Fragwürdige Aktion: Millionen für ein LTTE Denkmal

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 7. Januar 2017

Oxfordshire – Ein erbitterter Streit ist ausgebrochen zwischen selbsternannten Nachfolgern der terroristischen LTTE und gemäßigten Tamilen über die Errichtung eines Denkmals für gefallenen LTTE-Kader.

Eine bislang nicht weiter in Erscheinung getretene Organisation namens „World Tamil Historical Society“ (WTHS), angeblich zu dem Zweck gegründet, die „tamilische Kultur“ zu schützen, hat im englischen Oxfordshire zwecks Errichtung eines entsprechenden Denkmals bereits 1,4 Millionen Pfund ausgegeben für den Kauf eines Grundstücks.

Nicht nur die gemässigten Tamilen stellen sich nun die Frage, woher dieses Geld stammt – und wieviel weiteres für die Errichtung eines Denkmals ausgegeben werden soll. Letztlich stellt sich auch die Frage nach dem Warum des Ganzes.

Nach tamilischen Quellen aus Sri Lanka beschuldigen auf der Insel  ansässige und mittlerweile rehabilitierte Ex-Kader Teile der tamilischen Diaspora in England, Geld in ihrem Namen zu sammeln – ohne dass sie davon etwas hätten. Ein Denkmal, so heißt es, sei niemandem von Nutzen. Außer jenen, die schon zu Bürgerkriegszeiten ihre Energie in das (illegale) Einsammeln von „Kriegsspenden“ steckten.

Diese in der tamilischen Diaspora während des Bestehens der LTTE weitverbreitete kriminelle Gepflogenheit führte zu einige Prozessen wegen Unterstützung einer als terroristisch in vielen Länder der Erde gebannten Organisation sowie Erpressung – auch in Deutschland.

Die Tamilen im Exil konnten sich gegen Prabhakarans gierige Geldeintreiber nur schlecht wehren solange die LTTE ihre Terrorherrschaft im Norden und Osten der Insel aufrecht erhalten konnte. Erst mit dem Tod des Obersten Tamilenführers und dem Ende des fast 30 Jahre währenden Krieges trauten sich die Tamilen im Ausland, Anzeige gegen ihre Peiniger zu erstatten.

Abgesehen davon ist es höchst unwahrscheinlich, dass die örtlichen Behörden den Bau eines solchen Denkmals überhaupt erlauben, in das, laut WTHS, die Urne des ehemaligen LTTE-Theoretikers Anton Balasingham eingebettet werden soll.

Doch zumindest diese Behauptung entspricht wohl nicht der Wahrheit.

Balasinghams nicht unumstrittene Witwe Adele beschuldigt die WTHS der Irreführung der tamilischen Gemeinschaft. In einem auf mehreren tamilischen Websites verbreiteten Schreiben spricht sie sich vehement gegen das Denkmal aus und behauptet, selbst im Besitz der Urne gewesen zu sein, deren Inhalt sie, den letzten Wünschen ihres verstorbenen Gatten entsprechend, verstreut habe.

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