Sirisena überrascht von Vorwürfen der Korruption

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 27. August 2016

Colombo – Die von zwei australischen Zeitungen sowie der dortigen Antikorruptions-Einheit der Polizei geäußerten Verdacht, Präsident Maithripala Sirisena habe sich in seiner Zeit als Minister unter seinem Vorgänger Mahinda Rajapaksa bestechen lassen, soll auch in Sri Lanka untersucht werden. Das habe der Präsident selbst verfügt, so eine Presseerklärung, der sich von den Vorwürfen überrascht und sich keiner Schuld bewusst zeigte.

Das Sekretariat des Präsidenten (PS) habe den in Australian lebenden Journalisten Nick McKenzie gebeten, weitere  Informationen zu den Vorwürfen zu stellen, um den Vorwürfen entgegnen zu können. McKenzie hat schon mehrfach Korruptionsskandale aufgedeckt. Aus internen Unterlagen der Firma, so McKenzies Bericht, gehe hervor, dass Sirisena angeblich vom örtlichen Vertreter der Baufirma SMEC Schmiergeld verlangt habe.

Der örtliche Manager soll in der Tat, die angeblich geforderte Summe von LKRs.2.5 Millionen abgehoben haben – ob er sie allerdings auch weiterreichte, ist umstritten. Eine interne Untersuchung der Firma habe angeblich ergeben, dass es keine Zahlung gegeben habe. Diese Untersuchungsunterlagen der SMEC wurden mittlerweile der australischen Polizei übergeben.

Die australische Baufirma war massgeblich am Bau des Mahaweli Staudamms beteiligt, Sirisena damals Verantwortlichen Minister für das Entwicklungsprojekt, das einer ganzen Region zugute kommt.

Präsident Sirisenas Engagement für seine strikte Anti-Korruptions-Politik gebietet es, dass er mit der australischen Regierung und den dortigen Untersuchungsbehörden zusammenarbeiten werde, hiess es von Seiten der Regierung, gegenüber McKenzie. Man werde auch in Sri Lanka ein Untersuchung zu dem Vorfall einleiten, hiess es weiter.

Der Präsident erklärte, er habe keinerlei Erinnerung an den geschilderten Vorfall der sich 2009 zugetragen haben soll. Sirisena soll mittlerweile der Generalstaatsanwalt beauftragte haben, die Angelegenheit zu untersuchen. Er bekräftigte nochmals, dass er während seiner gesamten politischen Karriere sich niemals an irgendeiner Form von Korruption beteiligt habe.

Auffällig ist, dass der Vorwurf gerade jetzt aufkommt, wo verschiedenen Vertretern des nepotistischen Rajapaksa Regimes sich vor Gericht verantworten müssen wegen Korruption, Vetternwirtschaft und Missbrauchs von staatlichen Mitteln, allen voran die unmittelbare Verwandtschaft des Ex-Präsidenten.

Auffällig ist auch, dass die Anhänger des Ex-Präsidenten, die noch immer verzweifelt versuchen, ihren alten Chef wieder an die Macht zu bringen, in der irren Hoffnung , dieser werde die anstehenden Prozesse und Untersuchungen wegen Korruption, ja Mord- und Totschlag, kippen, sich in dieser Angelegenheit merkwürdig ruhig verhalten. Denn eigentlich wäre eine solche Geschichte ein gefundenes Fressen für sie und Wasser auf ihre Mühlen…

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