Senaraths Fahrer entlarvt das System Rajapaksa

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 9. Oktober 2016

Colombo – Nach und nach müssen sich die ehemaligen Staats-Abzocker im Amt der Verantwortung für ihr Tun stellen. Manche sind offenbar so verblüfft, dass sie sich der Verantwortung stellen müssen, dass sie nur noch schafisches Grinsen von sich geben können.

Auch en detail wird immer deutlicher, wie der ehemalige srilankische Präsident und angehende Diktator Mahinda Rajapaksa sein Netz der Abhängigkeiten schuf, das von einfachen Gefolgsleuten, die teure Geschenke erhielten, bis zu hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft reichte.

Die von Präsident Sirisena ins Leben gerufene Abteilung der örtlichen Kripo für Wirtschaftskriminalität (FCID) hat durch Verhöre des Fahrers von Gamini Senarath herausgefunden, dass Rajapaksa an 74 Richter des Landes regelmässig Millionen von Rupien teure Geschenke verteilen ließ.

Anlass war meist das singhalesisch-tamilische Neujahrsfest – aber auch Geburtstage und persönliche Jubiläen.

Gamini Senarath war (und ist noch immer so etwas ähnliches wie) Staatschef des Persönlichen Sekretariats von Rajapaksa und er organisierte die systematische Bestechungsrunde Verteilung.

Bei der Durchsicht seiner Konten viel den Ermittlern auf, dass Senarath regelmässig, kurz vor den Jahresendfestivitäten, große Summen überwiesen bekam. Diese Geld wurde jeweils umgehend in bar abgehoben. Derzeit wird untersucht, woher genau das viele Geld kam.

Das Verhör des Fahrers von Senarath bestärkt den Verdacht der aktiven Bestechung von richterlichen Amtspersonen. Denn der Fahrer gab an, dass er jedes Jahr dieselbe Runde auf Geheiß von Senerath fuhr.

Er nannte 74 Adressen von Richtern, denen er jahrelang jeweils festlich verpackt Geschenke (etwa: „in Treue fest von Präsident Rajapaksa“?) überreicht hatte.

Rajapaksa selbst sieht offenbar nichts Falsches in seinem Tun. Heute referiert er über die „Diktatur der Guten Regierungsführung“. Und träumt noch immer von einem Comeback. Ernsthaft.

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