Lasanthas Mörder sind Agenten des Staates

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 20. März 2017

Colombo – Eine Gruppe von Agenten, die direkt dem ehemaligen Direktor des staatlichen Geheimdienstes von Sri Lanka unterstanden, soll hinter der Ermordung des Chefredakteurs und Herausgebers des Sunday Leader, Lasantha Wickrematunge, stecken. Darüber informierte ein Vertreter der srilankischen Kriminalpolizei (CID) das den Fall untersuchende Gericht am Montag.

Grundlage der Beschuldigung sind wohl die Aussagen des ehemaligen Kommandanten der srilankischen Armee, des heutigen Feldmarschalls und Abgeordneten Sarath Fonseka.

CID-Beamte sagten gegenüber dem zuständigen Gericht von Mt. Lavina aus, dass besagte (Killer-) Truppe dem damaligen Direktor des Geheimdienstes, General-Major Kapila Hendawitharana unterstand – wohl „für besondere Einsätze“ – beispielsweise, um Angriffe gegen Journalisten und Medienorganisationen durchzuführen. Auf die Spur waren die Fahnder den beschuldigten durch die Auswertung von Daten von fünf SIM-Karten. Die Attentäter waren routiniert vorgegangen und haben vor und nach der Tat nicht nur untereinander, sonder womöglich auch mit ihrem Vorgesetzten kommuniziert.

Die Untersuchungen hätten mittlerweile auch die Beteiligung dieses illegalen Teams mit tätlichen Angriffen auf den Journalisten Keith Noyahr sowie auf Upali Tennakoon und dessen Ehefrau aufgedeckt, sagte die Vertreter des CID vor Gericht.

Ein CID-Offizier teilte dem Gericht auch mit, dass der ehemaligen Armeekommandanten und Feldmarschall Sarath Fonseka vernommen wurde. Unter anderem habe Fonseka in seiner Aussage den damaligen General-Major Ajith Perera belastet, der seiner Zeit für die Sicherheit in Colombo verantwortlich zeichnete – er habe unprofessionell gehandelt.

Die CID bestätigte mittlerweile auch, was die zweite Obduktion ergeben hat, nämlich dass Lasantha nicht wie zuerst behauptet, erschoßen wurde, sondern, dass man ihn „mit einem spitzen Gegenstand“ durch das Seitenfenster seines Wagen hindurch erdolchte. Vermutlich handelt es sich dabei um ein Bolzenschußgerät aus deutscher Herstellung, das, wie es aussieht, extra für diesen Zweck bestellt und importiert worden war.

General-Major Kapila Hendawitharana berichtete offenbar nicht an seinen nominell Vorgesetzten, General-Major Ajith Perera – sonder direkt an Gotabhaya Rajapaksa, dem berüchtigten Bruder des damaligen Präsidenten.

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