Indien: Film über LTTE-Sprecherin Isai Priya bleibt verboten

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 8. Oktober 2016

Colombo – Als die LTTE ihr Ziel eines Tamil Eelam, also des eigenen (autoritären) Staates für die sri-lankischen Tamilen im Norden und Osten Sri Lankas erlangen zu können, meinte die Führung der separatistisch-terroristischen Gruppe, dies auch erreichen zu können, in dem den „Bürgern“ mit im fast 30 Jahre währenden Krieg gegen den srilankischen Staat Normalität vorgegaukelt.

So gab es unter anderem auch einen eigenen Fernsehkanal – mit Nachrichten. Hauptsprecherin war Isai Priya, eine glühende Anhängerin des ruchlosen LTTE-Chefs V. Prabahakaran, durch einen Herzfehler allerdings verhindert, am aktiven Kampf teilzunehmen. So wurde die begabte Sängerin zum sprechenden Aushängeschild der LTTE, die allabendlich die Nachrichten verkündete, bekam sogar den militärischen Rang eines „Colonel“.

Am Ende des Krieges, im Mai 2009, erlitt Isai Priya ein grausames Schicksal.

Bilder und Videoaufnahmen zeigen, wie die „Propaganda-Kriegerin der LTTE“ von Soldaten der srilankischen Armee völlig entkräftet festgenommen wird. Weitere Bilder und Videoaufnahmen, später aufgenommen, zeigen den toten und offenbar vor dem Tode malträtierten Körper der schönen Nachrichtensprecherin.

Viele Fachleute sehen in den Bildfolgen deutliche Hinweise aus ein Kriegsverbrechen.

Das Schicksal von Isai Priya hat den aus Tamil Nadu stammenden Filmemacher K. Ganesha dazu angeregt, einen Film über Isai Priya zu drehen, Titel „Porkalathil Oru Poo“, der Leben und Tod portraitieren soll. Der tamilische Direktor arbeitete wohl nicht ohne politische Hintergedanken, er selbst gilt als Anhänger der LTTE-Doktrin von einem rein tamilischen „Homeland“ auf Sri Lanka.

Das Oberste Gericht von Tamil Nadu, dem von vielen Tamilen bewohnten südlichsten Bundesstaat Indiens, der allein durch den schmalen Paik-Strait getrennt an Sri Lanka grenzt, hat nun erneut die Veröffentlichung des Filmes untersagt, nachdem schon die für Filmveröffentlichungen zuständige Lizenzierungsstelle FCAT (= Film Certification Abpellte Tribunal; ähnlich der Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Deutschland) dies abgelehnt hatte.

Die FCAT und nun auch das Oberste Gericht lehnten den Film ab, weil darin nicht nur die in Indien verbotene LTTE verherrlicht werde, sondern auch die – mutmassliche – Vergewaltigung und Tötung Isai Priyas in offenbar zu drastischer Form dargestellt werde.

Von der FCAT beanstandet wurde auch, dass die sehr negative und einseitig Darstellung der Angehörigen der srilankischen Armee zu diplomatischen Verwicklungen führen könnte. Offenbar schloß sich das Gericht auch dieser Haltung an.

Letztlich war auch das Veto der Familie der getöteten Nachrichtensprecherin ausschlaggebend, dem Filmemacher zu verbieten, den Film in Indien zu zeigen. Denn es handle sich formal, so die Richter, keineswegs um eine Dokumentation, sondern um einen Spielfilm.

Das Gericht erkannte an, dass durch das Zeigen eines Filmes, der sich weniger an Fakten hält, sondern nur an die persönliche Auffassung des Regisseurs, das Persönlichkeitsrecht der Hauptperson, aber auch das ihrer Familie in Mitleidenschaft gezogen würde.

Neben der FCAT geklagt hatte im Namen der Familie und der Hinterbliebenen eine Schwester der Getöteten Isai Priya.

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