Die Rajapaksas: Familienkrimi vor Gericht

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 21. Januar 2016

Colombo  – Yoshitha Rajapaksa, Sohn des Ex-Präsidenten und Beinahe-Diktators Mahinda Rajapaksa, der unter merkwürdigen Umständen eine Blitzkarriere zum Offizier der srilankischen Marine machte, steht demnächst vor einem Militärgericht.

Das Gericht wird zunächst prüfen, wie es dazu kommen konnte, dass der Offizier Rajapaksa während seiner Zeit beim Bund gleichzeitig Geschäftsführer eines TV-Senders sein konnte. Es ist normalerweise Armeeangehörigen untersagte, während ihres Dienstes Chef eines zivilen Unternehmens zu sein.

Auch soll geklärt werden, wie es dazu kam, dass Yoshita Rajapaksa während seiner Dienstzeit mehr als 30 Mal auf Reisen im Ausland war – ohne dafür auch nur eine einzige Genehmigung seines Vorgesetzten eingeholt zu haben. Degradierung und unehrenhafte Entlassung sind als Strafen für diese Delikte vorgesehen.

Auch Yoshitas Bruder Namal, derzeit noch Abgeordneter und seines Zeichens erster „artifizieller Anwalt“ Sri Lankas soll gerichtlich auf den Zahn gefühlt werden. Dabei geht es zunächst einmal nicht etwa um die merkwürdigen Umstände, unter denen Namal Rajapaksa seine Anwaltsprüfung überstand, sondern darum, wie es sein kann, dass ein beruflich völlig unerfahrener Anwalt innerhalb kürzester Zeit nach seiner angeblichen Anwaltsprüfung ein millionenschwere Kanzlei betrieben konnte.

Auch die Verwicklungen von Namal und dessen anderem Bruder Rohitha Rajapaksa, in den Mord an Rugby-Ikone Wasim Thajudeen soll auf gerichtlich hinterfragt und nötigenfalls geahndet werden.

Auch beider Mutter, Ex-Präsidenten-Gattin Shiranthi Rajapaksa steht demnächst vor Gericht. Nicht nur geht es um ein Fahrzeug, das im Mordfall Thajudeen eine wichtige Rolle spielt, und das aus dem Fuhrpark ihrer „Wohltätigkeitsorganisation“ stammt, sondern auch um staatliche Gelder aus China für ein Bauprojekt, die auf dem Konto eben jener Organisation gelandet sind.

Alles nur ein Versehen, alles nur „politische Rache“, wie die Rajapaksas es der srilankischen Öffentlichkeit gerne weißmachen wollen?

Auch der Ex-Präsident scheint sich mittlerweile bei diversen Untersuchungkommissionen „wie Zuhause“ zu fühlen – gegen ihn stapeln sich die Vorwürfe u.a. wegen Vorteilsannahme und Bestechung. Ganz zu schweigen von den Vorwürfen wegen angeblich befohlener Kriegsverbrechen, wegen denen er sich zusammen mit Bruder Gotabhaya verantworten wir müssen.CZOSS6nWAAAM8Rt

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