Nach Erdrutsch & Flut jetzt noch ein Zyklon?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 20. Mai 2016

Colombo – Mit sofortiger Wirkung hat die Regierung Sri Lankas beschlossen, angesichts der steigenden Opferzahlen der sintflutartigen Regenfälle und den daraus resultierenden, teils verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen Einfuhrabgaben auf Sachspenden nicht zu erheben.

„Der Außenminister hat die Leiter  der ausländischen Missionen, die versprochen haben, sofortige Entlastung für die durch die starken Regen, die Überschwemmungen und die Erdrutsche Betroffenen zu bieten, darüber informiert, dass es keine steuerlichen Einfuhr-Erhebungen darauf geben wird. Alle Hilfsgüter, die in das Land kommen, sind steuerfrei„,  sagte Finanzminister Ravi Karunanayake im Parlament heute.

Der Minister bestätigte auch die Einrichtung einer speziellen Telefon-Hotline, so dass die Mittel auf schnellstem Wege bereit gestellt werden können.

Immer mehr Menschen in Sri Lanka sind von der Katastrophe betroffen, die weite Teile des Landes und besonders die Hauptstadt Colombo fast gelähmt haben. Fast ein Drittel der 650.000 Einwohner musste evakuiert werden. Der Kelani River, der Stadtflug, trat bereits am Donnerstag abends über sein Ufer, der gesamte Kolonnade Distrikt steht unter Wasser.  Am schlimmsten betroffen sein soll der Distrikt Kegalle, nordöstlich der Hauptstadt gelegen.

Mittlerweile sind landesweit über 500.000 Menschen auf der Flucht vor den Wassermassen, die sich überall, in 21 von 25 Distrikten der Insel aufstauen.

Auslöser der anhaltenden Starkregen ist ein Tiefdruckgebiet über dem Golf von Bengalen, das sich dort kurz vor dem erwartenden Einsetzen des Südwest-Monsuns festgesetzt hat. Die Gefahr bestehe, so Meteorologen, dass sich daraus ein Zyklon entwickle. Auch in den nächsten Tagen werden starker Regen und zum Teil heftige Winde erwartet.

Die Regenfälle sollen die wasserreichsten seit einem Vierteljahrhundert sein, zahlreiche Erdrutsche waren die unmittelbare Folge. Bislang konnten 60 Opfer nur noch tot geborgen werden, bis zu 144 weitere werden noch vermisst, darunter viele Kinder. Zwei Dörfer wurden vollständig zerstört, überrollt von einer bis zu 15 Meter dicken Schlammlawine.

Eine staatliche Versicherung berichtet von Schadensfall-Meldungen in Höhe von 1.1 Milliarden SLR/ca. 7,5 Millionen $ geht jedoch von einem weit höheren Schaden aus.

Einheiten der Marine werden in vielen Orten zu Rettern in der Not, picken mit Hubschraubern, Booten und Dinghis auf ihren Hausdächern gestrandete Flutopfer ein und verbringen sie auf höher gelegenes Land und die überall eingerichteten Hilfsstationen.

Wie es derzeit den Anschein hat, funktioniert die Katastrophenhilfe der Regierung des Landes gut und bestens ko-ordiniert. Präsident Sirisena sicherte weitere schnelle und umfassende Hilfe zu.

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