Rajasingham Narendran


Sri Lankan army commandos march during a

Antwort auf die Sieges-Rede des Präsidenten

Übersetzt von der LTTEwatch-Redaktion aus Colombo Telegraph vom 19. Mai 2013

Von Rajasingham Narendran

Ich las mit viel Interesse des Präsidenten „Tag des Sieges“-Rede auf dem Galle Face Green, gestern, im Ceylon Today reproduziert. Während ich mit viel von seinen Ansichten der jüngsten Geschichte einverstanden sind, gibt es eklatante Lücken in der Geschichte, wie er sich zu erinnern scheint. Darüber hinaus hat er es versäumt, die aktuellen Anliegen der befreiten Opfer seine Truppen überhaupt anzusprechen.

Ich habe ein paar Sätze und Abschnitte aus seiner Rede ausgewählt, um meine Anliegen zu äußern.

„Heute haben wir die vierte Möglichkeit, mit Würde den großen Sieg unseres Mutterlandes zu feiern.“

Herr Präsident, einen großen Sieg über wen genau? Ich erhebe diese Frage in Bezug auf das Wort „erobert“ das an einem Kriegerdenkmal in Mullaitivu verwendet wird. War es ein Sieg über die LTTE – oder doch über die Tamilen? Mutterland! Wessen? Ich sehe keine Opposition auf dem Podium neben Ihnen? Es gab dort auch keine Vertreter der Tamilen, die befreit wurden von den Streitkräften auf dem Podium. Ich sehe keinen Hindu Priester, keine christlichen Padres oder muslimische Moulavis auf dem Podium, mit Ausnahme einer Handvoll von buddhistischen Mönchen. Das Fehlen von Sarath Fonseka, dem Mann, der die Armee an der Front geführt hat, bei dieser Funktion und seinen Namen und seine Rolle nicht einmal zu erwähnen, zeigt nur einige der eklatante Lücken auf, und die Kleinheit auf die dieses große Land von Ihnen reduziert und dargestellt wird.

Ferner war die Sprache, in der Inschrift auf dem Kriegerdenkmal, an dem Blumen gelegt wurden nur in Singhala. Warum? Was bedeutet das in Bezug auf das Wort „Mutterland“, das so gerne von Ihnen verwendet wird? Ist Tamil nicht die Sprache der „anderen“ Kinder von „Mutter Lanka“? Warum sind diese Inschriften nicht auch in Tamilisch -eine der offiziellen Amtssprachen und Englisch, der Verbindungs-Sprache ? Was ist die Botschaft, die dieser Regierung damit befördern will?

„Wir müssen gedenken, dass Tausende von Helden wie diese ihr Leben für das Land opferten, um diesen großen Sieg zu gewinnen.“

Warum wurde der Tausenden von Zivilisten und unschuldig durch die LTTE Zwangsrekrutierte – die ihr Leben und vieles mehr opferten – weder erinnert noch erwähnten in der Rede des Präsidenten? Zweifellos sind sie Kriegsopfer, die noch leben, und sie sind die größeren Helden. Diese Tamilen, die aus den Fängen der LTTE befreit wurden, sind die wahren Sieger. Sie opferten am meisten, mussten denkbares erleiden und entkamen nur knapp  mit ihrem Leben. Warum wurden die Behinderten, Waisen, Witwen und anderen tamilischen, zivilen Überlebenden weder mit der Parade geehrt noch durften sie bei dieser Veranstaltung teilnehmen? Warum ließen Sie, Herr Präsident,  eine Gelegenheit, nationale Aussöhnung zu fördern, wieder einmal ungenutzt verstreichen?

„Wenn man den großen Dienst dieser Helden anerkennen möchte, müssen wir uns daran erinnern, wie die Menschen in diesem Land vor dem Mai 2009 lebten.“

Ich hoffe, Sie hatten damit die Zeit vor der Entstehung der Tamilischen Militanz und der LTTE im Sinn, wo die Tamilen gezielt belästigt wurden und die Übergangszeit, als die Tamilen staatlichem Terror ausgesetzt waren. Die Tamilen haben mit den Folgen des Terrorismus leben müssen – den des Staates, den der schlecht getarnten singhalesischen Ganoven und den der Tamilischen Terroristen, die sich als Befreier ausgaben -für einen viel längeren Zeitraum als alle anderen in unserem Mutterland. Sie sind heute die größeren Opfer und die überlebensgroßen Helden. Sie sind diejenigen, denen unser Gewissen gelten sollte, ein Gewissen, das uns human und damit zu Mensch machen sollten.

„Wir wissen dass diejenigen, die Waffenstillstandsabkommen einleiteten, die das Land an die Tigers verraten und sich bemüht haben, uns  das Heldentum dieser Nation vergessen zu lassen.“

Dies ist eine ebenso sehr unfaire wie ungenaue Aussage. Es ist das letzte Waffenstillstandsabkommen unter der norwegischen Vermittlung, welches die LTTE vor den Tamilen entlarvte, als das, was sie wirklcih war, und der Waffenstillstand half damit diese Terrororganisation von innenzu schwächen. Es war ein wichtiger und richtiger Auftakt zu dem, was der letzte Krieg schließlich erreichte.

„Diese Ära sollte nicht in die Geschichte eingehen als eine Ära, als wir vor dem Krieg zurück schreckten, sondern als eine Ära, in der der Krieg zu Ende war.“

Wahr. Was ist mit dem Danach? Welche Art von Frieden wollen Sie bauen? Welche Art von Nation wollen Sie bauen? Dies wurde weder jemals definiert noch geklärt. Wird es eine Siegerjustiz geben oder echte Lösungen von Problemen, die zur tamilischen Militanz, Terrorismus und Krieg geführt haben, ein für alle mal, zur Zufriedenstellung der Tamilen und aller rechtens denkenden Menschen in diesem Land? Sind die Minderheiten nun dauerhafte Stiefkinder des Mutterlandes, das auch das ihre ist?

Das Ende des Krieges hat keines der Völker Sri Lankas befreit von den Geißeln Ihrer schlechten Regierungsführung und den unerträglich hohen Lebenshaltungskosten. Dies ist die eindringliche Realität im Leben aller Bürger dieses Landes. Die Streitkräfte haben eine große Schlacht unter Ihrer politischen Führung geschlagen, aber Sie, Herr Präsident, sind auf dem besten Weg dazu, den viel größeren Krieg zu verlieren.

„Desgleichen sollte diese Ära in die Geschichte eingehen als eine, in der eine große Transformation stattfand, um das Wiederauftreten des Krieges zu verhindern.“

Welche Art von großen Transformation? Sind forcierte Militarisierung und Überwachung die einzigen Transformationen? Sollten nicht die politischen Bedürfnisse, Sorgen und Ängste der Singhalesen, Tamilen und Muslime in staatsmännischer Manier angegangen werden? Ist es nicht wichtiger, sich daran zu erinnern, dass jeder von diesen Kinder von Mutter Lanka und insbesondere die in politischer Hinsicht schwächeren, die besondere Pflege von Ihrer Regierung bräuchten, eine Angelegenheit, für die Sie im Moment eigentlich zuständig sind hier.

Warum wurden Warnungen vom Militär und von der Polizei ausgestoßen vor dem Gedenken der Tamilen an ihre Kriegstoten? Warum hat die Regierung nicht alle offiziellen Veranstaltungen, im Gedenken an die vielen Toten durch Aufruhr / Krieg / Aufstand in diesem Land  organisiert? Wenn die Regierung öffentlich den Sieg feiert, warum dürfen die Tamilen nicht öffentlich der unschuldigen Opfer des Krieges gedenken?

Warum sollen fast 7000 Hektar Land, die aus Gründen des Krieg vor 25 Jahren von ihren rechtmässigen Besitzern requiriert wurden, nicht diesen rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden – vier Jahre nach dem Ende des Krieges? Was ist die moralische Rechtfertigung für den Erwerb dieses Grund und Bodens? Wird dies etwa bei der Versöhnung helfen oder gar die Herzen und Köpfe der Tamilen gewinnen? Wie werden diese Übernahmen das erneute Auftreten eines Krieges verhindern? Verstehen Sie doch endlich, dass die Tamilen keinen Krieg in ihrer Mitte für die nächsten tausend Jahre merh wollen! Sie müssten besser wissen, was die Tamilen denken und ihren guten Sinn vertrauen! Die Tamilen haben mehr Lektionen gelernt, auf die harte Tour, als Sie und Ihre Regierung jemals lernen werden.

„Es sind die Menschen im Norden und dem Osten, die dies fühlen sollten. Heute gibt es im Norden und Osten des Landes zwölf politischen Parteien, die ihre Tätigkeit frei ausüben können.“

Wie „frei“? Welche Möglichkeiten haben denn die vom Krieg Betroffenen? Welche Art von Einzelpersonen und politischen Formationen hat Ihre Regierung im Norden und Osten gefördert? Welche Art von Menschen würden wohl nach vorne kommen, um sich Wahlen im Norden und Osten zu stellen, wenn man das politische Klima im Lande bedenkt? Sie haben ex-LTTE-Führer -große wie kleinere – umarmt, aber Sie haben noch längst nicht die Herzen, Köpfe und Seelen der Tamilen erreicht. Sie haben ihnen nicht vertraut, und sie sind noch nicht in der Lage, Ihnen zu vertrauen, trotz Ihrer lobenswerten Anstrengungen bezüglich der Flüchtlinge, der Umsiedlung, der Rehabilitation und der Infrastrukturentwicklungan den alten Fronten. Es ist an Ihnen all die fehlende Stücke zu identifizieren.

„Prabhakaran und seine Kohorten zerstörten die gelehrte Gesellschaft, die die Kultur der Tamilen im Norden wieder aufbauen könnte.“

Was hat Ihre Regierung getan, um die Verbleibenden gelehrten und kultivierten Tamilen zu fördern, die Tamilen im Norden und Osten zu führen? Wie können wir erwarten, dass Sie dies im Norden und Osten tun, wenn Sie doch höchstpersönlich den Einzug von Abschaum und Lumpen in singhalesische und tamilischen Politik orchestrieren und fördern?

„Die Zeit ist für die Menschen des Nordens gekommen, ein gutes Verständnis der Ehrlichkeit von denen zu bekommen, die den Anspruch erheben, in ihrem Namen zu sprechen.“

Bitte denken Sie daran, Herr Präsident, dass diese gebotene Vorsicht auch für diejenigen Personen gilt, die Sie  als Führer der Tamilen im Norden und Osten weiterhin fördern und/oder gefördert haben…

„Ich verstehe sie gut und erinnern mich an die Herzen und Köpfe der Menschen im Norden und Osten. Die Geschichte zeigt, dass in der Präsidentschaftswahl von 1982 die tamilische Bevölkerung im Norden Ponnambalam, der für einen eigenen Staat stan, ablehnte, und stattdessen Kobbekaduwa wählten, der von der Sri Lanka Freedom Party (SLFP) war.“

Die Abstimmung für Hector Kobbekaduwa war ein Votum gegen die damalige Hochnässigkeit von Präsident JRJ und dessen UNP.

Die Abstimmung bei den Präsidentschaftswahlen 1982 war wie folgt in Norden und Osten:

Jaffna:
Total Wähler- 493.705. Abgegebene Stimmen:218.003 Gewählt:
SLFP – 77.300; UNP – 44.980 ACTC – 87, 263

Vanni:
Total Wähler – 119.093. Abgegebene Stimmen: 70.739
Gewählt:
SLFP – 23.221; UNP – 32.834; ACTC – 11.521

Batticaloa:

Total Wähler -172.480. Abgegebene Stimmen: 120.076 Gewählt:
SLFP – 21.688; UNP – 48.094; ACTC – 47.095

Trincomalee:

Total Wähler -133.646. Abgegebene Stimmen: 70739
Gewählt:
SLFP – 31.700; UNP – 32.834; ACTC – 11.521.

Kumar Ponnambalam hatte den größten Anteil der Stimmen in Jaffna, obwohl er sich in der Herrlichkeit seines verstorbenen Vaters sonnte und keine Stimmenbasis Basis dort hatte.

Sie haben auch vergessen zu erwähnen, wie die Tamilen wählten, als Frau Chandrika Kumaratunga (SLFP) sich als Präsidentschaftskandidaint zum ersten Mal im Jahr 1994 zur Wahl stellte:

Jaffna:
Total Wähler – 596.366. Abgegebene Stimmen: 14.716
Gewählt:
SLFP – 16.934; UNP – 341

Vanni:
Total Wähler -184.090. Abgegebene Stimmen: 40.053
Gewählt:
SLFP – 75.242; UNP-26.860

Batticaloa:
Total Wähler – 201.897. Abgegebene Stimmen:168.443 Gewählt:
SLFP – 144.725; UNP 14.812

Trincomalee:
Total Wähler -184.090. Abgegebene Stimmen:106.480 Gewählt:
SLFP – 75.242; UNP – 26.860

Die obigen Ergebnisse sind selbsterklärend. Die Tamilen sind bereit gewesen, für die Kandidaten der nationalen Parteien zu stimmen, unabhängig von der Pseudo-Kandidaturen von Tamilen. Das überwältigende Votum der Tamilen für Chandrika Kumaratunga war wegen ihres Versprechens, sich für die Tamilen einzusetzen. Die UNP karikiert sie auf Wahlpostern,  gekleidet und geschmückt als Tamilin, um die singhalesische Stimmen auf sich zu ziehen. Allerdings hat dies nicht funktioniert. Kumaratunga gewann 66% der abgegebenen Stimmen.

Es ist darin auch eine Lektion für Sie. Die singhalesischen Menschen sind klüger und ethisch korrekter, als sie dargestellt werden, von extremistischen singhalesischen Parteien…

„Ich glaube, dass das Gefühl, dass wir alle zusammen leben sollten in einem Land, sich in den Herzen des tamilischen Volkes breit macht.“

Dieses Gefühl war immer da bei der überwiegenden Zahl der Tamilen. Leider wurden sie getrieben, andere Optionen zu prüfen, als ihnen aufgezwungen wurde zu fühlen, dass ungewollt in ihrm Mutterland sind. Ja, sie wollen noch immer in einem Land leben, aber eben in jeder Hinsicht als gleichberechtigte Bürger und mit Rechten, um ihre politischen Angelegenheiten intern zu verwalten, in Bereichen und Gegenden, in denen sie überwiegen, dies in angemessenem Umfang. Sie wollen auch an die Macht in der Mitte teilen, proportional mit ihrer Anzahl im Lande. Sie wollen nicht für die Opfer von Staatsterrorismus sein, noch von tamilischem Terrorismus oder singhalesischen Chauvinismus noch Ihrem propagiertem Mehrheitsprinzip, nie wieder!

Die große Frage ist für sie, was genau tun Sie und Ihre Regierung, um die Erwartungen von Tamilen und anderen Minderheiten im Hinblick auf ihre Rolle und den Platz in der nationalen Politik und im Leben des Landes zu erfüllen?

„Vor mir sehe ich heute mutig Söhne und Töchter von Sri Lanka, die bereit sind, ihr Leben für unser Mutterland zu opfern.“

Es wären noch mehr – nämlich tamilischen und muslimische – Söhne und Töchter von Sri Lanka gewesen, die da vor Ihnen standen, bereit, ihr Leben zu opfern für das Mutterland, wenn Sie den 18. Mai zum Nationalen Gedenk- und Erinnerungstag gemacht hätten, statt eines militärischen Sieges zu gedenken, der mit den JAhrenmehr und mehr verblassen wird, egal wie oft Sie gedenken zu gedenken… Ich denke, es steht noch eine große Lektion für Sie und Ihrer Regierung aus, um endlich zu erfahren, was nationale Versöhnung bedeutet.

„Es ist mit großem Stolz, dass ich daran erinnere, dass durch Tausende von Jahren Vergangenheit hindurch, es stetes Hunderttausende von mutigen Menschen gab und gibt, die bereit sind, ihr Leben für das Mutterland zu opfern.“

Diese tapferen Personen, übrigens Tamilen inbegriffen, die beispielsweise in der Armee des legendären Dutu Gemunu kämpften, oder in der von Sempakaperumal alias Sappumal Kumaraya, waren es auch Tamilen, die gegen die portugiesischen Invasoren und auch Tausende von Tamilen, die es ablehnten, sich noch länger der LTTE zu beugen. Bitte vergessen Sie auch nicht die tamilischen Führer, die an vorderster Front waren, als es darum ging, die Unabhängigkeit für Sri Lanka einzufordern.

„Wir wussten nie, was Angst war. Nie kümmerten wir uns um unsere Leben, wenn es um unser Land ging.“

Wie grauenhaft die LTTE auch wurde, sollte wir auch nicht vergessen, dass viele Tausende von jungen Tamilen keine Angst kannten, ihr Leben für ihre Sache zu opfern, an die sie glaubten, weil es immer noch im Rahmen dieses ihres Mutterlandes war, vom dem sie glaubten, dass sie ein recht haben, in ihm zu leben wie stolze Bürger. Dies war freilich eine Rückfall-Position weil sie an den Rand gedrängt und brutal misshandelt wurden vom größeren Mutterland von Sri Lanka. Wenn diese Tatsache grundlegenden nicht verstanden wird, wird es nie Versöhnung geben in diesem Land.

Ich beende diese Antwort mit einige Zeilen aus den letzten Gedicht von Prof. Niranjan Mahesan:

„Mit dem Ende der Faschistisen, trinken wir auf die neue Morgendämmerung;
Mit der Stärke der Führung, die sich eines neuen Plan rühmte…“
Doch was können wir jetzt vorzeigen – nach dem Blutbad?“

Wir warten auf diesen Plan, Herr Präsident. Zeit für ein paar Denkanstöße, Herr Präsident!

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