Lankas Al Capone: Böse Klatsche für „Dr.“ Mervyn Silva

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 2. Dezember 2016 

Colombo – Unter den Rajapaksas waren Gesetzesvertreter, Minister und höhere Beamte quasi Gesetzlose. Solange sie der regierenden Familie nicht zu Nahe traten, konnten sie tun und lassen, was sie wollten. Sri Lanka unter den Rajapaksas glich einem mittelalterlichen Stadtstaatenbund, in ihren Wahlbezirken regierten die  Abgeordneten zumindest der Regierungskoalitionsparteien wie Herzöge.

So mancher Volksvertreter zog bettelarm ins Parlament und konnte sich schon nach wenigen Monaten, so er sich an die Spielregeln der herrschende Familie hielt, die Taschen voll scheffeln und nach Gusto wohltätige Gaben unter ihren Wohlgesinnten verteilen – wie Wohnungen, Jobs, Klamotten, Freßpakete – oder auch Abstrafen erlassen und ausführen, ganz ohne die lästige Zwischenstation über ein Gericht.

Nach oben zu buckeln, nach unten zu treten und dabei immer schon der herrschenden Familie katzbuckeln und nach deren Flöte tanzen, schon konnte sich der neue, „ehrenwerte Abgeordnete“ alsbald eines stattlichen Vermögens erfreuen. Eines, den dem viele „Ehemalige“ heute noch zehren.

Unter Sirisena weht nun ein anderer Wind. Beispielsweise forderte er in einer Rede die noch immer sehr (Ex-) Obrigkeits-hörige Polizei auf, ihm persönlich wie dezidiert die Straßenverkehrsgesetzesverstöße der stets in rücksichtslos rasenden Wagenkolonnen sich durchs Land bewegenden Abgeordneten und Minister zu vermelden. Die Unfallquote von Abgeordneten ist beachtlich, meist unterliegen Sri Lankas einfach Bürger den schweren, oft gepanzerten Limousinen. Zu ordentlichen Verfahren kam es nach solchen Unfällen unter Rajapaksa so gut wie nie, heißt nur dann, wenn es der regierenden Familie opportun erschien und man ein Druckmittel gegen den Verursacher brauchte.

Und selbst der diensteifrige trottelige Polizeichef muss sich neuerdings sehr peinlichen, öffentlich aufgeworfenen Fragen stellen. Unerhört unter Sirisenas unseligem Vorgänger Rajapaksa.

Auch der ehemalige stellvertretende Minister für Massen-Medien & Information, Mervyn Silva, der sich gerne ein „Dr.“ vor dem Namen hängt, weiß nun ein Lied von anderen Zeiten zu singen. Silva, eine der führenden Drogenhändler des Landes, so ein Papier der US-Botschaft, das von Wiki-Leaks veröffentlicht wurde, war einer der engsten Vertrauter der Rajapaksas, buchstäblich ein Sandalenküsser des Ex-Präsidenten und Clan-Chefs Mahinda. Ungestraft und wohl auch auf mehr oder minder direkte Order der herrschende Familie führte er oft und scheinbar gerne deren „Drecksarbeit“ aus.

Da fesselte der Capo des Bezirks Kelaniya publikumswirksam einen angeblich faulen Beamten an einen Baum vor seinem Büro. Später musste der Beamte öffentlich behaupten, er habe sich selbst and en Baum gefesselt, um Süden für seine Faulheit zu tun. Der Mann flüchtete schließlich und bekam Asyl im Ausland. Da überfielen Marvin und seine Schlägertruppe eine kritischen Fernsehsender – nur um dieses Mal den kürzeren zu ziehen. Die TV-Macher schlugen zurück und hinterließen arge Blessuren bei Silva. Vor Gericht kamen beide Fälle, Urteile gibt es nicht.

Nun musste Silva, der sich nach dem demokratischen Machtwechsel umgehend den neuen Herrschern an und „verpfiff“ gewohnt öffentlichkeitswirksam – denn die Medien lieben und fürchten gleichzeitig diesen rabiaten Politclown – die Rajapaksas und beschuldigte sie direkt, die „White Van“-Entführungen konzertiert zu haben.

Weil er während seiner Regentschaft in selbstherrlicher Manier kurzerhand eine Straße verbreitern und dafür ein Haus halb einreißen ließ, stand er jetzt vor Gericht. Der Richter verurteilte Silva zu einer Strafe von 400.000 Rupien, umgehend zahlbar an den geschädigte Hauseigentümer. Ein Polizist, den Silva als seine Gesetzesvertreter an der Seite hatte, wurde ebenfalls zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Der Richter forderte den Staatsanwalt auf, zu überprüfen, ob Silva bei seiner Abriß-Aktion womöglich staatliches Gerät oder staatliche Arbeiter genutzt hat. Womöglich also dieser Fall ein zweites Verfahren nach sich ziehen könnte.

Für Beobachter mag es an dieser Stelle beruhigend sein, zu wissen, dass auch der mörderische Gangsterboss Al Capone schließlich nur wegen eines Steuerverfahrens hinter Gitter kam und dort sein Leben aushauchte.

Zwischenzeitlich hat Premier Wickremasinghe angekündigt, die Anti-Korruptionseinheiten es Landes weiter auszubauen und mit mehr Vollmachten auszustatten und zwar nach dem Vorbild Großbritanniens. Spezialisten von dort sind schon seit einiger Zeit dabei, srilankische Beamte zu trainieren im Aufdecken und in der oft schwierigen Beweissicherung in Korruption und Bestlichkeitsfällen.

Zu tun gibt es genug für sie.

Dass die Medien noch immer Angst vor Silva Schlägertruppen haben zeigt allein die Tatsache, dass hämische Berichte über die Schlappe Silva vor Gericht umgehend verschwanden, kurz nach dem sie veröffentlicht worden waren. Stattdessen: blanke Seiten.

***

Nachfolgend der aus dem Netz genommene Artikel aus „The Island„:

SC orders Mervyn to pay Rs.400,000

The Supreme Court ordered former Deputy Minister of Highways and Road Development Mervyn Silva to pay Rs.400,000 personally as compensation to the Petitioner for the demolition and destruction of a parapet wall, two toilets and a wash room in Kiribathgoda that belonged to the Petitioner.
Justice Anil Gooneratne, with Justices Eva Wanasundera and K. T. Chitrasiri concurring, observed in his judgment that the law did not permit any kind of manipulation by the 7th Respondent Mervyn Silva to cause harm to citizens or interfere with their basic rights.
Justice Gooneratne also observed that a court of law cannot be immune to or ignorant of happenings around the country that affect human lives and cause tremendous loss or injury to persons, including the loss of property.
He further observed that if an illegal act or wrong was done to a citizen and he sought legal remedy, the court needed to engage itself in an all-inclusive inquiry to obtain circumstantial and direct evidence and try the case according to the law.
The fundamental rights jurisdiction vested in the Apex Court was wide enough to reach a genuine complaint of a citizen who had suffered as a result of executive or administrative action, he noted.
That was the reason the court, even in the past, permitted litigants to submit their grievances even by post or post cards, and permitted applications to be entertained beyond the period ordinarily permitted by basic law, he added.
The Supreme Court also ordered the then Chief Inspector of Police of Kiribathgoda and the State to pay Rs.50,000 and Rs.100,000 respectively to the Petitioner as compensation.
Court also directed the Inspector General of Police to conduct investigations and ascertain whether any other persons were responsible for the destruction of the petitioner’s property, and whether instruments and machinery belonging to the State had been utilised by them to cause the destruction, and to take appropriate action after consulting the Attorney General.
Petitioner Asitha Nanayakkara Liyanage cited Chairman Prasanna Ranaweera and Secretary Hemapala Hettiarachchi of the Kelaniya Pradeshiya Sabha, the Commissioner of Local Government (Gampaha), the then Chief Inspector of Police, Kiribathgoda, Mervyn Silva, the Attorney General and two others as Respondents.
Vishva Gunaratne, with Sandeepani Wijesooriya, appeared for the Petitioner. D. M. G.Dissanayake, with Ms L. M. C. D. Bandara, appeared for Mervyn Silva.
Petitioner complained against the Respondents for harassment and abuse of him and his family, which ultimately resulted in the demolition and destruction of part of the house in which he resided and which belonged to him.

(S.S.Selvanayagam)

 

 

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