Tote LTTE-Chefs: Rajapaksas verpfuschte Rettung

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 27. Oktober 2015

Colombo  – Die umstrittenen „Weiße Flagge Morde“ (White Flag Murder) waren eine verpfuschte Kapitulation von LTTE-Anführern, die der ehemaligen Präsident Mahinda Rajapaksa angeordnet hatte, um einigen der älteren Tiger-Führern zu helfen, die ihm geholfen hatten, 2005 an die Macht zu kommen.

Premierminister Ranil Wickremesinghe sagte im Parlament, dass Rajapaksa den LTTE-Friedenssekretariats-Chef S. Puleedevan retten wollte, als Gegenleistung dafür, dass der LTTE-ler ihm dabei geholfen habe, seinen Wahlsieg im Jahr 2005 zu sichern. Pulideevan erreichte dies durch die Organisation des tamilischen Boykotts der Wahl, um so die Stimmen für die UNP Kandidaten zu blockieren.

Präsident Rajapaksa gewann damals die Wahl denkbar knapp; hätten die Tamil Tigers (LTTE) keinen Boykott der Präsidentschaftswahlen durchgeführt, hätte vermutlich Ranil Wickremasinghe mit Hilfe der tamilischen Stimmen haushoch gewonnen.

Wickremesinghe schockierte das Parlament auch noch mit einer anderen Aussage. Auch die  Ermordung des damaligen Außenministers Lakshman Kadirgamar im August 2005 sei mit  Rajapaksas perfiden Plan verbunden, unbedingt an die Macht zu kommen. Die damalige Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga wollte nämlich eigentlich den auch international hoch angesehenen Kadirgamar als ihren Nachfolger benennen. Doch Rajapaksa rebellierten und entwickelte eine groß angelegte Kampagne, um sich zunächst das Amt des Premiers und anschließend die Präsidentschaftskandidatur zu sichern.

Wickremesinghe sagte, dass die Pläne, die Tamil Tigers zu bestechen, im Regierungssitz Temple Trees diskutiert worden seien, als Rajapaksa Premier war.

Wickremesinghe sagte, dass es keinen Zweifel darüber gebe, dass die Tigers Kadirgamar getötet haben, der einer der wichtigsten Anwärter für das Präsidentamt war, um den Weg frei zu machen für Rajapaksa. „Es gibt eine klare Verbindung zwischen der Ermordung Kadirgamars und den damaligen Präsidentschaftswahlen“, sagte Wickremesinghe. „Die Ermordung Kadirgamars muss allein deshalb gründlich untersucht werden und dann wird das alles heraus kommen.“

Wickremesinghe sagte,  Rajapakse sei scharf darauf gewesen, Puleedevan zu retten, jene Schlüsselfigur, auf dessen Konto der Plan für die Niederlage Wickremesinghes bei der Wahl 2005 ging. „Warum hat das Rajapaksa Regime Puleedevan retten wollen? Ich mag nicht, dass Menschen getötet werden, aber Puleedevan ist der Mann, dessen Maßnahmen die gesamte tamilische Gemeinschaft in Gefahr brachte. Ich habe keine Tränen vergossen für Puleedevan. Ohne ihn wäre es Rajapaksa nie gelungen, an die Macht zu kommen. Es ist dieser missglückte Versuch, Puleedevan zu retten, die dem Land nun diese Weißen Flagge Krise beschert. Anstatt Entscheidungen auf dem Schlachtfeld den Kommandeuren an der Front zu überlassen, hat die damalige Rajapaksa Regierung versucht, sich einzumischen. Sie waren es, die Verhandlungen über eine Kapitulation initierten.“

Wickremesinghe sagte, dass hochrangige Militärkommandanten immer widersprüchlichere Signale über die bevorstehende Kapitulation bekamen, was letztlich zu den Tötungen geführt habe.

Der damalige diplomatische srilankische Spitzenbeamte Palitha Kohona hatte die aufgabewilligen Tigers gebeten, weiße Fahnen hoch zu halten und langsam zu Fuß auf die Frontlinie zuzugehen. Später wurden diese Tiger Führer erschoßen aufgefunden und sowohl die Vereinten Nationen als auch die Paranagama Kommission plädieren für eine unabhängige gerichtliche Untersuchung des Vorfalls, um die Morde, die das Kriterium eines Kriegsverbrechens erfüllen, zu klären.

Wickremesinghe sagte, dass die vor Ort verantwortlichen Militär-Kommandeure die Erschießungen angeordnet hatten, ohne sich über die voran gegangenen Verhandlungen zwischen dem Rajapaksa-Regime und Puleedevan bewußt gewesen zu sein; eine Tatsache, die auch von Diplomaten der Vereinten Nationen, die in den Prozess einbezogen waren, zweifelsfrei dokumentiert wurden.

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