Wer ist Schuld am Tod von 17 ACF-Mitarbeitern?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 5. August 2016

Colombo –  Die französischen Hilfsorganisation Aktion gegen Hunger (Action contre la Faim = ACF) fordert zum 10. Todestag erneut die Regierung Sri Lankas auf, „eine glaubwürdige Untersuchung der Vorfälle“ abzuhalten, die zum Tode von 17 ihrer humaitärer Mitarbeiter im Mai 2006 führten.

Im Mai 2006, auf dem Höhepunkt des Bürgerkrieges, waren die 17 Mitarbeiter von ACF, darunter vier Frauen, an ihrem Arbeitsplatz in Muttur getötet aufgefunden worden.

Die Umstände deuteten darauf hin, dass die AFC-Mitarbeiter, viele davon tamilischer Herkunft, regelrecht hingerichtet worden waren.

Ein UN-Bericht verweist auf eine Reihe von Hinweisen darauf, dass die srilankische Armee an den Morden beteiligt sein könnte – die aber wies bislang jegliche Schuld von sich und macht die tamilischen Rebellen der LTTE für die Gräueltat verantwortlich. Eine ordnungsgemässe, internationalen Normen entsprechende kriminalpolizeiliche Untersuchung des Massakers hat es bislang nicht gegeben.

Der Leiter der Aktion gegen Hunger, Veronique Andrieux, sagte während einer Trauerfeier zum 10. Todestag, es sei an der Zeit für Sri Lanka seine Versprechen zur Klärung des Verbrechens endlich zu  erfüllen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sagte anlässlich des Todestages, dass die Verschleierung des Massakers durch aufeinanderfolgende srilankischen Regierungen die Notwendigkeit einer internationale Beteiligung der Untersuchung aufzeige, um heraus zu bekommen, wer für die Morde verantwortlich sei und die Schuldigen zu bestrafen.

ACF Chief Executive Veronique Andrieux, sagte weiter, dass man das Verhalten der sri-lankischen Regierung in diesem Falle sehr genau beobachte und man die Regierung an ihren Versprechungen gegenüber dem UN-Menschenrechtsrats bezüglich eines international anerkannten Mechanismus zur Überwachung der Verfolgung von Kriegsverbrechern messe.

„Wir hoffen, dass dieser Verantwortlichkeits-Mechanismus in der Lage sein wird, eine glaubwürdige rechtliche und gerechte Lösung der Morde zu liefern. Wir erwarten konkrete Schritte in die richtige Richtung. Es ist jetzt Zeit zu handeln“, sagte Andrieux gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Arbeiter, allesamt Srilanker wurden in der Nähe von Trincomalee massakriert, 260 Kilometer (160 Meilen) nordöstlich von Colombo, zu einer Zeit, als Regierungstruppen im Kampf gegen die separatistischen Rebellen der Tamil Tigers (LTTE) diese in der Gegend umzingelt hatten.

Andrieux, sagte dass der ACF eine private Gedächtnis-Veranstaltung in der Hauptstadt am Mittwoch abgehalten habe und eine ähnliche Zeremonie am Freitag in Trincomalee stattfinden solle.

Alle bisherigen Untersuchungen des Falles wurden offenbar nur halbherzig durchgeführt und verliefen letztlich immer im Sande – angeblich wurden dabei Zeugen und Angehörige von Opfern bedroht.

Die AFC hat auch eine eigene Untersuchung eingeleitet – um einem Prozess jedoch nicht die Grundlage zu entziehen, hat man bei dem Abschlussbericht die Namen von mutmasslich Schuldigen geschwärzt.

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