Thamalinis Vermächtnis sorgt für Streit

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 12. April 2016

Colombo – Das Buch „Im Schatten eines scharfes Schwertes“ („Oru Koorvaalin Nizhalil“) von Thamilini, der ehemaligen Leiterin des „Frauenpolitischen Flügels“ der Tamil Tigers (LTTE), das postum erschien, ist zum Streitobjekt verschiedener Fraktion von tamilischen Aktivisten geworden.

Während die einen sagen, das Buch werde die Sache der srilankischen Tamilen vor dem UN-Menschenrechtsrats (UNHRC) schwächen, sagen die anderen, dass die teils harsche Kritik an der LTTE von einem Insider dafür sorgen werde, dass die Wahrheit endlich ans Licht komme – was nur im Sinne der tamilischen Sache sein könne.

In ihrem Buch beschriebt Subramaniam Sivathai alias Colonel Thamilini, die inneren Strukturen der LTTE. Immer wieder wird dabei klar, dass der bewaffnete Kampf für eine Sache viel schwieriger ist, als eine gewaltfreie Bewegung aufrecht zu erhalten.

Eindeutig kommt die Autorin, die erst im März 2013 aus ihrer „Rehablititationshaft“ entlassen worden war und im Oktober 2015 ihrem Krebsleiden erlag, zu dem Schluß, dass der fast 30-jährige bewaffnete Kampf der LTTE letztendlich ein großer Fehler war, der einfach viel zu viele (unschuldige) Menschenleben gekostet hat.

Scharf kritisiert sie in ihrem Buch auch den Anführer und Gründer der LTTE. Velupillai Prabhakaran, der zu „verliebt in seine Waffen“ gewesen sei, um sich ehrlich auf Friedensverhandlungen einzulassen.

LTTE-nahe Tamilen sagen nun, indem Thamalini als ehemals ranghohes Mitglied der LTTE zugebe, schuld an Verbrechen gegen die Menschlichkeit trage, werde der Sache der Tamilen in Sri Lanka geschadet. Diese Fraktion behauptet noch immer, dass sämtliche (Kriegs-) Verbrechen seien von srilankischen Streitkräften begangen wurden.

Gleichzeitig ist dieses Eingeständnis Thamalinis für gemässigte Singhalesen in Sri Lanka der Grund dafür, warum sie fordern, das Buch auch in Sinhala zu publizieren.

Allerdings sagte ein moderater tamilischer Politiker, dass das Argument, dass Kriegsverbrechen nur durch die srilankischen Streitkräfte begangen worden wären, ohnehin kein  Wasser gegenüber der Weltöffentlichkeit halte, da alle UN-Berichte über den Bürgerkrieg in Sri Lanka davon ausgehen, dass die evidenten Verletzungen der Menschenrechte von beiden Kriegsparteien begangen wurden.

„Das derzeitige politische Ziel der Tamilen Sri Lankas ist es, die Wahrheit herauszufinden. Aus diesem Grund wurden sind wir auch für eine unabhängige, internationale Untersuchung der Vorfälle. Einseitige Argumente werden bei der Suche nach der Wahrheit nicht helfen“.

Ein interessantes Detail taucht in dem Buch auf. Thamalini behauptet, dass einige Kripo-Offiziere die Gebiete besucht hätten, die damals unter Kontrolle der LTTE standen. Die Polizeibeamte hätten sich als Journalisten ausgegeben.

In dem Buch behauptet Thamalini, dass sie einige der CID-Offiziere bei ihrer Verhaftung und den folgenden Verhören am Ende des Krieges wiedererkannt habe.

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