Fall Eknaligoda – „Anweisung von oben“

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 7. Januar 2016

Colombo – In einer als „dramatisch“ bezeichneten Wendung im Fall des entführten und vermutlich ermordeten Journalisten Prgaeeth Eknaligoda haben zwei der Tatverdächtigen angeblich gestanden, dass „eine staatliche Autorität“ des damaligen Rajapaksa Regimes den Auftrag zu der Entführung und dem späteren Mord an Eknaligoda gegeben habe. Ein hoher Polizeibeamter soll dies gegenüber der Online-Plattform „Asian Mirror“ gegenüber ausgesagt haben.

Nun sollen sich die Ermittlungen auf eine „prominente Figur des ehemaligen Verteidigungs-Ministeriums„ konzentrieren. Die fraglichen Verdächtigen wurden wohl mit einem Kronzeugen-Angebot gesprächsbereit gemacht.

Im Zusammenhang mit dem Fall Eknaligoda wurden bislang mehr als zehn Angehörige des Militärischen Geheimdienstes festgenommen und intensiv verhört. Auffällig: Die Festgenommenen werden von Mahinda Rajapaksa und seinen Anhängern massiv unterstützt; der Ex-Präsident besuchte sie sogar im Gefängnis, was die srilankische Anwaltskammer zu der Rüge veranlasste, der Ex-Präsident möge aufhören, Zeugen bzw. künftige Angeklagte zu beeinflussen.

Die Rajapaksa-Fraktion versteigt sich sogar zu der Aussage, die Armeeangehörigen, die der Tat verdächtigt werden, würden nur deshalb vor den Kadi gezerrt, um der „LTTE-Diaspora zu gefallen“.

Eknaligoda war zwei Tage vor den Präsidentschaftswahlen 2010 entführt worden.

Die offensichtlichen Fortschritte im Fall Eknaligoda, brachten den Besitzer der tamilischen Zeitung „Uthayan“, den TNA-Parlamentsabgeordneten E. Saravanbavan dazu, im Parlament anzufragen, warum nur die Morde an den beiden Prominenten Journalisten Prageet Eknaligoda sowie dem ehemaligen Herausgeber der Zeitung „The Sunday Leader“, Lasantha Wickrematunga so vorrangig untersucht würden, nicht jedoch die zahlreichen Angriffe auf Journalisten und Mitarbeiter seiner und anderer tamilischer Zeitungen unter dem Rajapaksa
Regime.

Speziell sprach Saravanbavan den Überfall auf Sinnarasa Sivakumaran im September letzten Jahres in Kilinochchi an, den Mord an Aiyathurai Nadesan in Batticaloa im Jahr 2014, sowie den Mord an Subramaniyam Sugirdharajan im Jahr 2006 in Trincomalee. Außerdem die Morde an den beiden Uthayan-Mitarbeitern Suresh Kumar (B. G. Sahayathasan) und Ranjith Kumar, die beide am 2. Mai 2006 während eines Überfalls auf die Redaktionsräume niedergeschossen wurden.

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