Mordfall Lasantha: Selbstmörder unterhielt 30 Konten

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 19. Oktober 2016

Colombo – Der Körper des pensionierten Armeeoffiziers, der sich erhängte und in seiner Abschiedsnote behauptete, er habe den Herausgeber und ehemaligen Chefredakteur des Sunday Leader, Lasantha Wickrematunge ermordet, soll heute obduziert werden.

Das Gericht, das die Obduktion geordet hat, gab der Kripo auch die Erlaubnis, die Bewegungsdaten von 30 verschiedenen Konten, die der ehemalige Armeesergeant unterhielt zu untersuchen, bzw. bei den entsprechenden Banken die Auszüge einzuholen. Warum der einfache,  pensionierter Ex-Sergeant 30 Konto unterhielt, ist ein weiteres Rätsel in diesem Fall, der derzeit für Aufsehen in Sri Lanka sorgt.

Auch der „Abschiedsbrief“, in dem Edirsinghe Jayamanne (angeblich selbst) die Behauptung aufstellt, nicht der inhaftierte Premananda Udalagama, sondern er habe den Mord an Wickrematunge begangen, gibt Rätsel auf. In dem Brief, in dem Udalagama als Freund des Schreibers bezeichnet wird, wird dessen Vorname mit „Malinda“ angegeben; Rufname Udalagamas ist jedoch „Ananda“.

Nicht nur die Polizei stellt sich die berechtigte Frage, ob ein „Freund“ nicht den Namen seines Kumpels wissen sollte.

Udalagama steht bislang nicht in Verdacht, Wickrematunge direkt getötet zu haben – er soll „nur“ für das sichere  Entkommen der Attentäter gesorgt haben. Auch die Tatsache, dass nicht einer, sondern vier Täter für die Bluttat verantwortlich sind, gibt zu denken.

Die große Frage über dem ganzen lautet: Wenn schon Geständnis, warum dann nicht vollständig?  Und warum gab es kein Wort an die Familie und die drei Söhne die der Selbstmörder hinterließ?

Udalagama, derzeit in U-Haft, soll nun ebenfalls zu seinem „Freund“ Jayamanne befragt werden.

Wickrematunge, ehemaliger Chefredakteur der srilankischen Wochenzeitung „The Sunday Leader“, wurde auf seinem Weg zur Arbeit im Januar 2009 auf offener Straße ermordet, vermutlich mittels eines Bolzenschußgerätes deutschen Fabrikats. Im vergangenen Monat hat die srilankische Polizei den Körper des getöteten Journalisten im Rahmen der erneuten Untersuchungen in dem Fall exhumieren und erneut obduzieren lassen.

Im ursprünglichen Obduktionsbericht, der kurz nach der Tat erstellt wurde, hieß es noch, Wickrematunge sein durch Kugeln ums Leben gekommen.

Die neuen Untersuchungen, die im Januar aufegnommen wurden, begannen mit der Veröffentlichung von zwei Phantombildern, die zwei der vier Attentäter darstellen sollen. In der Tat sieht der Selbstmörder Jayamanne einem der mutmasslichen Attentäter sehr ähnlich.

Das plötzliche Auftauchen eines Selbstmörders, der mittels „Abschiedsbrief“ behauptet, der Mörder Wickrematunges zu sein, schürt den Verdacht, das interessierte Kräfte, die offenbar in enger Verbindung zum nepotistischen Rajapaksa Regime und deren höchstrangigen Vertretern stehen, noch immer mit allen Mitteln versuchen, den berechtigten Verdacht zu verdrängen, dass Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa und sein Bruder Gotabhaya etwas mit dem Mord zu tun haben.

(Letzterer hält sich selbst in einem weiteren Anflug von Größenwahn und Realitätsverkennung  für tauglich & geeignet, hohe und höchste Ämt in Zukunft zu belegen…)

Der mysteriöse Selbstmord nährt auch den unglaublichen Verdacht, dass die Rajapaksas eine gutbezahlte Todesschwadron unterhielten, bestehend aus Armeeangehörigen im Ruhestand sowie ehemaligen LTTE-Kadern, die für tot erklärt und mit neuen Identitäten ausstaffiert wurden.

Wickremtunge selbst hatte in seinem letzten Artikel gesagt, sollte ihm unvermutet etwas zustoßen, seien die Rajapaksas daran schuld.

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