Eknaligoda: Ermordet, Leiche ins Meer geworfen?

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 17. Oktober 2015

Colombo – Ist das Schicksal des 2010 kurz vor der damaligen Präsidentschaftswahl entführten Journalisten Prageeth Eknaligoda endlich geklärt? Stück für Stück wurden in den letzten Wochen die letzten Tage des Journalisten enthüllt durch immer neue Vernehmungen von immer mehr Verdächtigten.

Eine singhalesische Zeitung, die seit einiger Zeit an Wochenenden erscheinende „Sath Handa“, berichtet nun in einem Artikel von Shanta Wijesuriya davon, dass Eknaligoda nach seiner Entführung durch drei Angehörige der Armee, darunter zwei ehemalige LTTE-Kader, zunächst ins Armeelager von Giritale verbracht wurde, wo er mindestens drei Tage lang verhört und wohl auch gefoltert worden war.

Danach sei er von „einem hochrangigen Offizier“ weggebracht worden. Die drei Entführer, aber auch besagter Offizier sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Wohin Eknaligoda dann verbracht wurde, will Shanta Wijesuriya in Erfahrung gebracht haben.

In dem Artikel heißt es, Eknaligoda sei in das geheim Armeelager Sorivila in der Nähe von Trincomalee im Norden der Insel gebracht und dort getötet worden sein, zusammen mit 15 regime-kritischen Mitgliedern der tamilischen TMVP-Partei. Sein Körper sei ins Meer geworfen worden, die Leichen der 15 TMVP-Mitglieder seien zunächst im Sumpfgebiet von Sorivila verscharrt worden, später, nachdem sie wieder aufgetaucht waren, ebenfalls Meer geworfen worden sein, heißt es in dem Artikel.

Das geheime Lager war 2007 gegründet worden. Zunächst wurde es von der paramilitärischen Karuna Amman Gruppe geführt, später, als Amman (eigentlich: Vinayagamoorthy Muralitharan) offiziell zum Rajapaksa Regime wechselte, wurde die Leitung von seinem Spießgesellen Sivanesathurai Chandrakanthan alias Pillayan übernommen, auch der – wie Amman – ein übergelaufener LTTE-Kader.

Der Offizier, ein Lieutenant Colonel (Oberstleutnant), der den entführten und gefolterten Eknaligoda nach Sorivila gebracht und vermutlich auch an dessen Ermordung direkt beteiligt war, ist sicherlich nicht der letzte in der militärischen Befehlskette. Mit Sicherheit gibt es noch Armeeangehörige über dem Oberstleutnant, der/die letztlich den Befehl nicht nur zur Entführung, sondern auch zur Tötung Ekneligodas gegeben haben.

Schwer zu glauben, dass der damalige Verteidigungsminister (und Präsident) und seine Staatssekretär, die Gebrüder Mahinda und Gotabhaya Rajapaksa nichts  davon wussten.

Auch stellt sich die Frage, was der vor einigen Tagen wegen des Mordes an dem Politiker Josef Pararajasingham festgenommene Sivanesathurai Chandrakanthan alias Pillayan über Eknaligodas Verbleib (und Tod) weiß, der da in sein Lager gebracht worden war.

Das Lager in Sorivila wurde in einer Nacht-undNebel-Aktion kurz nach den nun bekannt gewordenen Vorfällen 2010 aufgelöst.

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