Fall Ekneligoda: What have you done, Gota?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 27. Februar 2016

Colombo – Die langwierigen Untersuchungen der sri-lankischen Kripo (CID) des (gewaltsamen) Verschwindens von Journalist Prageeth Ekneligoda sind Insidern zufolge abgeschlossen – und es wird dabei immer deutlicher, dass auch in diesem Fall der ehemalige Staatssekretär der Verteidigung, Präsidentenbruder Gotabhaya Rajapaksa tief drin steckt.

Inzwischen sind alle Verdächtigen, die mit dem Verschwinden verbunden sind festgenommen – bis auf einen. Den, deren auftrageerteilte. Denn Col. Kumararatne  (Verdächtiger 1) ist ein loyaler Soldat, der seinen unmittelbaren Vorgesetzten nicht nennen will. Gerade mit dieser Haltung enthüllt er ungewollt, mit welch sklavischer Hingabe die Handlanger der Rajapaksa agieren, allzeit zu jeder Schandtat bereit ihr Motto.

Der direkte Vorgesetzte von Colonel Kumararatne Shammi, ein loyaler Soldat, der nichts ohne den direkten Befehl tut, stand unter direktem Befehl des ehemaligen Verteidigungsstaatssekretärs, G. Rajapaksa, der im Moment den mondänen Polit-Aspiranten in der sri-lankischen Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu seinen Brüder und Neffen hatte Gotabhaya Rajapaksa bis zur überraschenden (zweimaligen) Abwahl seines mit Allmacht regierenden Bruders Manhinda Rajapaksa keinerlei Interesse.

Das „undiplomatisches“ Gewese des Cholerikers bei Interviews machte deutlich, warum. Und wes‘ Geistes Kind der Mann wirklich ist…

Colonel K. Shammi wurde von G. Rajapaksa ausgewählt, eine spezielle, im Verborgenen tätige Kommandotruppe zu führen, die ausschließlich an ihn zu berichten hatte und ausdrücklich nicht an den eigentlichen Vorgesetzten, den Chef des Militärischen Geheimdienstes, Brigadier Anura Wanniarchchi.

Gotabahaya Rajapaksa betrieb seine eigene kleine Armee in der Armee, einer der das Wort „Skrupel“ fremd zu sein scheint. Viele der „Vorfälle“ in der dunklen Rajapaksa-Ära sollen auf das Konto dieser persönlichen Eingreiftruppe gehen, die ihre Operationen mit erlernter Präzision ausübte. MIt diesem Instrument und stumpfer Gewalt bläute der Rajapaksa-Apparat mit seinen Schlägertrupps den Medienangehörigen ein, was zu berichten ist. Es nährt sich der Verdacht, dass sich auch die restliche Rajapaksa-Familie dieser Rollkommandos bedient hat

Wird Colonel Kumararatne vor Gericht aussagen, wer ihn und seine Leute geschickt hat, den Journalisten Eknaligoda zu entführen, ihn zu foltern und ihn anschließen zu töten, und seinen Leichnam endgültig zu vernichten?

Die Anklage gegen ihn und seine Mitverschwörer lautet auf Konspiration und Verschwörung gegen den Staat, Entführung, Folterung und schließlich geplanter Mord. Die Mindeststrafe für alles zusammen: 20 Jahre Kerker.

Damit werden zu ersten Mal in Sri Lanka Angehörige des Militärs, die auf politische Weisung hin Verbrechen und Vergehen begangen haben, für ihren ehemaligen Vorgesetzten und Auftraggeber auch ins Gefängnis gehen.

Jetzt liegt es wohl an den geschockten Verwandten, Freunden und den anderen, wahren Helden des Krieges, die verzweifelt versuchen, diese Angeklagten zu befreien, ihnen klar zu machen, dass es alles ist, was sie selbst noch tun können, um einer Höchststrafe zu entgehen: Auspacken, Roß & Reiter klar benennen.

Nur dadurch kann Recht und Ordnung des Landes gestärkt werden. Die Verbrecher zu beschützen hieße auch die Qual der Hinterbliebenen noch zu verstärken.

Erst wenn auch die Hintermänner abgeurteilt werden, wird die Weltgemeinschaft wirklich glauben, dass die Justiz und die Regierung Lankas in der Lage ist, auch faire, transparente Prozesse gegen mögliche Kriegsverbrecher in eigener Regie durchzuführen.

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