Unverhoffter & kurioser Zugewinn für SL-Schatzamt

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 10. August 2016

Colombo – Es sei, so sagte der stellvertretende Kabinettsprecher Sri Lankas, Dr. Rajitha Seneratne, die bislang größte Summe schwarzen Geldes, aus der der nepotistischen Arä der Rajapaksas, die dem löchrigen Staatssäckel Sri Lankas bisher wieder zugeführt werden könne.

Das srilankische Schatzamt empfing heute 157.5 Millionen Rupien, zugesprochen durch einen Richter, der diese Summe in der Sache „der Staat gegen CSN“ abgefangen und zunächst konfisziert hatte.

Eigentlich sollte das stattliche Sümmchen an den Sender Carlton Sports Network (CSN) gehen, der von den sportbegeisterten Söhnen des Präsidenten betrieben wurde – zumindest, solange Papa an der Macht war. Nun streiten sie ab, jemals mit dem Sender zu tun gehabt zu haben.

Dies, so ist anzunehmen, vor dem Hintergrund kriminalpolizeilicher Ermittlungen, die unter anderem ans Tageslicht brachten, dass der ominöse Sender, ein großzügig eingerichtetes Büro im Präsidentenpalast unterhielt. Oder dass das wertvolle Baugrundstück für die neue HI-Tech-Sendeanstalt von CSN ein Geschenk „vom Staat“ – sprich dem Onkel Wirtschaftminister Basil – war.

Finanzexperten der Kripo deckten auf,  dass das Gründungskapital für den Sender, der es sogar schaffte, als Newcomer die nationalen Rugby- und Crickett-Übertragungsrechte zu bekommen, aus allen möglichen fragwürdigen Quellen kam und ganz offenbar dazu diente, Geld zu waschen. Steuern zahlte der Sender auch nicht solange die Rajapaksas an der Macht waren und so steht eine happige Nachzahlung ins Haus.

Von der obigen Summe obwohl eindeutig adressiert genauso wenig wie von dem generösen Überweiser wollten die Verantwortlichen bei CSN rein gar nichts wissen. Das Finanzwesen des Senders wird aus ermittlungstechnischen Gründen vorübergehenvom Staatsanwalt übernommen, um Verdunkelung zu verhindern…

Und so schloss der zuständige Richter messerscharf, dass das Geld wohl herrenlos sei und überantwortete es dem Schatzamt. Zähneknirschend stimmten die Entscheider beim Sender der Transaktion zu…

Ebenso aus ermittlungstechnischen Gründen wird der Name des Spenders noch nicht veröffentlicht.

Es gelang dem Sprecher Rajitha Seneratne (bekannt ist für seine vielen „Ver“-sprecher) mit seiner als „großer Gewinn für das Land“ verkauften Meldung jedoch nicht, der allgemeinen Meinung entgegen zu wirken, dass die Sirisena-Regierung einfach zu lahm bei den Ermittlungen gegen Korruption, Vorteilsannahme, Mord und Totschlag unter dem diktatorischen Regime von Mahinda Rajapaksa vorgeht, der selbst verzweifelt versucht, ein Comeback zu lancieren – um dann die Vorwürfe gegen sich und seine Lieben mittels Generalamnestie vom Tisch zu bekommen.

Selbst die Verblendesten von Mahindas verbleibenden Anhängern scheinen jedoch langsam zu kapieren, dass das als einziges politisches Thema einer angeblichen Opposition einfach zu fadenscheinig ist.

Es sind einfach zuviel Verfahren auf einmal, sagt die Regierung, die, will sie das Vertrauen der Bürger Sri Lankas, die sie wählten,  nicht völlig verspielen, sich mit dem Gedanken anfreunden sollte, Hilfe von außen zu holen. Derweil wachsen die Zweifel, ob die srilankische Regierung ihrer selbstgesetzten Aufgabe, die unter Rajapaksa grassierende Korruption und Vetternwirtschaft im Lande wirkungsvoll zu bekämpfen, überhaupt gewachsen ist – trotz Umstrukturierungen.

Hilfe könnte zum Beispiel von Richter und Prozess-Fachleuten aus dem befreundeten Commonwealth-Ländern kommen, die nicht bedroht oder unter Druck gesetzt werden können, weil sie nach dem Prozess die Insel wieder verlassen…

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