Rajapaksas LTTE-Mann soll vor Gericht

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 14. August 2016

Colombo – Sri Lankas Staatsanwaltschaft will Anklage gegen den umtriebigen Zeitungsherausgeber und Nebenbei-Abgeordneten Tiran Alles sowie den ehemaligen LTTE-nahen Geschäftsmann Emil Kanthan wegen der Unterschlagung von staatlichen Geldern erheben. Es geht dabei um eine Gesamtsumme von 645 Millionen srilankische Rupien, die mittels zweier Scheinfirmen umgeleitet und in den Taschen von Alles und Kanthan gelandet sein sollen.

Schon lange steht die Rekonstruktion and Developement Agency (RADA), in der Alles einer der Geschäftsführer ist unter dem Verdacht, Gelder, die für den Bau von Häusern für Tsunami-Opfer gedacht waren, unterschlagen zu haben.

Das Gericht hatte Alles bereits 2015 den Pass entzogen, bis er im Juni dieses Jahres beantragte, wegen angeblich dringlicher gesundheitlicher Massnahmen nach Singapur zu müssen. Das Gericht gewährte den Antrag und sagte Alles zu, 14 Tage lang im Ausland verweilen zu dürfen.

Doch in Singapur gelandet, musste Alles feststellen, dass sein schlechter Ruf ihm voraus eilt. Die Zollbehörden des Stadtstaates verweigerten Alles die Einreise und schickten ihn umgehend mit dem nächsten Flieger zurück.

Mit Emil Kanthan, einer zwielichtigen Gestalt, verbindet Alles ein angeblicher Deal mit der LTTE, den er half mit einzufädeln. Dazu dienten wohl auch die Gelder für den Hausbau. Kanthan hat sich ins Ausland abgesetzt, verhandelt jedoch über seinen Anwalt mit der srilankischen Staatsanwaltschaft – angeblich beantragte er eine Kronzeugenregelung für sich.

Bei einem Treffen, bei dem neben Kanthan und Alles auch der Bruder Basil Rajapaksa sowie der persönliche Sekretär des damaligen Präsidenten anwesend gewesen sein sollen, kam es zu einem schmutzigen Deal.

Das ungeheuerliche Angebot des Präsidenten in spe: Die LTTE sollte gegen Geld die Wahlberechtigten in der von der Terror-Organisation besetzten Gebieten daran hindern, für Rajapaksas damaligen Gegenspieler Wickremasinghe zu stimmen. Rajapaksa gewann prompt die Wahl. Und lässt sich heute als Kriegsheld feiern.

Alles soll das Treffen mit seiner Handy-Kamera aufgezeichnet haben und benutzt angeblich sein brisantes Wissen seit Jahren, um die Rajapaksas unter Druck zu setzen und sich gleichzeitig vor ihnen zu schützen.

2012, bei den sogenannten Wiki-Leaks, kam die Sache heraus, als die US-Botschaft, das US-Außenministerium von entsprechenden Gerüchten erzählte. Demnach soll Alles eine eidesstattliche Erklärung samt dem belastenden Video bei einem Anwalt hinlegt haben – für den Fall seines plötzlichen Verschwindens; ein beliebte Methode des Rajapaksa Regimes, Kritiker verstummen zu lassen.

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