Lasantha Mord: Verdächtiger auf Kaution frei!

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 27.10.2016

Colombo – Die Unabhängigkeit der Gerichte Sri Lankas erscheint fragwürdiger denn je nachdem Präsident Maithripala Sirisena einen verbalen Angriff gegen die Anti-Korruptionsbehörden des Landes vom Stapel ließ und sich über angeblich „ungehörige“ Arten der Verhaftung und Inhaftierung von  Geheimdienstlern der Armee öffentlich beschwert hatte.

Der Magistrat von Mount Lavinia, Mohammed Shahabdeen, entließ heute überraschend  den Nachrichtenoffizier der Armee, Premananda Udalagama auf Kaution – trotz dessen Beteiligung an der Ermordung des Herausgebers des Sunday Leaders, Lasantha Wickrematunge. Außerdem wurde Udalagama bei Identifizierungsparaden als Täter in zwei weiteren Fällen von Gewalttaten zweifelsfrei erkannt.

Udalagamas Kaution wurde auf vergleichsweise geringe RS 50.000 sowie  drei Bürgschaften von Rs. 500.000 gesetzt.

Bereits am 14. Oktober war Udalagama durch Magistrat Kaweendra Nanayakkara vom Gericht in Gampaha auf Kaution freigesetzt worden, obwohl er eindeutig als Täter identifiziert im Falle des ehemalige Herausgeber der Rivira Zeitung, Upali Tennakoon identifiziert wurde. Udalagama soll Tennakoon und dessen Frau auf offener Straße überfallen und zusammengeschlagen haben, Tennakoon verließ on der Folge aus Angst um sein Leben das Land.

Im Juli nahm die örtlich Kripo Udalagama im Zusammenhang mit dem Mord an Wickremantunge fest. Der Geheimdienstler, der sogar in der U-Haft befördert wurde, wird auch beschuldigt, den Fahrer des ermordeten Journalisten entführt und bedroht zu haben. Der Fahrer hatte vorher in der Öffentlichkeit behauptet, dass der damalige Staatssekretär der Verteidigung und Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa hinter Wickremantunges Ermordung stecke.

Die im Januar wieder aufgenommenen Untersuchungen scheinen ebenfalls in diese Richtung zu deuten.

Wickrematunge, einer der stärksten Kritiker der Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa wurde im Januar 2009 getötet, während er auf seinem Weg zur Arbeit war.

In einem Artikel, der im Dezember 2014 im Colombo Telegraph veröffentlicht wurde, sagte Ahimsa Wickrematunge, Tochter Ermordeten: „Es ist kein Geheimnis, wer hinter seinem Tod steht und die Befehle dazu gab. Es ist allgemein bekannt. Und obwohl ich vom Standpunkt eines Opfers spreche, versuche ich auch, mich als Srilanker zu sehen, eine, die sich sehr um das Wohlergehen ihres Landes sorgt. Und ungeachtet der Geschichte, der Politik und der Unterschiede, die meine Familie mit diesem gegenwärtigen Regime gehabt hat, will ich nur, was für mein Land und mein Volk am besten ist.“

„Obwohl ich meinen Vater verloren habe, weiß ich, dass ich nur eine von den Hunderttausenden bin, die geliebte Menschen verloren haben. Mein Mitleid gilt vor allem den tamilischen Menschen, die weiterhin schweigend trauern müssen. Es ist an der Zeit für uns alle, Verantwortung zu übernehmen.“

„Wie jedem aufrechten Bürger schmerzt mein Herz für mein Land und mein Volk. Lassen Sie uns das Beste für unsere Kinder und unser Land tun. Die Wahl, auf diese Belastung (gemeint aber unausgesprochen: durch die Rajapaksas und deren nepotistischem Regime) für unsere Gesellschaft und unsere Demokratie zu verzichten, liegt in unseren Händen“, fügte sie hinzu.

Es dauerte bis Ende 2015 bis zum Regimewechsel und dem vorläufigen Ende der „Belastung“.

Nun aber, unter Sirisena, scheint sich die Geschichte zu wiederholen.

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