Die Tiefe Fall des Lieutenant Yoshita Rajapaksa

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 2. Februar 2016

Colombo – Während politisch verantwortungslose Wirrköpfe und Ewiggestrige von „politischer Rache“ schwafeln, die „nur an Politikern“ verübt werden dürfe (sic!), kommt es für Lieutennant Yoshita Rajapaksa, dem zweiten Sohn des Ex-Präsidenten, der derzeit in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts und der Geldwäsche, Zollvergehen, unlauterer Geschäftspraktiken, Urkundenfälschung sowie der illegalen Nutzung von staatlichem Eigentum im berüchtigten Welikada Gefängnis einsitzt, noch dicker.

Seit einiger Zeit lief auch eine Marine-interne Untersuchung gegen den Ex-Präsidenten-Spross. Wie es zum Beispiel kommen konnte, dass Yoshita Rajapaksa ohne die dafür nötige Schulbildung vorweisen zu können, eine solche Blitzkarriere zum Offizier machen konnte. Oder warum er mindestens 30 Mal der Truppe unentschuldigt bei Auslandsaufenthalten fernbleiben konnte – einmal sogar während der gegen ihn laufenden Untersuchung.

Und letztlich, wie es im auch im anstehenden zivilen Strafprozess geklärt werden wird, wie es kommen konnte, dass der Lieutennant Rajapaksa gleichzeitig Armeedienst leisten und einen Job als Direktor eines Sport-Senders verrichten konnte. Hohe Beamte und Soldaten dürfen in Sri Lanka, wie anderswo in der Welt auch, keine privaten Unternehmen betreiben. Denn letzteres geht wohl eindeutig aus der bisher ermittelten Beweislage hervor beim Sportsender „Carlton Sports Network“; alle anderen „Shareholder“ waren bestenfalls Strohmänner.

Nun hat das Verteidigungsministerium die Marine angewiesen, entsprechend den Untersuchungsergebnissen eine militärisches Disziplinarverfahren einzuleiten. Dabei wird auch zu klären sein, wer genau sich das willkürliche Verhalten des Ex-Präsidentensprosses gefallen lassen hat. Die über dreijährige militärische Ausbildung des eigentlich ungeeigneten Kadetten zum Offizier, unter anderem in der Ukraine und in Grossbritannien hat den srilankischen Staat mindestens 20 Millionen Rupien gekostet – die Aufenthaltskosten nicht mitgerechnet.

Yoshita wird mit Chance nicht lange allein im Knast bleiben; andere nahe Verwandte dürften bald folgen, wenn die Mühlen der srilankischen Justiz – wie von Präsident Sirisena versprochen – endlich in die Gänge kommen.

Auffällig ist, dass diejenigen, die ausserhalb der eigenen Familie am lautesten gegen die Festnahme von Yoshita Rajapaksa krakelen, selbst diverse Verfahren am Halse haben.

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