Folter in Sri Lanka noch immer an der Tagesordnung

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 5. Oktober 2016

Colombo – In einem umfangreichen Bericht an die UNO bestätigt die Menschenrechts-Kommission Sri Lankas (Sri Lanka Human Rights Commission = SLHRC) nicht nur die bislang von höchsten Regierungskreisen stets bestrittene Existenz von staatlich betriebenen Folterkammern. Der Bericht, der an die UN-Kommission gegen Folter (UN Committee Against Torture = UNCAT) ging, kommt auch zu dem Schluß, dass diese Einrichtungen bis heute in Betrieb seien. Und dass auch in den Haftzellen der Polizei regelmässig Inhaftierte gefoltert würden.

Nur drei dieser unrühmlichen Einrichtungen sind „offiziell“ bekannt: eine in Colombo, eine in Boossa (zwischen Hikkaduwa und Galle) sowie eine in Vavuniya im Norden. Betrieben werden diese Einrichtungen von der berüchtigten Anti-Terror-Einheit TID (= Terrorist Investigation Department).

Die SLHRC legt nun Beweise für weitere Folterzentren vor. Laut dem Bericht werde „Folter routinemäßig im ganzen Land eingesetzt“. Diejenigen, so der Bericht weiter, die unter Rajapaksa verantwortlich zeichneten für diese Folterkammern, seien auch heute noch im Dienst und würden strafrechtlich (noch) nicht verfolgt.

Der Bericht der SLHRC listet mehr als 600 dokumentierte Fälle auf, welche die srilankischen Menschenrechts-Kommission seit 2015 aufgedeckt hat.

Allein in den ersten sechs Monaten von 2016 wurden 208 Fälle von Folter durch Staatsbedienstete angezeigt. Noch immer werden Hunderte unter den drakonischen „Gesetz zur Verhütung von Terrorismus“ (Prevention of Terrorism Act = PTA) ohne Anklage zum Teil schon seit Jahren festgehalten – und offenbar auch regelmässig gefoltert.

In einem Fall sitzt der Verdächtigte seit 15 Jahren in Haft – ohne Anklage.

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