Hamburg: LTTE-Mann zu 18 Monaten verurteilt

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 3. Februar 2016

Hamburg – Wegen seiner Mitgliedschaft in einer Rebellengruppe und deren Unterstützung wurde der 53-jährige Yogendran G. gestern von einem Hamburger Gericht zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Strafe ist zur Bewährung ausgesetzt.

Dem tamilischen Sri-Lanker wurde vorgeworfen, in der Zeit von 2007 bis 2009 „Spenden“ von in Deutschland lebenden Tamilen für die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) gesammelt und an diese terroristische Gruppe weitergeleitet zu haben.

Die LTTE engagiert sich in einem fast 30 Jahre währenden Krieg insbesondere auf Angriffen auf zivile Ziele und nationale Infrastrukturen in Sri Lanka,; insgesamt sind mehr als 100.000 Menschen getötet worden. 2009 endete der Krieg gegen die LTTE, als Regierungskräfte die Kader der Rebellen systematische zerrieben und ihre Anführer töteten.

Das Hamburger Gericht stellte fest, dass Yogendran G. mehr als 80.000 Euro für den Kampf und terroristische Aktivitäten, einschließlich Selbstmordanschlägen an die LTTE weitergeleitet habe. Der Angeklagte, der zunächst lediglich zur Person aussagte, hatte erklärt, er sei deutscher Staatsbürger, verheiratet und lebe in Hamburg.

Erst im Laufe der Verhandlung äusserte sich der Angeklagte und gab schliesslich zu, die LTTE aktiv unterstützt zu haben.

Gegen das Urteil kann binnen einer Woche Revision eingelegt werden.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass mindestens 1.000 aktive LTTE-Untertstüzer im Lande leben. Auch ist bekannt, dass viele der „Spender“ dies nicht freiwillig taten, aber aus Angst vor Repressalien, auch gegenüber in Sri Lanka verbliebener Verwandter, notgedrungen mitspielten.

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