Palitha Kohona


Kohona: Channel 4 Video ist eine glatte Lüge

Von Shanika SRIYANANDA

Colombo – Sri Lankas Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen, Dr. Palitha Kohona sagte, dass Kommentator John Snow und des in Großbritannien ansässigen Channel 4 (Ch-4), der das Video „Sri Lanka’s Killing Fields“ veröffentlichte – stark auf Informationen der LTTE Propaganda-Abteilung, TamilNet, beruhe – der Sender habe bewusst das Video öffentlicht, um die zu internationalen, öffentliche Meinung zu beeinflussen und gleichzeitig Sympathie für die LTTE und ihre Sache zu produzieren.

Dr. Kohona, zusammen mit seinem Stellvertreter, Generalmajor Shavendra Silva haben einige technische „Lügen“ entlarvt, die in dem Video vorkommen, anlässlich einer Vorführung des Dokumentarfilms  am 22. Juni im UN-Church-Centre in New York, gesponsert von Amnesty International  Human Rights Watch sowie der International Crisis Group.

„Der Kommentar ist stark auf die LTTE Propaganda zugeschnitten. Dies wird offensichtlich durch die Art von Bildern und Phrasen , die John Snow verwendet, wobei er versucht Sympathie für die LTTE zu schaffen. Es ist einfach unübersehbar, man kann den Kommentar nur als verdreht bezeichnen“, sagte Kohona.

In einem Exklusiv-Interview mit dem Sunday Observer diskutierte Dr. Kohona, der derzeit in Sri Lanka ist, das Motiv von Ch-4,  die Initiativen der Regierung, die getroffen wurden, um Tamilen vor LTTE Terror zu schützen und künftige Maßnahmen gegen Ch-4. Er sagte, man habe sich mit dem Video adäquat nach seiner Ausstarhlung in New York auseinandergesetzt.

Auszüge aus dem Interview:

Frage: In seiner jüngsten Debatte hieß es von der EU-Parlamentsdelegation, dass das Channel 4 (Ch-4) Video „Sri Lanka’s Killing Fields“ – sei weit entfernt von der Realität, mit harter Kritik und wenig Substanz. Wie beschreiben Sie das Video?

Kohona: Ich denke, es ist wichtig, genau zu prüfen, wie dieses Ch-4-Video zusammengestellt wurde. Es verfügt über umfangreiche Segmente, die aus TamilNet genommen wurden, was, wie wir alle wissen, der Propaganda-Arm der LTTE ist und der auch weiterhin das Propaganda-Werkzeug der Rest-LTTE ist. Es gibt dann noch andere Aufnahmen, die „durch andere Quellen erworben wurden“.

Allerdings kommt der wesentliche Teil des Videos von der Propaganda-Truppe der LTTE und das wird nun offenbar von der Rest-LTTE verwendet.

Man beginnt sich zu fragen, ob diese Videos mit einer echten humanitären Motiv oder mit einem anderen Motiv kompiliert wurde. Wenn Sie sich das Video ansieht, sieht man verstörende Szenen und darüber gibt es keinen Zweifel, aber der Kommentar ist stark auf die LTTE Propaganda bezogen. Dies ist offensichtlich. Die Art der  Bilder und Sätze, die Kommentator John Snow verwendet, versuchen, Sympathie für die LTTE zu schaffen, ist es nur unübersehbar. Man kann den Kommentar nur als verdreht bezeichnen.

Eine andere Sache ist der Titel – „Killing Fields“. Der ist nicht neu, es wurde bereits in den späten 1970er Jahren von John Hiltor in seinem berühmten Dokumentarfilm über die Khmer Rouge verwendet. Der Titel seines Filmes war „The Killing Field“. Es hatte damals enormen Einfluss und ich habe keine Zweifel daran, dass John Snow und  Ch-4 das hat ganz bewusst mit Blick auf die Beeinflussung der internationalen öffentlichen Meinung auch so nannten. Das war das alleinige Motiv.

Auch hier müssen Sie bedenken, dass die LTTE, die unserer Gesellschaft seit über 27 Jahren terrorisiert und misshandelt hat, immer noch gut dabei raus kommt, sie riechen sozusagen nicht schlecht dabei. Ich kann nicht sagen, dass sie wie Rosen riechen, aber sie kommen nicht allzu schlecht dabei weg. Das Video-Team ignoriert völlig, dass die LTTE, seit über 27 Jahren, Kinder rekrutiert hat, 5.700 laut UNESCO und über 20.000 nach Angaben von Human Rights Watch. Sie erfanden die Selbstmordbomber-Weste, und die LTTE benutzte dies brutale Waffe mehr als 250 Mal erfolgreich und tötete dabei Tausende von Zivilisten, Kinder, die zur Schule zu gingen, Shopper, friedliche Passanten etc. Sie beschädigten  mit Bomben den von der UNESCO als heiligen Stätten deklarierten Tempel des Zahns in Kandy.

Die LTTE tötete die meisten der gemäßigten tamilischen politischen Führung dieses Landes. Nachdem diese ganzen Verbrechen, finden wir heute die Regierung von Sri Lanka auf der Anklagebank – anstatt der LTTE. Die LTTE bekomt nur en passant  Referenzen und ein wenig Kritik, während John Snow ganze Haufen von Kritik auf der Regierung von Sri Lanka ablädt. Auch wie er die Offensiven der srilankischen Armee gegen die LTTE beschreibt… nämlich als gezielten Angriffe auf die tamilische Zivilbevölkerung. Dies kann nichts anderes sein als eine glatte Lüge, denn wenn die Regierung das tun wollte, würden keine Tamilen im Süden des Landes leben. Über 54 Prozent der tamilischen Bevölkerung aber lebt im Süden und über 40 Prozent der Bevölkerung Colombos sind Tamilen. Wenn die Regierung Tamilen zum Ziel hätte, dann könnte sie es hier tun.

Es besteht keine Notwendigkeit, dafür in den Norden gehen, um das zu tun. Bis in die Sicherheitskräfte Kilinochchi erreichten, gab es nie Verdächtigungen, dass die Zivilisten verletzt wurden. Erst als klar wurde, dass die LTTE in einer Situation ist, von der sie sich nicht erholen würde, begann TamilNet mit der Fokussierung auf die Zivilbevölkerung. John Snow nimmt diese Lüge sehr beiläufig, aber ganz bewusst auf, weil von da an, haben für ihn die Sicherheitskräfte  angeblich gezielt Operationen gegen Zivilisten geführt.

Tatsächlich aber haben die Streitkräfte einen Infanterie-Ansatz angenommenen. Man hätte schwere Waffen von Anfang an verwenden können, aber das haben sie nicht. Sie nahmen eine Infanterie-Ansatz an, weil sie Konzentrationen von Zivilisten vermeiden wollte. Bei diesem Prozess verloren wir mehr als 6.000 Soldaten. Dieser Verlustziffer hätte vermieden werden können, wenn Sri Lanka das Vorgehen der Militärs anderer Ländern im Umgang mit terroristischen Gegenern angenommen hätte. Wir hätten umfangreich Luftangriffe, Raketen und Drohnen benutzt können, haben wir aber nicht. In der Tat benutzten wir unsere Infanterie zu einem sehr hohen Preis. Ich denke, es ist unverantwortlicher und unverschämter Journalismus diese Art von Kommentar zu erstellen zu einem zusammengestellten Video von dieser Natur.

Frage: Nach der Erklärung von Ihnen und Generalmajor Shavendra Silva auf dem Forum der iNGOs – einschließlich des Ch-4-Teams – , glauben Sie, Sie waren in der Lage, die Wahrnehmung über Sri Lanka international zu ändern?

Kohona: Ich muss sagen, dass Generalmajor Silva und ich CH-4 konfrontierten mit einer Darstellung des Videos im Chruch-Centre in New York und wir spürten, dass wir mit dem Video gut abgerechnet haben. Uns wurden anfangs nur 10 Minuten von den Organisatoren dieser Veranstaltung gegeben. Selbst die, dhaben wir nur durch wiederholte Anfragen erhalten. Was wir taten war, musste innerhalb eines sehr begrenzten Zeitraums durchgeführt werden. Es war nicht leicht. Das Screening begann um 11.15 Uhr und dauerte 70 oder 80 Minuten. Die uns zur Verfügung stehende Zeit war nicht umfangreich. Auch haben andere Leute Fragen gestellt und machten Kommentare, was auch Zeit wegnahm. Wir nutzen die ganze Zeit die wir hatten.

Frage: In der Zwischenzeit hat der EU-Fraktions- Leiter Geoffrey Order in einer EU-Debatte behauptet, dass das Ch-4-Video ein bösartiges Vorgehen gegen die srilankischen Regierung von Extremisten von der tamilischen Diaspora sei. Was ist Ihr Kommentar dazu?

Kohona: Ich bin vollkommen einverstanden mit ihm, muss aber auch sagen, dass es nicht nur die tamilischen Diaspora ist, die dahinter steckt. Ich bin mir sicher, dass Elemente der tamilischen Diaspora sehr aktiv sind und in einem größeren Umfang verantwortlich für den Vorschub von CH-4 und andere Parteien ist eine anti-Sri Lanka Haltung anzunehmen.

Dies kommt nicht nur von Channel 4; das Video wird nun vom Public Broadcast System of America (PBS) und vom Special Broadcasting Service in Australien (ABC) gezeigt und wird voraussichtlich in Australien auf dem ABC-Kanal gezeigt werden. Es gibt Elemente, einschließlich extremistischen tamilischer Elemente in verschiedenen Teilen der Welt, die aus verschiedenen Gründen, einen sympathischen Ansatz eingeführt haben, um die LTTE und die Video zu verwenden, um Sympathie für deren Sache zu schaffen. Man könnte auch sagen, was die LTTE auf dem Schlachtfeld nach 27 Jahren des brutalen Terrorismus vzwar verloren hat, die Rumpf-LTTE aber weiterhin bemüht ist, nun anderswo zu gewinnen durch die Mobilisierung der Sympathien der Liberalen im Westen, der Politiker, NGOs und der Entscheidungsträger. Es ist eine gut orchestrierte Kampagne.

Frage: Geoffrey Order hat auch auf die EU dazu aufgerufen, die Regierung zu unterstützen. Wird dies eine gute Initiative sein für andere Länder, ihre Kritik an Sri Lanka zu überdenken?

Kohona: Ich denke, alle wohlmeinenden Politiker in Demokratien sollte eine ähnliche Ansicht aus dem gleichen Grund annehmen – wenn ein Präzedenzfall gesetzt wird, wodurch eine terroristische Gruppe, die besiegt worden ist, und sich dann auf Initiativen unter Berufung auf Gemäßigte und Liberale erholen kann, denke ich, dass andere terroristische Gruppen das Gleiche versuchen werden. Es ist eine einfache Formel: versteckt Euch hinter Zivilisten entweder, um sie als Schutzschild zu benutzen und um zu verhindern, dass Angriffe auf Euch selbst getätigt werden oder schafft nachträglich mittels ziviler Opfer eine öffentlichen Meinung gegen die Regierung. Ich denke, es ist sehr wichtig für Demokratien, die mit der Bekämpfung des Terrorismus in der ganzen Welt beschäftigt sind, keinen solchen Präzedenzfall zu setzen und auch nicht zuzulassen, dass terroristischen Gruppen ermutigt werden, sich mittels solcher Initaitiven und verschiedenen Mechanismen wieder erholen.

Frage: Dies ist das zweite Mal, dass Ch-4 Sri Lanka wegen Kriegsverbrechen anklagt – durch gefälschte Videos. Glauben Sie, dass die Regierung wirklich stillhalten sollte, ohne rechtliche Schritte gegen den Sender zu unternehmen?

Kohona: Ich glaube nicht, dass die Regierung schweigt, wenn bestimmte Elemente mit solchen Videos auftauchen. Als sie das erste Video auftauchte, wo nackt und gefesselte Personen erschossen werden, reagierte die Regierung darauf. Sie hat nicht nur reagiert, sondern erwarben sogleich die Dienste von Fachleuten, um den Videoclip zu analysieren – und natürlich gibt es zwei Ansichten darüber. Wenn es zwei Ansichten gibt, kann man nicht einfach sagen, die eine ist besser als die andere. Wir lassen damit die Welt entscheiden.

In der Tat, aus meiner Sicht gibt es nichts in diesen Videos, das beweist, dass diese Menschen in Sri Lanka erschossen wurden, und dass die Schützen singhalesischen Soldaten sind, nur weil sie singhalesischen Ausdrücke benutzen oder auch, dass die Opfer Tamilen waren. Es könnte sehr wohl sein, dass das Ganze umgekehrt lief, denn es gibt genügend Beweise, dass die LTTE ihre Gefangenen hingerichtet hat. Die srilankische Armee vermisst noch immer noch mehr als 3.000 Soldaten. Was geschah mit ihnen? Sie wurden nicht freigegeben, als die LTTE besiegt wurde. Wir wissen nicht, was mit ihnen geschah. Es gibt vereinzelte Hinweise darauf, dass die LTTE sie hingerichtet hat.

Es gibt auch ein Video im Umlauf im Moment das das gleiche Video mit tamilischen Stimmen im Hintergrund zeigt. Es gibt enorme Zweifel an der Authentizität, nicht nur der technischen Authentizität, sondern auch die inhaltliche Authentizität des Videos. Sie haben diese Version verwendet, um die Regierung Sri Lankas und sein Militärs auf die Anklagebank zu setzen. Wir sollten auch bedenken, dass die Gelernte Lektionen- und Versöhnungskommission (LLRC) den Auftrag hat, Fragen dieser Art nachzugehen. Als die Kommission ernannt wurde, wurde sie von vielen Ländern, einschließlich der USA, begrüßt. Wir sollten der Kommission Zeit und Raum geben, um in all diesen Fragen zu gehen und dann mit ihren eigenen Empfehlungen zu kommen. Es ist viel zu früh, um schon zu urteilen, nur weil ein paar Elemente in der tamilischen Diaspora sich rächen wollen, weil sie stark in die LTTE investiert hatten und diese Champions nunnicht mehr  sind. Aus meiner Sicht, versuchen sie sich davon zu erholen, was sie auf dem Schlachtfeld verloren hatten, durch enorme Investitionen an Geld, Zeit und Energie oder durch andere Mittel.

Es ist mysteriös, aber diese iNGOs haben gegenüber der LLRC einen anderen Standard, als den, den sie im Hinblick auf Kommissionen haben, die von westlichen Ländern ernannt wurden. Zum Beispiel: Erst jetzt, fast 40 Jahre danach, wurden angemessene Ermittlungen durchgeführt wegen des sogenannten Bloody Sunday Massakers in Großbritannien. Ja, 40 Jahre später! Die Walcott Kommission wurde erst sieben Jahre nach der illegalen Invasion des Irak einberufen und das auch nur, um Versagen der Geheimdienste zu untersuchen und nicht die Tausende von toten Zivilisten, die absolute Zerstörung der irakischen Infrastruktur und der Zerfall dieser Gesellschaft, ausgelöst von der damaligen Invasion. Sehen wir dazu Äußerungen der iNGOs? Nein! Um glaubwürdig zu sein, muss die Kritik an der LLRC zumindest einen Anschein von Ausgewogenheit und Fairness tragen.

Ich glaube, die Regierung ist derzeit bei der Erkundung der Möglichkeiten, rechtliche Schritte gegen Channel 4 vorzunehmen.

Frage: Glauben Sie nicht, dass die  internationalen Propaganda-Maschinerie der Regierung  noch zu schwach ist, um diesen falschen Anschuldigungen entgegen zu wirken?

Kohona: Die Regierung tut ihr Bestes. Eine demokratisch gewählte, zivile Regierung kann nicht in der gleichen Weise, wie eine gut finanzierte terroristische Gruppe arbeiten. Die Erfahrung der Welt im Laufe der Jahre ist, dass terroristische Gruppen immer gut sind in ihrer Propaganda. Die LTTE ist da keine Ausnahme. Die Ausnahme ist jedoch der Rumpf der LTTE – er ist viel anspruchsvoller und besser organisiert als alle anderen terroristischen Gruppen. Man muss daran erinnern, dass das FBI dei LTTE einst beschrieben hat als brutalste aber auch modernste Terrororganisation der Welt.

Die Regierung arbeitet daran. Ich bin sicher, es wird etwas Ernsthaftes geben, diesen Behauptungen in Zukunft zu begegnen.

Frage: Die tamilische Diaspora behauptet, dass mehr als 40.000 Tamilen in den letzten Monaten des Kampfes gegen die LTTE starben. Was ist die wirkliche Zahl und glauben Sie, dass die Zahl der Toten übertrieben wird?

Kohona: Es gibt keinen Zweifel daran, dass diese Zhal grob übertrieben ist. Es gibt keine stichhaltigen Beweise, dass so etwas jemals passiert ist. Die einfache Frage ist, wer soll 40.000 Menschen begraben haben, denn die LTTE war voll mit dem Kampf gegen die Armee beschäftigt und die Armee war total in die Kämpfe mit der LTTE engagiert. Es war niemand da, für eine solche Beerdigung und das Vergraben von 40.000 Menschen würde Zeit in Anspruch genommen haben. Wenn man ein wenig rechnet, wird man erkennen, dass es länger dauern würde, als die letzten drei Monate des Krieges. Aus meiner Sicht ist dies eine absolute Lüge und sie sollte nicht toleriert werden. Ursprünglich war die Zahl 7.000, die offenbar aus einem durchgesickerten Dokument der Vereinten Nationen stammte. Unmittelbar nach diese Zahl öffentlich bekannt wurde, sagte Sir John Holmes er könne nicht bestätigen, dass diese Zahl nciht bestätigen, auch die UN nicht.

Die London Times kam aus dem Nichts auf die Zahl von 20.000. Der Journalist, der diese Zahl veröffentlicht, glaube ich, war wegen des Verbots, nach Sri Lanka zu kommen, verärgert. Jetzt haben wir natürlich Gordon Weiss, der australische, ehemalige UN-Sprecher, der sagte die Zahl war 40.000. Die Zahl wächst weiter, und ich vermute, dass sie möglicherweise zu 60.000 oder 80.000 in den kommenden Monaten wachsen wird. Dies ist ein Weg, um die Sympathie des liberal-gesinnten Westens zu bekommen. Sie geben Zahlen an, zeigen beunruhigende Fotos und dann bekommen die Zahlen ein Eigenleben. Das ist, wie erst aus 7.000 20.000 wurden und nun 40.000.

Die Toten mögen verstörenend sein und Sympathie auslösen, aber ich glaube absolut nicht an diese Zahlen. Wenn Sie das Channel 4-Video ohne Kommentar anschauen, wären Sie nicht in der Lage, auch nur 100 Todesfälle zu zählen.

Die „No Fire Zones ‚(NFZs) wurden nicht von der Regierung erklärt, um Tamilen zu ermutigen, sich dort zu versammeln. Erst als wir große Konzentrationen von Zivilisten in bestimmten Bereichen entdeckt, hat die Regierung die beiden NFZs deklariert. Die Idee war dabei nicht, dass sich die Zivilisten dort scharen sollten in diesen Bereichen, sondern sicherzustellen, dass unsere Truppen großen Konzentrationen von Zivilisten vermeiden können. Dies wurde nun durch das Ch-4-Video böswillig und absichtlich verdreht dargestellt.

Die LTTE hat ihre schweren Maschinen und schweren Waffen und ihre Kampfeinheiten unter unbewaffnete Zivilisten platziert. Das Video zeigt Männer in Sarongs und Jeans, die in einem Dorf mit schweren Maschinengewehren schießen. In einer Einstellung des Campingplatzes, seht man eine zerstörtes Stück Artillerie und es ist bekannt, dass sie dies bewusst machten, um Vergeltungsmaßnahmen anzuziehen. Wenn Sie eine Waffe abfeuern, ist es durchaus möglich, dass es Zivilisten im Kreuzfeuer erwischt. Aber dies war nicht beabsichtigt und wurde nie bewusst getan, weil es unser Ziel war, an die Zivilisten zu kommen, damit sie die LTTE-kontrollierte Gebiete verlassen konnten. Vielleicht erinnern Sie sich daran: der Präsident selbst rief die LTTE damals auf, vor dem Ende des Konflikts aufzugeben. Die LTTE weigerte sich und behielt beim Umzug in den Norden und den Osten eine großen Anzahl von Zivilisten im Schlepptau.

Der UN-Generalsekretär bat sie,  das Volk ziehen lassen, aber die LTTE ignorierte das. Als Bernard Kouchner, David Miliband und der damalige US-Außenminister sie aufforderten , das Volk ziehen zu lassen, stießen diese Bitten auf taube Ohren. Sollte die LTTE tatsächlich am Schutz ihrer eigenen Leute interessiert gewesen sein, haben sie es sicherlich nicht erkennen lassen durch ihre Taten. Der Regierung einziges Ziel war es, dass die Menschen die Fänge der LTTE verlassen konnten – und das gelang ihnen am Ende des Konflikts, über 300.000 Menschen ist es schließlich gelungen, von den Terroristen zu entkommen.

Frage: Während US-und NATO-Streitkräfte, die Tausende von unbewaffneten Zivilisten in Afghanistan , Pakistan und Libyen getötet haben, nicht wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden,   zielen sie auf Sri Lanka, um es vor ein internationales Kriegsverbrechertribunal zu stellen – was denken Sie darüber?

Kohona: Es gibt keine Möglichkeit dies zu tun, weil Sri Lanka kein Vertragsstaat des Internationalen Strafgerichtshofs ist. Was sie wirklich versuchen, ist Sri Lanka in Verlegenheit bringen und Rache zu suchen. Zu diesem Zweck werden die Tatsachen verdrehen, sie nutzen die Gefühle liberal denkender Menschen im Westen und sie entfalten über die Medien ihre volle Wirkung.

Am Ende des Tages, wie Sie bereits sagten, muss man die Frage stellen, warum ist Sri Lanka all dieser Wut und diesem Gift ausgesetzt? Vielleicht, weil es klein ist und wir arm sind. Daher ist es einfach, uns zu verprügeln. Wir haben nicht die Ressourcen undnciht die Vermögenswerte, um der Propaganda der LTTE und ihrer Überreste zu begegnen. Wir sind nicht reich genug, um die Art der Pressure Groups, die sie für ihrer Lobbyarbeit gewonnen haben, bezahlen zu können. Dann natürlich ist die offensichtliche Frage,  warum die Sicherheitskräfte der Länder, die Terroristen  bekämpfen und verantwortlich sind für unzählige  Todesfälle nicht unter dem gleichen Druck stehen. Vielleicht kann das sein, weil die Finanzierung für diese iNGOs aus diesen Ländern kommt. Man wird doch nicht die eigene Finanzierung gefährden durch Kritik an den Spendern.

Sri Lanka wollte seine eigenen Leute aus der Kontrolle einer terroristischen Gruppe retten, die in fast jedem westlichen Land geächtet wurde. Man wundert sich, ob es irgendeine Aufrichtigkeit in den Versuchen gibt, Sri Lanka vor Gericht zu stellen.

Frage: Der srilankische Regierung wird vorgeworfen, gezielt in die von ihr deklarierten „No Fire Zones“ geschossen zu haben. Sie, als ehemaliger Staatssekretär im Außenministerium, wie reagieren Sie auf diese Vorwürfe?

Kohona: Ich kann kategorisch sagen, dass dies nicht richtig ist und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Regierung offensichtlich eine Null-Opfer-Politik bei der Zivilbevölkerung bevorzugte und es gibt keine Möglichkeit, dass die Sicherheitskräfte diesen Befehl misachteten und absichtlich das Feuer auf die Zivilisten in der NFZ gerichtet haben. Das gesagt und ab davon, erlauben es die Gesetze des Krieges Vergeltungsmaßnahmen einzuleiten und das ist die einfache Rechtsstaatlichkeit, solange diese Vergeltung verhältnismäßig und zumutbar ist.

Frage: sie selbst weren beschuldigt, mit Nadesan Verhandlungen über eine Kapitualtion geführt zu haben, der später starb. Ist das wahr?

Kohona: Lassen Sie mich hier zwei Dinge erklären. Erstens hat der Außenminister in Sri Lanka weder Rechtsgewalt über Behörden noch die Befehslgewalt, um über eine Kapitulation zu verhandeln. Zweitens wird der Außenminister nie in die Lage versetzt sein, Befehle an die Truppen zu erteilen.

Die andere Sache ist, daran zu erinnern, dass es überhaupt keine Beweise dafür gibt, dass diese Personen eine Kapitulation versuchten und getötet erklären, nachdem sie sich ergeben hatten.

Es gab ein Interview in der Asian Tribune mit einem tamilischen Parlamentarier, die bei der LTTE bis zu deren Ende war; er stellt kategorisch fest, dass es keinen Versuch gab, sich zu ergeben und in der Tat, sagt er, wenn jemand versucht hätte, sich zu ergeben, hätte Prabhakaran dafür gesorgt haben, dass diese Kapitualtion nie ausgeführt wird. Ich denke, das Ganze ist nur zu Propagandazwecken. Meine persönliche Ansicht ist, dass es Rufmord an meiner Person ist.

Darüber hinaus  leben eine Reihe von Tiger-Anführern, die kapitulierten, komfortabel in staatlichen Verwahrung. Z.B. George Master und Daya Master oder „K.P.“, der gefangen genommen wurde, sind in den Händen der Regierung.  Sea Tiger Führer Thamilchelvams Frau und Soosais Frau werden von der Regierung betreut.

Frage: Haben Sie von den Aufgabewillgen Anrufe bekommen und haben Sie ihnen gesagt, sie mögen sich an die Behörden wenden?

Kohona: Ich wurde von jemandem per E-Mail kontaktiert und es wurde von einer Zeitung veröffentlicht. Ich hatte sie einfach gebeten, das normale Verfahren zu befolgen.

Dies war keine Anstrengung, eine Kapitulation zu orchestrieren oder zu vereinbaren. Besonders während der letzten Schlacht, als Kugeln aus allen Richtungen flogen, wäre es absoluter Unsinn, den  Außenminister zu kontaktieren.

Ich denke, diese Geschichte ist ein verzweifelter Versuch, Sympathie für die Rest-LTTE und ihre Sache zu bekommen.

Es ist wichtig zu erkennen, dass der Krieg gegen den Terrorismus hier ist vorbei. Die Menschen in diesem Land müssen weiter gehen können. Sie kommen voran. Das geht nicht, indem man die Wunden offen hält, sondern indem man die Wunden zu heilen versucht. Aus irgendeinem Grund kratzen sie an den Wunden, doch dies wird nur zu ewigen Bitterkeit führen und die beiden Gemeinden daran hindern, wieder zusammen zu wachsen.

Innerhalb Sri Lankas kommt die Versöhnung gut voran, aber  Bemühungen dieser Art von außerhalb werden nur Menschen ermutigen, noch länger in ihrer Bitterkeit zu leben.

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Interview mit Palitha Kohona zum Antritt seines Posten als Sri Lankas Vertreter bei der UNO

In einem Exklusivinterview mit der Webseite “Sri Lanka Watch” antwortete Dr. Palitha Kohona, der neu ernannte ständige Vertreter von Sri Lanka bei den Vereinten Nationen, offen auf Fragen zu den wichtigsten Streitpunkten, die in Sri Lanka derzeit diskutiert werden.

F: Gratulation zum neuen Posten. Sie werden also der neue Störenfried bei der UN im Namen Sri Lankas sein. Warum haben Sie den Posten akzeptiert?

Dr. Palitha Kohona: Danke sehr für Ihre Glückwünsche! Ich habe den Posten als Dauerrepräsentant bei den Vereinten Nationen auf die Bitte von Präsident Mahinda Rajapaksa hin akzeptiert. Sie werden sich erinnern, dass ich vor vier Jahren auch auf seine Bitte hin nach Sri Lanka zurückkehrte.

F: Wie werden Sie mit UN-Organisationen wie z.B. UNICEF umgeben, welche beispielsweise seit mindestesn 4 Jahren wussten, dass es das Rekrutieren von Kindern durch die LTTE gab, die aber nie etwas dagegen unternommen haben?

Kohona: Ich weiß, dass die UNICEF eng mit der Regierung von Sri Lanka (GoSL) zusammengearbeitet hat, indem man ein öffentliches Schlaglicht auf das Rekrutieren von Kindern durch die LTTE warf. In der Tat sammelte UNICEF eine detaillierte Liste von Kindern, die zwangsweise von den Terroristen rekrutiert worden waren. An einem Punkt ging die Anzahl über 5.700 hinaus und UNICEF blieb in engem Kontakt mit den Eltern dieser Kinder. Die Handlungen von UNICEF halfen, diese barbarische Praxis der LTTE in der internationalen Gemeinschaft bekannt zu machen.

F: Sie werden nach New York geschickt kurz bevor der Präsident den nächsten UN Gipfel besucht. Dies ist eine seltene Gelegenheit für Sri Lanka, bei dem Forum der Welt mit Stolz mitzuteilen, wie es den Terrorismus bekämpft und das Land nach drei Jahrzehnten davon befreit hat, obwohl ihm einige mächtige Nationen aus Europa – die versuchten, die UN zu überzeugen, dass der LTTE Terrorismus niemals in Sri Lanka besiegt werden kann – Steine in den Weg gelegt haben. Möchten sie uns sagen, wie Sie dies machen wollen?

Kohona: Zweifellos hält Sri Lanka einen einzigartigen Rekord: Es gelang, eine gefürchtete terroristische Organisation zu besiegen, die mehrfach als “unbesiegbar” beschrieben wurde. Diese Tatsache ist vielleicht vielen im Westen, sogar in diesem Stadium, nicht vollständig bewusst geworden. Die Regierung von Sri Lanka hatet ununterbrochen zu differzieren zwischen den gewöhnlichen tamilischen Bürgern und der terroristischen LTTE, als sie ihre militärischen Kräfte gegen die Terroristen einsetzte. Die alles überspannende Philosophie der Sicherheitskräfte der Regierung war es zu vermeiden, dass den Zivilisten im größtmöglichen Maß keinerlei Schaden zugefügt wird. Diese Vorgehensweise hatte im wesentlichen Erfolg und Tausende von tamilischen Zivilisten entkamen und suchten Zuflucht in den von der Regierung kontrollierten Gebieten. Sri Lanka hatte größtenteils durch seine eigenen Anstrengungen Erfolg beim Eliminieren der berüchtigten LTTE, indem es neue Strategien und spezielle neun Technologien einsetzte. Wichtig: wir haben auch erfolgreich vermieden, international von gewissen Ländern in die Ecke gedrängt zu werden, welche von LTTE- Propagandisten beeinflusst wurden, indem wir proaktiv den Schulterschluss mit anderen, freundlicher gesonnenen Ländern intensiviert haben.

F: Sollte Sri Lanka nicht auf der UN-Ebene eine Untersuchung verlangen um herauszufinden, warum die UN-Menschenrechts-Organisation unter Navaneetham Pillai so handelte, wie sie es tat? Um zu verstehen, welchen Interessen diese Organisation wirklich diente? Inbesondere im Hinblick auf Südafrika, das offen für die LTTE eintrat und ebenso offen Waffen lieferte?

Kohona: Es genügt zu sagen, das der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in überwältigender Merheit Sri Lankas Position bekräftigt hat und alle gegen Sri Lanka vorgebrachten Anschuldigungen rundweg abgelehnt hat. Dies Mehrheit im HRC ist ein bedeutsame Faktor, den man im Gedächtnis behalten muss.

F: Eine Reihe mächtiger Nationen kämpfen mit viel starken Strategien, Ausrüstung und Experten gegen den Terrorismus in Afghanistan, im Irak und sogar in Palästina. Millionen sind in diesen Regionen in Flüchtlingslagern. Aber diese Nationen, welche den Terrorismus in diesen Regionen seit Jahren bekämpfen, sprechen nun über die Flüchtlingslager in Sri Lanka, wo der Rehabilitierungsprozess vor sich geht, und zwar sehr schnell. Warum haben diese Länder diese Haltung gegenüber Sri Lanka?

Kohona: Die Wohlfahrtsdörfer, in denen die IDPs untergebracht sind, funktionieren jetzt viel besser als zu Beginn. Es wird dort immer Mängel geben, aber die srilankanische Regierung tut alles, damit die IDPs in diesen Lagern in der Zeit, in der sie sich dort aufhalten, so gut wie irgend möglich versorgt werden. Die Regierung tut auch alles, damit der größere Teil dieser Menschen vor Ende des Jahres in ihre Heimat zurückkehren kann. Alles in allem sind dies unsere eigenen Leute und es liegt in unserer Verantwortung, dass wir uns um sie kümmern.

F: Einige politische Beobachter denken, dass Sri Lanka wegen der Art, in der es das Terrorismusproblem löste, sich selbst isoliert hat. Andere meinen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und dass – obwohl Sri Lanka der Größe nach klein ist – wir offen, geradeheraus und kraftvoll sein und der Welt zeigen mussten, dass wir über Tapferkeit, Mut und Weisheit verfügen. Was ist Ihre Ansicht darüber?

Kohona: Sri Lanka wurde erst, nachdem wiederholte Anstrengungen seit 1987, fehlschlugen, ein friedliches Ende des Konfliktes durch Verhandlungen zustande zu bringen, gezwungen, gegen die terroristische LTTE mit militärischen Mitteln vorzugehen. Es war eine Kombination von herausragendem Heroismus und sorgfältig geplanter militärischer Strategie, kombiniert mit listigen diplomatischen Bewegungen, welche uns halfen, die LTTE zu besiegen. Aber nachdem wir die Terroristen beisiegt haben, sind wir jetzt mit der Aufgabe konfrontiert, den Frieden zu gewinnen. Wir werden uns auch dieser Aufgabe mit unbedingter Entschlossenheit lösen.

F: Da Todesstrafen nicht durchgeführt werden, was wird mit “K.P.” passieren, falls er wegen all der Anklagen gegen ihn für schuldig befunden wird?

Kohona: Es ist viel zu früh, um über das Schicksal von “K.P.” zu spekulieren.

F: Die LTTE ist eine internationale Organisation mit vielen Sympathisanten und Angestellten, und “K.P.”s Verhaftung ist zweifellos ein großer Durchbruch, obwohl einige glauben, dass die LTTE ideologisch auf nationaler und internationaler Basis weitermachen wird. Welche Massnahmen werden dagegen unternommen?

Kohona: Der Rumpf der LTTE, welcher im Ausland beheimatet ist, wird weiterhin irritierenden Lärm schlagen. Aber die Führungsriege ist dezimiert und viele ihrer globalen Verbindungen wurden zerschlagen. Wir hoffen, dass die übrigen Sympathisanten der LTTE genug Gründe sehen zur Gewaltlosigkeit und zur Demokratie zurück zu kehren, um irgendwelche verbelibenden Beschwerden der tamilischen Minderheiten auf friedliche Weise vorzubringen. Der gewalttätige Alptraum, den Prabhakaran verursacht hat, ist jetzt vorbei. Wir müssen nun die Vergangenheit hinter uns lassen und weitergehen – in die Zukunft.

F: Die Befragung von “K.P” liefert wertvolle Information für die Geheimdienste in der ganzen Welt über Verbindungen des internationalen Waffenhandels, des Menschenschmuggels, des Drogenhandels usw. Aber zur gleichen Zeit werden diese Informationen gewisse Nationen der Ersten Welt sehr in Verlegenheit bringen , da sie doch Menschenrechte, Gerechtigkeit, Frieden und Ethik predigen und gleichzeitig in merkwürdige Machenschaften verstrickt sind. Können sich die Resultate der Befragung also als eine Büchse der Pandora erweisen?

Kohona: Die LTTE war zweifellos eine sehr fortschrittliche Organisation, die ihr Geld mit Menschenschmuggel, Drogenhandel, Waffenhandel usw. verdiente. Sie hat sogar anderen terroristischen Organisationen Waffen geliefert. Details von diesen Operationen, welche die LTTE-Kriegsmaschinerie mit finanziellen Mitteln versorgten, werden wahrscheinlich als Resultat von “K.P.”s Befragung der Welt enthüllt.

F: Prabhakaran ist Geschichte. Die LTTE hat verzweifelt einen neuen Führer gesucht, der in seine Fußstapfen tritt. Von allen der harte Kern der LTTE, hat sie sich für “K.P.” entschieden, und er hat sogar sein Team – eine Experten wie den Rechtsanwalt Visuvanathan Rudrakumaran in New York und den selbsternannten Torontoer Universitätsprofessor, den katholischen Priester Vater Chandrakanthan. Wenn so viele Intellektuelle in der LTTE sind, wie konnte sie da so naiv sein können, ausgerechnet “K.P.” mit seinem kriminellen Hintergrund als Nachfolger ernennen?

Kohona: Das Ernennen “K.P.”s als Führer eines Teils der LTTE legt selbst nahe, dass die kriminellen Elemente in der Organisation die Führung der LTTE übernommen haben. Dieses Element war sehr in Einschüchterungen und Erpressungen verwickelt, um Spenden zu bekommen, in Drogenhandel, Waffenhandel und Menschenschmuggel. Es ist meine Ansicht, dass jene, welche eine terroristische Bewegung mit diesen Mitteln finanziell ausstatteten, nicht fähig sein werden, viel länger mit ihren illegalen Aktivitäten weiterzumachen.

F: Tamilische Politiker, welche die LTTE unterstützten, und auch die tamilische Diaspora erfreuen sich am Brandmarken jedes Singhalesen als Anti-Tamilen. Sie erklärten, dass die Singhalesen für Genozid wären, und dennoch ist es seltsam, dass die Tamilen in Gebieten außerhalb des Nordens und Ostens sicher sind – und dies in wachsendem Maße. Seit die LTTE aus dem Norden vertrieben worden ist, ist Jaffna ein sicherer Hafen für die Tamilen geworden. Aber warum hat die tamilische Diaspora solche Schwierigkeiten, dies zu verstehen und zu richtig einzuschätzen?

Kohona: Das ist wirklich schwer zu verstehen, warum einige Elemente der tamilischen Gemeinschaft in Übersee nicht verstehen können oder wollen, dass die Mehrheit des tamilischen Volkes vom Norden und Osten es vorzog, mitten unter dem singhalesischen Volk im Süden zu leben. Tatsächlich leben 54 % des tamilischen Volkes im Süden ohne Probleme. Ich würde meinen, dass sich die Mehrheit viel sicherer fühlt, unter dem singhalesischen Volk zu leben, als unter den Stiefeln der LTTE. Es ist wichtig, sich zu erinnern, dass nur ungefähr 830.000 Tamilen weiterhin in der Nördlichen Provinz leben.

F: Welche Schritte haben Sie unternommen, um mit dieser merkwüridgen Situation fertig zu werden?

Kohona: Wir entwickelt weiterhin Verbindungen mit verschiedenen Mitgliedern der ausländischen tamilischen Gemeinschaften, welche fast 1,5 Millionen Menschen umfassen. Der Präsident hat diese Personen eingeladen, nach Sri Lanka zurückzukehren, um am Wiederaufbau-Prozess teilzuhaben.

F: Die tamilische Diaspora im Ausland habt kein Geschrei wegen der Leute im Wanni gemacht, als sie drei Jahrzehnte lang gnadenlos von der LTTE ausgebeutet und ihrer Kinder mit unvorstellbarer Brutalität ergriffen wurden. Warum schreien sie jetzt? Ist dies, weil zwischen den WanniL-euten versteckte Tiger Soldaten sind, denen man helfen will zu entkommen?

Kohona: Mit mehr Information, die über die Maßnahmen der Regierung zum Wohl der IDPs und zu deren bald möglichen Wiederansiedlung in ihrer Heimat zur Verfügung stehen, hoffen wir, dass die Mehrheit des tamilischen Volkes, welches im Ausland lebt, sich zu der Ansicht bekehren werden, dass ein Dialog und eine Wiederversöhnung besser sind als eine fruchtlose gewalttätige Konfrontation ist. Lasst die Wunden heilen! Wir müssen in die Zukunft blicken.

F: Wenn man sich ansieht, wie sich die TNA-Mitglieder des Parlaments benommen haben, dann haben sie die Stimme der LTTE unterstützenden tamilischen Diaspora und nicht die des tamilischen Volkes von Sri Lanka widergespiegelt. Sie haben eine Terrorgruppe unterstützt, welche tatsächlich einige demokratisch gesonnene Führer der Tamilen ausgelöscht hat. Als Prabhakaran noch lebte, unterstützte die TNA den Separatismus. Einige politische Beobachter glauben, dass solange die TNA eine Rolle in der srilankanischen Politik spielt, werden die ideologischen Ansichten der LTTE nicht absterben. Was sollte also getan werden, um solche Kräfte zu stoppen?

Kohona: Wir haben schon Brüche in den pro-LTTE Gruppen gesehen, und viele von jenen scheinen realisiert zu haben, dass die demokratisch orientierte, friedliche Rahmenarbeit viel bessere Optionen bietet, um etwas zu erreichen

F: Seitdem der Terrorismus militärisch zusammengebrochen ist, gelingten der Regierung enorme Fortschritte im Norden und Osten. Er begann mit der Wiederansiedlung der vertriebenen Leute des Wanni im Osten. Aber warum schätzen dies die westlichen Nationen, die westlichen Medien und die tamilische Diaspora im Ausland nicht? Was unternimmt die Regierung in dieser Hinsicht?

Kohona: Sie haben Recht. Die Regierung hat eine Menge Arbeit im Osten geleistet, um die Straßen, die Elektrizität, den Wassernachschub und die Bewässerung, die Landwirtschaft, Fischerei, die Schulen, Kliniken usw. Wieder herzustellen. Sie können das Ausmaß der geleisteten Arbeit nur einschätzen, wenn Sie den Osten selbst besuchen. Seit die Fischereibeschränkungen aufgehoben sind, hat die Fangquote enorm zugenommen. Die Fischer erreichen riesige Profite, da sie nun fähig sind, den Fang auf die Märkte von Colombo zu schicken. Es wird gehofft, dass eine ähnliche Umkehr im Norden geschehen wird, wenn die Anstrengungen zur Entwicklung erst einmal richtig begonnen haben. Die Regierung ist hingebungsvoll dabei, den Norden auf die gleiche Weise zu entwickeln, in der sie mit den Entwicklungsanstrengungen im Osten begonnen hat. Schon zeigt sich ein bedeutsames Interesse von Investoren hinsichtlich dieser Gebiete für Tourismus, für die Landwirtschaft und der Fischerei. Wir hoffen, dass in diesem Gebiet der private Sektor die führende Rolle übernehmen wird. Wenn sich größere Geschäftsgelegenheiten ergeben, wird der private Sektor aller Wahrscheinlichkeit nach die Hauptrolle übernehmen.

F: Sri Lanka scheint mit den terroristischen Bedrohungen erfolgreich fertig geworden zu sein; aber zur gleichen Zeit gibt es andere Kräfte, die versuchen, im Land mit Hilfe einiger westlicher Journalisten, die angeheuert wurden, um anti-srilankische Berichte zu schreiben, eine politische Instabilität zu schaffen. Wie können Sie mit solchen Angelegenheiten fertig werden?

Kohona: Sri Lanka ist mit einer terroristischen Gruppe fertig geworden, von der man annahm, dass sie unbesiegbar sei. Jetzt werden wir den Frieden trotz der Vorbehalte der ewigen Zweifler gewinnen.

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