Alle Finger zeigen auf Gotabhaya Rajapaksa

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 26. März 2017

Colombo – Die Veröffentlichung der Ergebnisse der erneuten Autopsie des ermordeten Chefredakteurs und Gründer der Zeitung „The Sunday Leader„, Lasantha Wickremartunge, bestätigt, was bislang vermutet wurde. Wickrematunge wurde laut dem Gutachten des Leiters der Gerichtsmedizin, Dr. Ajith Tennakoon, nicht erschoßen. Drei Stiche zum Kopf, durch die Windschutzscheibe hindurch, mit einem scharfen, langen Gegenstand, (vermutlich mit einem in Deutschland hergestelltem Gerät, das man zum Schlachten von Schweinen undn Kälbern benutzt) töteten ihn.

Wie aber kam Tennakoons Vorgänger, Dr. K. Sunil Kumara, der damalige Leiter der medizinischen Untersuchungen am Leichnam Wickrematunges dazu, in seinem Autopsie-Ergebnis zu behaupten, das Opfer sei durch Schüsse getötet worden? Warum gab es dann keine Austrittswunden, warum keine Kugeln? Warum ließ er kein Röntgenbild vom Kopf des Opfers angefertigt, und warum verschwanden die Untersuchungsunterlagen zunächst aus dem Gerichtsgebäude? Gab es jemanden, der von Kumara verlangte zu tun, was er tat?

Dr. K. Sunil Kumara wird sich wohl demnächst zum Gespräch mit den Untersuchungsbeamten der srilankischen Kripo einfinden müssen.

Die Kriminalpolizei (CID) macht anscheinend Fortschritte bei einigen prominenten Fällen, die alle unter die unrühmliche Ägide der Rajapaksas fallen. Mittlerweile geht man davon aus, dass eine spezielle Gruppe von Agenten, unter Führung des damaligen Military Intelligence Chief (Chef des Militärischen Geheimdienstes) Generalmajor Kapila Hendawitharana, den Mord an Lasantha Wickrematunge ausführte, außerdem die Überfälle auf den stellvertretenden Chef-Redakteur der Zeitung „The Nation“, Keith Noyahr sowie auf Journalist Upali Tennakoon und dessen Frau.

Generalmajor Kapila Hendawitharana war damals direkt dem stellvertretenden Verteidigungsminister und Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa unterstellt, der ihn und seine klandestine Killertruppe offenbar als persönlichen Racheengel einsetzte.

Einmal mehr ist es Feldmarschall Sarath Fonseka, der erneut mit dem Finger direkt auf den ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsminister Gotabhaya Rajapaksa zeigt bezüglich über alle politischen Morde, die in und um Colombo während des abgewählten Rajapaksa Regimes stattfanden.

In einem live übertragenen Fernseh-Interview in der vergangenen Woche, wiederholte Feldmarschall Fonseka seine früheren Behauptungen und erzählte, wie Gotabhaya Rajapaksa ihn ansprach und von ihm verlangte, „etwas gegen“ den Menschenrechtsanwalt J.C. Weliamuna zu zu unternehmen, da er, der Verteidigungsminister sich von Weliamuna wegen dessen anhaltender Vorwürfe wegen Verletzung der Menschenrechte auf die Nerven gehe. Fonseka sagte, er habe sich geweigert.

Nur Tage später explodierte eine Handgranate im Vorgarten Weliamunas; Gotabhaya Rajapaksa habe ihm, Fonseka gegenüber, erklärt, „Hendawitharanas Jungs“ hätten sich um die Sache gekümmert.

Laut Fonseka nahm es sich Gotabhaya Rajapaksa heraus, alle Tätigkeiten der Sicherheits- und Geheimdienste in und um Colombo durch eine eigene Befehlskette unter der Leitung des ehemaligen Chefs des Geheimdienstes, Generalmajor Kapila Hendawitharana, persönlich zu überwachen.

Fonseka zufolge ist es diese Gruppe, die für Angriffe, Morde und Entführungen gegen hochkarätige Personen verantwortlich zeichnet. Allein die Feststellung durch Gotabhaya Rajapaksa, dass eine Person eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellte, habe genügt.

Langsam aber sicher entfalten sich die Geheimnisse hinter all den Attentaten, Entführungen und Angriffe auf Lasantha Wickrematunge, Keith Noyahr, Upali Tennakoon, Pradeep Ekneligoda und Wasim Thajudeen. Bislang sind fünf ehemalige Geheimdienst-Offiziere in Untersuchungshaft, der ehemalige Geheimdienst-Chef Hendawitharana beteuert seine Unschuld.

Nach der Aussage von Fonseka in der vergangenen Woche stellt sich jetzt Fragen, warum die Polizei mit der Vernehmung des Feldmarschalls solange wartete.

Advertisements