Fonseka fordert Strafen für Kriegsverbrecher

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 29. Januar 2017

Colombo – Gerade war der Minister für Regionale Entwicklung, Feldmarschall Sarah Fonseka noch für mehrere Stunden zu „Gast“ bei der Kripo in der Mordsache Lasantha Wickrematunge. Unbeeindruckt hatte der zumindest dem Rang nach Oberste Militärs der Insel am selben Abend noch ein Fernseh-Interview gegeben.

Nicht nur dabei hat Fonseka seinen ehemaligen Chef und heutige Nemesis, Ex-Verteidigungsstaatssekretär und Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa zum wiederholten Mal belastet.

Nun setzt Fonseka zum Nachschlag an.

Diejenigen, die der Kriegsverbrechen beschuldigt werden, müssten unabhängig von ihren Posten und Stellungen vor Gericht gestellt und, so sie schuldig seien, bestraft werden, sagte der regionale Entwicklungsminister, Feldmarschall Sarath Fonseka heute vor einer Gruppe hochrangiger buddhistischer Würdenträger sowie Vertretern der Medien aus der Region Kandy.

Fonseka stößt damit – wohl bewußt – in ein Wespennest, denn in der breiten Masse der Srilanker ist allein das Nachdenken über mögliche Kriegsverbrechen, speziell zum Endes des fast 30-jährigen Bürgerkrieges gegen die separatistische LTTE noch immer mit einem Tabu behaftet über dessen Einhaltung jahrelang und notfalls auch mit Gewalt besonders einer achtete: Gotabhaya Rajapaksa. Was allen im Lande bekannt ist und weshalb der Feldmarschall den Namen seines erklärten Erzfeindes noch nicht einmal in den Mund nehmen musste.

Fonseka, ein Mann der gerne Tacheles redet, erinnerte dabei an einen Major der srilankischen Armee, der Informationen an die LTTE weitergab und dafür zum Tode verurteilt worden war. Und an den von den Rajapaksas hofierten ehemaligen LTTE-Mann Karuna Amman, der beschuldigt wird, vor seiner Regierungskarriere an der Seite der Rajapaksas am Tod von über 600 Polizisten zumindest beteiligt gewesen zu sein – bis heute ohne Folgen für den Mann, der einst die rechte Hand des Terrorchefs V. Prabhakaran war und der heute wegen Missbrauches eines Regierungsfahrzeuges (!) in U-Haft sitzt.

Fonseka bestand darauf, dass es keinen politischen Willen (mehr) gebe, Verbrechen, die von Armeeangehörigen, gleich welchen Ranges, begann wurden, unter den Teppich zu kehren. Es gebe auch keinen Vorwürfe gegen das Militär des Landes als solches, sondern nur gegen einzelne Soldaten und Offiziere – und deren Vorgesetzt in der damaligen Regierung.

Mahinda Rajapaksa hatte kurz nach dem Krieg damit geprahlt, er werde für seine tapf’ren Soldaten nötigenfalls auf den elektrischen Stuhl gehen, sollte es wirklich Kriegsverbrechen gegeben haben.

Fonseka dazu:“Es gab und gibt keine Bedrohung des ehemaligen Präsidenten durch irgendwelche elektrischen Stühle, er drängte seine Angst dem Volk auf, indem er immer wieder über eine solche angebliche Bedrohung sprach. Aber: Wir, die Soldaten des Landes führten diesen Krieg und kämpften. Wenn überhaupt wären wir es gewesen, die auf den elektrischen Stuhl geschickt worden wären, wie gesagt, wenn es denn eine solche Bedrohung geben würde.“

Scherzend fügte der noch immer hochangesehene Kriegsheld Fonseka hinzu: “Der ehemalige Präsident auf dem elektrischen Stuhl? Das wäre eine Schande sogar für den Stuhl.“

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