World Press Freedom 2016: Lanka auf Platz 141

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 21. April 2016

Colombo – Es tut sich was in Sri Lanka. Zumindest, wenn es um den alljährlich erscheinenden Index über die Pressefreiheit geht, den die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Mittwoch veröffentlichte. Demnach rutschte Sri Lanka 24 Plätze nach oben, auf jetzt Platz 141.

Auf der Berichtseite des Indexes auf der RSF-Website heißt es, Sri Lanka habe sich selbst von der Herrschaft des Terrors durch die Rajapaksa Familie und deren Verbündeten befreit, als nach den letzten Wahlen Maithripala Sirisena als Präsident hervorging.

„Die neue Regierung hat gesagt, dass Journalisten und Cyber-Dissidenten keine Repressalien für ihre politischen Ansichten oder nach Artikeln über sensible Themen wie Korruption und die Machenschaften des Militärs mehr befürchten müssten. Die tamilischen Medien, lange Zeit ein bevorzugtes Angriffsziel der Behörden, selbst nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2009, verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Belästigung und hoffen, dass dies andauern bzw. sich noch verbessern wird“, heißt es.

Allerdings zeigte der Index auch, dass es insgesamt einen zutiefst beunruhigenden Rückgang der Presse- und Medienfreiheit weltweit gibt.

Deutschland rutschte 4 Plätze nach hinten im Vergleich zum Vorjahr und ist nun auf Platz 16 – einen Platz vor Namibia…

Finnland ist wieder auf Platz 1 in dem Index als das Land mit der größten Freiheit für Journalisten, gefolgt von den Niederlanden, Norwegen, Dänemark, Neuseeland, Costa Rica, der Schweiz, Schweden, Irland und Jamaika. Eretria schaffte es bis zum Ende der Liste (Platz 180), davor Nordkorea, Turkmenistan, Syrien und China.

Sri Lankas Nachbarländern rangieren wie folgt: Indien bei 133, Pakistan bei 147, Afghanistan bei 120, Bangladesch bei 144, Nepal bei 105 und Bhutan bei 94.

Der Index der Journalisten-Organisation misst den Grad der Freiheit den Journalisten in 180 Ländern genießen – oder eben nicht – anhand von Kriterien wie Pluralismus, der Unabhängigkeit der Medien, dem Medienumfeld sowie der Selbstzensur, aber auch bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Transparenz, der Infrastruktur und des Missbrauchs.

Gerade hat indes die Sirisena-Regierung angekündigt, eine Überwachungs- und Regulierungsbehörde für die elektronischen Medien des Landes zu installieren. Die neugewonnene Pressefreiheit habe auch zu einigem Wildwuchs geführt, den es einzudämmen gilt, so ein Sprecher der Regierung.

Hoffnung gibt diese Entwicklung in Sri Lanka – und, neben kritischem Lob, hat sie auch schon positive Wirkung gezeigt.

Advertisements