Schatten-Kabinett: MR zurück an die Macht!

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 7. Juli 2016

Colombo – Er gilt als extrem abergläubisch – wie so viele seiner Despotenfreunde. Einem Astrologen folgend, der ihm den sicheren Sieg vorhersagte, ließ er sich auf verfrühte Wahlen ein, die ihn schließlich vom selbst gebastelten Thron stürzten. Doch der Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa, ein mutmasslicher Kriegsverbrecher und sicherlich einer der größten Ausbeuter, die je an Sri Lankas Spitze standen, glaubt offenbar immer noch, er habe ein Recht darauf gehabt, zu tun, was er tat und in seinem Namen an Unrecht geschah.

Nur so ist zu erklären, warum heute in der sri-lankischen Presse Meldungen auftauchten, in denen berichtet wird, dass jene JO ein „Schattenkabinett“ gegründet habe – mit Mahinda Rajapaksa als künftigen Premier. Gegen die meisten der durchaus retardiert wirkenden Schattenminister wird derzeit polizeilich ermittelt, viele sind als Angeklagte bereits vor Gericht.

Es scheint, als sei ihm und seiner korrupten Bande von „Brothers in Crime“, die guten Geistern endgültig abhanden gekommen – eine Gruppe Männer teils zwielichtigem Hintergrunds, die als sogenannte „ Joint Opposition“ (JO) noch immer im Parlament sitzt, und die außer ihrem Boss Mahinda Rajapaksa und dessen Schutz (und somit ihren eigenen) kein anderes Thema kennt, politisch also komplett irrelevant ist.

Oder glauben die etwa 50 SLFP-Abgeordnete der JO tatsächlich daran, durch irgendeinen Coup wieder an die Macht zu kommen, die Uhr zurückzudrehen und die peinlichen Prozesse gegen die meisten der einstigen Spießgesellen abwenden zu können?

Seit dem Antritt der Sirisena/Wickremasinghe Regierung treten der geschasste Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa und sein diebischer Clan, die eine Unkultur des Nepotismus in Sri Lanka populär machten, welche bis heute anhält, deutlich vorsichtiger als früher auf.

Ständig müssen sie damit rechnen, dass neue Enthüllungen über sie und dem fast zehn Jahre währende Unrechtsregime ans Tageslicht kommen und dass sie in Haft kommen, weil die Verbrechen, die sie begangen haben, zum größeren Teil keine Kaution vorsehen. Die vorherrschende Korruptions-Kultur nagt beständig an den Grundfesten der srilankischen Gesellschaft, und hat überdies das Land Unsummen gekostet.

Im „Schatten-Kabinett“ soll der geschasste Präsident, der versucht hatte, die Wiederwahlmöglichkeit des Amtes ab Infinitum auszudehnen, als Premier vorgesehen. Immerhin scheint er also das kapiert zu haben: als Präsident will ihn wirklich niemand mehr, selbst diejenigen in den eigenen Reihen.

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Nachtrag: Die Meldung, die einen Tag später in der srilankischen Presse auftauchte, bestärkt die Vermutung, dass die JO ein politisches Irrlicht ist…

 

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