Pillayan auch an Mord an Raviraj beteiligt?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 3. März 2016

Colombo – Die Mordwaffe, mir der der Anwalt und Abgeordnete Nadaraja Raviraj auf offener Straße am 10. November 2004 regelrecht hingerichtet wurde, stammt aus dem privaten Besitz von Sivanesathurai Chandrakanthan alias Pillayan, der unter Rajapaksa bis zum Chefminister der Ostprovinz aufsteigen durfte. Dies geht aus einer Zeugenaussage vor Gericht hervor.

Chandrakanthan sitzt bereits in U-Haft wegen des Verdachts der Beteiligung am Mord an dem tamilischen Politiker Joseph Pararajasingham, der während eines Gottesdienstes erschossen wurde, vermutlich ebenfalls von Handlangern Chandrakanthans und in dessen unmittelbarem Auftrag. Seine Anträge auf Entlassung auf Kaution wurden bislang alle abgeschmettert.

Chandrakanthan, ein ehemaliges Führungs-Mitglied der LTTE, löste sich Anfang 2004 zusammen mit seinem Spießgesellen Vinayagamoorthy Muralitharan alias “Colonel“ Karuna Amman, einem LTTE Kommandeur sowie Ziehsohn des Terroristenchefs V. Prabhakaran . Derzeit ist Chandrakanthan der Führer der Partei „Tamil Makkal Viduthal Pulihal“ (TMVP).

Beiden wird vorgeworfen, nach ihrem Überlaufen im (geheimen) Auftrag des damaligen Rajapaksa Regimes eine schwerbewaffnete „Einsatzgruppe“ unterhalten zu haben, die nicht nur ehemalige Mitkämpfer tötete sondern auch Rajapaksa Regime-kritische Personen systematisch „verschwinden“ ließ. Auch soll die Karuna/Pillayan-Gruppe Kindersoldaten rekrutiert haben. Karuna und Pillayan haben sich mittlerweile zerstritten, Karuna trat zwischenzeitlich aus der TMVP aus und in die SLFP ein, war unter Rajapaksa sogar Minister.

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Mit dem Beginn der juristischen „Aufräumarbeiten“, heißt, dem Aufarbeiten von Verbrechen,  und Korruptionsfällen die in der Ära Rajapaksa unter den Teppich gekehrt oder gar nicht erst aufgerollt wurden, wird es für nepotistischen Clan-Chef Mahinda Rajapaksa und seine (noch) Mitläufer immer enger, das Wasser scheint ihnen bis zum Hals zu stehen.

Anders lassen sich wohl die Vorfälle, die Sri Lankas Öffentlichkeit bewegen, nicht erklären. So gab es einen Überfall in Wildwest-Manier auf einen Gefangenentransport, bei dem ein Aussagewilliger im Mordfall Bharatha Lakshman Premachandra von bislang unbekannten Attentätern beschoßen wurde. Bei einem anderen Attentat wurde ein mutmasslicher Gangster mit angeblichen Verbindungen mit dem Rajapaksa Regime auf offener Straße vor seiner Haustür erschoßen.

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