Pillayan: Rajapaksa befahl mir, Sirisena zu töten!

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 17. Oktober 2015

Colombo – Frisch gewählt, äußerte Präsident Maithripala Sirisena einen ungeheuren Verdacht, der unwidersprochen blieb. Wäre er nicht gewählt worden, sagte er, wäre er heute in Haft, wenn nicht schon tot.

Sirisenas Ahnung entspricht wohl der vollen Wahrheit.

Die sri-lankische Onlinezeitung Lanka News Web berichtet, dass der ehemalige Ministerpräsident der Ostprovinz Sivanesathurai Chandrakanthan, der seine Jugend als Kindersoldat der LTTE mit dem Kampfnamen Pillayan verbrachte, und sich derzeit wegen Mordverdachts in der Obhut der srilankischen Kripo (CID) befindet, ausgesagt haben soll. Pillayan folgt damit genau der Doktrin, die ihm seit frühester Jugend von LTTE-Gründer V. Prabhakaran eingebleut worden war: „Wenn Du schon untergehst, dann nimm‘ soviel von Deinen anderen mit, wie irgend möglich. Und ansonsten: beiß‘ auf deine Zankalikapsel!

Pillayan soll ausgesagt haben, dass er direkt von Ex-Präsident Mahinda Rajapaksa den Auftrag bekomme habe, dessen Gegenkandidat Maithripala Sirisena umzubringen. Nicht in Colombo sollte es geschehen, so Pillayan gegenüber den Ermittlern, sondern irgendwo anders, am besten in Sirisenas Heimatstadt Polonnaruwa.

Zunächst, so geht das angebliche Geständnis weiter, habe man es mit einer weiblichen Selbstmordbomben-Attentäterin versuchen wollen. Im Hauptstadt-Vorort Boralesgamuwa war diese jedoch nicht nahe genug heran gekommen.

Auch zum Fall des ermordeten Joseph Pararajasingham soll Pillayan eine Aussage gemacht haben: der TNA-Abgeordneten soll eine Marionette der LTTE gewesen sein. Er habe Platz machen müssen, für den LTTE-Gegner Rajan Satyamurthi, der für den Ermordeten nachrücken sollte. Doch bevor es dazu kam, wurde Satyamurthi Opfer eines LTTE-Anschlags. Auch der angebliche LTTE-Anhänger B. Ariyanendran sei ermordet worden, so Pillayan.

Der mörderische Überfall in einer Kirche während einer christlichen Messe auf Joseph Pararajasingham sei von zwei Killern begangen worden, beide mit T-56 Sturmgewehren bewaffnet. Einer dieser beiden sei später gefallen, der andere lebe heute im Ausland.

Bereits in der Endphase des Krieges hab sich der sri-lankische Geheimdienst ganz gezielt junge, ehemalige LTTE-Kader herausgepickt und sie zu Killern und Komspiratoren erzogen, behauptete Pillayan.

Stimmt diese Meldung, wäre Pillayan nach dem ehemaligen „Präsidentenberater“ Sajin Vaas Gunawardena der zweite prominente Vertreter des korrupten abgewählten Rajapaksa Regimes, der versucht, mit einer Kronzeugen-Regelung seine Haut zu retten. Und dafür hemmungslos auspackt.

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