Mahindas korrupte Cousins sollen vor Gericht

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 18. November 2016

Colombo – Der ehemalige Botschafter Sri Lankas in den USA, Jaliya Wickremasuria, wurde heute festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Wickremsuriya war gerade dabei, das Land gen USA zu verlassen. Festgenommen wurde der Mann, ein Cousin des geschassten Ex-Präsidenten Mahinda Rajapaksa, wegen des dringenden Verdachts der Unterschlagung von staatlichen Geldern in Höhe von 245.000 USD.

Wickramasuriya, ein umtriebiger Geschäftsmann und Tee-Exporteur war 1999 in die USA ausgewandert. Im Jahr 2005, als der ehemalige Präsident Rajapaksa an die Macht kam, wurde er prompt zum Botschafter des Landes in den USA befördert. Er diente zunächst als Generalkonsul in Los Angeles. Als sich die Beschwerden über Wickremasuriya dort häuften, weil er sich kaum um seine Pflichten kümmerte, sondern um seine Geschäfte, ernannte ihn Rajapaksa zum Botschafter – mit neuem Sitz in New York. Auch dort häuften sich schnell die Beschwerden über den Mann, der offenbar nicht trennen konnte zwischen seinen dubiosen Deals und dem diplomatischen Posten, auf den er berufen worden war.

Es gibt bereits ein Urteil gegen Wickremasuriya, in dem er aufgefordert wird, rund 45 Millionen Rupien, die er sich in seiner Amtszeit illegal aneignete, zurückzuzahlen. Auch die US-Behörden ermitteln gegen den Mann wegen Korruption und Bestechlichkeit.

Im neuen Fall geht es um Gelder, die eigentlich für den Erwerb und den Ausbau der plüschen Vertretung Sri Lankas in Upstate New York gemacht waren. Bei der Untersuchung entdeckte die Kripo E-mails, welche belegen, dass Wickremsuriya die Makler-/Baufirma anwies, diese Summe zu gleichen Teilen an zwei Tee-Export-Firmen zu überweisen. Eine davon gehört Wickremasuriya, die andere – offenbar eine Scheinfirma – überwies das Geld weiter an ihn, auf ein Konto in Sri Lanka.

Auch mit einem weiteren Cousin und Botschafter des Ex-Präsidenten will die srilankische Kripo dringend reden. Doch Udayana Weeratunge, ehemals Botschaft Sri Lankas in der Ukraine und längst als solcher abgesetzt, denkt offenbar gar nicht daran, seinen Posten ganz aufzugeben, geschweige denn, sich zu stellen. So verweigert er bisher die Rückgabe seines Diplomaten-Passes, auch hat er die offizielle Website der Botschaft geklont und nutzt sie für private Zwecke.

Wegen des Verdachts, an einem korrupter Deal mit russischen Kampfflugzeugen beteiligt zu sein (dessen Aufdeckung den Herausgeber des Sunday Leader, Lasatha Wickrematunge schließlich das Leben kosten sollte) sowie der Verwicklung in dem Mord an einem Botschaftsangestellten in Kiew wird Weeratunge mittlerweile über Interpol per internationalem Haftbefehl gesucht. Außerdem soll er als Waffenhändler Geschäfte machen. Kurios: Mehrfach traf sich der gesuchte Weeratunge mit Cousin von Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa auf dessen Auslandsreisen.

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