen Grund gehabt, den Hafen in Hambantota zu bauen und empfahl der Rajapaksa-Regierung den lokalen Industrien zuhelfen und zuerst den Handel zu fördern, um so die Atraktivität und die Aktivitäten im Hafen zu steigern. „Die Regierung muss erst ihre Geschäftstätigkeiten verfestigen, um ihre Exporte und Importe zu erhöhen“, meinte er.

Der Hafen von Colombo, trotz unzureichenden Liegeplätze und einem Akuten Mangel an Fahrzeugparkplätzen, wird immer noch als bequemer Hafen angesehen. Schiffe, die nach Sri Lanka kommen, entscheiden sich lieber für Colombo – unabhängig von den steuerlichen Zugeständnissen die der MMRP gewährt. „Das Klima ist nicht förderlich für Frachtschiffe oder ausländische Passagierschiffe, im Hambantota Hafen festzumachen; Schiffe scheinen nur ungern dort anzulegen und Cargo dort zu entladen“, sagte Karunanayake.

Er behauptet, dass der MMRP lediglich als Vorzeigeprojekt diene und nur dazu, Gelder unnötig zu verschwenden durch die Aufrechterhaltung des Hafens und dem gesamten Komplex, da es kaum Verkehr im Hafen gebe. Schiffe und Reeder haben zusätzlich Kosten durch das Andocken im MMRP. Die Logistik sei außerdem äußerst schwerfällig, offenbarte eine Quelle.

„Obwohl die Regierung den Hambantota Hafen als Freihafen mit keinerlei Zöllen erklärt hat, und lediglich Mindestvorschriften für Schiffe existieren, im Hafen Cargo abzusetzen, stellen die Kosten für den Transport von und nach Colombo eine zusätzliche finanzielle Belastung dar, die der Importeur/Exporteur aufnehmen muss. „Jeder Importeur muss um die Rs 36.000 ausgeben, um sein Fahrzeug aus dem Hambantota Hafen nach Colombo zu transportieren“, sagt Karunanayake.

Kritiker sagen, die MMRP werde auch künftig bestenfalls nur als Trockendock dienen. Sie fügen hinzu, dass der Hafen wohl nur auf diese Weise Erträge erwirtschaften können, wenn er als Dock zum Reparieren oder zum Bauen von Schiffe verwendet wird.

Wucherzinsen

Die MMRP wurde mit einen Kredit in zwei Raten von der Exim Bank in China gebaut. Die erste Phase des Riesenbaus wurde auf US $ 306 Millionen geschätzt, die zu einem exorbitanten Zinssatz von 6,3% geliehen wurden. Die zweite Phase kostet weitere, massive US $ 800 Millionenmit der gleichen Zinsrate. Sonstige Aufwendungen einschließlich der Kosten für die Sprengungen eines riesigen Felsblocks der die Einfahrt blockiert kosten noch einmal US $ 202 Millionen. Die Gesamtkosten betragen laut der Sri Lanka Ports Authority (SLPA) US $ 1.308 Millionen. Das Darlehen muss in 11 Jahren zurückgezahlt werden, in halbjährlichen Raten.

Ohne Schiffe, die den Hafen anfahren, drängt sich die Frage auf, wie Sri Lanka die massive Kredite zurückzahlen will? Der MMRP muss wenigstens Rs 8 Milliarden pro Jahr generieren, um die jährlichen Rate von Rs 6 Milliarden zahlen zu können. Aber wenn kein Geschäft generiert werden kann, vor allem nicht von Schiffen, die im MMRP andocken, liegt die Last auf der Verwaltung des Colombo Hafens, den finanziellen Verpflichtungen des MMRP nachzukommen, um die trotzdem entsehenden, Immensen Kosten aufzufangen. „Der MMRP ist eine große Belastung für die Colombo Port Behörde. Die Colombo-Port muss sich um die Rückzahlung des Kapitals und der Zinsen kümmern, “ erklärt Karunanayake.

Inzwischen werden Importeure von Fahrzeugen und Maschinen erheblich durch den gezwungenen Umzug zum MMRP belastet. Obwohl der Hambantota Port vereinfachte Verrechnungen bietet, ausreichend Parkplätze hat, sowie spezielle Endgeräte und Einrichtungen, Autos ins Land zu importieren, sagen die Importeure, dass die Kosten für den Transport der Fahrzeuge und Maschinen nach Colombo sehr hoch sei. Sie fügten hinzu, dass Autotransporter teuer seien und ein Importeur jedesmal rund 20.000 Rupien Kosten entstehen, um nach MMRP zu reisen, um die Fahrzeuge zu löschen. „Obwohl die Hafengebühren niedrig sind, sind die Transportkosten exorbitant hoch,“ sagte der Vorsitzende der Fahrzeuge Importer Vereinigung von Sri Lanka, Dhammika Peires.

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Auch ein anderes, größenwahnsinnig wirkendes Projekt der Rajapaksas scheint sich als „Weißer Elefant“ zu entpuppen, wie die Prestigebauten in Sri Lanka mittlerweile genannt werden. Ein Artikel von Kolumnistin Dharisha Bastians im Colombo Telegraph klärt auf:

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Human Rights vs. Debt

… Während der Druck aus Genf wächst, erklärte Präsident Mahinda Rajapaksa den neuen Mattala Rajapaksa International Airport inmitten viel Tamtams für eröffnet.

Interessanterweise waren weder der Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Basil Rajapaksa, noch Verteidigungsstaatssekretär Gotabhaya Rajapaksa bei der Mattala Flughafen Öffnung nicht anwesend. Einen Ehrenplatz bei den Zeremonien nahm der Abgeordnete des Hambantota-Bezirks, Präsidentensohnemann Namal Rajapaksa ein, in identischer Kleidung wie sie der Präsident und dessen Schwager Nishantha Wickremasinghe, Vorsitzender der SriLankan Airlines, sie trugen. Trotz der nur schwer zu ertragenden Gluthitze des Tages, wurden nach einer langwierigen Eröffnungsfeier weder den anwesenden Diplomaten noch den VIP-Besuchers am Veranstaltungsort Erfrishcungen angeboten. Ein Abend Soiree fand statt, jedoch nur unter dem Vorsitz von Namal Rajapaksa und ohne viele Prominente, die bereits vorher den Flughafen verlassen hatten.

Tierische Sorgen

Während der Himmel über Mattala bislang ungestört war, stellt der neue internationale Flughafen in dem abgelegenen Dorf im Hambantota District ganz neue Herausforderung für die Tierwelt der Region dar. Affen, Pfaue und sogar Krokodile sehen sich in ihren Lebensbahnen gestört, durch den in ihren Wegen liegenden neuesten Zuwachs der „Mega-Entwicklung“ im tiefen Süden der Insel, die Präsident Mahinda Rajapaksa Heimatbasis ist.

Seit Jahrzehnten plant man einen zweiten Flughafen im Süden als Teil einer Entwicklung in der Region – doch wurde diese Pläne wegen der Bedrohungen, die sie für die Flora und Fauna der Gegend darstellte, wieder ad acta gelegt. Umgeben von Nationalparks und Vogelschutzgebieten, ist die Gegend reich an Fauna, die sich daran gewöhnt hat, in freier Wildbahn in weitgehend unbewohnten Gebieten zu leben. Doch der Mattala Rajapaksa International Airport liegt genau in der Mitte eines rund 2000 Hektar großen Elefanten-Gebietes, und deshalb muss der Flughafen mit starken Zäunen bewerht werden, um eine Katastrophen in einer Skala zu verhindern, das Naturschützern das Blut kochen lassen würde.

Ein paar Tage vor der Eröffnung, während Testflüge auf dem Flughafen stattfanden, wurde ein Krokodil in der Nähe der Start-und Landebahn gefunden. Mindestens 15 Pfauen und acht Affen wurden von der Airport- und Luftsicherheit „behandelt“, damit sie zu keiner Störungen des Flugverkehrs führen. Die Kinderkrankheiten – wie fehlende internationale Anerkennung, es gibt kein Flughafen-Kürzel, das beispielsweis dafür sorgt, dass auch das Gepäck ankommt, es gibt keine Lagertanks für Sprit, der muss aus Colombo in Lastern herangekarrt werden, etc.  –  des neuen Flughafens beiseite, gibt es auch lokale Befindlichkeiten, die berücksichtigt werden müssen, wenn die Behörden eine harte Linie gegen Tiere im Allgemeinen und Pfaue im Besondere fahren wollen.

Hambantota ist die traditionelle Heimat des Gottes Skanda von Kataragama, dessen Wagen, so die Legende, von Pfauen gezogen wird. Der schöne Vogel vermehrt sich und wird immer mehr zu einem Schädling in der Region, aber die Menschen dort weigern sich, Pfaue zu töten wegen deren Rolle im Kataragama Ethos. Um die Tiere in Schach zu halten, setzen die Flughafen-Behörden auf Trommeln und Feuerwerkskörper in der Nacht…

Während also Hambantota und der Rest des Landes unter dem Rajapaksa-Regime stramm in Richtung Infrastrukturentwicklung marscheirt, darf nichts im Wege stehen, weder die internationale Gemeinschaft mit ihrem Gejodel über Menschenrechte, noch das Finanzministerium mit seinem notorischen Geldmangel oder die Verweigerung von weiteren Darlehenshilfen für Sri Lanka – nicht einmal Tiere.

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In den ersten Tagen des Betreibes wurden vom Hambantota Flughafen zwei Vorfälle gemeldet, bei denen es zu „Vogelschäden“ an startenden, bzw. landenden Maschinen gekommen ist, die wohl nur das Können der Piloten nicht zur Katastrophe führten. Erste Passagiere fahnden noch immer nach ihrem Gepäck und eine ausländische Maschine musste stundenlang auf den Weiterflug warten, da sich die Tanklaster verspätete hatten…

Auch die vielgerühmte „Autobahn“ von Colombo nach Galle entpuppt sich als Verlustgeschäft, nicht nur wegen fehlender Nutzer, sondern auch wegen der schlechten Qualität des genutzten Asphalts.

Raj Moorthy berichtet:
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Southern Expressway bringt Rs 5,5 Milliarden Verlust

Von Raj Moorthy

Colombo – Ein führender Stratege im Transport-und Logistik-Management enthüllte, dass der von der Regierung gefeierte Southern Expressway (E01) derzeit jährliche Verluste von Rs 5,5 Milliarden sammelt – was Bedenken über die Kosten-Effektivität der gehypten Autobahnen aufwirft, die das Rajapaksa-Regime außerdem zu bauen gedenkt.

Der jährliche Umsatz an Mautgebühren von Fahrzeugen, die mit der Expressway gesammelt werden, liegt lediglich bei ungefähr Rs 1 Mrd. jährlich, während Wartungen und Schulden-Kosten rund Rs 6,5 Milliarden betragen,“sagte Prof. Amal S. Kumarage von der Transport-und Logistik-Management-Abteilung der Universität Moratuwa.

Der Colombo-Galle Abschnitt der Colombo-Matara Expressway, der jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verursache geschätzte Kosten von US $ 742 Millionen für den Bau. Prof. Kumarage, der ehemalige Vorsitzende der Nationalen Transport Kommission, sprach auf dem 46. LBR-LBO Chief Executive Officers Forum im Galle Face Hotel in Colombo. Er sagte, aufgrund der desolaten Zustands der öffentlichen Verkehrsmittel werde der Einsatz von privaten Verkehr sich in der Zukunft weiter erhöhen, und zu verschärften Staus führen.

Unter Berufung auf Statistiken, projizierte er die durchschnittliche Geschwindigkeit des Autoverkehrs in der Stadt Colombo und kam auf 17,4 km pro Stunde im Jahr 2021 bei einer aktuellen Geschwindigkeit von 21,6 km/h, wegen der heruntergekommenen öffentlichen Verkehrsmittel, und dadurch, dass die Öffentlichkeit deshalb ermutigt werde, private Verkehrsmittel zu nutzen. Er fügte hinzu, dass die Fahrzeuggeschwindigkeit weiter sinken würde auf 9,1 km bis 2031, sollte der gegenwärtige Trend anhalten.

Er prognostiziert auch, dass der Anteil des Busverkehrs, der zu 55% zur Zeit beträgt, auf 41% bis zum Jahr 2021 sinken würde und auch der Schienenverkehr würde auf dem gleichen Niveau von 5% verbleiben, während der private Transport von 26% derzeit auf 38% in 2021 steigen würde.

Der Professor sagte, dass die Qualität der Busse heute die gleichen sei, wie in den 50ern – Zugverbindungen hätten indes eine gewisse Verbesserung seit den frühen 80er Jahren gezeigt. „Sowohl Qualität wie Quantität sollten jedoch mit einer konstanten Rate beibehalten werden“, betonte er.

„Wir müssen etwas radikal anderes tun, um den öffentlichen Verkehr attraktiver für die Öffentlichkeit zu machen. Unser Land könnte das Transportsystem verbessern, indem wir in neue Dienste wie einem schnellen Transport U-Bahn-System investieren würden, was jedoch einige Zeit in Anspruch nehem würde, um zu greifen“, sagte er.

„Sri Lanka hatte einst das beste Verkehrsmittelsystem in Asien nach Japan in den 50er Jahren, aber es hatte einen stetigen Rückgang seit damals zu verzeichnen“, sagte er. Er schlug vor, den privaten Sektor zu ermutigen, im Straßenbau einzugreifen.Lonley Autobahn in Lanka

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