Kumaran Pathmanathan


“Der UNO-Bericht über Kriegsverbrechen wird niemandem nutzen” – „K.P.“

Shanmugam Kumaragan Tharmalingam (alias Selvarasa Pathmanathan, alias Kumaran Pathmanathan, oder einfach „K.P.“) ist der Chef war eine der jetzt dezimierten Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE). Er wird in verschiedenen Ländern gesucht, einschließlich Indien. Dies in Verbindung mit der Ermordung von Rajiv Gandhi. „K.P.“ hatte naturgemäss eine sehr intime Innenansicht der Organisation, die einst die gefürchtetste terroristische Organisation der Welt war, bevor al Qaida nach dem 11. September ihr den zweifelhaften Rang ablief. Unter anderen betrachtete man ihn als den wichtigsten Waffenlieferanten der LTTE, obwohl er dies jetzt leugnet.“K.P.“ hatte auch eine intime Einsicht in das Denken des Leiters der LTTE, Velupillai Prabhakaran.

“Wir haben für die Freiheit gekämpft – und versagt. Es ist vorbei.“ „K.P.“

VK Shashikumar, Leiter von “THL Mediagrove” hat „K.P.“, 56, in einem sicheren Haus in Sri Lanka Anfang dieses Monats interviewt. Dies ist das erstes Interview „K.P.“s mit jemandem von außerhalb Sri Lankas, und er scheint sich Einser veränderter Mann zu sein. Er hat die Erfahrung eines schrankenlosen Bürgerkrieges gemacht und erkannt, dass ein solcher niemandem nützt und nur Leiden für das tamilische Volk gebracht hat, in dessen Namen der Bürgerkrieg gestartet wurde.“K.P.“ hatte eine gute Sicht von dem, was innerhalb der LTTE in den Kriegsjahren passierte. In seinem Interview spricht „K.P.“ sehr stockend und in gebrochenem Englisch (Siehe Videoauszüge), aber „First Post“ hat seine Satzteile bearbeitet (…) und seine oft halben Sätze vervollständigt, damit sie besser gelesen werden können und zusammenhängend aussehen.

Auszüge des Interviews:

Frage: Selvarasa Pathmanathan, sie sind allgemein als „K.P.“ bekannt. Dies ist ihr erstes Interview und es ist ein bedeutsames, weil sie nach dem Tod von V. Prabhakaran die Führung der LTTE übernommen hatten. Danach wurden Sie verhaftet und nach Sri Lanka gebracht. Wenn Sie auf den Krieg, der zum Ende der LTTE führte, zurückschauen, was sind die ersten Überlegungen, die Ihnen einfallen?

„K.P.“: Es ist der Beginn einer neuen Ära. Der Krieg ist vorbei. Wir haben für die Freiheit gekämpft – und versagt. Es ist vorbei. Die neue Weltordnung (nach dem Kalten Krieg) hat uns gelehrt, dass wir zusammenleben müssen. Wir haben aus den vergangenen Erfahrungen auch gelernt, dass wir eine Brücke zwischen den beiden Ethnien (den Singhalesen und den Tamilen) spannen sollten.

Dieses Land, eine kleine Insel, hat viel gelitten. Sie wissen, dass es viele bewaffnete Kämpfe gegeben hat – gegen die JVP, gegen die LTTE. Es ist genug! Ich denke, dass dies ein kleines Land mit einer kleinen Bevölkerung ist. Wir haben einen hohen Preis gezahlt und es hat weh getan. Genug, sage ich! Wir sollten zusammenleben, einander respektieren und die Würde des jeweils anderen akzeptieren, das Leben genießen und der neuen Generation eine Zukunft geben. Unser Leben ist fast zu Ende, aber die neue Generation sollte friedlich in diesem Land leben können. Dafür arbeiten wir nun.

Frage: Nun, wenn Sie zurückschauen, was sind die Fehler, von denen Sie denken, dass sie Ihre Organisation begangen hat?

„K.P.“: Wenn Sie sich die Weltgeschichte anschauen, dann begann der Guerillakampf mit Che Guevara. Dies verbreitete sich über die ganze Welt, aber war nur in Kuba erfolgreich. Aber in vielen Ländern gaben viele junge Leute ihr Leben. Dies trifft auch auf Sri Lanka zu.

In diesem Land begann der bewaffnete Kampf ungefähr um die Zeit, als sich der Kalte Krieg seinem Ende näherte. Unser bewaffneter Kampf kam zu spät. Das ist ein wichtiger Grund für sein Versagen, weil die Welt wollte, dass sich die Völker vereinigten. Nach dem II. Weltkrieg und bis zum Kalten Krieg war die Welt (durch die Ideologien – Kapitalismus vs. Kommunismus) getrennt.

Das war die Zeit, in der neue Länder geboren wurden. Der Separatismus war ein Teil dieser Ordnung des Kalten Krieges. Aber die Neue Weltordnung nach dem Ende des Kalten Krieges änderte die globale politische Umgebung. Das ist der Hauptgrund, (warum unser bewaffneter Kampf erfolglos war).

Zweites ist Indien unser großer Bruder. Ohne Indiens Hilfe können wir nichts erreichen. In dieser Region ist Indien der große Bruder von jedem und ein mächtiges Land. Da die LTTE einen Konflikt mit Indien hatte, war dies (ein weiterer Grund für das) Versagen…

Drittens haben wir, als eine mit einem Freiheitskampf beschäftigte Organisation, die Unterstützung des Volkes und damit den Boden verloren. Es war ein Krieg, der sich in die Länge zog, mehr als 35 Jahre. Die Leute hatten genug. Außerdem gab es zu viele Opfer. Die Leute haben einen hohen Preis gezahlt.

Die neue Weltordnung war gegen alle separatistische Kämpfe. Wenn Sie sich an 2006 erinnern, als Prabhakaran an die Weltgemeinschaft appellierte, den Freiheitskampf (die bewaffnete Bewegung der LTTE) zu akzeptieren, damals trat kein einziges Land hervor und half ihm. Das meine ich, wenn ich sage, dass die Welt gegen den Separatismus ist.

Sogar nach 2001, nach dem 11. September, gab uns die Welt eine Chance für eine friedliche Lösung. Sie (die Weltgemeinschaft) hat diese Chance der Hamas nicht gegeben, diese Gelegenheit, (zu einem Friedensabkommen mit der srilankischen Regierung zu kommen) gab man uns. Die internationale Gemeinschaft gab uns diese Gelegenheit zu einem friedlichen Abkommen. Sie wissen, Deutschland, Norwegen, Amerika, Kanada, Japan – diese Länder haben so viel versucht, um eine friedliche Lösung für den (ethnischen Konflikt in Sri Lanka) zu bringen. Aber die LTTE war nie bereit zu verhandelt, oder eine flexible Politik zu zeigen. Sie behielten ihre strikte Haltung hinsichtlich ihres Ziels des totalen Separatismus stets bei.

Ich erinnere mich, als der Krieg (der Endkrieg der srilankischen Armee gegen die LTTE) (2008) begann, gab der amerikanische Präsident eine Stellungnahme vor der UN oder der Europäischen Union ab (und bat), alle Fonds (für die LTTE) sofort zu stoppen. Wir konnten nicht allein gegen die ganze Welt antreten.

Frage: Wie haben Sie den UNO-Bericht mit den angeblichen Kriegsverbrechen durch die srilankische Armee wie auch der LTTE aufgenommen?

„K.P.“: Wir haben nun den Beginn einer neuen Ära. Die Vergangenheit ist vergangen. Wie der UNO-Bericht schon sagt, haben die zwei Parteien Fehler gemacht. Dieser Bericht hilft aber nicht bei irgendeiner Versöhnung. Er beunruhigt nur. Er bringt die Versöhnung durcheinander. Niemand wird irgendeinen Nutzen aus diesem Bericht ziehen können. Es ist eine Mission zum Finden von Fakten. Es ist ein Bericht. Wenn sie in das Vanni gehen und (entdecken würden), dass 1.000 oder 100.000 Familien von diesem UNO-Bericht Nutzen ziehen, dann ist das eine andere Geschichte. Aber die Wahrheit ist, dass solche Berichte niemandem nützen. Das ganze Land ist gegen diesen Bericht. Sie müssen die Realität auf dem Boden verstehen. Die Vergangenheit ist vergangen. Der Krieg bedeutet zuerst, dass (viele Leute) sterben. Die Wahrheit (stirbt auch). Der Krieg bedeutet überall das gleiche. Sie können keinen Krieg gut oder schlecht nennen. Krieg ist Krieg.

In Sri Lanka haben beide Parteien ihr Äußerstes gegeben, (um zu gewinnen). Wenn wir bei jedem Krieg einen UNO-Bericht hätten, wo ist das Ende? Ich denke, dass der Krieg vorbei ist, und dass das schon seit mehr als zwei Jahren so ist. Hier ist der kritische Punkt. In diesem Krieg ist die Regierung die Gewinnerin und die LTTE hat verloren. Aber die Verliererseite hat immer noch ein paar Leute übrig. Sie (leben) jetzt hier, einschließlich meiner Person. Ich bin auch ein Mitglied der LTTE, obwohl ich an keinem Angriff oder an keiner militärischen Aktion teilgenommen habe.

Wer hatte Nutzen (von dem Krieg)? Niemand! Die Leute wollen Nahrung und Kleidung und sie wollen endlich ihre Leben friedlich fortsetzen. Der UNO-Bericht ist (ein Ergebnis) der Mission zum Finden von Fakten. Es ist nur ein Bericht. Warum sollte man ihm überhaupt so viel Gewicht geben?

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„K.P.“-Interview – Teil 2

Übersetzt aus FIRSTPOST

“Einige tamilische Gruppen in Europa versuchen, das Gift zu verbreiten” – „K.P.“

Frage: Sie sagen also im Grunde, dass die Tamilen in Sri Lanka Bildung, Entwicklung, Gesundheit brauchen. Sind dies die Dinge, die jetzt erforderlich sind?

„K.P.“: Genau. Der Krieg ist jetzt seit zwei Jahren vorbei. Aber die Leute leiden noch immer. Okay, wir hatten viele schlechte Erfahrungen. Die politischen Dialoge der Vergangenheit haben versagt. Viele Dinge sind in der Vergangenheit passiert, aber wir können nicht ewig über die Vergangenheit sprechen. Im Leben machen wir manchmal bittere Erfahrungen, manchmal machen wir gute Erfahrungen.

Wir gehen diese Erfahrungen mit der Hoffnung an, dass wir zusammenarbeiten und eine Lösung finden müssen; einen Weg finden müssen, wie wir zusammenleben können. Die vom Krieg betroffenen Leute sagen genau, was Sie brauchen. Sie brauchen Nahrung, sie brauchen Jobs, sie (brauchen) Kleidung und sie brauchen Milch für ihre Babies. Sie bitten um die Grundbedürfnisse. Und dies erbitte ich für sie von der internationalen Gemeinschaft und der tamilischen Diaspora.

Frage: Was sagen Sie der tamilischen Diaspora?

„K.P.“: Zuerst, dass sie für diese – ihre eigenen – Leute zu arbeiten haben. Zum Beispiel, wenn sie nach Milch rufen, können wir nicht sagen: „Wartet, wartet, die UNO kommt und nach der die politischen Lösung (die durchkommen wird), und danach werden wir euch helfen.“ Sie (die Tamilen in Sri Lanka) werden sterben, nicht wahr? Also rufen sie jetzt nach Nahrung. Zuerst sollte jeder dafür arbeiten.

Wenn sie (die Tamilen in Sri Lanka) beginnen, normale Leben zu führen, dann können wir fragen, was sie wollen. Wenn sie jetzt gehen und die Leute im Vanni (dem von Tamilen dominierten nördlichen Sri Lanka) etwas hinsichtlich des 13. Zusatzartikels (der srilankischen Verfassung, zum Abtreten von Macht an die tamilische Minderheit, der nie ratifiziert wurde) fragen, dann schauen sie Sie groß an (er macht ein leeres Gesicht). Sie wissen nur etwas über Brot und Reis, die fehlen. Das Problem ist, dass sie die elementare Realität verstehen sollten. Lass sie (die Tamilen) zuerst auf eigenen Beinen stehen.

Frage: Sagen Sie also im Grunde, dass die tamilische Diaspora, die Tamilen, die mittlerweile Bürger anderer Länder und dort gut untergebracht sind und die nie zurück nach Sri Lanka gekommen sind, aber den bewaffneten Kampf und all das finanziell unterstützt haben… Sagen Sie diesen, sie sollten einen Schritt zurücktreten und für den Frieden arbeiten?

„K.P.“: Genau! Was ich sage, ist, dass der Krieg seit mehr als zwei Jahren vorbei ist. Wir haben einen Weg, eine Chance. Das ist der friedliche Weg, für friedliche Verhandlungen und ein dauerhaftes Engagement.

Es gibt viele Vertrauens (-probleme), 100 Jahre von Problemen. Das Regierungssystem ist langsam und ich verstehe das. Aber das ist der einzige Weg, auf dem wir uns bewegen müssen – der friedliche Weg und die Geduld, den Frieden zu Stande zu bringen. Sie haben über Thondaman (den Führer der im Upcountry wohnenden Tamilen in Sri Lanka, die primär auf den Teeplantagen arbeiten) gehört. Er war geduldig. Er wartete mehr als 50 Jahre lang, bis seine Zeit kam, und erreichte die Einbürgerung von mehr als 100.000 Leuten, die dort oben arbeiteten (tamilischen Arbeitern auf den Teeplantagen).

Ich hatte eine Gelegenheit, mit ihm zu plaudern, und er sagte mir, dass Ihr Volk gebildet ist, aber dass Sie keine guten Führer haben. Sie haben keine flexiblen Führer. Wir brauchen flexible Führer. Darum hat unser Problem so lange (gegärt). Negative Gefühlen können nichts Gutes zu Stande bringen. Ja, wir hatten einen Krieg und es gibt ein hunderjähriges Problem (zwischen Singhalesen und Tamilen). Also wird es eine lange Zeit dauern, bis dies aussortiert ist. Wir werden immer wieder auf die Diaspora zurückgreifen.

Ich arbeite sehr eng mit ihnen zusammen. 90 % in der Diaspora sind sehr gute Leute. Einige haben ihr Leben hier verbracht, und einige wurden in der Diaspora geboren und haben herzliche Gefühle wegen ihrer Verwandten hier. Sie haben die Leute (Tamilen in Sri Lanka) hier unterstützt und auch den bewaffneten Kampf. Das Problem ist, dass ist mich jetzt zu 10 % einer extremistischen Gruppe gegenübersehe. Sie beunruhigen diese Leute (die Tamilen in der Diaspora aber auch in Sri Lanka).

Frage: Können Sie Namen nennen?

„K.P.“: Aber ja! Es sind Nediyawan, Vinayagam, Pater Emmanuel, Jeyachandran (welcher eine Webseite mit Namen Tamilnet unterhält), das BTF (das Britische Tamilische Forum) in Großbritannien und das GTF (das Globale Tamilische Forum). Diesen Gruppen geht es gut in Europa. Ihren Kindern geht es sehr gut. Und sie sind es, die die jüngere Generation vergiften. Ihre Kinder sind gut dran, aber sie halten danach (Ausschau), wo sie das Gift verbreiten können.

Aber ich will ihnen hier nicht das Spielfeld überlassen. Wenn sie hier etwas vergiften wollen, dann müssen sie mich zuerst töten. Erst dann können sie ins Land kommen. Sie haben schon drei Jahrzehnte damit verbracht, mehr als 30 Jahre (des Konfliktes). Ich möchte, dass diese Leute (die Tamilen in Sri Lanka) glücklich sind. Diese Brunnenvergifter können nicht die Gesichter der Leute (hier) sehen. Sie sind immer traurig, niemals glücklich. Ich aber möchte ihr Glück sehen, ich möchte sie lächeln sehen.

Von der Zeit an, als diese Leute (die Tamilen in Sri Lanka) geboren worden wurden, haben sie nie Glück gesehen. Die Kinder von diesen Gruppen (der tamilischen Diaspora) sind sehr glücklich. Sie haben ein luxuriöses Leben. Aber hier im Vanni sind die Kinder nicht glücklich. Die Kinder hier haben keine Fahrräder, um zur Schule zu fahren. Wenn Sie am Morgen auf der Straße gehen, werden Sie sehen, wie Schüler zwei, drei Kilometer laufen müssen. Das ist das Leben hier. Sie (die Tamilen) schreien nach einer Zukunft. Ich kann nicht erlauben, dass sie wieder in die falschen Hände fallen.

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(Bemerkung des Herausgebers: Vater S.J. Emmanuel, der frühere Generalvikar der Jaffna Katholiken-Diözese, steht einer Schirmgruppe von 14 tamilischen Diaspora-Gruppen vor, genannt das Globale Tamilische Forum (GTF). Die aktivste Gruppe des GTF ist das britische tamilische Forum (BTF), das die Errichtung des GTF-Sekretariats in London gesponsert hat.

Perinpanayagam Sivaparan aus Norwegen, der im allgemeinen unter seinem Kriegsnamen Nediyawan bekannt ist, wird jetzt von tamilischen Extremisten in der tamilischen Diaspora als das neue Oberhaupt des internationalen Flügels der LTTE betrachtet, nachdem Selvarasa Pathmanathan („K.P.“) verhaftet wurde. Quellen des srilankischen Geheimdienstes glauben, dass Nediyavan jetzt die Millionen von Dollar kontrolliert, die von Tamilen der Diaspora gespendet wurden. Erst kürzlich rückte Nediyavan ins Visier europäischer Ermittler.


Der Rechtsanwalt Visuvanathan Rudrakumaran aus New York leitet die Transnationale Regeirung von Tamil Eelam (TGTE). Jeyachandran Gopinath, alias Jeya Annai, der Herausgeber der LTTE Webseite „Tamilnet“ ist der politische Berater von Nediyawan.

Vinayakam, der Vize-Kommandant der LTTE Seetiger, der angeblich in der Schlacht vom Februar 2009 getötet worden ist, tauchte 2010 wieder in Norwegen auf und mobilisiert seither offen Ressourcen und tamilische Extremisten um sich, um eine neue Version der LTTE zu starten.)

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„K.P.“-Interview – Teil 3

Übersetzt aus FIRSTPOST

Wie die UNO und der Westen eine letzte Anstrengung unternahmen, um die LTTE Führer im Mai 2009 zu retten

Frage: Sie haben gesagt, dass Sie diesen Minderheitsgruppen in Europa und anderswo, die versuchen, die bewaffnete Bewegung wieder zu beleben, dies nicht erlauben werden?

„K.P.“: Genau! Wenn sie mobilisieren, wenn sie versuchen, hier Unruhe zu schaffen, werde ich das nicht zulassen. Zuerst müssen sie mich töten.

Frage: Ist es nicht auch eine Tatsache, dass einige Länder in Europa in der letzten Phase des Krieges irgendwie versucht haben, die hochrangige Führung der LTTE zu retten?

„K.P.“: Richtig. Im Januar 2009 versuchten wir, den Krieg zu stoppen. Ich habe Tag und Nacht sehr hart versucht, den Krieg zu stoppen, aber besonders unsere Seite (die LTTE) war bis zum letzten Moment nicht willens, das zu unterstützen. So habe ich diese Hoffnung verloren. Im letzten Moment, um den 16. oder 17. Mai (2009), oder am 15. Mai, boten sie (die UNO und eine ausländische Regierung) an, wenn sie (einige LTTE-Führer) bereit wären, das Land zu verlassen, dass sie dann ein Schiff schicken und mit ihnen irgendwohin fahren könnten.

F.: Welches Land bot das an?


„K.P.“: Tatsächlich war es die UN zusammen mit einem anderen Land. Ich möchte den Namen des Landes nicht erwähnen, aber es ist ein westliches Land.

Frage: Haben sie versucht, Sie zu retten?

„K.P.“: Ja, sie versuchten zu retten, was noch zu retten war, aber zu spät. Von Janar 2009 an sah ich, dass wir jedes Mal, bei jeder Bewegung zu spät dran waren…

Frage: Warum? Warum denken Sie, dass die LTTE Gelegenheiten für den Frieden von 2002 an immer wieder versäumt hat?

„K.P.“: Nicht nur von 2002 an. Sogar in einer früheren Phase, als der indische Premierminister, der verstorbene Rajiv Gandhi, mit dem srilankischen Präsident Jayewardene sprach, arrangierte er eine Art von Übereinkunft. Sogar vor dem 13. Zusatzartikel (bevor er für die Abgabe von Macht ratifiziert wurde) versuchte er es, aber die LTTE hat auch diese Chance verpasst. Nochmals haben wir, als dann das Indisch-Srilankische-Abkommen (um die indische Armee zu schicken, um den Frieden zu erhalten) kam, die Gelegenheit verpasst.

Prabhakaran kannte nur eines, und das war “Tamil Eelam” – ein eigener, separater Staat. Er war nicht gewillt, darüber zu verhandeln… also ist er mit diesem Traum verschwunden.

Frage: Denken Sie, dass der Waffenstillstand von 2002 nur ein Trick war, nur eine Verzögerungstaktik?

„K.P.“: Absolut. Zu der Zeit hatte die LTTE eine Schlacht gewonnen, aber sie war ökonomisch sehr schlecht gestellt – was Nahrung und alles andere anbelangt. Die Welt draußen war anders. Nach dem 9. September errichtete der amerikanische Präsident sehr strenge Bedingungen und ein gutes Netzwerk (um Terroristen aufzuspüren). Nach dem 9. September wurden alle bewaffnete Kämpfe, alle bewaffnete Bewegungen zu terroristische Organisationen. Er war ein großer Rückfall. Nach dem 9. September sahen wir uns einer Menge Problemen gegenüber.

Frage: Eine Menge Delegationen gingen in dieser Zeit nach 2002 ins Ausland. Eine LTTE-Delegation ging nach Europa, offenbar wegen Friedensgesprächen. Warum ist dies nicht gelungen? Ist etwas im Hintergrund passiert?

„K.P.“: Wie ich es Ihnen gesagt habe, hat Prabhakaran nie daran gedacht, dass über Tamil Eelam verhandelt werden könne. So einfach ist das.

Frage: Jene von LTTE-Führern unternommene Reisen nach Europa, weswegen fanden sie statt?

„K.P.“: Es war ein Teil der Friedensgespräche, denn sie brauchten einige Zeit, um wieder stark zu werden. Jeder weiß, dass sie bei öffentlichen Treffen eine Sache sagten, am Verhandlungstisch eine andere und zu der Diaspora noch eine andere.

Frage: Bereitete sie sich also im Grunde um diese Zeit in Wirklichkeit für eine Fortführung des Krieges vor?

„K.P.“: Sie bereiteten sich vor, um die Waffensituation und die ökonomische Seite zu stärken.

Frage: Bedauern Sie das? Sie haben das internationale Sekretariat der LTTE geleitet und ihnen geholfen, Waffen aller möglichen Art zu beschaffen. Wie betrachten Sie Ihre Rolle?

„K.P.“: 1970 bewegten sich die tamilischen Jugendlichen in Sri Lanka emotionell auf einen Freiheitskampf zu und ich war einer von ihnen. Wir haben in diesem bewaffneten Kampf eine Menge tamilische Jugendlichen verloren. Sehen Sie, vor der Unabhängigkeit bat der (tamilische Führer) G.G. Ponnambalam für eine Hälfte-Hälfte Repräsentation für die Singhalesen und Tamilen im Parlament. Am Ende lief die Mehrheitsentscheidung auf 55-45 hinaus. Aber sogar da stimmte die tamilische Partei nicht dieser Teilung der Parlamentssitze zu.

Heute sind wir (Tamilen) an dritten Stelle. Die Singhalesen kommen an der ersten Stelle, dann die Moslems an der zweiten und die Tamilen an der dritten Stelle. Also wurden wir von der Möglichkeit einer Hälfte-Hälfte Repräsentanz im Parlament auf nun nur 15 bis 20 Sitze im Parlament reduziert.

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(Bemerkung des Herausgebers: Ganapathipillai Gangaser Ponnambalam, bekannt als GG Ponnambalam, war ein srilankisch-tamilischer Politiker im Britischen Ceylon. Er gründete die erste srilankische-tamilische Partei, den All Ceylon Tamil Congress.)

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„K.P.“-Interview – Teil 4

Übersetzt aus FIRSTPOST

Warum Indira Gandhi die tamilischen Gruppen unterstützte, und warum sie versagte

Frage: Wie beurteilen Sie jetzt das indische Engagement bei all dem?

„K.P.“: 1980, während der Zeit von Frau Indira Gandhi … das war die Zeit, als der Kalte Krieg fast beendet war, obwohl es ihn noch gab. Sri Lanka stand Amerika nahe, Indien und die (frühere) UdSSR hatten eine starke Allianz. Also gab es Meinungsverschiedenheiten. Also hat Indira Gandhi, als unser Problem virulent wurde, eine Hand darauf gelegt…

Frage: Was bedeutet “sie hat eine Hand darauf gelegt”?

„K.P.“: Zu der Zeit erinnere ich mich, dass Narasimha Rao der Außenminister war. Die Diaspora Tamilen wurden eingeladen und sie trafen Narasimha Rao. Sie hatten Gespräche mit der indischen Regierung. Das war der erste Schritt. Die Gespräche wurde Thimpu-Gespräche (nach dem Ort in Bhutan) genannt. Die indische Regierung rief die srilankische Seite und alle tamilischen Gruppen auf. Aber die Gespräche schlugen fehl. Ungefähr zu der Zeit fing die indische Regierung damit an, tamilischen Jugendlichen eine (militärische) Ausbildung zu geben.

Also hatten wir (die LTTE) eine Basis in Tamil Nadu. Wir hatten eine (militärische) Basis in Indien. Alle vier tamilischen Gruppen, sehr starke Gruppen, wurden von Indien trainiert und bewaffnet. Wie ich Ihnen sagte, war das die Zeit des Kalten Krieges und so war die internationale Umgebung. In der Zeit war es Frau Gandhis Idee, dass sie vielleicht den bewaffneten Kampf der LTTE bis zu einer gewissen Ebene steigern könne und dies als Hebel bei den Verhandlungen benutzen könnte, um das (tamilische) Problem auf friedliche Weise zu lösen. Unglücklicherweise war sie plötzlich weg (1984 wurde sie ermordet).

Danach kam Premierminister Rajiv Gandhi. Er war ein moderner Führer und er war (mit Entscheidungen) sehr schnell. Seine Herangehensweise war anders. Zu der Zeit hatte die RAW (die indische Spionageabteilung, der sog. Forschungs- und Analyseflügel) sehr mit all den tamilischen Gruppen zu tun. Zu der Zeit hatte (SC) Chandrahasan, SAV Selvanayagans Sohn, enge Verbindungen zur TELO ( der tamilischen Eelam Befreiungsorganisation). Es war zu der Zeit, dass ein Missverständnis zwischen Prabhakaran und der RAW begann.

Der damalige srilankische Präsident Jayewardene und Premierminister Rajiv Gandhi versuchten, das zu lösen. Aber wieder hat die LTTE die nichtVorschläge akzeptiert. Aber Rajiv Gandhi drängte (darauf) und also kam die LTTE widerwillig zu einer Übereinkunft (das bezieht sich auf die Indisch-Srilankaische- Übereinkunft). Aber tatsächlich hat die LTTE (intern) die Übereinkunft abgelehnt.

Frage: Dann kam die IPKF (Indische Friedenserhaltungstruppe)?

„K.P.“: Als die IPKF hierher kam, war das mit der LTTE in Ordnung, aber nachdem die Missverständnisse zugenommen hatten, begannen sie den Krieg gegen die IPKF.

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(Bemerkung des Herausgebers

1. Die Thimpu-Erklärung war eine Struktur von vier Forderungen der Delegation der srilankischen Tamilen bei den ersten Friedensgesprächen, die hinsichtlich des srilankischen Bürgerkrieges unternommen wurden. Im Juli-August 1985 organisierte die indische Regierung Friedensgespräche in Thimpu, Bhutan. Sie zielten darauf ab, den srilankischen Bürgerkrieg zwischen den tamilischen militanten Gruppen und der Regierung von Sri Lanka zu beenden.

Die Erklärung stellte fest:

1. Es ist unsere überlegte Ansicht, dass irgendeine sinnvolle Lösung für die tamilische nationale Frage auf den vier Hauptprinzipien, die folgen, gründen muss:

– die Anerkennung der Tamilen von Ceylon als eine Nation

– die Anerkennung der Existenz eines identifizierten Heimatlandes für die Tamilen von Ceylon

– die Anerkennung des Rechts auf Selbstbestimmung der tamilischen Nation

– die Anerkennung des Rechts auf Bürgerschaft und der fundamentalen Rechte alle Tamilen von Ceylon.

Die tamilische Delegation bestand aus Repräsentanten der Eelam Volksrevolutionsbefreiungsfront (EPRLF), der Eelam revolutionären Studentenorgansation (EROS), der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), der Volksbefreiungsorganisation von Tamil Eelam (PLOTE), der Tamilischen Eelam Befreiungsorganisation (TELO) und der gemäßigten tamilischen vereinten Befreiungsfront (TULF).

Die srilankische Regierung wies alle Punkte der Erklärung, außer dem letzten Prinzip, ab, da sie Sri Lankas Souveränität verletzen würden.

2. SC Chandrahasan ist der Sohn von SAV Selvnayagam, ein tamilischer Führer, der als der „Mahatma Gandhi von Sri Lanka“ bekannt war. Nachdem der ethnische Konflikt der Inselnation 1983 begann, gründete Chandrahasan die Organisation für die Rehabilitierung der Eelam-Flüchtlinge. Er glaubte, dass die tamilische Militanten, besonders die LTTE, der Möglichkeit einer föderalen Lösung, welche sein Vater formuliert hatte, schweren Schaden zugefügt hatten.

3. SAV Selvanayagam war der Führer des tamilischen Volkes von 1948 bis 1983. Er gründete die Bundespartei von Ceylon. Er glaubte, dass eine föderale Lösung möglich wäre.

4. Die tamilische Eelam Befreiungsorganisation (TELO) war eine militante Gruppe, welche Kampagnen für die Sache von Tamil Eelam durchführte. Gegen 1986 wurden fast 400 von deren bewaffneten Funktionären durch die konkurrierende LTTE getötet und die Gruppe war damit eigentlich ausgelöscht. Deren überlebenden Mitglieder organisierten sich neu als politische Partei. Gegenwärtig hat die TELO zwei Mitglieder im Parlament. Sie ist ein Teil der tamilischen Nationalallianz, einer Koalition von tamilischen Parteien, welche 2,9 % der Stimmen des Volkes gewann und 14 von 225 Sitzen bei der Parlamentswahl von 2010 in Sri Lanka.)

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„K.P.“-Interview – Teil 5

Übersetzt aus FIRSTPOST

Warum Prabhakaran Rajiv Gandhi hasste – und wer den Mord plante

Frage: Können Sie uns ein für alle Mal sagen, ob Prabhakaran Rajiv Gandhis Ermordung geplant hatte?

„K.P.“: Das ist wahr. Jeder kennt die Wahrheit. Jene , die in direkt in diesen Mord verwickelt waren, waren vom LTTE-Spionagedienst und auch die, die verhaftet wurden. Es war gut geplant und tatsächlich von Prabhakaran und dem (Spionagechef Pottu Amman) ausgeführt. Jeder kennt die Wahrheit.

Ich möchte dem indischen Volk und besonders der Rajiv-Gandhi Familie sagen… ich möchte mich für Prabhakarans Fehler entschuldigen. Bitte vergeben Sie uns, wir bitten Sie. Unser Volk kämpft hier, bitte helfen Sie unserem Volk, dass es menschlich leben kann. Verzeihung für all das, wir kennen die Gefühle des Sohns (Rahul) von Rajiv Gandhi. Es ist die menschliche Natur – wie Vater und Tochter verbunden sind (Verweis auf Rajivs Tochter Priyanka).

Frage: Sie haben die indische Regierung gebeten, sich auf eine Weise in Sri Lanka zu engagieren, die eine friedliche Beilegung der Differenzen erlaubt und den Tamilen eine Chance gibt, sich zu entwickeln und die Vergangenheit zu vergessen?

„K.P.“: Genau! Wenn Sie 50 Jahre zurückschauen, dann war unser Volk – bildungsmäßig und wirtschaftlich – an erster Stelle. Heute sind wir 50 Jahre zurück… Also geht es darum, dass diese Leute mit moderner Technologie leben und arbeiten sollten… es ist eine neue Ära… Wenn Sie in Ihr Land gehen, dann sehen Sie Internet, Computer (überall). Wenn Sie nach Mulakanvil geben, sehen sie nichts davon – nichts.

Ich meine, dass unser Volk wie Menschen leben sollte. Wir haben schon einen hohen Preis gezahlt, wir haben nichts zu verlieren.

Wie tamilische Politiker die Eelam Sache zu ihrem eigenen Vorteil benutzen

Frage: Suchen Sie auch die Unterstützung von den Politikern in Tamil Nadu?

„K.P.“: Genau, das Volk von Tamil Nadu, das ist ein sehr emotionales Volk. Wir haben die gleiche Sprache und die gleiche Religion. Dieses Gefühl sollten wir positiv, nicht negativ benutzen. Wenn die Bevölkerung von Tamil Nadu ihre Pluspunkte benutzt oder in einer positiven (Weise) denkt, dann (können) wir in ein paar Wochen unser Volk entwickeln.

Frage: Sie sagen, dass das Volk von Tamil Nadu, wenn es willens und positiv ist, den Wechsel in einer Woche zu Stande bringen kann?

„K.P.“: Ja. Drei Personen kamen von Tamil Nadu, um hier ein Zuchtpilz-Projekt zu starten. Sie haben die Technologie. Eine andere Gruppe kam, um Nahrung zu produzieren, und sie werden unterrichten und das Leben beginnen. Die Leute indischen Ursprungs aus Malaysia kommen, um etwas zu unterrichten. Ich möchte den Tamil Nadu Politikern sagen – und besonders Vaiko (V. Gopalasami, der Führer der MDMK in Tamil Nadu und ein glühender LTTE-Anhänger), kommen Sie her und finden Sie einen Weg, um (die Probleme) zu lösen.

Ich sage: Die Leute hier leiden genug, also wenn Sie wirklich diesen Leuten helfen können, wenn Sie Gefühle haben, dann können Sie diesen betroffenen Leuten helfen.

Wir haben ein Büro. Sie können kommen, jeder kann kommen. Wenn Sie kommen möchten, werde ich eine Hilfsorganisation einrichten für Sie und die entsprechende Erlaubnis vom Verteidigungsministerium arrangieren. Lassen Sie sich nicht in irgendeine Art von Politik hineinziehen. Wir haben keine Politik, nur humanitäre Arbeit. Also sage ich das wieder wieder zu den Tamil Nadu Politikern – beginnen Sie nichts Kontroverses… führen Sie unsere Jugend nicht wieder in einen Kreis des Kampfes. Genug davon!

Frage: Sie bitten Tamil Nadu Politiker, die Vergangenheit zu vergessen, aber um die Vergangenheit zu vergessen, muss man auch die Wahrheit der Vergangenheit erzählen. Sie sind ein altgedientes Mitglied der LTTE, Sie kennen die Wahrheit. Ist es denn keine Tatsache, dass einige Politiker und politische Parteien einige tamilische Leute unterstützt und zur Gewalt gedrängt haben? Können Sie irgendeine politische Partei nennen und die Wahrheit sagen?

„K.P.“: In unserem Kampf waren wir manchmal von Tamil Nadu abhängig. Als wir unseren Kampf begannen, war das sehr klar. Wir haben nicht indische Politiker hereingezogen. Als wir Probleme hatten, gingen wir für einige Zeit nach Indien und kamen aber dann zurück. Wir haben uns mit niemanden getroffen. Dies war der Beginn unseres Kampfes… Das Problem war, als wir zuerst Politiker in Tamil Nadu trafen – zum Beispiel als Prabhakaran und Uma Maheswaran auf den Straßen in Tamil Nadu kämpften und ins Gefängnis kamen – baten wir die Politker um Hilfe, um eine Kaution zu bekommen. Das war der Beginn des politischen Einflusses von Tamil Nadu…

Dann wissen wir auch, was das wirkliche Problem in Tamil Nadu ist. Wissen sie, Periyar, der die Dravidische Kazhagam Bewegung begann… Er wollte die Trennung vom Norden (von Indien). Er wollte, dass Tamil Nadu, Kerala, Andhra sich vom Norden trennen. Es war von dieser sozialen Basis, dass Annadurai (der frühere DMK Provinzregierungs-Chef vor Karunanidhi) und später Karunanidhi kamen.

Die Bewegung versagte, aber es gibt immer noch Leute mit dieser Politik (Veeramani, Ramakrishnan… diese Leute hatten die gleiche Mentalität). Sie akzeptieren keinen Wechsel aber die Welt ändert sich.

Manchmal haben wir Träume, aber ob diese möglich sind oder nicht, das müssen wir genau einschätzen. Wir müssen kalkulieren. Also gibt Dravida Kazhagam, der seit 100 Jahren selbst nicht mehr dort war, sogar nachdem Periyar weg war, immer noch seine Idee an Leute wie Prabhakaran weiter, besonders den Anti-Brahmanismus. Prabhakarans Idee war es, gegen die Brahmanen zu kämpfen.

Wegen dieses (DK Hintergrundes) haben die Tamil Nadu Politiker eine großartigen Helden aus Prabhakaran gemacht. Sie haben ihn mit alten tamilischen Königen verglichen und er hat darauf seine politischen Ansichten verändert. Darum hat er gegenüber Rajiv Gandhi diesen Schnitzer begangen.

Frage: Sagen Sie, dass der DMK auf gewisse Weise ideologisch Prabhakaran beeinflusst hat, den Schritt zu Rajiv Gandhis Ermordung zu unternehmen?

„K.P.“: Das kann ich nicht bestätigen, aber Sie kennen den Einfluss… sie (die tamilischen Politiker) haben ihm den Hass auf die Brahmanen eingeflößt. Darum hasste er den Premierminister von Indien. Er war ein junger Führer und er wollte schnell sein. Er versuchte, das Problem so schnell wie möglich zu lösen.

Frage: Es gibt Bilder von Vaiko, wie der mit Prabhakaran zusammen sitzt. Wie ist es Vaiko damals gelungen, in die Vanni Region zu kommen?

„K.P.“: Ich denke, dass er ein Parlamentsmitglied und bei der DMK war. Er hatte ein Problem in der Partei. Er wollte neben Karunanidhi der Führer der Partei sein, aber einige Leute in der Partei mochten ihn nicht. Sie wollten lieber Stalin (Karunanidhis Sohn). Also wollte er (Vaiko) an der Basis der LTTE Popularität gewinnen… Er wollte die Unterstützung der LTTE, da die Tamil Nadu Leute sehr emotionell sind, und sie standen hinter der LTTE… Er (Vaiko) verletzte sogar das Gesetz und kam hierher und traf Prabhakaran. Prabhakaran hatte, bis er Vaiko traf, nicht gewusst, dass dieser allein, ohne Karunanidhis Erlaubnis, kam. Er war überrascht und fragte, wie er ohne Karunanidhis Erlaubnis kommen habe können.

Der Punkt ist, dass es ein persönliches Interesse ist. Einige Leute haben eine persönliche Agenda… Sogar bei Jayalalithaa sieht man das… Ich denke nicht, dass dies sich ändern wird, aber ich bat sie trotzdem, sich zu ändern…

Frage: Was ist mit der DMK? Wie haben Sie die DMK unterstützt?

„K.P.“: Vaiko, einige Abgeordnete der DMK standen uns sehr nahe. Karunanidhi ist ein altgedienter Politiker, aber er benutzte auch diese (LTTE) Karte von Zeit zu Zeit… (er möchte sagen) „Ich stehe Prabhakaran sehr nahe“, weil ihm das Stimmen einbringen wird. Sie sind eine Partei, die gut dran ist, aber sie brauchen wie alle anderen Wählerstimmen.

Frage: Was ist mit Jayalalithaa?

„K.P.“: Sie ist sehr klug, sie ist eine sehr gebildete Frau und sie weiß, wie man mit den Dingen umgeht. Sie wurde (wieder) Ministerpräsidentin und wir müssen abwarten und sehen … Sie ist jetzt am Puls der Leute und sie ist am Zug.

Frage: Stand sie oder stand sie nicht auf der Abschussliste der LTTE?

„K.P.“: Sie selbst glabt, dass (sie auf der Abschussliste stand). Vielleicht, wenn die LTTE die Gelegenheit bekommen hätte, dann hätten sie versucht, (sie zu töten), weil sie immer gegen die LTTE gewesen war… Sie hat immer gegen die LTTE gehandelt. Jeder wird wissen, was die LTTE ist… dass sie (die LTTE) immer ihr Maximum versucht hat…

Frage: Obwohl Sie in Haft sind, versuchen Sie, eine Änderung der Weise, in der die Leute in der tamilischen Diaspora denken, zu Stande zu bringen… Was noch wichtiger ist, Sie versuchen, die Tamilen in Sri Lanka zu überzeugen, sich mehr der politischen Mitte anzupassen, sich zu integrieren und sich auf eine neue Zukunft hin auszurichten. Wie sehen Sie in diesem Kontext Jayalalithaas Feststellung, der Präsidenten von Sri Lanka solle sich in Hinblick auf den UN-Bericht über Kriegsverbrechen der Justiz stellen?

„K.P.“: Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass sie eine kluge Dame ist, mit genug Erfahrung. Sie hat den Fehdehandschuh in den Ring geworfen. Für die emotionellen Leute von Tamil Nadu bedeutet das, dass „…unsere Amma (Mutter) etwas für die Tamilen in Sri Lanka tun wird …“ Sie ist eine kluge Dame…

Aber die indische Zentralregierung steht Sri Lanka nahe. Sie stehen sich diplomatisch sehr nahe. Sie haben diese Verbindung, eine tausendjährige Beziehung zwischen zwei Ländern. Sogar die Kongresspartei kann diese Tradition nicht zerbrechen.

Frage: Was denken Sie, welche Rolle kann Jayalalithaa spielen?

„K.P.“: Sie ist die Ministerpräsidentin von Tamil Nadu. Sie hat genug Erfahrung. Sie kann die Leute von Tamil Nadu auch in eine positive Richtung führen…

In Indien, wenn Sie auf den Punjab schauen, gab es dort auch einen bewaffneten Kampf, aber jetzt haben sie sich weiter entwickelt… wenn wir im Fernsehen den Punjab sehen, dann hat es dort schöne, gebildete Leute. Sie haben Wohlstand. Ich möchte im Fernsehen sehen, wie sich die Leute in Tamil Nadu entwickelt, und zweitens, auch hier, bei unseren eigenen Leute eine Entwicklung sehen, die Menschen hier sind noch ganz im Leiden versunken. Sie kämpfen um Nahrung, sie kämpfen um Bildung… Also hat Jayalalithaa auch eine Pflicht, dies zu tun, sie kann dem tamilischen Volk, nicht nur in Tamil Nadu, helfen.

Frage: Sie sagen, dass Jayalalithaa als Ministerpräsidentin von Tamil Nadu allein ein Entwicklungspaket für die Tamilen in Sri Lanka ankündigen kann? Sie kann Industrielle ermutigen, hier zu investieren und sich in Entwicklungsaktivitäten engagieren?

„K.P.“: Genau das kann sie! Sie kann irgendeine Fabrik im Vanni bauen, sie kann ihre Industriellen schicken, um die srilankische Regierung zu treffen und mit irgendeiner Fabrik zu beginnen und diesem vom Krieg betroffenen Volk eine Gelegenheit verschaffen, mit ihrem Leben neu zu beginnen… Das genau möchte ich zuerst erreichen, dass sie mit ihrem Leben neu beginnen können, wieder lächeln…

Frage: Wenn ich Sie ein wenig zurück in die Vergangenheit nehmen darf und danach über Ihre Zukunft spreche: Sie waren der Haupt-Waffenlieferant Ihrer Organisation. Es hat eine Menge Gerede darüber gegeben, wie die LTTE die indischen Maoisten ausgebildet hat. Können Sie etwas Licht darauf werfen?

„K.P.“: Bis 2002 hatten wir keinen Kontakt mit ausländischen Gruppen. Wir hatten politische Beziehungen zu einigen Gruppen aber keine Verbindung wegen Waffen. Bis 2002 war ich die einzige verantwortliche Person… Ich war sehr begierig darauf (auf Abstand von den anderen Gruppen zu bleiben), weil wir nicht die Kastanien für andere aus dem Feuer holen wollten… Jede Organisation, jeder Kämpfer ist einzigartig. Also wollten wir darin nicht verwickelt werden… wir hatten keine Kontakte mit Maoisten…

Frage: Und nach 2002?

„K.P.“: Danach hatte ich keinen Einfluss auf die LTTE – bis 2009 – aber ungefähr um diese Zeit, 2002-2003, habe ich eine Menge Sachen von Freunden gehört. Vielleicht war dies ein weiterer Grund für unser Versagen im Kampf.

Frage: Ist diese Behauptung wirklich von Wert? Denn die indischen Behörden sagen dauernd, dass die Maoisten – sie werden Naxals in Indien genannt – eine Art von Ausbildung, besonders in der Art, wie man Sprengkörper einrichtet – von der LTTE erhalten hatten?

„K.P.“: Ich habe das auch gehört, aber ich kenne wirklich die Wahrheit. Was man von der indischen Seite und von meinen früheren Freunden darüber hört – dieses Beschaffen von dieser Art von Sachen (Waffen)… Ich habe auch davon gehört…

Frage: Jetzt haben sie sich weiterbewegt, weg von dieser Ideologie, nachdem sie einmal ein Teil einer Organisation gewesen waren, welche sich im Krieg und in gewalttätigen Konflikten engagiert hat. Sie sind in Haft, aber Sie versuchen, der srilankischen Regierung und dem tamilischen Volk zu helfen. Was genau tragen Sie dazu bei?

„K.P.“: Ich helfe dem tamilischen Volk, obwohl ich in Haft bin… Von Januar 2009 bis Mai 2009 versuchte ich, den Krieg zu stoppen, weil eine Menge Leute in Schwierigkeiten waren… Ich versuchte, so viel es ging… Aber ich bin traurig, dass die LTTE nicht zu Verhandlungen bereit war… Also haben sie verloren.

Ich schaue fern und höre Radio und sehe, dass unsere Leute leiden. Also möchte ich Ihnen eine Art Sauerstoff geben, das ihre Leben neu beginnen lässt… es ist ein Gefühl im Herzen. Ich fühle mich schuldig, aber ich bin auch einer von ihnen. Wieder und wieder sage ich, dass der Krieg vorbei ist, und dass es der Anfang einer neuen Ära ist. Aber einige Leute sprechen immer noch von Extremismus.

Sehen Sie, als (der Volksaufstand in) Kahlistan vorbei war, haben einige Leute irgendwo immer noch darüber gesprochen. Sie haben immer noch kleine Gruppen, die in Cafés sitzen und darüber sprechen. Einige Leute in der tamilischen Diaspora sprechen immer noch darüber, (Tamil Eelam zu gründen).

Frage: Ist der Konflikt zu einer Industrie geworden

„K.P.“: Ja, mehr als einmal hörte ich 2005 oder 2006, dass fast 3.000 US Dollar als Lohn für (Leute, die Geld ) für Tamilen (sammelten) bezahlt wurden…

Frage: Woher kam das Geld?

„K.P.“: Vom Volk. Wenn Sie plötzlich aufhören, wohin werden sie gehen? (die Spendensammler). Es gibt immer noch Leute in Großbritannien, die Spenden sammeln und sagen, wir kommen vom Hauptbüro… Dieser Zyklus kann noch eine Zeitlang weitergehen. Jetzt kennen die Leute die Wahrheit (über die Niederlage der LTTE und die geänderte Atmosphäre in Sri Lanka), und deswegen können diese Leute nicht mehr lange gehen und Gelder sammeln… Sehr bald wird das passieren.

Frage: Sie haben alles offen gelegt, Sie haben gesprochen, und Sie versuchen, sich mit Ihrer Vergangenheit zu versöhnen und sich auf die Zukunft zu freuen. Haben Sie einen Traum?

„K.P.“: Sehen Sie, von den 35 Jahren, die ich im bewaffneten Kampf verbracht habe, sind jetzt zwei Jahre vergangen, die ich im Hausarrest verbracht habe (seit August 2009). Die Haft könnte noch 10 Jahre weitergehen. Ich weiß nicht, wie viele Jahre ich hier leben werde, aber ich möchte für den Rest meines Lebens die Zeit mit unschuldigen Kindern verbringen, die vom Krieg geschädigt wurden. Diese Kinder haben keine Liebe, um sie kümmert man sich nicht, sie haben keine Eltern oder eine gute Erziehung. Sie haben keine Zukunft. Ich möchte den Rest meines Lebens mit ihnen verbringen und ihnen das geben.

Ich bat den Staatssekretär des Verteidigungsministeriums (Gotabhaya Rajapaksa), mich bei den Kindern im Vanni bleiben zu lassen. Niemand kümmert sich um sie, ganz besonders um diejenigen mit Handicaps. Besonders um die jungen Mädchen mit Handicaps. Ich habe einen Traum, sie glücklich sein zu lassen… Ich möchte ihr Glück auf ihren Gesichtern sehen. Ich sollte ihnen helfen, mit einem neuen Leben zu beginnen und hoffen… Wenn ich im Rest meines Lebens dies erreiche, dann ist das genug für mich.

Frage: Und damit, „K.P“, vielen Dank dafür, dass Sie uns Ihr erstes Interview gegeben haben.

„K.P.“: Vielen Dank auch an Sie. Sie haben mir eine gute Gelegenheit gegeben … Wir werden uns irgendwann noch einmal treffen und das fortsetzen.

 

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