J. Pararajasingham: Pillayan unter Mordverdacht festgenommen

Von der LTTEwatch-Redaktion vom 11. Oktober 2015

Batticaloa – Er ist einer der fragwürdigsten Gestalten in Sri Lankas politischer Landschaft. Er war Kindersoldat der LTTE, später lief er zur Regierung über und beschäftigte jahrelang eine Söldnertruppe, die berüchtigt dafür ist, Kindersoldaten zu rekrutieren.

Als Handlanger des Rajapaksa Regimes im Range eines Ministerpräsidenten kontrollierte er für seine Herren in Colombo den Osten der Insel. Nun wurde Sivanesathirai Chandrakanthan alias Pillayan von der Kripo (CID) festgenommen; er soll den Auftrag zu einem Mord gegeben haben.

Die Festnahme erfolgt im Zusammenhang mit dem Mord an dem als gemäßigt geltenden TNA-Politiker Joseph Pararajasingham, der Weihnachten 2005 kaltblütig in der St. Mary Kirche in Batticaloa während einer Messe erschossen wurde; mehrere andere Personen, darunter die Frau des Ermordeten, wurden bei der Schießerei verletzt.

Pillayan gehörte ursprünglich der Tamil Makkal Viduthalai Pullikal (TMVP) unter Vinayagamoorthy Muralitharan  alias Karuna Amman an, der sich von der LTTE getrennt hatte und sich den Regierungstruppen angeschloßen hatte. Allgemein wird die Abspaltung Ammans von seinem Ziehvater V. Prabhakaran, dem Gründer und Führer der LTTE, als Anfang des Endes der terroristischen Vereinigung angesehen.

Später gerieten sich Amman und Pillayan zunehmend in die Haare, und während Amman als stellvertretender Minister sogar ins Kabinett einzog, wurde Pillayan zum Ministerpräsident der Ostprovinz ernannt. er übernahm auch die TMVP, die, vielen Gerüchten zufolge, als Söldnertruppe die Bevölkerung im Osten drangsalierte und sich mit Schutzgelderpressungen finanzierte.

Ex-Präsident und Beinahe-Despot Mahinda Rajapaksa gefiel sich in der Rolle des Gönners, der es geschafft habe, aus einem gefährlichen Terroristen einen Politiker gemacht zu haben, der dem politischen Mainstream angehört. Geglaubt haben ihm das nur wenige.

Auch diverse Menschenrechtsorganisatione sowie der jüngste Bericht des Büros des UN-UN-Menschenrechts-Chefs über Sri Lanka verlangen, dass Pillayan (und Amman) wegen der Beteiligung an der Rekrutierung von Kindersoldaten untersucht werde.

Auch andere Morde und Entführungen mit tödlichem Ausgang werden Pillayan und seiner unter Rajapaksa staatlich subventionierten Schläger- und Söldnertruppe vorgeworfen. Nun aber sieht es so aus, als würde Pillayan zunächst nur wegen eines  Mordes aus dem Verkehr gezogen.

Zuvor waren bereits zwei ehemalige LTTE-ler verhaftet worden, die bislang frei herumliefen, all die Jahre ungeschoren wegen der schützenden Hand der Rajapaksas über ihnen.

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