Wird auch toter LTTE-Chef als ‚vermisst‘ gemeldet?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 30. August 2016

Colombo –  Da bei einigen unbelehrbaren LTTE-Freunden noch immer der Glaube vorherrscht, ihr einstiger Anführer, LTTE-Gründer und Zampano Velupillai Pranbhakaran sei doch noch am Leben, könnte es durchaus sein, dass dessen Name beim neueingerichteten „Büro für Vermisste Personen“ (Office of the Missing Persons  = OMP) auftaucht.

M. Shivajilingam, Mitglied des nördlichsten Provinzrates sagte gegenüber einem lokalen Radiosender, dass er durchaus bereit sei, Prabhakarans Namen dem OMP zu melden, damit diese das als Fall untersuchen könne.

„Wenn etwa seine Schwester oder der Bruder ihn dem OMP als ‚vermisst“ zu melden, bin ich bereit, in ihrem Namen seinen Namen anzugeben“, sagte er.

Prabhakaran starb im Alter von 54, mit ihm viele seiner engsten Vertrauten; sein Tod beendete einen fast 30-jährigen Krieg um ein eigenes „Tamil Eelam“, den er mit seiner separatistischen Terrortruppe LTTE angezettelt hatte. Die damalige Regierung hatte den LTTE-Anführer am 19. Mai 2009 für tot erklärt, ehemalige Mitstreiter des Terrorchefs hatten den Leichnam identifiziert.

Allerdings bezweifeln einige tamilisch-nationalistische Hardliner die Regierungs-Version und glauben, Prabhakaran sei entkommen. In der Tat gibt es um den Tod und die Person des Rebellenführers viele ungeklärte Fragen, deren sich das OMP annehmen könnte.

Das OMP, deren Einrichtung die Sirisena-Regierung im Rahmen einer Verpflichtungen einer UN-Menschenrechtsresolution für die nationale Versöhnung zugestimmt hat, soll die vielen Fälle von vermissten Menschen nicht nur im Konflikt mit der LTTE klären.

Die sogenannte „Joint Opposition“, jener zusehends verlorene und irrlichternde Haufen um den geschassten Ex-Präsidenten Rajapaksa möchte diese Einrichtung am liebsten verbieten, ahnt/weiß sie doch, dass möglicherweise auch Armee-Angehörige – und damit auch die damals politisch Verantwortlichen – sich schuldig gemacht haben. Auffällig ist jedenfalls, dass auch nach dem Krieg noch viele Menschen einfach verschwanden, unter ihnen viele Rajapaksa Kritiker.

Das Internationale Rote Kreuz (IKRK) hat im vergangenen Monat die Ergebnisse seiner Umfrage bekannt gegeben, wonach mehr als 16.000 Menschen seit dem Ende des Konflikts im Jahr 2009 in Sri Lanka vermisst werden.

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