Lasantha Mord: IFJ & FMM kritisieren Polizei

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 4. Oktober 2016

Colombo – Die International Federation of Journalists (IFJ), begrüßt einerseits die Wiederaufnahme der Untersuchungen Mordfall des Chefredakteurs und Herausgebers des Sunday Leader, Lasantha Wickrematunge, kritisiert aber auch gleichzeitig deren Intransparenz.

In einem Beitrag auf ihrer Website, heißt es wörtlich von der IFJ: „Die International Federation of Journalists (IFJ) und deren lokale Tochtergesellschaft Free Media Movement Sri Lanka (FMM) begrüßen die Wiederaufnahme der Untersuchung des Mordes an Herausgeber und Journalist Lasantha Wickrematunge.“

„Die IFJ fordert Transparenz bei dieser Untersuchung“, hieß es in einer Erklärung.

Kritik gibt es hingegen an der Exhumierung des ehemaligen Chefredakteurs am 27. September, die gerichtlich veranlasst wurde, weil sich ärztlich Erstuntersuchung und Obduktion in der Todesursache widersprechen. Der zunächst behandelnde Arzt konnte keine Schusswunde feststellen, im ersten Obduktionsbericht hieß es dann plötzlich, Wickrematunge sei an einer Schussverletzung gestorben.

Die Kritik richtet sich nicht gegen die Obduktion an sich, sondern dagegen, dass weder Medienvertreter noch Vertreter von Menschenrechtsorganisationen bei der Durchführung der Exhumierung zugelassen wurden.

Auf der Website der IFJ heißt es: „Am 8. Januar 2009 haben Attentäter auf Motorrädern Wickremantunge getötet, einen der einflussreichsten Journalisten der Zeit sowie ein lautstarker Kritiker des autoritären Regimes des (damaligen)  Präsidenten Mahinda Rajapaksa; dies am helllichten Tag auf seinem Weg zur Arbeit.“

„Trotz der nationalen als auch internationalen Empörung, wurde in all den Jahren seither niemand verhaftet, trotz der Überzeugungen, dass engste und direkte Mitarbeiter der Rajapaksas an der Ermordung beteiligt waren.“

„Nach Jahren der aktivistischen Tätigkeit mit dem Ziel, Gerechtigkeit im Mord an Wickremantunge zu erhalten, war die Exhumierung seines Körpers ein wichtiger Tag für die Gerechtigkeit und gleichzeitig das Ende der Straflosigkeit für seine Mörder.“

„Die Wiedereröffnung der Untersuchung unter der neuen Regierung von Maithripala Sirisena gab Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass nämlich die Verantwortlichen für seinen Mord vor Gericht gestellt würden.“

„Eine unabhängige erneute Untersuchung aller verfügbaren Unterlagen muss im Interesse echter Gerechtigkeit dazu führen, das der oder die Mörder von Lasantha Wickrematunge vor Gericht landen. Den Medien muss erlaubt werden, von diesem wichtigen Fall ungehindert zu berichten“, heißt es weiter von der IFJ.

Journalisten durften nur das leere Grab sehen, nicht aber die eigentliche Exhumierung verfolgen.

Das FMM schätzten ebenfalls die Einleitung der erneuten Untersuchung, und sagte: „Solche Ereignisse – wie die Exhumierung – sind sehr sensibel und Journalisten haben eine Verantwortung, darüber ethisch korrekt zu berichten. Das FMM verurteilte ebenfalls die Haltung der Polizei journalistischen Berichterstattern keinen Zugang zu diesem wichtigen Ereignis gewährt zu haben. Journalisten wurden behindert, ohne einen triftigen Grund dafür zu bieten.“

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